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Manchmal kommt ja so das eine zum anderen. Bei mir war das beispielsweise eine Altflöte, die seit ca. 5 Jahren in meinem Besitz ist und eigentlich erst einmal (für Jekyll & Hyde) so richtig produktiv (sprich mit Zuhörern) zum Einsatz kam. Geübt habe ich dann auch nicht sonderlich viel drauf. Die Versuche, ein vollständiges Flötenquartett auf die Beine zu stellen, weil man das Ofenrohr da öfter brauchen kann, sind bisher auch nicht ganz erfolgreich gewesen.

Die zweite Zutat, das was dazu gekommen ist zur Altflöte, war die Bekanntschaft mit dem überaus engagierten, engergiegeladenen und sympathischen Kopf und Herz hinter Flutissimo (Namen nenne ich hier grundsätzlich nicht). Der neben seinem unermüdlichen Einsatz für die Böhmflöte als Upgrade für alle Spielmannszüge auch gleich noch ein Flötenorchester gegründet hat und leitet. Das Projektorchester NRW.

Irgendwann bekam ich eine Aufnahme von ihm, geschickt per Mail mit dem Kommentar “leider sind wir in den tiefen Flöten noch etwas dünn”….. da zählte ich eins (eine allmählich oxidierende Altflöte) und eins (eine fehlende Altflöte) zusammen und heraus kam eine Anmeldung zur Probenphase des Orchesters letztes Wochenende.

Als ich vor einigen Wochen (oder Monaten?) meine Anfrage diesbezüglich startete, wurde ich kurz danach durch zahlreiche Mails von den verschiedenen engagierten Mitorganisatoren bezüglich der erforderlichen Schritte erleuchtet, erhielt Zugriff auf den Mitgliederbereich der Homepage und wurde sanft und perfekt in Richtung Probentag begleitet.

Die erste Pirsch durch Forum, Anmeldesystem etc. erfüllte mich zum einen mit Bewunderung für diese vollkommen durchdachte Organisation und Fürsorge, zum anderen spürte ich bei einigen der vereinsmässigen Kollektivmaßnahmen (z. B. alle brauchen die exakt gleiche Pultleuchte, wer keine hat, spielt nicht mit) meine mit dem Alter immer tiefer sitzende Unverträglichkeit mit dem deutschen Vereinswesen wieder einmal aufmuggen.

Kurz vor der Probe begab ich mich also auf das Portal und lud die dortigen Noten runter. Die ganzen alten Mails habe ich in der mir eigenen Ignoranz nicht nochmal gelesen. Das führte dazu, dass ich innerhalb von zwei Tagen (am ersten brach ich aus Verzweiflung irgendwann ab) meinem Drucker ein Kilo Papier abrang. In einer anderen Einheit gezählt: ca. 30 Arrangements gab es im Portal, ich habe sie alle geholt und gedruckt.

Abringen beschreibt dabei nur meinen Umgang mit dem aus Altersstarrsinn bockigen Brother-Drucker, der immer erst mal ca. 20 Seiten problemlos druckt und dann je gedruckte Seite gerne ca. 5 mal Papierstau beseitigt hätte…. grrrrrrr.

Sonntag morgen fiel ich dann pflichtschuldig kurz nach 8 aus dem Bett, schnappte mir das Papierbündel (wollen die das alles spielen????) und düste Richtung Wülfrath (für alle wie mich Unkundigen: auf der Nord-Ost-Schiene betrachtet zwischen Mettmann und Wuppertal aber etwas nördlich). Schöne Landschaft, dazu der erste strahlend blaue Sommerhimmel dieses Jahres, was will man mehr?

Dort angekommen finde ich die perfekte Organisation und eine für ein so großes Ensemble mir vollkommen neue Disziplin vor. Zunächst wird der Beitrag für den Probentag kassiert (10 Euro, dafür gibt es Kopien, wenn Noten fehlen und ein warmes Mittagessen). Meine kurzsichtige Frage nach dem richtigen Sitzplatz (weiß ich denn, wie die Stimmen im Flötenorchester verteilt sind?) zeigt wiederum, dass ich gute Organisation nicht gewohnt bin: auf jedem unbesetzten Stuhl liegt ein Namensschild (wow). Unbesetzt sind aber gar nicht so viele, da ca. 20 Minuten vor Probenbeginn tatsächlich schon viele mit ausgepacktem Instrument vor ihren Notenständern sitzen. Auch dafür nochmals meine Ver- und Bewunderung.

