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 Das Barock
Vom 16. zum 18. Jahrhundert
hin veränderte
die Querflöte sich entscheidend.
War die innere Bohrung
zu Anfang noch zylindrisch
gewesen, so findet sich
im 18. Jahrhundert bereits in
Mittelstück und Fuß eine
konische Innenbohrung. Diese
Veränderung
zeichnet sich deutlich
in den neuen Griffbildern
der Lehrwerke ab.
Damals waren die
Flöten bereits
dreiteilig. Zum Anpassen
der Stimmung,
die damals von Ort zu
Ort variierte,
verfügte jedes Instrument
über mehrere
austauschbare Mittelstücke.
Die sechs Grifflöcher
ermöglichten
inzwischen das Spiel
von Dur-Tonleitern.
Der Tonumfang reichte
vom eingestrichenen
d bis zum dreigestrichenen a, wobei
Quantz
das dreigestrichene e
als den höchsten
brauchbaren Ton bezeichnete.
Nachträglich wurde
diesem System ein zusätzliches
Loch, das
für neue Tonarten
erforderlich wurde,
hinzugefügt.
Da das neue 7. Loch (dis)
mit den Fingern
auf herkömmliche
Art nicht zu erreichen war,
wurde die erste Klappe angebracht.
Das Ergebnis war vor
allem eine verbesserte
Intonation und ein
größerer Tonumfang.
Zwischen 1720 und 1830
versuchten sich zahlreiche
Musiker an der Verbesserung
des Instrumentes.
Neue Klappen und Löcher
wurden zugefügt. Die meisten
Änderungen brachten
jedoch genauso viele Vor- wie
Nachteile, so daß sich
viele von ihnen nie ganz durchsetzten
und bald wieder vergessen waren.
1751 wurde vermutlich
in Frankreich die Baßflöte
erfunden.
Nach heutigen Bezeichnungen
müßte
sie allerdings Altflöte heißen.
Da die Länge der
Flöte die
direkte Bedienung der
Löcher unmöglich machte,
war man gezwungen, weitere
Klappen anzubringen.
Dadurch wurde möglicherweise
auch die Entwicklung
der Konzerflöte
beeinflußt.
Um 1770 versuchte man
im nächsten Schritt,
die Gabelgriffe durch
zusätzliche Löcher und Klappen
überflüssig zu machen.
Dies gelang. Schließlich
blieb nur für das
C ein Gabelgriff
erforderlich. Diese letzte
Lücke wurde später von
Johann Georg Tromlitz
geschlossen. Die entstandene Mechanik
war allerdings reichlich
wackelig und unzuverlässig.
Ein schnelles und sauberes
Spiel war auf diesen
Instrumenten beinahe
unmöglich.
Der hauptsächliche technische
Nachteil der damaligen Instrumente
lag darin, daß die Grifflöcher
nach der Spannweite der Finger gesetzt
wurden. Alle Maße entsprachen
nur der Erfahrung der Flötenbauer
und folgten keinen akustischen
Erkenntnissen.

Das verbreiteste Material
war Buchsbaum,
der durch den feuchten Atem aufquoll und
zu einer trotz aller technischen
Verbesserungen immer noch
ungenügenden
Intonation führte.
Daneben wurden aber auch Ebenholz,
Grenadill, Ahorn oder
Elfenbein verwendet.
Johann Sebastian Bach
schrieb erst nach
einem Besuch der Oper
in Dresden (1730) Stücke
für die Flöte. Wahrscheinlich
hatte er dort jemanden
spielen hören,
der Eindruck auf ihn
gemacht hatte. Auch nach
diesem Zeitpunkt kamen
in seinen Werken
aber immer entweder
Block- oder Querflöten
zum Einsatz. Ursache
hierfür war vermutlich,
daß beide Instrumente von
den gleichen Musikern
gespielt wurden.
Dennoch setzte Bach offensichtlich
auf sehr talentierte Flötisten,
da seine Stücke mehrfach
Töne über dem
dreigestrichenen f
verlangen.
Ein Meilenstein der
Flötengeschichte
ist das Buch Les Principles de
la Flute Traversiere (1707) von
Jacques Hotteterre
(le Romain). Er ist Vertreter
einer bedeutenden Flötisten-Familie.
Der Beginn des 18.
Jahrhunderts brachte der Flöte
eine Blütezeit. Mit
verantwortlich dafür
waren Musiker wie oben genannter
Jacques Hotteterre,
John Loeillet
und Johann Joachim Quantz.
Die Tatsache,
daß die Flöte
auch am französischen
Hof sehr beliebt
war, machte sie in ganz Europa,
das sich ohnehin
stark an Frankreich
orientierte, salonfähig.

Stand: 17.02.2010
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