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Eine Dokumentation des Südwestfunks über die Strukturen eines Orchesters, was unterscheidet die Instrumente und was sind die spezifischen Aufgaben jeder Stimme. Sehr nett gemacht und sicher für jeden, der noch nie mit Sinfonieorchestern zu tun hatte, sehr aufschlussreich.  Gleichzeitig ein sympathisches Portrait des Sinfonieorchesters des SWR.

Das Schätzchen kam Anfang April im Fernsehen, fand sich auch meiner Festplatte, kann aber auch online beim SWR angefragt werden in der dortigen Mediathek. Leider habe ich keine künftigen Sendezeiten dafür gefunden, aber das wird sicher noch öfter wiederholt (gedreht 2009).

Kleiner Nachtrag, gefragt nach Musikerwitzen erzählt der Hornist des SWR folgenden: „Das Horn ist ein göttliches Instrument. Und wissen Sie warum? Jeder Hornist bläst wunderschön hinein, aber nur Gott weiß, was herauskommt.“

Wie war….

 Mittwoch.  Ultimative Hektik. Arbeiten bis kurz nach 16 Uhr, nach Hause. Treffpunkt um 17.30 Uhr auf dem Parkplatz von Obi in Marsdorf. Sicherheitshalber als Fahrzeit von Ehrenfeld nach Marsdorf eine Stunde eingeplant, schließlich ist langes Wochenende und der Autobahnring eine einzige Baustelle.

Tatsächlich ziemlich genau auf die Minute kommen wir an. Es folgt das Umladen. Sieben Stoffbeutel mit Noten, sicherheitshalber ein Schlafsack, der Klamotten-Koffer, der Flötenrucksack….. Golf voll!

Bei grauem Himmel und Nieselregen geht’s weiter Richtung  Eifel. Und trotz angeregter Gespräche kommen wir tatsächlich am Ziel an: Schullandheim Müllenborn. Malerisch am Hang oberhalb des Ortes gelegen (siehe auch Foto). Wir haben zwar gut 20 Minuten länger gebraucht als das schlaue Gerät behauptet hatte, aber egal. Punktlandung zum Abendessen.

Wir beziehen ein nettes kleines Dachzimmer (ebenfalls siehe Bild: unser Blick aus dem Fenster). Nach dem Abendessen gibt es die ersten Proben. Die komplette Belegschaft (starke Übermacht an Streichern) wird so verteilt, dass jeder in zwei Besetzungen spielt. Eine wird vormittags und eine nachmittags geprobt. Ziel ist es, einen oder vielleicht auch zwei Sätze zu erarbeiten und am Sonntag im Abschlusskonzert vorzutragen.

Aus Mangel an Fagott und Horn landen wir (zwei Flöten) in der (leider) einmaligen Besetzung zwei Flöten, Klarinette, Oboe und als Ersatz für das fehlende Fagott eine Bassklarinette. Da gibt es nur eines: Elgar, und zwar dutzendfach. Leider sind die kleinen netten Stückchen nicht unbedingt das, womit ich mich mit Begeisterung vier Tage lang intensiv auseinandersetze. Naja, egal….. Wir einigen uns auf das Finale aus dem fünften Band (Shed 5). Klarinette und zweite Flöte müssen sich leider beinahe todlangweilen.

Abends dann im Tutti ein Brandenburgisches, ein bisschen Blatt spielen und anschließend gemütliches Zusammensein. Den nächsten Morgen zeigt das obige Foto. Eisige Kälte (Mitte Mai, alle Autos überfroren) und das Tal ist vom Nebel verschluckt. Nach Frühstück, nochmal Elgar und Mittagessen geht es dann in die zweite Besetzung. Das ist tatsächlich wunschgemäß (Wunsch aber nur deshalb, weil nicht mehr Bläser verfügbar sind) das Trio Geige, Bratsche und Flöte. Wir haben zur Auswahl Beethoven Serenade, zwei Reger Serenaden oder das Trio von Johann Nepomuk David. In letzterem, obwohl zunächst reichlich fremd, entdecken wir einen wunderbaren Presto-Satz, der Lust auf mehr macht. Leider liegt allerdings die Partitur nicht vor und so kommt das für die Arbeit mit „Tutor“ nicht in Frage. Letzten Endes wird es dann ein anderes Presto, das aus dem Reger op. 141a.