Ich platziere mich also und harre der Dinge die da kommen. Sehr schnell lerne ich, dass man natürlich nicht 30 Werke aufzuführen gedenkt (hätte zur sonstigen Organisation auch nicht gepasst), vielmehr wäre ich gut beraten gewesen, nochmal die Mails alle durchzusehen, da gab es nämlich ein gültiges Programm mit ca. 10 Titeln. Dafür hätten auch ich und mein bockiger Drucker vermutlich höchstens ne halbe Stunde gebraucht (seufz) und ich hätte in der Probe nicht stets mit zunehmender Verzweiflung den ganzen Haufen nach dem gewünschten Stück durchsuchen müssen.

Ich lerne außerdem, dass man nicht aus NRW sein muss, um hier zu spielen (meine Nebensitzerin ist aus Aschaffenburg angereist, nochmal wow, warum das “wow” ist, zeigt die Karte für alle Geographie-Dilettanten (ich bin einer)).

Außerdem lerne ich einiges über Spielmannszüge und deren aktuelle Modernisierungsarbeit (Nebensitzerin andere Seite). Ich lerne, dass es hier viele Menschen gibt, die Arrangements für Flötenorchester schreiben, häufig wohl als Bearbeitung von Blasorchesterausgaben. Ich darf mir das Genick von den sanften Tönen einer Kingma-Subkontraflöte kitzeln lassen (das macht in meinem Hinterkopf ein leises “will haben” zum Dauerhintergrund). Und ich merke schnell, wer 8 Stunden mit einer Altflöte mit geradem Kopf spielen will, der sollte zuvor seinen rechten Arm trainieren (aua).

Was ist mein Fazit? Nie habe ich einen disziplinierteren, motivierteren oder besser organisierten Haufen von Hobbymusikern (und ein paar Profis) erlebt (und ich habe schon manches mitgemacht). Unser musikalischer Leiter hat mich mit der hier, wie auch in allen bisherigen sonstigen Begegnungen und Umständen, gezeigten gleichbleibenden Geduld, Freundlichkeit und Motivationskunst überzeugt (afrikanische Musik? dann stehen wir doch mal auf und tanzen das, genial). Ich gestehe, die Musikauswahl ist nicht so ganz die meine und Altflöte spielen sehr viel anstrengender als angenommen. Da ich in der vorangegangenen und den kommenden Wochen zunehmend feststellen musste, dass es mir nicht bekommt, wenn ich am Wochenende nicht wenigstens einen halben Tag frei habe, werde ich wohl nicht zum Dauergast aller Probephasen (wenigstens nicht dieses Jahr). Aber ich denke darüber nach, dass ich so ein Orchester für manchen Flötenschüler gerne zum lebendig werden lassen des Gelernten gehabt hätte und dass das für jeden Flötisten, der kein Ensemble oder Orchester hat, eine perfekte Umgebung ist, um gemeinsam zu musizieren.

Und da vor allem tiefe Flöten immer fehlen und ich mir denke, es gibt auch andere, die sich so ein Ding gekauft haben, das nun meist nur rumliegt, kann ich nur sagen: meldet Euch an! Man muss ja nicht aus NRW sein und wenigstens die Altstimmen sind sooooooo schwer nicht.

Oder wie soll man das nennen? Ich habe heute schon in einem Fronleichnams-Gottesdienst gespielt, obwohl das eigentlich ja erst kommenden Dienstag ist. Wie so was sein kann? Einfach in Köln leben…. :)

Nicht lachen, das stimmt schon, hat nix mit Karneval zu tun. Donnerstag veranstaltet der Dom die große Prozession und es gibt die Schiffs-Prozession. Und damit da viel Publikum kommt, feiern alle anderen katholischen Gemeinden entweder einen Sonntag vor dem Feiertag oder einen danach. Naja, St. Joseph und St. Mechtern in Ehrenfeld feiern also voraus.

Heute morgen um 10 Uhr ging es los. Wir (Kirchenchor und Ehrenfelder Kammerorchester) traten schon eine Stunde früher an, nochmal eine Anspielprobe. Ich bin da nur Vertretung (wie schon an Ostern), war aber als eine der ersten da, zum einen, weil es geregnet hat und ich die Chauffeurdienste meiner besseren Hälfte nutzen wollte, der vor mir schon zur Arbeit musste, und zum anderen, weil ich mich, seitdem ich übe, vorher unbedingt einspielen muss.

