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Atemlosigkeit

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Normalerweise bin ich relativ wenig nervös, wenn ich irgendwo spielen muss. Die Nervosität, die da ist, verschwindet dann auch in der Regel beim Spielen. An Heilig Abend war das leider ein bisschen anders. Ich habe mit dem Trio (Flöte – Klarinette und Klavier) zum ersten Mal wirklich ganz öffentlich gespielt. Im 18 Uhr Gottesdienst der evangelischen Kirche in Brauweiler haben wir eine Triosonate von Reinhard Keiser und die Sicilienne von Faure gespielt. Das Trio ist für mich die musikalisch fortgeschrittenste Besetzung in der ich derzeit spiele. Bei uns passt irgendwie alles gut zusammen und so können wir auf Augenhöhe entspannt miteinander musizieren, Dynamik, Agogik, Kommunikation, Intonation…. es klappt einfach. Ich glaube, das war auch der Grund dafür, übermäßig nervös zu sein. Ich wollte alles, wollte die Qualität aus der Probe auch öffentlich reproduzieren können. Das Ergebnis war ein dicker Klumpen an der Stelle, an der normalerweise das Zwerchfell sitzt. Tiefe Atmung ging einfach nicht und leider hat sich das auch während des ganzen Gottesdienstes nicht wirklich geändert.

Diese Erfahrung passte in einen Themenkomplex, der mich schon eine Weile beschäftigt. Atemlosigkeit, Tiefatmung, Luftführung… ein total wichtiges Thema beim Flöte spielen.

Ich hatte die letzten Jahre immer extrem das Gefühl, viel zu wenig Luft zu haben. Insbesondere auch nachdem ich vor ca. 5 Jahren meine neue Flöte gekauft habe. Ein anderer Schnitt des Mundlochs, ein dickwandigeres Instrument… man braucht mehr Luft für die gleiche Phrase. Ich war lange sehr unzufrieden. Im vergangenen Jahr hat sich das sehr gebessert, mittlerweile bin ich manchmal richtig stolz, wie weit ich mit einem Atem kommen kann und ich habe wieder viel mehr Spielraum für die musikalische Gestaltung. Wie kommt das?

Die Reichweite des Atems wird logischerweise hauptsächlich von zwei Faktoren beeinflusst: der Menge der verfügbaren Luft (Atemvolumen) und dem Verbrauch beim Spielen. Ich denke, bei mir hat sich beides gewandelt. Für den Verbrauch ist es wichtig, jeden Ton exakt anzuspielen, so dass möglichst keine Luft vergeudet wird. Für das Atemvolumen ist wichtig, wie man Luft holt, welche Räume man im Körper nutzen kann und wie man das Ein- und Ausströmen kontrollieren bzw. geschehen lassen kann.

In beiden Punkten habe ich in den letzten zwei Jahren im Unterricht viel gelernt. Gleichzeitig hatte ich aber fast ungewollt Unterstützung von anderer Seite. Ich gehe seit einigen Jahren regelmäßig in eine Übungsstunde für den Rücken. Angefangen habe ich mit Gyrotonics. Nach dem Wechsel meines “Therapeuten” wird das Programm jetzt auch mit Feltenkrais ergänzt. Ich hatte schon dauernd das subjektive Gefühl, dass diese Übungen, die auch die Rippen lockern, neue Bewegungsmuster, eine bessere Haltung, die Entspannung der Schultern und viele andere Effekte mit sich bringen, meine Atemkapazität verbessern. Aber das war natürlich nur ein Gefühl.

Was ich im Unterricht erklärt bekam, konnte ich meiner Meinung nach teilweise nur umsetzen, weil ich durch die Übungen ein Bewusstsein für Muskeln und Körperpartien gewonnen habe, die ich in meinem Bürojob jahrelang ignoriert oder misshandelt hatte und die auch erst durch die Übungen wieder beweglich geworden sind. Diese Kombination war für mich sehr fruchtbar.

Eine Bestätigung für meine Vermutung habe ich vergangene Woche beim Beginn der Lektüre des Büchlein Atem-Tonus-Ton gefunden. Das “Übungsbuch für Neugierige” wendet sich speziell an Flötisten. Und siehe da, in diesem Büchlein habe ich viele mir schon aus meinem Rückentraining bekannte Übungen wieder entdeckt, die hier explizit dem Zweck der Unterstützung von Atmung und Flötenspiel gewidmet sind. Mein Gefühl hat also nicht getäuscht.