Mit diesen zwei extrem unterschiedlichen Werken und hoffentlich viel Blattspiel am Abend (und in der Nacht) geht es nun also weiter bis Sonntag. Und jetzt, wo ich hier auch im T-Shirt in der Sonne sitzen kann, statt in der Strickjacke noch zu frieren und schon einige kenne, weiß, wer was spielt und wie man taktisch klug an Mitmusiker zum Blattspielen kommt, jetzt dürfte das Wochenende auch ruhig noch 10 Tage länger gehen 🙂

Das Kammermusikvergnügen gibt es übrigens für etwas mehr als 200 Euro inklusive schlichter Unterbringung und gut und reichlich Essen, da kann man nicht meckern.

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Schmerzen

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Uff….. irgendwann vor Wochen habe ich  auf 3sat aus der Reihe Giganten eine Folge über Beethoven aufgenommen. Mir war die Serie an sich nicht bekannt und ich habe auch in der Beschreibung gelesen, dass Beethoven von Uwe Ochsenknecht gespielt wird. Und dennoch konnte mich nichts auf diesen Schreck vorbereiten….. für mich geht das gar nicht. Ochsenknecht als Beethoven. Passt nicht, geht nicht, überzeugt nicht…… aua…..

Ich finde generell diese Architektur von Sendungen, in denen Filmbeiträge von Meinungen irgendwelcher Promis unterbrochen werden eher fragwürdig und oft nervig. In diesem Fall sprechen die Mutter, Masur, ein Pharmakologe (Namen vergessen, sprach über Schriftbild Beethovens) und Klaus Maria Brandauer? Warum denn der? Fachleute mag ich schon hören, aber was macht Brandauer zum Beethoven-Fachmann?

Und Ochsenknecht nimmt man einfach die Granteligkeit nicht ab, den Unmut, die Schwere, das Leid, das Außenseitertum. Schlechtes Casting…..

Widersprecht mir, wenn Ihr es gesehen und es Euch gefallen hat…. ich bin verwundert. Besser ein unbekanntes Gesicht für so eine Rolle.

Gestern war der 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen. Und gestern war Pahud in der Kölner Philharmonie und zwar zusammen mit der Kammerakademie Potsdam und Trevor Pinnock. Das ist exakt die Besetzung, die auf der aktuell so heftig beworbenen neuen CD Flötenkönig zu hören ist.

Das Programm des Abends war denn auch eine Hommage an den musikalischen Hof Friedrichs, zu hören waren Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Franz Benda und Johann Joachim Quantz. Eingerahmt wurde dieses Sanssouci-Programm durch zwei Werke von Haydn.

Die Stückauswahl hatte uns ein bisschen verwundert, hätte es doch nahe gelegen, an seinem Ehrentag auch ein Werk des Königs erklingen zu lassen. Aber schließlich kam es auch so, denn die Zugabe Pahuds war der dritte Satz aus Friedrichs C-Dur-Konzert.

Die Philharmonie war, wie nicht anders zu erwarten, recht gut gefüllt. Das Publikum war eine interessante Mischung des üblichen dem Rentenalter nahen Konzertpublikums, einiger Schulklassen (vermute ich) und nach meiner Einschätzung einer nennenswerten Anzahl Flöte spielender Teenager, Frauen, Kinder, Männer.  Spürbar wurde die Mischung mit offensichtlich größeren Anteilen wenig Konzert erfahrener Besucher, als bei beinahe jedem Werk zwischen den Sätzen geklatscht wurde.

Nun kenne ich von anderen die Meinung, dass es doch egal sei, dass man klatschen soll, wenn einem etwas gefällt.  Ich bin da anderer Ansicht und zwar deswegen, weil man deutlich spüren kann, wie sehr das Klatschen zwischen den Sätzen die Musiker irritiert, es unterbricht den Fluss der Musik, den Spannungsbogen zwischen den Sätzen. Die Sätze sind schließlich durch einen inneren Zusammenhang verbunden. Es wäre also wirklich schön, wenn das Publikum dieses Konzentrationsbedürfnis, die Empfindung der Musiker, ein zusammengehörendes Werk aufzuführen, berücksichtigen würde. Mehr noch, als Hörer sollte man sich selbst darauf einlassen. Das kennt jeder, der öfter klassische Musik hört. Am Ende eines Satzes erwartet man bereits den Klang des Anfangs des nächsten. Ich möchte das mal mit einem guten Essen vergleichen. Ein gutes Gericht ergibt sich aus der Mischung der einzelnen Geschmacksrichtungen. Ein leckeres Stück Fleisch, etwas Gemüse, eine Soße. Man schiebt alles nacheinander in den Mund und genießt den Geschmack jedes einzelnen, woraus sich ein wunderbares Ganzes entwickelt. So ist es auch bei mehrsätzigen Werken, bei denen beispielsweise ein fröhlicher erster Satz in schnellem Tempo auf einen melancholischen langsamen folgt und dann vielleicht von einem furiosen Finale gefolgt wird. So stellt sich ein Gleichgewicht ein, die verschiedensten Bedürfnisse werden befriedigt, verschiedene Gefühle angesprochen. Der Applaus dazwischen kann den Genuss nur reduzieren. Was er im übrigen auch gestern tat, leider.

