Es ist ja manchmal nicht zu erklären, was einem morgens so alles in den Kopf kommt. Ich lag heute oder gestern morgen etwas vor dem Wecker schon wach und irgendwie habe ich über Worte nachgedacht. „Hören“, das ist ja ein elementares Verb für Musiker. Nun gibt es ja eine Art Synonym zu „hören“. Das etwas mundartlicher oder umgangssprachlicher angehauchte „horchen“. Natürlich ist da auch ein Beigeschmack von spionieren oder mithören, wenn man „horchen“ verwendet. „Hören“ ist wohl in jedem Fall gebräuchlicher, vor allem auch in Musikerkreisen.

Nun gibt es ja aber auch zusammengesetzte Begrifflichkeiten, in denen die beiden Verben verwendet werden. Und, warum auch immer, morgens im Bett kam mir das Wort „aufhören“ in den Kopf. Das hat ja nun mit Ohren gar nix zu tun. Warum heißt das dann so? Ich habe gegoogelt und keine wirkliche Antwort darauf gefunden.

Wenn wir uns nun aber dem Synonym „horchen“ zuwenden, dann heißt „aufhorchen“ ja nun was ganz anderes als die gängige Verwendung von „aufhören“ (beenden). Beim Aufhorchen erhöhen wir die Aufmerksamkeit. Ein weiteres analoges Beispiel ist: „gehorchen“ und „gehören“…. ganz verschieden.

Deutsch ist spannend…. vermutlich sind es einfach vollkommen verschiedene Stämme, aus denen sich klanggleiche neudeutsche Worte gebildet haben. Aber es bleibt faszinierend, dass man alle Vokabeln so völlig ohne Hinterfragen verwendet und einem, außer in einem schlaflosen Moment, die Widersprüche oder Klangverwandtschaften eigentlich gar nicht auffallen….. horch, horch (oder auch audi, audi) 🙂