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Vergangenes Wochenende war es so weit. An der Hochschule für Musik Mainz startete das „Mainzer Flötenfestival“, organisiert von Flutissimo. Beim Start der Anmeldephase vor ca. einem halben Jahr überraschte (und erfreute) schon mal die Preisbildung. Konzerte, Instrumentenausstellung und Vorträge konnten kostenfrei besucht werden, die so genannte Bronze-Karte für Schnupper- und Kinderkurse zusätzlich konnte für Kinder bis 12 Jahre bereits für 30 Euro (ein Tag) bzw. 50 Euro für beide Tage erworben werden. Mit einer Silberkarte zu 60, respektive 90 Euro, die ich mir gegönnt habe, waren dann zusätzliche alle Workshops inbegriffen. Nicht schwer zu erraten: All inclusive verhieß die Goldkarte, das schloss dann auch aktiven oder passiven Besuch der Meisterkurse, Teilnahme an Professional-Workshops und das Probespieltraining ein und kostete 100 bzw. 150 Euro. Alles in allem durchaus erschwinglich und eine sehr familienfreundliche Preisstruktur.

Dies und das breite Kursangebot zeigten, was für Flutissimo seit ich sie kenne typisch ist: das Anliegen lautet „Flöte für alle“. Nicht die Profis stehen im Vordergrund sondern Amateure, Jugendliche und späte Anfänger werden ernst genommen und gefördert. Damit werden gerade für den erwachsenen Anfänger Lücken im Bildungsangebot geschlossen und viele Anregungen gegeben. Ein weiteres Charakteristikum für das Flutissimo-Angebot: die großen Flöten. Als vehementer Unterstützer jeder Art von Flötenorchester ermöglicht Flutissimo jedem Kursteilnehmer, Alt- oder Bassflöten kennenzulernen, indem man sich für einen Workshop einfach ein Instrument aus dem Bestand des „Ladens“ borgt. Das nenne ich hohes Vertrauen und Großzügigkeit.

So standen wir also zu zweit Samstag morgen noch vor Beginn der offiziellen Veranstaltung in Mainz auf der Matte, nachdem mein japanisches Navi die Führung verweigert hatte, da die Hochschule leider auf einem „nur eingeschränkt befahrbaren“ Universitätsgelände liegt, was dazu führt, dass die vertrauenserweckende Automarke, die mal mit einem rufenden Affen geworben hat, einfach 500 m Luftlinie vom Ziel verkünden lässt: „Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe Ihres Ziels, die Führung endet hier“. Danke fürs Gespräch…. was wäre ich nur ohne Smartphone.

Bei Ankunft vor Ort erhielt jeder Teilnehmer ein Batch mit Namen und Zugangsberechtigung in Form einer weißen, bronzenen, silbernen oder goldenen Karte hinter dem Namen. Dazu gab es eine Tüte mit Goodies vom Flutissimo-Bleistift über die aktuelle Ausgabe von „Flöte aktuell“ und ein komplettes Festivalprogramm bis hin zu einer Sammlung Prospekte. Auffallend bereits am frühen Morgen die Vielzahl freudig erregter Helferlein in schwarzen Flutissimo-Shirts und die ausführliche Beschilderung zu den unterschiedlichen Räumen der Veranstaltung. Daneben Stellwände mit Hochglanzfotos der Mitwirkenden Musiker (sehr erfreulich: Pianisten gleichberechtigt neben dem flötenden Volk). Im Innenhof und an einer improvisierten Theke die Verpflegungsmannschaft (sehr beruhigend, nachdem wir in Freiburg beinahe Hungers gestorben wären).

Da es für Konzerte und Workshops noch zu früh war, führte uns der erste Gang über die Flöten- und Notenmesse. In Mainz war diese erfreulicherweise in einem Raum untergebracht, so dass die Geräuschkulisse weniger intensiv war als beim Freiburger Festival. Die Ausstellung war auch deutlich kleiner, aber durchaus interessant besetzt. Auf der Notenseite hätte für mich etwas mehr Auswahl sein können, aber da bin ich wohl auch etwas eigen :).

Es zeigte sich schnell, dass die freudige Erregung der helfenden Hände während der zwei Tage kein bisschen nachließ oder gar einer leichten Gereiztheit wich. Nein, wo immer man mit auf den Veranstaltungsplan gesenktem Blick länger als eine Minute verweilte, wurde man gefragt, ob einem geholfen werden könne. In jedem Workshop-Raum waren helfende Hände versammelt, um Bestuhlung, Notenpulte und gegebenenfalls Leihinstrumente vorzubereiten, die Raumbeschriftung zu aktualisieren etc. Sehr durchdacht und komfortabel. Die einzige Verbesserung, die mir nachlaufend noch eingefallen ist, wäre, die raumweisen Spalten auf dem Veranstaltungsplan irgendwie zu beschriften (z. B. A, B, C) und auf den Wegweisern neben der für die Art der Veranstaltung kennzeichnenden Farben auch diese Beschriftungen auszuweisen.

Was wurde nun geboten? Beinahe alles, was einem zum Thema Querflöte einfällt. Workshops für Piccolo, für Alt- und Bassflöte, Zirkuläratmung, freie Atmung, körperliche Übungen zur Lockerung in Flöte und Fitness, Flöte im Blasorchester, ein Festival-Flötenorchester, Tango und Klezmer im Flötenorchester, Improvisation und erweiterte Spieltechniken, ein Vibratokurs, ein Kinderorchester, Fluteboxing, Haltung und Technik und Schnupperkurse für Kinder und für Erwachsene. Daneben Profikurse bei Gergely Ittzes (Multiphonics und Zirkularatmung) und Daniel Agi (Neue Musik), Meisterkurse mit Anne-Catherine Heinzmann, Dejan Gavric, Carlo Jans und Christina Fassbender. Probespieltraining mit Thomas von Lüdinghausen, zahlreiche Vorträge (teilweise gesponsert oder durchgeführt von Anbietern der Flötenmesse) zu Atmung, Flötenbau, Fingertechnik etc. Und natürlich ein permanent parallel laufendes Konzertprogramm.

Besonders erfreulich bei letzterem: Vor der Tür wurde dafür gesorgt, dass nur zwischen den Stücken zu- und abströmender Verkehr möglich war und keiner an  die Tür klopfte (leidvoll erfahren ebenfalls in Freiburg). Auch die Verzögerungen im Konzertprogramm waren marginal, so dass der Plan eigentlich nicht wesentlich verlassen wurde und jeder tatsächlich die Konzerte besuchen konnte, die er hören wollte. Verschiebungen gab es schon eher im Workshop-Ablauf, da der eine oder andere Dozent in seiner Begeisterung schon heftig überzog (ich habe von 45 Minuten gehört).

Auf dem Konzertprogramm stand eigentlich fast ausschließlich die Besetzung Flöte und Klavier mit eingeschobenen Solowerken für Flöte, dazu zwei Flötenquartette (das Mainzer und VerQuer) sowie das Abschlusskonzert des Ehepaars Lüdinghausen mit Harfe (sehr schöne Kombination, die man eigentlich viel zu selten hört/sieht). Wünschenswert wäre an dieser Stelle noch etwas mehr Bandbreite, auch um exotischere Besetzungen wie beispielsweise Flöte, Klarinette und Klavier oder Flöte mit Percussion bekannter zu machen. Natürlich ist das nochmal ein größerer Organisations- (und Überredungs- oder Gagen-)aufwand.