Chor und Orchester inklusive Vertretungen waren erfreulich vollzählig. Einzige Ausnahme: die erste Klarinette. Da klaffte eine Lücke in unseren Reihen. Natürlich hatte der freundliche Kollege die Noten mit. Naja, es regnete, die Parkplatzsituation war kritisch und es war Sonntag morgens, vermutlich war er ja nur zu spät. Wir haben also angespielt, was im konkreten Fall hieß, alle vier Nummern aus der Schöpfung nochmal komplett durch. Und? Immer noch keine Klarinette. Erste Irritationen und Verwunderung…..

Das Glockenläuten setzt ein, da öffnet sich die Tür und der Vermisste erscheint, packt aus geht an seinen Platz und trötet in die verklingenden Glocken hinein noch ein paar Töne, wie selbstverständlich. Bis ihn seine Nebensitzerin anschubst, das zu lassen (kaum zu verstehen, dass unser Dirigent da nicht schon ausgeflippt ist). Dann der Gottesdienst, dazwischen immer leise Klarinettentöne (auch er kann wohl nicht wirklich ohne Einspielen). Alles läuft ganz gut, bis auf einen verpennten Einsatz des besagten Schwarzwurzellutschers. Highlights sind die Gesangs- und Orgelsolis des Chefs. Ich finde ja, das macht er mit Abstand am besten.

Nach der Probe treibt mich die Neugier und ich frage nach, was der Verspätete dann als Grund genannt hat (seiner wartenden Nebenklarinette). Und, man höre und staune, weder Reifenpanne noch Magenverstimmung, defekter Wecker oder Mutter im Krankenhaus, nein: der Herr brauchte keine weitere Probe mehr. Ist ja toll, darum hat wohl auch der Einsatz so gut geklappt. Ich bin gespannt, ob ich den da noch mal sehe. Wenn ich der Dirigent wäre, dann würde dieses Orchester nächstes Mal schon zwei Aushilfen an der Klarinette brauchen. Unfassbar.

Ich gebe zu, in diesen Dingen bin ich ausgesprochen altmodisch. Ich bin der Ansicht, ein Orchester ist ein Gesamtkonstrukt, so wie ein Chor oder sonst ein Ensemble. Man geht nicht nur zur Probe, weil man seine eigene Stimme nicht kann und da üben will (das sollte man ohnehin zuhause tun). Man geht hin, damit sich ein klangliches Gesamtbild aufbauen kann, damit alle wissen, wer mit wem wann wo was spielt, damit man sich aufeinander einstellt und damit jeder die Chance hat zu hören, wer da so alles was spielt. Vielleicht braucht die Oboe ja den Klarinetteneinsatz, damit sie klar kommt? Wer nur mit sich befasst ist und sich für den Nabel der Welt hält, der sollte solistisch musizieren. Ich bin sicher nicht immer pünktlich. Aber wenn ich feststelle, dass ich regelmäßig keine Lust habe, zur Probe zu gehen, dann verabschiede ich mich von dieser musikalischen Betätigung und gebe den Beteiligten die Chance, eine interessierte und engagierte Flöte zu finden. Das habe ich schon öfter so gemacht.

Ein Orchester ist außerdem autoritär. Wenn der Dirigent nochmal alles spielen will, dann ist das so und dann spielen alle mit. Wenn einem das nicht gefällt, dann kann er das mit dem Chef unter vier Augen zu diskutieren versuchen, wenn der sich nicht überzeugen lässt, dann muss man eben in den saueren Apfel beißen. Wer das nicht so sieht, der sollte nicht im Orchester spielen. Ich hoffe sehr, dass auch in diesem Fall der Mann am Pult seine Autorität zumindest einmal verbalisiert.

So sehe ich das. Und wenn ich schon denke, dass ich eine Probe nicht benötige, dann sollte ich zum Auftritt wenigstens so zeitig kommen, dass ich das Blatt anspielen und die Tröte stimmen kann, ohne dabei den Gottesdienstbeginn zu stören. Das nenne ich Professionalität…..

Es gab heute morgen aber auch noch richtig eindrucksvolle Pfeifen. Ich war da schon x-mal, aber die Bass-Pfeifen der Orgel habe ich nie bewusst gesehen… leider ohne Größenvergleich, aber glaubt mir, die waren echt beeindruckend in Real:

Eine Dokumentation des Südwestfunks über die Strukturen eines Orchesters, was unterscheidet die Instrumente und was sind die spezifischen Aufgaben jeder Stimme. Sehr nett gemacht und sicher für jeden, der noch nie mit Sinfonieorchestern zu tun hatte, sehr aufschlussreich.  Gleichzeitig ein sympathisches Portrait des Sinfonieorchesters des SWR.