Ich denke, für jeden Blasmusiker kann es nur von Vorteil sein, seinen Körper besser kennen zu lernen und ihn ergonomischer einzusetzen. Das kann zu einem Füllhorn neuer Möglichkeiten führen. Zu den Details bezüglich des Büchleins werde ich in Kürze noch einen Bericht schreiben, wenn ich durch bin und die Sachen mal alle ausgetestet habe. Die Vertrautheit mit einigen der Übungen zusammen mit der von mir empfundenen Veränderung meines Flötenspiels seit ich in dieser Richtung aktiv bin, machen mich aber auch hinsichtlich des vorgeschlagenen Übungsprogramms sehr optimistisch.

Und diesmal meine ich ein Sinfonieorchester, in dem der Flötist (oder auch die Flötistin) immer mehr oder weniger ein Solist ist.

Zunächst mal ist das einfach nur toll und macht viel Vergnügen. Vor allem auch, wenn man zuvor nur Blasorchester kannte, in denen man in der Regel einfach untergeht. Jedem, dem am Gesamtergebnis gelegen ist, wird aber auch schnell die große Verantwortung bewusst, die man da hat. Ganz leicht kann man mit einem falschen Einsatz oder Griff, mit dem “Verrecken” eines Tones oder Intonationsproblemen, allen Mitmusikern ein Konzert vermasseln. Heikel also….

So was nennen wir eine Herausforderung :)

Besonders wichtig finde ich es in dieser Konstellation, dass alle Beteiligten, ihre jeweiligen Rollen verstehen und wahrnehmen. Nach meinem Verständnis heißt das, der Dirigent ist der absolute Chef. Demokratie hat während der Probe nichts verloren. Der Chef sagt an, das Orchester spurt. So einfach und so absolut. Meiner Meinung nach, heißt das aber nur, dass der Dirigent deutlich macht, was er möchte, nicht, wie man das zu erreichen hat. Flöte kann er im Regelfall ja nicht spielen, aber ich kann das. Schön wäre also: “An der Stelle bist Du zu tief” anstatt “Stimm nochmal, Du bist zu tief”. Wenn ich nämlich erfahre, dass ich irgendwo zu tief war (wenn ich es nicht selbst gemerkt habe), dann kann ich selbst einschätzen, ob es ein Intonations- oder ein Stimmungsproblem ist. Das heißt, der Dirigent soll und muss eine musikalische Vorstellung haben, die sollte er vermitteln. Die Mittel, mit denen die Musiker diesen Ausdruck erreichen, ist ihnen selbst überlassen. Das ist meine Meinung (wie immer in diesem Blog).

Im Orchester, wie bei der Kammermusik, ist es von großem Vorteil, wenn man sich mit seinen Kollegen gut versteht. Aufgrund der Zahl der Mitmusiker werden das nicht alle sein, sondern die im nächsten Umfeld. Jeder der schon mal im Orchester gespielt hat, wird festgestellt haben, dass der Bläsersatz von gemeinsamer Kammermusik fast ebenso sehr profitiert wie von gemeinsamen Parties und ähnlichem :) Das ist nur teilweise ein Witz. Wenn man ein Gefühl für den Mitmusiker entwickelt, dann spielt man besser zusammen. Der feinfühlige Dirigent wird auch das feststellen und den Bläsern auch ein wenig musikalische Freiheiten einräumen.

Als Flötist im Orchester hat man mehr Verantwortung als als “normaler” Geiger. Es gibt nur eine erste Flöte und nur eine zweite. Fehlt man, so fehlt eine Stimme komplett. Darum sollte man sich klar machen, dass es eine Verpflichtung ist, in einem Sinfonieorchester eine Bläserstimme zu übernehmen. Man sollte die Proben ernst nehmen, pünktlich kommen und rechtzeitig absagen, wenn es mal gar nicht geht. Und man muss dafür sorgen, dass man die Stimme auch beherrscht. Nicht sofort, aber vor dem Konzert. Das heißt auch, üben ist angesagt. Verstecken kann man sich auf so einem Posten nicht.