Ich hatte folgende Workshops gebucht: Zirkuläratmung, Improvisation und erweiterte Spieltechniken, Freier Atem – freier Ton, Piccolo Basics und Alt- und Bassquerflöte für Fortgeschrittene.

Zirkuläratmung bei Krzysztof Kazcka, den ich ja schon kannte, war höchst unterhaltsam und auch sehr informativ. Natürlich lernt man das nicht aus dem Stand in einer Stunde. Aber wir haben erfahren, worum es geht, wie es gehen könnte und wie man das üben sollte. Ich gestehe, mir ist das vermutlich zu viel Arbeit, als dass ich mich jetzt konsequent daran geben würde.

Freier Atem – freier Ton bei Gordana Crnkovic konnte ebenfalls nur einen kurzen Einblick in die Prinzipien einer entspannten und effektiven Atmung geben, da es hier vor allem darum gehen muss, „schlechte“ Gewohnheiten umzulernen…. ein langwieriger Prozess. Zudem ist Atmung naturgemäß etwas sehr persönliches und individuelles und bedarf einer ebenso persönlichen Betreuung durch einen entsprechen geschulten Coach. Aber auch hier bot der Workshop einen guten Startpunkt.

Improvisation und erweiterte Spieltechniken behandelte vor allem letzteres und traf damit nicht ganz meine Erwartungen. Wir erzeugten Zisch- und Popplaute auf der Flöte mit und ohne Kopfstück, versuchten ein Alphabet ins Rohr zu sprechen oder zu spielen und spielten am Ende gar unsere Namen auf diese Weise. Bei der Kursleiterin Ulrike Lentz war das alles recht klangvoll, ich habe kaum einen hörbaren Klang erzeugen können, da ich es schwer fand, in so kurzer Zeit Winkel und Position der Flöte zu finden, so dass eine gute Resonanz möglich ist. Für mich vielleicht der „schwächste“ Kurs meiner Buchungen, da ich einfach etwas anderes erwartet hatte.

Die beiden Kurse am Sonntag, Piccolo bei Udo Mertens und Alt- und Bassflöte bei Ramón Lazzaroni, standen dann unter ganz anderen Vorzeichen. Hier wurde aktiv gespielt und das nicht zu wenig. Es gab Praxistipps und Hinweise zum Umgang mit dem jeweiligen Instrument, die wirklich die jeweiligen Eigenheiten handhabbar machen. Es ist ein Trugschluss, anzunehmen, Piccolo sei einfach eine kleinere und die Alt- und Bassflöte eine größere Querflöte. Beide benötigen für ihre tatsächliche Beherrschung Techniken und Denkweisen, die von den Reflexen des Konzertflötisten abweichen. Und in beiden Fällen konnten die Kursleiter wesentliche Impulse geben, gingen auf den Stand der Teilnehmer sehr individuell ein und lieferten sogar Literaturtipps oder gar Putzlappen. Ganz Praxisbezogen und wirklich sehr anregend. Ich war und bin sehr begeistert.

Zwischen den Kursen habe ich sonst nur Konzerte besucht, für mehr war einfach keine Zeit. Gleich zur Eröffnung gab es das Mainzer Flötenquartett mit Dubois, Bozza und zweimal Mendelssohn. Es folgte Seya Ueno, von dem ich nur die abschließende Mignon-Fantasie hörte und dann einer meiner Favoriten: Gergely Ittzes mit CPE Bach, Doppler und einem eigenen Solowerk. Die ersten beiden komplett auswendig, Bach mit Holzkopf.  Die Eigenkomposition mit Multiphonics und sonstigen neuen Spieltechniken war inspiriert von indischer Musik und durch den Komponist/Interpreten kurz erläutert. Wie von den Aufnahmen und aus Freiburg gewohnt: das Konzert fesselte von der ersten Minute. Hier erzählt jemand wirklich Geschichten…. wunderbar.

Die nächsten Konzerte hörte ich erst am Abend: Esti Rofé-Zisu und Dejan Gavric. Beide begleitet von Manami Sano, die kurzfristig wegen Erkrankung der vorgesehenen Pianistin einspringen musste und das Programm mit Morlacchi, Debussy, Rodrigo, Dvorak, Mozart und Taffanel bravourös meisterte. Wenig überraschend, wenn man sie wie ich aus Düsseldorf und Georgsmarienhütte kennt…. schön, wieder einmal zusammen zu treffen.

Der Sonntag brachte für mich nur das Abschlusskonzert unter dem Titel „Frankophonie“ mit einer Version des Faun für Flöte und Harfe, eingebettet zwischen mittelalterliche Tänze von Lauber (den ich ohnehin sehr schätze) und ein spannendes Werk neuer Musik von Bernard Andrés, seines Zeichens Harfenist, was man an den eingesetzten Spieltechniken bei der Harfe merken konnte. Sehr spannend und kurzweilig. Ein sehr würdiger Abschluss für ein tolles Wochenende.

Alle Konzertbesuche zusammenfassend scheint es einen flötistischen Trend zur technischen Perfektion zu geben, der einen immer glatteren  und kräftigeren Ton und unfassbare Technik bedeutet, gleichmäßig über alle Lagen und Dynamikstufen. Absolut makellos und atemberaubend, für mich aber leider wenig anrührend. Ich kann das schwer erfassen oder gar in Worte verpacken, aber irgendwie vermisste ich gerade bei den jüngeren Flötisten das Mitgenommenwerden, vielleicht ein bisschen mehr Risiko oder Spielfreude, ein bisschen weniger Perfektion und dafür ein wenig mehr Farben. Weniger Power und mehr Gefühl? Wie gesagt, mir fehlen die Worte und ich bin wohl noch immer durch Flötenspiel a la Graf oder Nicolet geprägt. Gerade in dieser Hinsicht fand ich  insbesonders Ittzes und Gavric aus den von mir gehörten herausragend.

Hinsichtlich der Programme würde ich mir auch hier noch mehr unbekannteres wünschen, weniger Virtuosentum des 19. Jahrhunderts, weniger sich präsentieren als Vorstellung besonderer Werke (die vereinzelt gab und auch in speziellen Programmen).

Wenn ich wetten sollte, würde ich sagen, das war nicht das letzte Mal, dass wir so ein Festival in Organisation von Flutissimo erlebt haben…… Und wenn ich Recht behalten sollte, würde ich nächstes Mal vermutlich meinen Mut zusammen nehmen und auch einen Professional Kurs buchen und mal einen Meisterkurs (passiv) besuchen….. besser wäre noch, sich rechtzeitig klonen zu lassen, um auch Vorträge und Konzerte komplett mitnehmen zu können :)

Bis dahin aber bleibt uns nur ein großes Dankeschön zu sagen an alle, die hier viel, viel Zeit und Kraft investiert haben (ganz besonders natürlich an Bernd, Herz und Kopf des Ganzen). Erholt Euch alle Gut und behaltet euren Enthusiasmus!