Das Schätzchen kam Anfang April im Fernsehen, fand sich auch meiner Festplatte, kann aber auch online beim SWR angefragt werden in der dortigen Mediathek. Leider habe ich keine künftigen Sendezeiten dafür gefunden, aber das wird sicher noch öfter wiederholt (gedreht 2009).

Kleiner Nachtrag, gefragt nach Musikerwitzen erzählt der Hornist des SWR folgenden: “Das Horn ist ein göttliches Instrument. Und wissen Sie warum? Jeder Hornist bläst wunderschön hinein, aber nur Gott weiß, was herauskommt.”

Wie war….

Ohne Worte…

1 Kommentar

Ich hatte ja kürzlich von meinem enttäuschenden Probenabend berichtet. Ostermontag kam dann die Stunde der Wahrheit….. die eigentliche Mugge. Als Viertel vor acht mein Wecker klingelte war ich nicht gerade begeistert. Während Badbesuch, Kaffe kochen und trinken und Schuhe anziehen nahm ich mir fest vor, direkt nach Noten zu fragen, das Mitspielen aus Chorpartituren mit dem Umblätterproblem vorneweg zu verweigern und in dem Fall, dass keine Noten da sein sollten, mein Instrument gar nicht erst auszupacken. Ich sammelte also meine Anspannung und den Rest meines Dienstags-Zorns und latschte die (glücklicherweise nur) zwei Straßen durch den österlichen Nieselregen zur Kirche. So ein Vorsatz jetzt aber mal durchzugreifen macht mich immer recht nervös, nervöser als das Musizieren in jedem Fall.

Ich schlug da also auf, wackelte auf meinen Dirigenten los und fragte mit strenger Stimme, ob er denn Noten für mich hätte. Und er? Sagt “Nö” und lacht. Scherzkeks. Ich mit meiner Vorspannung kam mir ganz gut verarscht vor. War dann aber doch erleichtert, als er die Notenausgabe rauszog. Es war die zweite Flöte, die erste ist wohl mit der Stammbesetzung im Urlaub. Cheffe hatte aber, und das hat mich sehr versöhnt, mit Bleistift an einigen Stellen die erste Stimme aus der Partitur in die Noten abgeschrieben. Das nenne ich Einsatz.

Mein forscher Vorstoß, die Sopranstimmen zu verweigern, wurde verständnisvoll aufgenommen und akzeptiert. Damit hatte ich meine Durchsetzungs-Vorsätze umgesetzt und wars zufrieden. Das frühe Aufstehen war gerechtfertigt und mein Tag schon fast gerettet.

Das Einspielen umfasste glücklicherweise auch das Anspielen der fraglichen zwei Nummern aus der Schöpfung. In der nackigen Flötenstimme stellte sich das Mitspielen zunächst ganz fremd dar (da hatte die Probe vom Dienstag mit Spiel aus der Partitur nun wirklich nix geholfen). Das Vivace war so langsam, dass ich anfangs dachte, er gäbe Halbe, nicht Viertel und gar nicht erst reingefunden habe. Nachdem Vorzähler und Einheit geklärt waren, klappte das aber und so musste ich nur jeweils die zweite Hälfte jedes Satzes im Gottesdienst vom Blatt spielen.

Als Tüpfelchen auf dem i wurden die Solisten aus dem Chor, das heißt hinter mir, wegen der Akustik zwischen die Streicher, das heißt vor mich, postiert, was mein Gehör noch zusätzlich entspannt hat. Alles in allem also ein tatsächlich versöhnliches Ende des Dramas.

Zweimal an einem Tag bloggen ist normalerweise gar nicht meine Art (schon mangels Ideen und Zeit). Aber eben habe ich mich echt geärgert und weil es noch so grummelt, muss ich nun Dampf ablassen.