Zurück zum gestrigen Abend. Das Orchester spielte im Stehen. Ein zunächst sehr ungewohnter Anblick. Der Abend zeigte aber, wie viel Dynamik sich aus dem stehend Spielen ergab. Wenn ich recht gezählt habe, standen da 10 Geiger, drei Bratschen, zwei Kontrabassisten und je nach Werk zwei Flötistinnen, zwei Oboisten,  zwei Fagottisten, zwei Trompeter und zwei Hornisten. Und je nach Charaktertyp  und Musik standen sie eben nicht, sondern tanzten beinahe. Insbesondere der junge Konzertmeister lebte diese Musik, er animierte seine Mitmusiker, sprang sie teilweise geradezu an.

Ein frappierendes Beispiel waren die Synkopen der ersten Geige gleich zu Beginn des ersten Satzes der Sinfonia von Carl Philipp Emanuel Bach. Die Synkopen waren eine Provokation an den Rest des Orchesters. Und der Konzertmeister trat auf die anderen zu wie ein Grundschulkind, das immer wieder einen Schritt nach vorne tut, um den anderen ein „Ätschbätsch“ zu zu werfen. Foppen nennt man so etwas. Es war eine wahre Freude ihm zuzusehen und zuzuhören. Das Zusammenspiel profitierte ungemein von diesem stehend Spielen, das ein ganz eigenes Schwingen erzeugte.

Bemerkenswert war auch der Einsatz von Naturhörnern und -trompeten. Ein sehr feiner Klang. Ich habe nicht ganz verstanden, warum das Blech auf solchen „alten“ Instrumenten spielte, das Holz aber auf modernen.

Vor dem Orchester stand Trevor Pinnock am Cembalo. Im Programm wurde er als Dirigent bezeichnet. Dirigiert hat er aber ausgesprochen wenig. Er hat musiziert und wenn das Cembalo nichts zu tun hatte, legte er seine Hände links und rechts auf dem Cembalo ab. Er war mehr wie ein weiterer Kristallisationspunkt für die anderen, neben dem des Konzertmeisters (der in der Tat manchmal mehr Einfluss zu haben schien als Pinnock).

Nun zum erwarteten Hauptakteur des Abends, Emmanuel Pahud. Auftritt im Smoking (Jacke und Hose) mit schwarzem T-Shirt. Der gewohnt federnde Schritt auf die Bühne, Spiel von Noten und auch hier, das mir von ihm schon wohl bekannte Tänzeln. Weniger bekannt war mir aus anderen Konzerten das „Taktschlagen“ mit dem Fuss, das vielleicht gar keines war. Es ergab sich teils aus den „Tanzschritten“, teils wirkte es wie ein ungeduldiges Anmahnen, schneller zu spielen.  Jede lange Phrase war frühzeitig am Atemholen mit weit geöffnetem Mund zu erkennen. Insgesamt zeichnet sich Pahuds Spiel immer wieder durch eine ausgeprägte Körperlichkeit, ein Spiel mit dem ganzen Körper, unter vollem Einsatz und mit einer sichtbaren elastischen Körperspannung, der eines Balletttänzers vergleichbar, aus.

Gleich der Beginn des ersten Flötenkonzertes, Quantz G-Dur, offenbarte den unglaublichen Ton in der Tiefe. Ein eindrucksvoller Einstieg des Solisten. Dieses Konzert war eines der ersten, die ich auf Schallplatte hatte (die LP hieß: Flötenkonzert auf Sanssouci) und zu dem ich mir auch die Noten besorgte und versuchte, mit der Aufnahme mitzuspielen. Im gestrigen Konzert wurde mir erst bewusst, wie tief sich diese Musik in mein Gedächtnis eingegraben hatte. Jede zusätzliche Verzierung Pahuds liess mich aufschrecken. Gleichzeitig erschien mir aus dem Gedächtnis die Musik gestern viel leichtfüssiger, tänzerischer und eleganter.

Pinnock schien den ganzen Abend über die Intention und Agogik des Solisten geradezu zu wittern. Pahud flirtete mit dem Orchester, man beflügelte sich wechselseitig, kurz: es war ein Genuss.