Passend zum Urlaub hier eine Menge internationaler Kurse und Konzerte. Dafür also ist Facebook wirklich ganz gut zu gebrauchen:

  • Am 5. Juli 2014um 17.30 Uhr  feiert das Trio d’Argent (3 Querflöten: François Daudin Clavaud, Michel Boizot und Xavier Saint-Bonne) im Le Triton in Les Lilas sein 30-jähriges Bestehen. Der Eintritt kostet zwischen 8 und 20 Euro.
  • In San Gemini (Terni) findet am 14. Juli 2014 ein Meisterkurs mit der Dozentin Monica Finco statt. Das Flötenorchester wird von Katalin Gajdos geleitet. Alle Informationen sind auf www.acart.it zu finden.
  • Ebenfalls in Italien, diesmal in Masera steigt vom 18.-20. Juli zum sechsten Mal der Jazz Flute Summer Workshop. Die Dozenten sind Michele Gori und Stefano Benini. Eine Teilnahme an allen drei Tagen kostet 150 Euro, es sind auch kürzere Dauern buchbar. Alle Infos sowie die Anmeldung unter info@jazzflutemusic.net.
  • Ein spezielles Piccolo Camp kann man in Italien auch besuchen. Vom 22. bis 24. Juli 2014 lehren Nicola Mazzanti & Matjaz Debeljak in Grado. Infos und/oder Buchung unter ottavinopiccolo20@hotmail.com.
  • Vom 25. Juli bis 3. August 2014 findet in in Diekirch (Luxemburg) das 26. Forum für Flöte und Klavier statt. Organisiert wird das Ganze von Carlo Jans, der auch unterrichtet. Weitere Mitwirkende sind die Flötisten Davide Formisano, Gaby Pas-Van Riet, Wally Hase, Alan Weiss, Qiling Chen, Sanqing Chen, Sergej Tikhonov und Piccolist Peter Verhoyen, am Cembalo Ewa Rzetecka, die Klavierbegleiter Cordula Hacke, Katrin Reifenrath, Michael Zieschang und Klavier-Professor Daniel Blumenthal. Als Aussteller werden Adams European Flute Centre, Mancke Flutes, Haynes Flutes und Parmenon Flutes vor Ort sein. Anmeldungen sind noch die nächsten 20 Tage im Internet möglich.

Dieses Wochenende, 10. und 11. Mai 2014 finden an der Musikhochschule Würzburg die Flute Days 2014 statt. Geboten werden Meisterklassen, Konzerte, Workshops und ein Flötenorchester. Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Flöte e.V. und die Musikhochschule Würzburg.

An der Musikhochschule Rostock gibt es am Montag Abend, 12. Mai 2014, ab 17 Uhr ein Flötenvorspiel. Der Eintritt ist frei.

Im Konzertsaal der Hochschule für Musik in Saarbrücken spielen am 18. Mai 2014 um 18 Uhr Grigory Mordashov (Flöte) und Grigor Asmaryan (Klavier) Werke von C. Ph. E. Bach, Sancan, Taffanel und Prokofiew.

Flutissimo und Hochschule für Musik in Mainz veranstalten am 11. und 12. Oktober 2014 das erste Mainzer Flötenfestival. Auch hier gibt es Meisterkurse, Konzerte und Workshops, dazu aber auch Kinderkurse und eine große Instrumenten- und Notenausstellung.

Vergangenes Wochenende war es so weit. Das Adams Flute Centre lud wieder mal zum Flötenfestival in Ittervoort, kurz hinter Roermond. Vor drei Jahren war ich schon mal da und habe auch hier davon berichtet. Das Festival war angekündigt mit Instrumentenausstellung, Konzerten, Meisterkursen und Workshops. Um den voraussichtlich sehr überfüllten Samstag zu vermeiden und weil ich nicht zum großen Gast-Star James Galway wollte, nahm ich mir also für Freitag einen Tag frei.

Bei der Anmeldung empfand ich die Seiten mit dem Programm und der Anmeldung als sehr unübersichtlich. Ich interessierte mich besonders für die Masterclasses bei Natalia Gerakis und Anne-Catherine Heinzmann als Zuhörer und für den Workshop von Camilla Hoitenga. Über die entsprechenden Online-Formulare meldete ich mich also an und da die Meisterklassen von morgens bis nachmittags eingetragen waren,  wies ich darauf hin, dass die Buchungen nur gälten, wenn es möglich wäre, nach dem Workshop den Raum zu wechseln. Das Geld wurde direkt über Kreditkarte einbehalten, eine Antwort auf die Frage, ob ein Wechsel möglich wäre, habe ich leider nie erhalten. Die Buchungsbestätigung enthielt den Hinweis, dass genauere Angaben per Mail folgen würden.

Etwa eine Woche vor dem 4.4. kam dann tatsächlich eine Mail, dass man sich spätestens eine halbe Stunde vor der aktiven Teilnahme (der Workshop) im OG beim Festival-Sekretariat anmelden solle. Leider enthielt das Mail keine weiteren Angaben zur Möglichkeit, in die Meisterkurse mit Verspätung reinzugehen oder zu der Frage, wie der Workshop ablaufen würde.

Am Freitag morgen zeigte sich dann an besagtem Sekretariat (einem Tisch mit zwei jungen Herren direkt am Kopf der Treppe) eine lange Schlange. Die Ursache? Man hatte anscheinend die Batches für Freitag nicht oder fehlerhaft ausgedruckt und musste nun nochmals drucken und laminieren. Die angekündigte Instrumenten-, Noten- und CD-Ausstellung war noch reichlich unbesetzt, schwierig also, die Wartezeit irgendwie halbwegs spannend zu verbringen. Als die Anmeldung dann lief, erhielt ich ein Namensschild zum Umhängen mit meinem Namen und den gebuchten Kursen. Ohne einen Hinweis auf das wie und wann. War mittlerweile auch egal, ich hatte erfahren, dass Gerakis und Heinzmann  gar nicht anwesend waren, da deren Kurse zu schlecht gebucht waren. Gesagt hat mir das bei der Anmeldung keiner, erfahren habe ich es von Camilla. Von anderen Workshop-Teilnehmern hörte ich, dass man andere Kurse besuchen sollte. Viel war da ja nicht mehr zur Wahl, da der Vormittag mit dem Workshop belegt war…. naja. Schön wäre eigentlich, wenn der Veranstalter die angemeldeten Teilnehmer (aktiv und passiv) über derartige Ausfälle von sich aus informieren würde. Streng genommen würde ich die Möglichkeit erwarten, mein Geld zurückzubekommen.

Erstes Fazit also: total schlecht organisiert, kein Service für diejenigen, die etwas gebucht haben und eine nicht nachvollziehbare Preisstruktur (warum nimmt man von Zuhörern 5 Euro? Zumal wenn die Teilnahme überhaupt nicht kontrolliert wird?). Alles sehr eigenartig.