Heißt das jetzt, dass die Bläser in so einem Orchester die verhätschelten Helden sind? Ich finde, dass darf nicht so sein. Ja, vermutlich müssen Bläser häufig oder manchmal ein bisschen mehr tun, als ein Bratscher am dritten Pult oder so. Aber gerade in einem Laienorchester ist das “Commitment” das wichtigste. Jeder der Streicher besucht die Proben (hoffentlich). Keiner von den Tutti-Spielern kann sich beim Konzert in den Vordergrund drängen. Sie spielen alle ganz und gar zugunsten des Orchesters. Die Bläser tun das zwar auch, haben aber auch ein Podium, können sich hervortun, erhalten bei Gelingen oft persönliches Lob von den Zuhörern. Sie brauchen dafür aber die Streicher. Ohne Streicher kein Orchester. Daher sollten alle gleich behandelt werden. Egal ob von den Musikern oder vom Dirigenten. Jeder opfert oder schenkt seine Zeit. Und eigentlich ist auch keiner entbehrlich.

Ist es also ein Kriterium, wer wie gut spielt? Ich finde, auch das sollte keine Rolle spielen. Jemand, der sehr gut spielt, muss vielleicht kaum Engagement einbringen, um ein Programm zu bewältigen. Ein anderer, der noch nicht so sicher musiziert, übt vielleicht jeden Tag, um mithalten zu können. Und selbst, wenn ihm im Konzert noch nicht alles gelingt, so hat er doch alles gegeben. Das muss honoriert werden. Das ist Teil der Motivation und wird dazu führen, dass der gleiche Musiker irgendwann viel besser spielt. Ein Orchester ist ein ganzes. Jeder stellt seine Kraft in den Dienst des Ganzen und der Musik. Anders geht es nicht. Ich freue mich, wenn man mich für gelungenes Musizieren lobt. Aber ich mag nicht, dass ein Mitmusiker schlecht behandelt wird, weil er vielleicht nicht so gut gespielt hat oder einfach, weil er nicht so wichtig erscheint. Wie gesagt, dass ist meine Philosophie…. wer allerdings kein Engagement zeigt, andere runter macht oder das Gesamtgefüge stört, der ist ein echtes Problem und sollte auch so behandelt werden.

Als notorischer Schreibtischtäter mit eckigen Bildschirmaugen hatte ich eine ganze Weile einmal im Jahr den Hexenschuss. Lendenwirbelbereich, Becken stand schief und nix ging mehr. Irgendwann führte mich der Zufall und ein anderes Wehwehchen zu einem mir sympathischen Physiotherapeuten mit Vertrauen erweckender Ausstrahlung. Seitdem mache ich einmal die Woche eine halbe Stunde “betreute” Rückengymnastik im Einzelunterricht. Das heißt korrekt Gyrotonic und ist ausgesprochen unanstrengend. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen, seit bald zwei Jahren kein Hexenschuss mehr, seltenst Rückenschmerzen und nicht dieses gepanzerte Gefühl um die Schultern. So weit schon sehr schön, aber was hat das in einem Flötenblog zu suchen?

Wie wohl alle, die hier vorbeikommen, wissen, lese ich derzeit Bewusste Flötentechnik von Werner Richter zum zweiten Mal. Da steht wirklich viel über Muskelwirkungen und Haltung drin und auch über Körpergefühl und Stütze usw.  Außerdem habe ich ja schon einige Zeit einen neuen Lehrer und in letzter Zeit auch richtige Erfolgserlebnisse und gelegentlich auch ein für mich völlig neues Körpergefühl beim Spielen. Aufgrund der Beschreibungen von Richter denke ich, dass das Stütze ist. Und weil ich gelegentlich nach Trainings-Pausen auch schon mal Muskelkater nach meinen Gyrotonics habe, weiß ich, dass die dann betroffenen Muskeln in der gleichen Gegend liegen. Und nun habe ich eins und eins zusammengezählt und denke mir, dass das neue Körpergefühl und auch der bessere Klang mit der Stütze zusammenhängen und diese außer durchs Üben eben auch durch die “körperliche Ertüchtigung” besser geworden ist. Schließlich zielen die Übungen auf eine Kräftigung der Haltemuskulatur unten hin, um durch mehr Stabilität den Schulterbereich zu entlasten. Ja, und das ist gut fürs Flöte spielen. Sind die Muskeln erst mal aufgeweckt…. Beweisen kann ichs nicht, aber dennoch bin ich mir relativ sicher und total froh, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen……

