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Auf dem Heimweg von unserer Fachtagung haben eine Kollegin und ich heute dann eine kleine Schleife durch die Dresdner gezogen und sind dabei doch noch ganz durch Zufall auf viele Spuren der musikalischen Bedeutung dieser Stadt gestossen.
Schumann-Büste hinter der SemperoperAls erstes kamen wir durch einen kleinen, von der Elbe aus gesehen hinter der Semperoper gelegenen Park. Aus überfüllten und unbelüfteten Räumen kommend und bei aufreissenden Wolken eine wahre Oase mitten in der Stadt. Auf der Wiese links unseres Weges, die direkt an die Semperoper angrenzt, fand sich ein Bronzekopf auf einer Steinstele. Bei genauer Betrachtung erwies sich das Portrait als das von Robert Schumann. Er lebte von 1844 bis 1850 in Dresden und war hier Chorleiter.

Beim Weitergehen über den Vorplatz der Oper und dann hinter dem Taschenbergpalais durch die Kleine Brüdergasse fanden wir als nächstes eine Gedenktafel für einen weiteren Musiker, Jan Pismas Zelenka, laut Tafel “kurfürstlich-königlicher Musicus und Kirchencompositeur”. Zelenka wäre eigentlich gerne Hofkapellmeister bei August II geworden, nachdem der alte, Heinichen, den er bereits vertreten hatte, verstorben war. Mit seiner Bewerbung unterlag er allerdings Johann Adolf Hasse. Er verstarb in Dresden und wurde hier auf dem alten katholischen Friedhof begraben, sein Grab ist allerdings nicht mehr erhalten.

Die letzte musikalische Station auf unserem eher zufälligen Weg war dann deutlich neueren Datums und auch vom Stil von ganz anderem Kaliber: die Dresdner Philharmonie.

Ein willkürlicher Rundgang mit so vielen Zufallsfunden ist schon eher, was ich mir erhofft hatte. Leipzig ist so was wie eine musikalische Hauptstadt Deutschlands oder war es zumindestens. Jederzeit einen Besuch wert, auch einen eher unfreiwilligen….

Berufliche Gründe haben mich heute für den Rest der Woche nach Dresden gebracht. Mit den Kollegen haben wir einen kleinen Stadtrundgang gemacht und uns endlich die Frauenkirche von innen angesehen. Wunderschön, auch wenn ich diese barock-typischen Pastellfarben immer etwas eigenartig bunt empfinde.

Dort, in der Frauenkirche, fand ich auch das erste Zeugnis der großen musikalischen Geschichte Dresdens, eine Gedenkplatte im Boden für Heinrich Schütz, der unter der alten Frauenkirche begraben wurde. Für uns Holzbläser ist der Name vielleicht nicht so wichtig, aber alle Blechbläser werden ihn nur zu gut kennen.

Passend zu diesen Impressionen hörte man in der Altstadt eine leise Trompete von weitem klingen, ich würde auf Händel tippen. Der junge Mann stand direkt vor der Semperoper. Und immer wieder bin ich über die Akustik in den Gassen und auf den weiten Plätzen hier erstaunt.

Die Semperoper in Dresden

Die Semperoper in Dresden

 

Dann gings zum abendlichen Geschäftsessen. Auch hier wieder Musik, allerdings für mich eher anstrengend. Ein vagabundierender Akkordeonspieler zwischen den Tischen. Das Spiel war schon ok, nur dass diese Dauerberieselung mich ständig am Überlegen hält, welche Titel ich gerade höre. Und warum spielt man in Dresden “Ein Schiff wird kommen” und andere eher maritime Edelschnulzen? Seltsam…..

Zum Ausklang dann der Große Zapfenstreich vom Band…. das war der Wink mit dem Zaunpfahl.

Noch nicht ganz das, was ich mir von einem Besuch in Dresden an musikalischen Genüssen erhofft hatte…. aber ich habe ja noch zweieinhalb Tage Zeit und es ist Raum für Verbesserungen….

Heute hat Theodor Blumer seinen 130. Geburtstag und ich habe per Google nirgendwo was dazu gefunden. Darum hole ich das nun noch schnell nach, bevor der Geburtstag vorüber ist.

Blumer ist einer meiner Favoriten. Romantik, sehr unterhaltsam zu spielen und auch zu hören.

Gelebt hat er zu mindestens zeitweise in Dresden und dort ist er auch begraben. Wer dem Grab mal einen Besuch abstatten möchte muss sich auf den alten katholischen Friedhof in Dresden begeben, dort liegt übrigens auch Carl Maria von Weber. Früher mal lag da auch Anton Bernhard Fürstenau, dessen Grab ist aber aufgelöst inzwischen.

Einen herzlichen Geburtsgruß also von hier!

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