Die Ausstellung enthielt die üblichen Verdächtigen: Mancke-Köpfe, Kingma-Flöten, Haynes, Pearl, Powell, die Edition Kossack, der nette kleine niederländische Notenladen, der letztes mal auch da war und….. eine Reihe leere Tische, weil wohl auch einige Aussteller lieber erst Samstag kommen wollten (darauf wurde man bei der Anmeldung aber auch nicht hingewiesen).

Die perfekte Entschädigung für diese kleineren Unbillen war mein Workshop. Quarter Notes…. auf Basis meines schlechten Englisch hatte ich irgendwas in Sachen Vierteltöne erwartet, war zuvor aber schon von Camilla aufgeklärt worden, dass es um Viertelnoten ging…. Viertel im Wandel der Zeiten sozusagen. Freitag morgen machte sie aus dem Workshop einen kleinen Meisterkurs. Ich durfte ein Stück Schubert spielen, wobei ich von der angenehmen Atmosphäre profitierte. Normalerweise traue ich mich gar nicht an solchen Veranstaltungen aktiv teilzunehmen. Diesmal waren wenig Studenten anwesend, was mir die Sache sehr erleichterte.

Thema des Workshops waren also Viertelnoten als beispielhafte Größe für Stilfragen sozusagen. Die Frage also, ob bei einem Stück eine Note von Anfang bis Ende in voller Lautstärke zu spielen wäre oder aber abphrasiert werden sollte, welche Gestaltungsspielräume in den verschiedenen Epochen und bei den verschiedenen Komponisten bestehen und wie viel Kenntnis der Entstehungsgeschichte eines Werkes und der Biographie des Komponisten erforderlich sind, um die richtigen Entscheidungen in Sachen Gestaltung zu treffen. Sehr komplex, sehr spannend und sehr anschaulich vorgetragen.

Nach mir spielte dann die einzige Studentin des Tages. Sie war extra aus Luzern angereist, um aus berufenem Mund mehr Informationen zur Ausführung von zwei Werken von Kaija Saariaho zu erhalten. Für mich war es die erste Berührung mit deren Musik, zuvor kannte ich nur den Namen. Wir hatten das Glück, während der Erläuterungen auch die Partitur vor uns sehen zu können und ich war total beeindruckt. Da war so viel neues zu lesen und es gab so viele Anweisungen und Symbole, dass ich gar nicht wüsste, wie man das üben sollte. An für mich völlig neuen Techniken sind insbesondere der Doppeltriller, notiert als zwei Schlangenlinien übereinander, und das Spielen und gleichzeitige Sprechen hängen geblieben. Der Doppeltriller wird übrigens ausgeführt, indem man mit Zeige- und Mittelfinger abwechselnd auf eine Klappe trommelt, statt diese wie im normalen Triller mit einem Finger zu öffnen und wieder zu schließen. Das klingt echt witzig und ist glaube ich gar nicht einfach….

Der Workshop war also wirklich spannend und darum habe ich dann nachmittags einfach auch gleich Ihre Masterclass besucht. Da gab es noch mehr Saariaho von der Luzernerin und anschließend habe ich sie dann zum Bahnhof gefahren, da der Shuttle-Service von Adams leider auch nicht so unproblematisch funktionierte, dass man sich für einen Anschluss darauf hätte verlassen wollen.

Als letzten Termin des Tages habe ich dann nach meiner Rückkehr noch das Konzert von Camilla Hoitenga und Cordula Hacke besucht. Der Saal ist eigentlich eine Blechhalle, vergleichbar mit dem Adams-Hauptgebäude. Von der Galerie der oberen Etage waren schwarze Moltons herabgehängt, in der Mitte des Raums stand eine Bühne aus mobilen Podesten, mit Lichtanlage, Werbung für den parallel ablaufenden Wettbewerb und einem tragischerweise bescheiden klingenden Flügel (Marke blechern scheppernd). Dank des vielen Stoffes (rund um die Bühne hing noch so ein Vorhang) war die Akustik mega ober super trocken.

Auf dem Programm standen American classics in Form eines mehrsätzigen Werks von Copland (Titel weiß ich leider nicht mehr), einige Lieder von Barber aus den 50ern, die aber klingen wie höchstens von 1920 (einfach traumhaft schön und meine Entdeckung des Tages) und zwei Valentines aus dem gleichzeitigen Heft von Carol Wincenc. Die Sammlung umfasst Werke, die befreundete Komponisten für die Flötistin geschrieben haben und auch hier konnte man echte Kleinode entdecken.

Während des Konzertes öffnete sich die Tür und James Galway lief mit seinem Gepäck quer durch den Saal. Witzig. Er war DER Flötist meiner Pubertät und nun habe ich ihn das erste mal live gesehen (wenn auch ohne Flöte).

Es war also sowohl ein ereignisreicher und auch interessanter Tag, dennoch würde ich nicht nochmal einen Freitag für meinen Besuch wählen…..

In Windeseile waren die ersten beiden Tage vergangen. Da es Samstag Abend eigentlich schon ein bisschen Sonntag morgen war, musste der tägliche Warm-up mit Jürgen Franz schon wieder dran glauben. Los ging es für uns erst um 11 Uhr mit der Masterclass bei Renate Armin-Greiss. Auf sie war ich schon besonders gespannt. Ein Interview in Flöte aktuell vor einigen Monaten und ein Besuch von ihr in Düsseldorf (öffentlicher Unterricht und ich hatte keine Zeit) hatten mich neugierig gemacht.

Auch bei Frau Armin-Greiss waren wieder drei Schüler auf der Tagesordnung. Die erste junge Frau war aus Serbien extra für das Festival angereist. Sie spielte die 24. Caprice von Paganini. Beim Anspielen des Stückes überzeugte sie mich sehr, das klang sehr individuell und gestaltet. Frau Armin-Greiss erläuterte zunächst einiges zum Stück. Da dies die 24. und letzte der Capricen ist, stellt sie eine Art Finale dar und fasst alle Einzelthemen der vorherigen Capricen zusammen. Außerdem wies sie darauf hin, dass das Original für Violine eine Oktav tiefer notiert ist. Frau Armin-Greiss empfahl eine italienische Ausgabe in Bearbeitung von Maha Luciata (konnte ich online nicht finden), die besonders nahe am Originaltext bleibt.

Als gute Übungsstücke zum Spannungsaufbau empfahl Frau Greiss-Armin die Passacaglia von Dohnanyi, les Folie d’Espagne von Marais und die Trocknen Blumen von Schubert. Außerdem hilft das Üben von Doppelklängen.

Die zweite Kandidatin spielte die Suite von Widor. Hier ginge es Frau Greiss-Armin vor allem um die Gestaltung der Bögen. Die Analyse der richtigen Atemstellen basierte hauptsächlich auf der harmonischen Entwicklung.