Vom Sacken lassen

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Nach der erneuten Beschwerde meiner (un)freundlichen Nachbarin, von denen ich hier ja schon berichtet hatte ist meine Übe-mut mal wieder ganz tief gesunken. Dazu ein großes Arbeitspensum, morgens früher raus, abends später heimkommen und dann denken “19 Uhr? Lieber nicht, da wird wieder gemeckert”. Solch einen Zustand habe ich die vergangene Woche gepflegt und mir damit eine regelrechte “Flötsehnsucht” angezüchtet. Heute also kam ich nach Hause, wieder so 19 Uhr und dachte, mal sehen, ob es noch klappt. Und da schlug es wieder zu, das wundersame Phänomen “Sacken lassen”.

Derzeit übe ich an Image von Bozza. Schon eine Weile und es ist auch schon das zweite Mal, dass ich das im Unterricht auf dem Pult habe. Vor zwei oder drei Wochen dann die erste Stunde mit dem Stück und wie meist eine lange Liste von Unzulänglichkeiten und unüberlegtem Käse, wie ich ihn gern mal produziere (und wenn man darauf hingewiesen wird, fällt es einem wie Schuppen von den Augen). Ich also mit meiner Hausaufgabenliste nach Hause und bis zu meiner Übekrise (s.o.) eifrig auf den Problemstellen rumgekaut, wie Waldi auf seinem wöchentlichen Knochen. Der Erfolg war eher mässig, wie das häufig mit so kniffeligen Stellen ist.

Heute also habe ich endlich den inneren Schweinehund und die Vision meiner Lieblingsnachbarin kaltgestellt und mal probiert, ob noch was rauskommt aus dem guten Stück. Und, o Wunder, viel besser als erwartet, oder besser befürchtet. Wie das so ist…. ohne Erwartung beginnen (oder gar mit negativen Erwartungen) und einfach spielen und dann noch die Zeit, in der sich unverdautes in die Neuronen des Hirns hineinarbeiten konnte…. und voila….. nicht, dass ich das jetzt alles könnte. Aber immerhin hat es schon ein bisschen nach Musik geklungen.

Also: Sacken lassen! Das ist nicht nur ein Spruch, das ist millionenmal erprobt und funktioniert tatsächlich.
Nur zwanzig Minuten geübt, Stimmung kräftig angehoben, schlechtes Gewissen gemildert, keine Beschwerden…… jetzt kann der Abend weitergehen und zwar mit Heimarbeit.

Wie kommt es, dass man so wenig Flötisten trifft, die gerne Piccolo spielen?
Vermutlich liegt das daran, dass es so schwer ist und relativ undankbar, da falsche Töne und schlechte Intonation fast in allen Lebenslagen von jedem zu hören sind, weil das Piccolo sich meist in luftigen Höhen über allem anderen bewegt und heraussticht. Sticht… ja, das trifft wohl das Hörempfinden in den meisten Fällen auch ganz gut.

Es ist so schwierig, ein Piccolo angenehm und unauffällig erklingen zu lassen. Die Größe des Mundstücks erfordert einen noch viel exakteren Ansatz, jede kleine Abweichung von der Ideallinie ist ja in Relation zur Größe des Instrumentes schon ein Riesenfehltritt und wirkt sich auch so aus. Hier sind echte Feinmechaniker gefragt!

Als weiter Ursache für die weit verbreitete Abneigung würde ich vermuten, dass viele Flötisten und Flötistinnen ihre ersten Versuche am Piccolo auf entsetzlich schlechten Instrumenten machen müssen. Man braucht die Dinger ja nicht so oft, Orchester und Kapellen schaffen welche an, damit sie den Musikern geliehen werden können, aber investiert wird in solche Instrumente wenig (ich hatte eine Schülerin bei deren Vereins-Piccolo (Kunststoff-Instrument von Yamaha) die Klappen abfielen, weil die Gewinde für die Schräubchen im Korpus fast alle ausgebrochen waren).