„Empfindsamer Stil“. Das war zu sehen und zu hören. Lebendige Musik, vielleicht beschreibt das den Abend am besten. Ein Genuss, der nur durch meine hartnäckige Erkältung und die Notwendigkeit unablässig Hustenbonbons zu lutschen und das wie oft in Köln nach der Uhr aufbrechende Publikum, das bereits zehn Minuten nach zehn mitten im Konzert in Scharen den Saal zu verlassen begann, getrübt wurde. Anschließend dann mit wund gelutschter Zunge nach Hause.

Volles Risiko ohne Airbag

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Dieses Konzert heute morgen war ein echtes kleines Ereignis. Glück hatte, wer noch rein kam, ohne vorher reserviert zu hatten. Ausverkauft bis auf den letzten Platz und noch darüber hinaus, es wurden zusätzliche Stühle an den Seiten aufgestellt.

Der helle freundliche Raum in der ServiceResidenz im Bensberger Schloss bot die perfekte Kulisse für ein wunderschönes Konzert. Sheila Arnold am Hammerklavier und Michael Faust auf einem Lot-Flöten-Nachbau (Böhmsystem) der Firma Brannen. Der im ersten Moment für den modernen Hörer ungewohnte, etwas leisere, sanftere Klang der beiden Instrumente wurde in kürzester Zeit zur Gewohnheit und harmonierte perfekt.

Auf dem Programm standen als bekannte Namen Schubert und Böhm, daneben der etwas unbekanntere Ferdinand Ries und der mir völlig neue Wilhelm Wilms. Beide in etwa Zeitgenossen Beethovens und beide aus der Region. Detaillierte Informationen zu Komponisten und Werken finden sich bei Dr. Wieners.

Der Vormittag begann gleich aufregend. Während der ersten Töne des Flötisten ertönte vom Klavier (das von meiner Position schwer einzusehen war) Geraschel. Es gab wohl Probleme beim Umblättern. Faust brach völlig souverän ab und man begann mit einem Lächeln von Neuem. Nach diesem ersten Programmpunkt wurde die Ursache offenbar, die junge Dame, die geblättert hatte, war spontan eingesprungen, da die Erstbesetzung für diesen schwierigen Job, nicht rechtzeitig eintraf (die Räumlichkeiten waren nicht von der Tiefgarage kommend wohl nicht so einfach zu finden). Natürlich gab es für diesen Ersthelfer-Einsatz auch den entsprechenden Applaus. Ich glaube, ich hätte mich das gar nicht getraut.

Beim dritten Programmpunkt setzte das Klavier an, der Flötist blickte etwas irritiert und schon nach kaum einem Takt wurde wiederum abgebrochen. Auf dem Pult lag das falsche Stück, wenn auch vom richtigen Komponisten. Zudem wurde der Solist an zwei, drei Stellen von kurzem Husten geplagt. Alles in allem also etwas erschwerte Bedingungen, die wohl manche weniger routinierte und professionelle Musiker aus dem Tritt hätten bringen können.

Nicht so bei diesem Duo, das das gemeinsame Spiel schlicht zu genießen schien. Musikalisch wurde geflirtet, dazwischen auch mit Blicken das Publikum in die Kommunikatione mit einbezogen. Der Solist sang Passagen des Klaviers stumm mit und lebte die Musik auch in Gestik und Mimik voll aus. Schauspiel und Entertainment eben so sehr, wie musikalische Meisterleistung.

Was sich aufgrund der überdurchschnittlichen Zahl von kleinen Pannen vielleicht nach einem etwas chaotischen Morgen anhört, war der reine Genuss. Beide Musiker brillierten mit technisch perfektem Spiel und musikalischem Ausdruck vom Feinsten. So drückte sich die Professionalität nicht alleine in der Perfektion aus, sondern vor allem in der Bereitschaft an die Grenzen zu gehen. Unfassbar leise, sehr laut, ins Unendliche gedehnte Schlussphrasen am Klavier, die einen den Atem anhalten ließen.  Das Wagnis verlangte gelegentlich Tribut, wenn die Flöte nicht auf Anhieb sondern erst durch Korrektur die Intonation erwischte, ein Ton nicht ansprach oder beide rhythmisch nicht 100%ig zusammen kamen. Diese Feinheiten störten jedoch zu keinem Zeitpunkt sondern trugen nur zu dem lebhaften Eindruck bei, der den Zuhörer Zeit und Raum vergessen lassen konnte. Ein Rundum-Genuß gekrönt durch die vom Solisten auswendig vorgetragenen Variationen über „Trockne Blumen“. Man fragt sich, ob ohne die offensichtliche Erkältung von Michael Faust, das ganze noch besser hätte werden können.