Als dritter Fall der Stunde trat ein junger Mann italienischer Herkunft vor das Publikum. Er spielte eine Andersen Etüde aus op. 15. Beim ersten Anspielen war ich irgendwo zwischen sprach- und fassungslos. Das war eher ein Maschinengewehr als eine Flöte. Null Melodie, null Zusammenhang, null Musik, dafür aber saumäßig schnell. Frau Greiss-Armin nahm ihn sanft aber beharrlich in die Mangel und versuchte im klar zu machen, dass das nicht das Ei des Kolumbus war. Sie wies darauf hin, dass die Metronom-Angaben fehlerhaft seien (viel zu schnell). Sie erzählte von ihren eigenen Erfahrungen mit dieser Etüde während des Studiums (Andersen op. 15 war die Bibel bei Nicolet). Wichtig war ihr die Zweistimmigkeit. Auch hier wurden die Atemstellen diskutiert, die sich wiederum nach dem harmonischen Verlauf richten sollten. Übrigens gibt es bei der Königlichen Dänischen Bibliothek kostenlos die Erstausgabe der Etüden zum Download.

Als Bild für die Aufgabe des Musikers beim Spielen führte Frau Greiss-Armin einen Bergführer an. Der Flötist muss den Weg kennen und ihn so vermitteln, dass der Zuhörer ihm folgen kann. Schönes Bild. Es war eine sehr interessante Stunde, obwohl der Plan von Frau Greiss-Armin ein ganz anderer gewesen war. Sie hatte eine Stunde zu Syrinx und Bilitis von Debussy geben wollen. Obwohl Frau Wentorf von der DGfF die Idee ganz toll gefunden hatte, war sie irgendwo in der Vorbereitung einfach verloren gegangen.

Als zweiter Punkt unserer persönlichen Tagesordnung hatten wir den Meisterkurs bei Karl-Heinz Schütz ausgesucht. Eigentlich sollte der im gleichen Raum stattfinden, war aber verlegt worden und wir huschten in den anderen Hörsaal und platzierten uns auf die Treppe. Aufgrund unseres Irrwegs hatte der Unterricht schon begonnen. Auf dem Pult stand die Freischütz-Fantasie von Taffanel. Herr Schütz sagte im wesentlichen das gleiche wie Frau Greiss-Armin. Er meinte, man müsse den Zuhörer an der „Nase“ packen, was faktisch  das gleiche war wie der Bergführer in der vorherigen Stunde. Die wesentlichen Aussagen zum Stück und zur Studentin war einmal, dass das Tempo durchlaufen muss („keine Privat-Tempi“). Als nächstes ging es ums Luftholen. Die junge Frau ließ die Flöte am Kinn und hob sozusagen den ganzen Kopf, um den Mund zu öffnen. Nun wurde geübt, einfach nur den Kiefer fallen zu lassen. Eigentlich logisch und dennoch nicht so leicht umzusetzen, wenn man es anders gewohnt ist.

Im Gegensatz zu allen bisherigen Meisterklassen hatte Herr Schütz nur zwei Leute zu versorgen. Als zweites kam die Martin Ballade. Die junge Frau spielte wunderschön, sehr musikalisch und ausdrucksvoll. Ein Problem waren allerdings ihre Noten, die Ausgabe war nicht blätter-tauglich. Da nach Aussage von Schütz zwei Notenständer erst für Werke nach 1945 angemessen sind, bot er sich an, zu blättern. Allerdings war er bald so versunken in ihr Spiel, dass er das Blättern vergaß. Auf den Wink mit den Augen flog er dann durch den halben Hörsaal. Zu komisch.

Schütz wies darauf hin,  dass Martin stilistisch zwischen Syrinx von Debussy und Density von Varese steht. Er erklärte außerdem , dass technisch schwierige Stellen in allen Tempi gespielt werden müssen. Das heißt, es ist nicht gut, wenn man ein Stück nur schnell kann und nicht auch langsamer, sonst geht es schief, wenn der Pianist mal langsamer spielt.

Alles in allem war auch dieser Meisterkurs sehr interessant. Schön war auch zu sehen, wie die jungen Damen Herrn Schütz anschmachteten (sah zumindest so aus). Zwei gut investierte Stunden waren das gleich zu Beginn des Tages.

Nach einer Mittagspause und einem weiteren Besuch auf der Ausstellung (noch mehr Noten und ein paar CDs, außerdem ein Piccolo-Kopf zum Testen von den Brüdern Mehnert). Ab ca. 14 Uhr saßen wir dann wieder im Konzertsaal.

Es folgten vier verschiedene Konzerte: Renate Greiss-Armin, Bülent Evcil, Robert Aitken und Peter-Lukas Graf. Jetzt kam doch noch der Debussy, der am Morgen zu kurz gekommen war. Syrinx fand ich ziemlich schnell, aber sonst sehr interessant. Frau Greiss-Armin hatte sich eine Begleiterin aus Karlsruhe mitgebracht. Das Konzert war kurz und spannend. Ich glaube, ich werde mal die Augen nach Meisterkursen bei dieser Frau aufhalten.

Der nächste Flötist, Bülent Evcil, war im Programm falsch geschrieben (Vor- und Nachname vertauscht, u statt ü). Er ist ein Schüler Galways und das war sehr gut zu hören. Sein Programm war relativ lang: Oblivion von Piazzolla (schön), Yunusun Mezarinda von Ekren Zeki Un, Sultani Yegah Sirto von Sadi Isilay (sehr schön), Kocekce – Dance Rhapsody von Dede Effendi, Karneval von Venedig von Briccialdi und eine Bearbeitung von drei türkischen Volksliedern, die der Flötist selbst zusammen mit Yusuf Yalcin arrangiert hatte.

Am Programm kann man schon sehen, dass es eigentlich eine Tür zur orientalischen Musik öffnen sollte, Werbung für die Musik seines Landes. Der Piazzolla und der Briccialdi fielen da eigentümlich raus. Herr Evcil spielte mit Cordula Hacke, der haus und Hof Begleiterin des DGfF. Irgendwie schien es anfangs, als könne der Flötist sie nicht leiden, oder sei schlecht auf sie zu sprechen (vielleicht wegen der Fehler im Programm?). Jedenfalls machte er einige ziemlich eigenartige Gesten, postierte sich im Rücken der Pianistin (obwohl die ihn bat, doch etwas nach vorn zu kommen). Das Zusammenspiel war zeitweise schwierig (kein Wunder, sie hatte ja keinen Rückspiegel) und er wirkte genervt und ungehalten. Sein Spiel war hoch virtuos, der Ton typisch Galway. irgendwie sprang der Funke allerdings nicht über, zum einen, da er wie ein Stockfisch auf der Bühne stand, zum anderen, da seine Negativ-Ausstrahlung bezüglich Frau Hacke keine Sympathisanten im Saal fand. Seltsamerweise wurde er sehr freundlich, fast herzlich nachdem das Programm durch war. Handkuss, Händeschütteln, Strahlen…. vielleicht war er nur nervös gewesen? Es war jedenfalls ein seltsames Konzert. Ich denke, ich werde irgendwann eine zweite Chance suchen, falls ich ihn mal wieder irgendwo hören kann.