In meinem Fall war das erst Piccolo ein uraltes Metallinstrument der Firma Grassi, das vermutlich schon sehr viele Flötisten aber noch nie eine Werkstatt von innen gesehen hatte. Die enge Mensur und meine Unkenntnis der Problematik führten zu wahnsinnigen Kraftanstrengungen. Das Ganze spielte sich in einem der unzähligen Musikvereine Süddeutschlands ab. Ich war etwa 10, spielte ein gutes Jahr die Querflöte und quälte mich nun mit Marschmusik, einer entsprechenden Marschgabel am linken Arm, dem Gleichschritt, dem Ansatz und der auswendig zu spielenden Locke (die Problematik der Pferdeäpfel kam dann beim ersten Ernstfall dazu)…….

Im nächsten Schritt dann der Florentiner-Marsch…. eine Hassliebe…. gegenüber Repertoire a la “Gruß aus Kiel” ein wirklich reizvolles Werk…. mit einem fetten Piccolopart, technisch sehr anspruchsvoll (damals jedenfalls für mich). Zunächst die solistische Einleitung und später das Genudel im Trio…. viel geübt und nie gehört, weil das Blech an der Stelle alles andere plattgetrötet hat.

Und dann wurde ein neuer Dirigent eingestellt und beim Probedirigieren wurde der Florentiner aufgelegt. Ich war schon gewohnt, dass keiner hört oder hören will, was und ob und wie ich diesen technischen Part von mir gebe…. aber weit gefehlt. Der “neue” hatte studiert, viel gelernt und probte das mit mir…. vor der versammelten Kapelle. Ich ca. 13 und seeeeeeehr peinlich berührt unter den Mitmusikern (die meisten um die 50)….. üble Erinnerungen.

Irgendwann hielt ich es dann für einen klugen Schachzug, mir selbst ein Piccolo zuzulegen. Erstens um nie wieder auf solchen Gurken spielen zu müssen und zweitens in der Hoffnung, dadurch vielleicht für ein paar Muggen attraktiver zu werden (hat auch einmal geklappt). Naja und dann kam die Bewerbung beim Landesblasorchester mit Vorspiel und mein damaliger Lehrer (Karl Strobel in Stuttgart) hat mit mir auch eine Piccolostelle eingeübt. Und da gab es dann tatsächlich ein paar Tipps, die mir seither das Leben leichter machen. Zum Beispiel hatte ich das Piccolo immer zu tief angesetzt. Und da merkte ich zum ersten Mal, dass das tatsächlich ein Instrument und kein archaisches Folterwerkzeug ist…

Inzwischen kann ich durch Querflöten-Quartett, Sinfonieorchester und Bläserquintett das Piccolo etwas besser leiden und akzeptieren, dass ich es eben nicht kann, weil man dieses schwierige Instrument einfach richtig gut üben muss, was ich ja nicht tue. Friede ist eingekehrt und seit ich von einer Freundin die CD von Gudrun Hinze erhalten habe auch Freude am Piccolo hören….. seit ein paar Tagen besitze ich das wunderschöne Piccolo-Konzert von Stephenson von dieser CD nun auch als Noten und habe sogar freiwillig Piccolo gespielt.

Vielleicht macht das Alter ja wirklich reifer und versöhnlich?

Gruselig….. nach drei Wochen instrumentaler Abstinenz das erste anfupen eines Tons.
Ist das eine Flöte, was ich da in Händen halte? Kamen da nicht auch mal “nette” Töne raus?
Und dann die erste Probe….. keine Kondition (die anderen glücklicherweise meistens auch nicht), keine Intonation, keine Luft, die Finger verirren sich auf den Klappen. Naja…. in meinem Alter weiß man ja, dass sich das schnell wieder gibt. Nur diese Freude beim Heimkehren…. endlich wieder üben, der erfreute Griff nach dem Instrument verwandelt sich leider schnell in einen sehr zähen Anlauf und einen sehr dominanten inneren Schweinehund.

Ich kann mich noch an kleine (und auch größere) Flötenschüler erinnern, die konnten nach den Sommerferien die Griffe nicht mehr. Und das nicht nur nach dem ersten Jahr Unterricht…. das ist dann vielleicht doch etwas viel “Ausspannen”…..

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