blog-FLOETE

Der Blog zu flutepage.de

Durchsuche Beiträge in Atmung

Seit ich mir vor ca. 4 Jahren meine Flöte gekauft hatte, stellte ich bald fest, dass ich den großen Ton und tollen Klang mit Kurzatmigkeit bezahlen musste. In altbekannten Stücken reichte plötzlich der Atem nicht mehr für die gewohnten Phrasen. Außerdem passierte es mir leichter als zuvor, dass Töne in der dritten Lage nicht ansprangen oder abstürzten. Als diese Zustände sich auch mit der Zeit nicht wirklich besserten, war ich schon kurz davor, mir mal andere Köpfe anzusehen und glaubte beinahe an einen Fehlkauf, dass das größere Gewicht der Flöte, die dickere Rohrwand eben neben dem Klangunterschied auch für diese Veränderungen verantwortlich war.

Am Kopf-Kauf gehindert hat mich zum einen das Geld (schließlich möchte ich ja auch bald mal ein Haus kaufen) und die Überlegung, dass mit einem anderen Kopf auch der Klang nicht der selbe bleiben würde und der gefiel mir ja außerordentlich gut und hatte auch den Kauf des Instruments bestimmt. So quälte ich mich lange und wurde nicht glücklich damit.

Inzwischen ist das anders. Ich empfinde eine deutliche Verbesserung aller oben beschriebenen Probleme. Und alles nur wegen ein paar Tonübungen. Die Hinweise auf Kurse und im Unterricht mehrten sich, dass ich nicht zu wenig Luft hatte, sonder vielmehr zu viel davon vergeudet habe. Die Information alleine konnte ich noch nicht für mich nutzen.

Fokus war wohl das eigentliche Zauberwort. Und nun habe ich zwei ganz simple Tonübungen, die ich in der Tat praktisch jeden Tag mache, wenn es der Tagesablauf irgendwie zulässt. Manchmal, wenn die Motivation ganz übel ist, dann mache ich nur diese Übungen und spiele sonst gar nichts. Für mich ist das optimal, eine Art Fitness-Training und Grund-Erhaltungsbetrieb.

Ich habe lange überlegt, ob ich das hier posten soll, schließlich ist es vermutlich ein Teil des Kapitals meines Lehrers, so was zu wissen und aufzugeben. Aber ich denke, Kapital hat er so viel, dass er mir das nicht übel nehmen wird….

Hier also Übung Nummer eins: Oktaven. Und zwar in der unteren Oktave im piano oder pianissimo beginnend, crescendierend und am lautesten Punkt in die obere Oktave wechseln. Dort dann ebenso weit wieder decrescendo. Klingt ganz einfach. Der theoretische Teil ist es auch… ausprobieren….. das fordert den Ansatz ganz ordentlich.

Teil zwei ist eine modulhaft aufgebaute Übung. Beginnend mit der achtmaligen Wiederholung des Ausgangstons, dann vier Töne hoch, vier wieder runter. Diesen Bogen zweimal und anschließend wieder achtmal der Anfangston. Das ganze dann beginnend von jedem Ton der gewählten Tonleiter. Wenn man damit durch ist, das gleiche nochmal. Diesmal schiebt man zwischen die zwei Vierer und die abschließende Tonwiederholung einen Oktavbogen hoch und wieder runter. Auch das wieder die ganze Oktave durch. Die dritte Steigerung ergänzt das ganze dann symmetrisch, indem nach dem Oktavbogen und vor den Tonwiederholungen nochmal die zwei Viererbögen gespielt werden.

Der Witz dabei ist, jeweils einen Durchgang (von Tonwiederholung bis Tonwiederholung) in einem Atem zu spielen. Der erste Ton soll sauber ansprechen und nicht rausplatzen. die Klangqualität ist gleichbleibend und die Töne alle sauber in Ansprache und Klang. Dazu muss man wirklich jeden exakt treffen und stellt bald fest, dass in jeder Lage und für jeden Ton für ein optimales Ergebnis die Lippenposition ein winziges bisschen variiert. Für mich war der Hinweis, zwischen der Lippenöffnung und der Stütze eine Spannung (langziehen) aufzubauen, sehr hilfreich. Und es zeigt sich: Zielübungen sind alles. Genau wie bei den ganz frischen Anfängern kann man auch als alter Hase hier noch viel rausholen. Eigentlich kannte ich das Prinzip…. manchmal schon peinlich. Jedenfalls habe ich Hoffnung in Sachen Luft und keinen Bedarf mehr, Geld für einen neuen Kopf zu investieren. Außerdem habe ich das Gefühl, nach einer Pause oder vor einem wichtigen Konzert jetzt ein nicht mehr geheimes Mittel zur „Stärkung“ zu haben. Wunderbar! Danke nochmal an meinen wunderbaren Herrn Lehrer 🙂