Der nächste Programmpunkt, Robert Aitken, war für mich eines der Highlights des Festivals. Er ist einer der ganz großen Namen für mich, ich habe drei sehr interessante CDs mit ihm. Auch er ist schon über siebzig und gehört zur weissharigen Ehrenlegion der Flötisten (für mich jedenfalls). Auf dem Programm standen nur zwei Werke, beide sehr modern. Zunächst „An Idyll for the Misbegotten“ von George Crumb für Flöte und drei Schlagzeuger, dann „Ghosts and Gargoyles“ von Henry Brant. Dieses Werk ist für einen Solo-Flötisten (Aitken), Dirigent, Schlagzeug und acht weitere Flötisten (2 Piccoli, 2 Altflöten, 2 Bassflöten, 2 Flöten) geschrieben. Die verschiedenen Flötenduette sind dabei im Saal verteilt (darum auch der Dirigent). Das Oktett war besetzt mit Jan Junker, Linn Annett Erno, Hans-Udo Heinzmann, Shing-Ing Lin, Katarzyna Bury, Thomas von Lüdinghausen, Lars Asbjornsen und Jorn Schau.

Beide Stücke waren sehr eindrucksvoll und gut zu hören. Die Trommeln verschiedener Größe im ersten Werk passten perfekt zur Flöte (die in beiden Stücken abgenommen wurde, leider mit leichtem Obertonmangel). Im zweiten Stück kam Aitken spielend auf die Bühne, musste zwischen Flöte, Piccolo und Bassflöte wechseln und später auch spielend wieder von der Bühne gehen (erschwert durch sein leichtes Humpeln). Er war der erste Flötist, den ich gehört habe, bei dem all die modernen Spieltechniken (Singen und Spielen, Whistletöne, Multiphonics etc.) völlig selbstverständlich und natürlich in die Musik einflossen. Das war vielleicht das interessanteste und innovativste der Konzerte dieses Festivals (außer vielleicht Matthias Ziegler, der konnte da mithalten). Toll! und schön, dass Aitken extra über den Teich kam um hier zu sein.

Den Abschluss der gesamten Veranstaltung machte das Konzert von Peter-Lukas Graf. Auch er ist bereits 84 Jahre alt. Er spielte mit seiner Tochter am Klavier. Das Programm bestand aus der Sonate F-Dur KV 376 von Mozart, den 3 Romanzen von Schumann (im Original für Oboe) und der Martin Ballade. Die Gestalt von Herrn Graf, mit unverändert dichtem weißen Schopf auf dem Kopf und kerzengerader Haltung) beeindruckte schon bevor er zu spielen begann. Tonqualität und -volumen sind nicht mehr wie sie einmal waren. Das kann wohl auch gar nicht gehen. Die Technik war weiterhin unglaublich virtuos. Von Stück zu Stück wurde die Musik immer fließender. Zwischen den Stücken verließen die beiden nicht die Bühne (im Gegensatz zu den meisten anderen Musikern dieses Festivals). Als Zugabe gab es einen kompletten Satz Bach auswendig (wow). Es war ein Erlebnis, Herrn Graf, der einer der ersten Flötisten war, die ich in meiner Jugend kannte und von denen ich Platten hatte, auch in hohem Alter nochmals live zu erleben. Von der DGfF gab es einen Blumenstrauss, überreicht von Frau Wentorf.

Damit war das Festival zu Ende. Keine Abkündigung oder ähnliches, die Türen öffneten sich, die Leute gingen raus und redeten noch ein paar Worte. Die Ausstellung war praktisch schon vollständig abgebaut, die Räume wirkten verwahrlost. Irgendwie blieben alle Enden offen.

Wir hatten glücklicherweise noch eine Nacht im Hotel und einen Tag Urlaub gebucht und konnten so das Wochenende noch schön beim Abendessen und mit einer gemütlichen Heimfahrt ausklingen lassen.

Was ist nun das Fazit? Für mich war es ein schönes und erlebnisreiches Wochenende. Dennoch gibt es da Optimierungspotential. Ein Programm mit allen Raumangaben in handlichem Format (DIN A 4 Faltblatt oder so) wäre schön gewesen, Eine Vorankündigung der Stücke in den Meisterkursen im Internet wäre auch schön gewesen. Der erste Tag hätte besser etwas später beginnen können (oder viel früher, dann weiß man gleich, dass man am Tag zuvor anreisen muss). Ein Schlusswort im Abschlusskonzert, vielleicht zusammen mit der Verkündung des Gewinners des Ensemble-Wettbewerbs, wäre toll gewesen. Irgendwie habe ich ein Gemeinschaftsgefühl vermisst, das sicher durch Moderationen oder ähnliches hätte entstehen können. Eine gute Idee wäre auch gewesen, die Notenaussteller vor dem Konzertsaal zu postieren, so dass im Saal nicht so viel vom Ausprobieren zu hören gewesen wäre. Kleinigkeiten all das…..

Hier als Nachlieferung auch noch ein paar Bilder vom Festival (bei Konzerten und Kursen war Fotografieren verboten). Herzlichen Dank nach Viersen an die Fotografin Regine Jansen!

Am nächsten Morgen offenbarte sich der Preis für den ersten XXL-Flötentag. Meine Mitstreiterin wurde von einer Migräne-Attacke von Frühstück und Morgenveranstaltungen ferngehalten. Also machte ich mich alleine auf den kurzen Weg zur Musikhochschule. Der erste Termin in meiner Planung war der Meisterkurs von Davide Formisano um 10 Uhr. Auf dem Weg dahin traf ich unsere Begleiterin vom Vorabend und wir ergatterten uns gemeinsam zwei (schlechte) Plätze.

Formisano tauchte etwas zu früh auf (was ihn ehrt). Leider war da noch kein Klavierbegleiter da. Er informierte sich bei den Anwesenden erst mal über die Randbedingungen (wie viele und welche Studenten in der einen Stunde Zeit?). Die Eröffnung machte eine junge Frau mit den Trocknen Blumen von Schubert. In Ermangelung des Pianisten sang Formisano die wesentlichen Teile des Klavierparts (Hut ab). Bereits nach kürzester Zeit etablierte Formisano die drei Kernvokabeln der folgenden Stunde: Luftposition, Luftrichtung und Ansatz. Die letzteren beiden sind ja nicht unbedingt neu oder originell, den Begriff Luftposition kannte ich allerdings nicht. Formisano unterscheidet zwischen der Luftposition vorne, unmittelbar hinter den Lippen und derjenigen hinten (bei Formisano verdeutlicht durch einen Klaps aufs eigene Genick). Luft hinten heißt dann wohl auch offenen Hals und mehr Volumen.

 

Die Arbeit am Schubert drehte sich um die Vokale beim Spielen, welche die Klangfarbe beeinflussen, außerdem war viel die Rede von Stimmungen (das ist ein trauriges Stück). Formisano bestand auf Atemstellen erst alle vier Takte und empfahl, das Thema in Flageolett zu üben. Die notierten Akzente sah er eher relativiert und wollte an diesen Stellen nur einen „Vibratoschlag“, keinen harten Zungenstoß oder eine Dehnung. In den Variationen sollte Virtuosität vermieden werden, da diese nicht zur Stimmung des Werkes passt. Das Tempo muss in allen Variationen dem des Themas entsprechen, einzige Ausnahme ist die letzte, da steht auch Allegro dran. Dort schlägt er als Orientierung für die zu wählende Geschwindigkeit die französische Nationalhymne vor.