Vielen Dank! Da bin ich wirklich froh, dass ich mich aufraffen konnte, an einem Sonntag meinen Wecker zu stellen um mich in Richtung Bergisches zu bewegen.

Am Ende eines wirklichen langen Tages möchte ich kurz berichten, wie es war, beim Workshop für Musik-Kinesiologie der DGfF im Hochschen Konservatorium in Frankfurt.

Los ging es um 10 Uhr. Leider ohne mich…. eine Viertel Stunde zu spät und unausgeschlafen. Um sieben raus am Samstag, das war ziemlich heftig für meine Motivation. Glücklicherweise war ich trotz allem nicht die letzte.

Versammelt hatte sich ein bunt gemischtes Trüppchen von Schülern, Studierenden, Studierten und Hobbymusikern. Sogar eine Geigerin und Blockflötist gesellten sich dazu und gaben dem ganzen einen weniger „inzestuösen“ Geschmack. Alles in allem eine gute Mischung lauter sympathischer Menschen, die auch dazu führte, dass während des Tages keine Hemmungen oder peinliche Momente auftraten. Glück gehabt!

Vielleicht das wichtigste für so einen Ein-Tages-Workshop: die Dozentin, Britta Roscher. Ebenfalls eine sehr sympathische Erscheinung, die für den Kurs eine gute Mischung von Theorie und Praxis, einen aufmunternden und frischen Ton und die richtige Ansprache für die durchaus bunte Truppe fand. Auch hier also ein Glücksfall.

Der Kurs begann nach der gegenseitigen Vorstellung der bereits anwesenden Teilnehmer mit einer kurzen Einführung in die Geschichte der Kinesiologie. Dann ging es gleich ziemlich in die vollen. Ein paar Übungen, ein bisschen Erklärung und immer wieder Diskussion, Fragen etc.

Inhaltlich will ich nicht zu vieles aus dem Nähkästchen plaudern, schließlich wäre das auch so was wie eine Copyright-Verletzung. Nur in Kürze mein persönliches Fazit: die vielen Übungen für die Muskeln, die Durchblutung oder um das Hirn dazu zu bringen, seine beiden Hälften zu benutzen, fand ich durchweg überzeugend und interessant und will ich auch auf jeden Fall versuchen in meine Gewohnheiten mit einzubauen.

Zum Thema Noten „bemalen“ denke ich, bleibe ich für mich weiterhin bei meiner „Technik“, mir Stichworte einzutragen und Farben eher zum Hervorheben von Auszeichnungen (z. B. Dynamik) zu verwenden. Das liegt aber vor allem daran, dass ich sehr „wortorientiert“ bin und mir ein Wort irgendwie mehr sagt als ein Bild (denke ich jedenfalls). Für Schüler glaube ich, ist diese Technik wirklich interessant. Was ich auch probieren will, ist Transparenzpapier über die Noten zu legen. Ich glaube, Farben erzeugen Stimmungen. Allerdings denke ich, nur dann, wenn ich sie sehe und nicht, wenn ich darauf sitze (aber das ist ein Insider).

Besonders interessant ist die Übetechnik mit dem Überkreuzgehen und auch das in die Hocke gehen beim Spielen, dass hörbar das Einatmen verändert. Beides sehr interessant. Für ersteres werde ich das Wohnzimmer entrümpeln müssen und letzteres habe ich auch schon mal in einem anderen Buch gelesen… aber das macht die Anwendung ja eher noch interessanter.

Der Tag wurde abgerundet durch ein nettes und leckeres gemeinsames Mittagessen beim Italiener, interessante Mitteilnehmer und nette Gespräche. All das für 50 Euro, nicht zu verachten.

Ich würde sagen, wenn Wiesbaden nicht so weit wäre, wäre Britta Roscher auch eine interessante Alternative sowohl für Flötenunterricht als auch für Kinesiologie-Stunden. Aber von Köln ist das leider ein wenig weit.

Wer näher dran ist, erfährt weit mehr auf der Homepage www.brittaroscher.de. Übrigens ist sie auch Mitglied des Flötenquartetts verquer. Eine Intensiveinheit, Flöte, Ensemble und Kinesiologie in Italien wäre eine weitere Möglichkeit: vom 11.- bis 16.6.2011 in Italien. Alle Infos dazu beim Veranstalter Cinqueterre Urlaub.

Ein rundum schöner Tag also, aber müde bin ich jetzt trotzdem.

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