Ich habe Urlaub diese Woche (ein Glück, war und ist bitter nötig). Im Allgemeinen bemühe ich mich da, den Schwerpunkt auf für mich befriedigende Tätigkeiten zu legen. Dazu kann schon auch Bügeln und Putzen gehören, weil ich den Dreck irgendwann nicht mehr ertrage und nach der Arbeit oft nicht so gut den Hintern hoch bekomme (wenn ich nicht sowieso bei irgendeiner Probe bin). Bisher war dieser Urlaub diesbezüglich sehr angenehm. Bügeln, bisschen staubsaugen, mal wieder was richtig schönes kochen, schön Essen gehen, üben, homepageln, gestern der bisherige Höhepunkt: Flötenunterricht :)

Heute dann Reifen wechseln, Auto waschen, ein paar Erledigungen machen, bloggen… alles ganz ok und Teil meiner Planung. Heute Abend stand dann eine Probe auf dem Zettel. Ich helfe Ostermontag bei meinem ehemaligen Orchester im Gottesdienst aus. Irgendwelche Ausschnitte aus der Schöpfung. Mache ich kostenlos, war ja mal meine musikalische Heimat, da ist das selbstverständlich. Probe war schon in der Kirche für Montag, fern der Orchesterräume. Um halb acht sollte es losgehen und darum habe ich heute mittag sicherheitshalber meinen Dirigenten angerufen, bestätigt, dass ich komme, wo und wann das ganze stattfindet, gefragt, ob ich einen Notenständer brauche und erinnert, dass er bitte die Noten mitbringen soll.

Beim Packen meiner Tasche habe ich in weiser Voraussicht schon mal meine aktuelle Lektüre mit eingesteckt, ich kenne den Laden ja. Es ging los, wie es immer ist, das erste Stück ohne Flöte. Na gut, Buch raus und gelesen (hat mich mein Instinkt doch wieder ganz gut geführt). Das nächste Stück…. ohne Flöte. Sie fangen an, Chef bricht ab: “Claudia, spiel doch mal den Sopran mit, das ist mir wichtig”. Man reicht mir einen handgeschriebenen Zettel, irgendwas choralartiges. Mitgespielt. Ist ok (begeistert mich nicht, aber wenn ich schon da bin…..).

Nächstes Stück: Keine Flöte. Frau Haider zückt ihr Buch und bemüht sich, den Inhalt zu verstehen, obwohl der Sopran mir direkt ins Genick singt. Wieder ein Abbruch, wieder der Dirigent: “Claudia, spiel doch mal den Sopran mit.” Hinter mir wird gesucht, ich erhalte eine Chorpartitur. Das ist schon schlecht, da muss man alle fünf Takte blättern und dann klappt der Schinken auf dem Notenständer alle Nase lang zu. Ätzend. Aber, die Schöpfung steht mir ja noch bevor und da gibt es Flötennoten.

Das nächste Stück: Hurra, die Schöpfung! Und…… der Dirigent hat die Noten vergessen. Wollen wir raten? “Claudia, spiel doch einstweilen mal den Sopran mit.” Ja super. Jetzt komme ich mir ziemlich verarscht vor. Beim Blick in die Noten stelle ich fest, dass der Klavierauszug unterhalb der Chorstimmen auch Eintragungen wie Fl.Ob. enthält. Dieser “Flob” meint offensichtlich die Bläser, ich lasse mir also das OK geben, lieber das zu spielen, als neben den fünf verschiedenen Tönen des Sopran noch einen sechsten mit der Flöte zu setzen. Ist ja toll, nur auch hier muss man alle drei Takte blättern, das Buch schlägt zu, solche Besetzungs-Eintragungen sind spärlich und eine vierstimmige Klavierstimme vom Blatt für mich nicht die angenehmste Vorlage. Und dann kommt: “Claudia, in Takt soundso wäre schön, wenn Du das spielst.” Ich hatte es gespielt und mir platzt der Kragen. “Hier steht alles durcheinander. Wenn Du Noten bringst, dann spiele ich die. Wenn nicht, stehe ich Montag nicht extra so früh auf.” “Ja, wir gehen gleich rüber, dann gebe ich die Dir.” “Nein, ich gehe gleich heim. Bring sie am Montag mit, üben werde ich die ohnehin bis dahin nicht mehr.” Grummel.

Super. Ich kann meine Abende auch netter verbringen als in einer kalten Kirche bei schiefer Musik und mit dem Chor im Genick. Schon gar, wenn ich Urlaub habe. Offensichtlich heißt “kostenlos” auch gleich “wertlos”. Da ärgere ich mich über meine Gutmütigkeit. Ich bin nicht der musikalische Mülleimer für West-Köln, der alles spielt, was übrig ist. Grrrrrrrrrr

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