Die Erklärung während dieses ersten Drittels (das er deutlich überzog) wurden von sehr viel Vorspielen seinerseits ergänzt. Eigentliche spielte er mehr als er erklärte. Die gesprochenen Worte waren blumig und amüsant, das Gespielte gespickt von Zitaten aus der Orchester- und Sololiteratur (alle auswendig wiedergegeben). Insgesamt würde ich sagen, der Anteil der von der Schülerin gespielten Noten an den insgesamt in der Zeit erklungenen war höchstens 20%, den Rest gab er selbst zum besten.

Die zweite Kandidatin gab Poulenc zum besten. Auch hier war das Unterrichtsmuster sehr ähnlich, wir 

hörten sehr viel Formisano und sehr wenig von der jungen Frau. Ein wesentliches Thema war die Luft. Formisano berichtete von seiner Beobachtung, dass Schüler häufig bei hohen Tönen die Schultern hochziehen. Er meinte, Flöte spielen sei nicht ähnlich wie singen, es sei identisch, und er habe noch nie einen Tenor gesehen, der die Schultern hochzieht. Es müsse umgekehrt sein, die Schultern müssten runter, damit die Luft tief runter ginge, da ein hoher Ton eine lange Luftsäule benötigt. Das war sehr anschaulich und einleuchtend.

Der dritte im Bunde war ein alter Bekannter. Der junge Mann, der am Vortag bei Renggli bereits Prokofjew zum besten gegeben hatte, betrat mit einer Bach Sonate das Rund. Ich fand das ärgerlich. Sicher gab es für alle Meisterklassen viele Interessenten und ich hätte mir gewünscht, dass keiner doppelt dran kommt, sondern lieber mehr verschiedene eine Chance bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Doppelungen benötigt hat, weil sich nicht genug beworben hatten (aber vielleicht verschätze ich mich da auch).

Im ersten Durchgang gefiel mir der Bach des jungen Mannes gar nicht. Ich dachte an den Abend zuvor u

nd die Bach-Zugabe Formisanos und erwartete nicht viel. Ich hatte ihm Unrecht getan. Formisano arbeitete mit dem Schüler und die Musikalität wurde deutlich besser. Auch Formisanos heute Bach-Darbietungen gefielen mir sehr viel besser als am Vorabend. Auffällig war aber insbesondere, dass der Kandidat deutlich mehr spielen durfte als die beiden Mädels zuvor. Zufall?

Eigentlich hatte ich gleich im Anschluss den Meisterkurs von Quintessenz besuchen wollen. Komischerweise kam aber keiner, um Formisano beim Überziehen zu bremsen. Als er fertig war, kam ein junger Mann und baute eine riesige Subkontrabassflöte auf. Ich war also im falschen Raum. Jetzt rächte sich das Programm, in dem die Spalten des Terminplans nicht nach Räumen sondern nach Art der Veranstaltung sortiert waren und die Räume gar nicht angegeben wurden.

Die unfreiwillige Pause nutzte ich zum Geld ausgeben (Noten) und Wasser einkaufen (benachbarter Supermarkt). Ich versuchte außerdem, meine Migräne-geschädigte Begleitung zu erreichen und es stellte sich heraus, dass sie schon eine ganze Weile auf dem Festival war. Wir legten also eine gemeinsame Mittagspause ein und planten dein weiteren Verlauf des Tages.

Meine morgentliche Begleiterin machte sich auf zum nächsten Meisterkurs (Bouriakov), die Genesene u

nd ich dagegen suchten den Konzertsaal auf. Dort fand noch der Soundcheck für Matthias Ziegler statt. Eine gute Gelegenheit, ein wenig die Beine auszustrecken. Im Anschluss folgte der Programmpunkt, der uns hierher geführt hatte: Solokonzert von Gergely Ittzes. Er hatte am Vortag schon angekündigt, dass es da viel um Multiphonics gehen würden. Es gab eine Bach-Bearbeitung für Altflöte (sehr schön und sehr zweistimmig), ein Werk des mir zuvor unbekannten ungarischen Komponisten Laszlo Lajtha und dann drei eigene Kompositionen von Ittzes. Der Protagonist wirkte etwas schüchtern auf der Bühne. Angenehm fand ich auch hier wieder seine Ansagen. Störend waren dagegen die hartnäckigen Klopfer an der Saaltür, die offensichtlich des Lesens nicht fähig waren. Vermutlich hatte die erneute Verspätung im Saal daran Mitschuld, weil eigentlich ein Programmwechsel hätte stattfinden müssen. Aber ein denkender Mensch hätte wenigstens nur einmal geklopft und dann einfach gewartet. Ganz schön ärgerlich. Die Eigenkompositionen arbeiteten viel mit Multiphonics. Bei einem der Werke erklang dank Zirkularatmung ein andauernd

er Bordunton, um den sich die Flötenmelodie als Mutliphonic herumbewegte. Die dritte Nummer zeichnete sich durch den Groove aus. Alles in allem eine Freude, die dazu führte, dass ich mir die CD kaufen musste….

Den folgenden Shakuhachi-Spieler ließen wir ausfallen und suchten nochmal die Ausstellung auf. Ab ca.vier Uhr ging es dann wieder in den abendlichen Konzertmarathon. Der nächste Programmpunkt war das Programm von Matthias Ziegler. Er spielte auf Altflöte, Kontrabass- und Subkontrabass (oder so ähnlich, jedenfalls alle sehr groß) mit elektronischer Abnahme. Das Besondere dabei ist, dass die Mikrophone in der Flöte platziert sind und damit die Nebengeräusche der Klappen und die Strömungsgeräusche der Luft verstärkt werden. Das erste Werk war der Flötenbauerin Eva Kingma, mit der er seit langem eng zusammenarbeitet, gewidmet und heißt Ave Kingma. Es folgten drei weitere Werke aus seiner Feder. Es war ganz erstaunlich, was Ziegler mit den für ihn modifizierten Instrumenten und der Abnahmetechnik an Klängen produzierte. Teilweise klang es wie ein Blubbern unter Wasser. Eine spannende Geschichte. Neue Musik, gut anzuhören und innovativ, wäre schön, ihn auch mal in Köln zu hören.

Als nächstes erschien Wally Hase, die eigentlich mit Harfe hätte auftreten sollen. Leider war die Harfenistin durch eine plötzlich Dienstplanänderung nicht verfügbar und Frau Hase hatte spontan auf ein Soloprogramm umgestellt. Da zeigt sich der Unterschied zwischen Profi und Amateur. Das Ersatzprogramm bestand aus zwei Werken von Flothuis (Aubade und Piccolo Suite). Ersteres war ein Geburtstagsgeschenk an einen Mitgefangenen im Lager Herzogenbusch. Als letztes Werk gab Frau Hase aus den Les Folies d’Espagne Thema und acht Variationen zum Besten. Es war zwar schade, dass das Duo nicht zustande kam, dennoch überzeugte das Soloprogramm sehr. Die Werke von Flothuis werde ich mir jedenfalls merken.

Es folgte ein ganz besonderes Trio. Zwei Flöten und Klavier, gespielt von Maxence Larrieu (stolze 79 Jahre alt) und sein ehemaliger Student Jürgen Franz, der inzwischen eine Professur in Hamburg hat. Die drei spielten eine Triosonate von Carl Philipp Emanuel Bach, ein Trio von Kuhlau und „La Sonnambula“ von Doppler. Es war einfach wunderschön anzusehen, wie Herr Franz seinen alten Lehrer anstrahlte und auf ihn zu achten schien. Auch wenn vielleicht die klangliche Qualität und das Volumen bei dem alten Herren nicht mehr mit dem seines jüngeren Kollegen mithalten konnte, so war doch Technik und Musikalität noch immer auf hohem Niveau. Satz für Satz konnte man zusehen, wie der alte Herr aufblühte und mehr und mehr mitging. Der Applaus war tosend und beim Abgang tätschelte Franz seinem alten Meister noch die Schulter. Ein sehr gefühlsbetonter Programmpunkt, der wieder einmal zeigte, wie eng das Schüler-Lehrer-Verhältnis in der Musik sein kann. Wunderbar. Der mir zuvor unbekannte Herr Franz hat sich damit bei mir gleich als großer Sympathieträger eingeführt.

Im folgenden kam die größte Besetzung des Tages auf die Bühne, die 14 Berliner Flötisten unter der musikalischen Leitung des Soloflötisten der Berliner Philharmoniker, Andreas Blau. Ein ganzes Orchester, rechts flankiert von der riesigen Subkontrabassflöte, in der Mitte sitzend mehrere Altflöten, umringt von Flöten und Piccoli (je nach Stück). Nachmittags hatten wir noch die Anreise beobachtet. Der ganze Haufen war anscheinend nur für dieses kurze Konzert angereist. Gespielt wurde dafür auch ein verhältnismäßig langes Programm, beginnend mit einer
Sinfonia von Friedrich dem Großen, gefolgt von der Gajaneh-Suite
von Chatschaturjan.

Bühnenaufbau für 14 Berliner Flötisten

Bühne vor den 14 Berliner Flötisten (Foto: Regine Jansen)

Die mehrsätzige Suite aus Bizets Carmen, eine Serenade von Richard Strauss, Scherzo aus dem Sommernachtstraum, zwei Tangos, der Hummelflug und Pink Panther rundeten das Programm ab. Den Schluss bildete ein musikalischer Scherz für Soloflöte und 13 Flaschen. Dieses Werk hätte man sich getrost sparen können. Faktisch diente es nur dazu, Herrn Blau ein solistisches Podium zu bilden. Die Flaschen war nicht einmal gestimmt, besonders witzig fand ich das nicht, es wirkte eher ein wenig dilettantisch. Im gesamten Programm musste man bei manchem schnellen Satz fürchten, dass der große Haufen auseinanderbricht. Ursache war vermutlich der Versuch des Leiters, das ganze noch zu beschleunigen, wobei vor allem die tiefen Register kaum folgen konnten, auch aufgrund der räumlichen Distanz vermutlich. Dabei mag auch die den Musikern vermutlich nicht vertraute Akustik eine Rolle gespielt haben. Insgesamt war es nett aber nicht so richtig begeisternd für mich.

In der folgenden Pause wurde der Saal geräumt, damit der Stimmer das Cembalo in Form bringen konnte. Vor den verschlossenen Türen versammelte sich praktisch die gesamte Besucherschaft des Festivals. Man kann sich denken, dass die Luft bald kaum noch Sauerstoff enthielt. Alle blieben in der Nähe der Saaltüren, um später auch wieder einen einigermaßen guten Platz zu ergattern.

Als die Türen sich endlich öffneten, strömten alle für den letzten Akt des Tages zurück in den Saal. Es folgte das Galakonzert zu Ehren von Auréle Nicolet. Dieser war auch an beiden Tagen schon mehrfach im Konzertsaal zu sehen gewesen.  Trotz der stolzen 87 Jahre ist er noch immer gut zu erkennen mit seinem weiterhin dichten weißen Haarschopf. Immer wieder wurde er von Bewunderern umringt, die sich insbesondere ein Foto mit oder von ihm wünschten. Dass er da nicht immer begeistert war, kann ich gut nachvollziehen.

Das Konzert wurde mit einer Begrüßung durch Felix Renggli eröffnet. Auch er ist einer der ehemaligen Schüler des alten Herrn. Er erklärte, dass Nicolet selbst die Stücke ausgewählt hatte, die nun von vielen verschiedenen Flötisten, zumeist auch ehemalige Schüler, zum besten gegeben werden sollten. Der im Programm angekündigte Kersten McCall aus Amsterdam allerdings war wegen eines Flugausfalls nicht nach Freiburg gekommen, was zu einer Programmumstellung führte. Sein Programmpunkt, (t)aire(e) von Holliger wurde von Renggli selbst übernommen.

Die Eröffnung, Triosonate c-moll von Bach, bestritt ebenfalls Renggli auf einer Holzflöte, Michael Behringer (Cembalo), Ekatchai Muskelrat (Cello) und Petra Müllejans (Violine). Es folgte das Trio für Flöte, Piccolo und Altflöte von Holliger (Felix Renggli, Jutta Pulcini und eine junge Dame aus Argentinien), eines der wunderschönen Duette von Wilhelm Friedemann Bach, gespielt von Karl-Heinz Schütz und seiner Lehrerin Eva Amsler (beide Nicolet-Schüler). Davide Formisano (ebenfalls Nicolet-Nachwuchs) gab mit dem am Vortag schon bewunderten Baumann die Sonate von Jolivet, dann Renggli wie angekündigt mit (t)air(e) von Holliger, Sabine Poyé Morel (keine Nicolet-Schülerin) spielte mit Ursula Holliger (Harfe) und Genevieve Strosser (Bratsche) eine Sonate von Debussy. Den Schlusspunkt bildeten Karl-Heinz Schütz und Laetitia Bounol mit der Boulez Sonatine.

Insgesamt hatte das ganze Programm ein unglaubliches Niveau. Der Debussy war traumhaft, alle Ensemble wirkten sehr gut aufeinander eingespielt, insbesondere das letzte Flöte-Klavier-Duo, bei dem Renggli umblätterte, wobei sich auch auf seinem Gesicht das Staunen über den pianistischen Einsatz und das Zusammenspiel der beiden abzeichnete. Trotz der im Vergleich zu den bisherigen Konzerten übergewichteten Neuen Musik, war im ganzen Saal eine derartige Spannung und Stille, wie ich es selten bei einem Konzert erlebt habe. In der ersten Reihe saßen direkt nebeneinander der Ehrengast Aurele Nicolet, Peter-Lukas Graf und Heinz Holliger. Letzterer stand nach Rengglis Soloauftritt auf, um ihm seine Anerkennung zu zollen, eine sympathische Geste.

Der Abend endete gegen 22 Uhr und alle verliefen sich allmählich. Im Gasthaus zum Löwen trafen sich dann einige wieder, es scheint das Haus in Freiburg zu sein, dessen Küche am längsten geöffnet hat.

Seltsamerweise erschien dieser Tag der kürzere im Vergleich zum Freitag, obwohl ja der Anreisetag theoretisch nur ein halber gewesen wäre.

Tag drei folgt in Kürze…..

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