Und wer sich nun fragt, warum das ganze mit der neuen Flöte anfing, dem kann ich nur meine Vermutungen mitteilen. Zum ersten ist der Kopf natürlich anders und man muss ihn sich erarbeiten. Zum zweiten hat das ältere leichtere Instrument mit der total leichten Ansprache eben auch mehr Ungenauigkeit verziehen. Ich brauche für diese Flöte einfach eine höhere Effektivität. Die absolute Nutzung aller Luft für den Ton. Das war vorher nicht erforderlich. Aber wie gesagt… nur meine persönliche Vermutung.

Am Ende eines wirklichen langen Tages möchte ich kurz berichten, wie es war, beim Workshop für Musik-Kinesiologie der DGfF im Hochschen Konservatorium in Frankfurt.

Los ging es um 10 Uhr. Leider ohne mich…. eine Viertel Stunde zu spät und unausgeschlafen. Um sieben raus am Samstag, das war ziemlich heftig für meine Motivation. Glücklicherweise war ich trotz allem nicht die letzte.

Versammelt hatte sich ein bunt gemischtes Trüppchen von Schülern, Studierenden, Studierten und Hobbymusikern. Sogar eine Geigerin und Blockflötist gesellten sich dazu und gaben dem ganzen einen weniger „inzestuösen“ Geschmack. Alles in allem eine gute Mischung lauter sympathischer Menschen, die auch dazu führte, dass während des Tages keine Hemmungen oder peinliche Momente auftraten. Glück gehabt!

Vielleicht das wichtigste für so einen Ein-Tages-Workshop: die Dozentin, Britta Roscher. Ebenfalls eine sehr sympathische Erscheinung, die für den Kurs eine gute Mischung von Theorie und Praxis, einen aufmunternden und frischen Ton und die richtige Ansprache für die durchaus bunte Truppe fand. Auch hier also ein Glücksfall.

Der Kurs begann nach der gegenseitigen Vorstellung der bereits anwesenden Teilnehmer mit einer kurzen Einführung in die Geschichte der Kinesiologie. Dann ging es gleich ziemlich in die vollen. Ein paar Übungen, ein bisschen Erklärung und immer wieder Diskussion, Fragen etc.

Inhaltlich will ich nicht zu vieles aus dem Nähkästchen plaudern, schließlich wäre das auch so was wie eine Copyright-Verletzung. Nur in Kürze mein persönliches Fazit: die vielen Übungen für die Muskeln, die Durchblutung oder um das Hirn dazu zu bringen, seine beiden Hälften zu benutzen, fand ich durchweg überzeugend und interessant und will ich auch auf jeden Fall versuchen in meine Gewohnheiten mit einzubauen.

Zum Thema Noten „bemalen“ denke ich, bleibe ich für mich weiterhin bei meiner „Technik“, mir Stichworte einzutragen und Farben eher zum Hervorheben von Auszeichnungen (z. B. Dynamik) zu verwenden. Das liegt aber vor allem daran, dass ich sehr „wortorientiert“ bin und mir ein Wort irgendwie mehr sagt als ein Bild (denke ich jedenfalls). Für Schüler glaube ich, ist diese Technik wirklich interessant. Was ich auch probieren will, ist Transparenzpapier über die Noten zu legen. Ich glaube, Farben erzeugen Stimmungen. Allerdings denke ich, nur dann, wenn ich sie sehe und nicht, wenn ich darauf sitze (aber das ist ein Insider).

Besonders interessant ist die Übetechnik mit dem Überkreuzgehen und auch das in die Hocke gehen beim Spielen, dass hörbar das Einatmen verändert. Beides sehr interessant. Für ersteres werde ich das Wohnzimmer entrümpeln müssen und letzteres habe ich auch schon mal in einem anderen Buch gelesen… aber das macht die Anwendung ja eher noch interessanter.

Der Tag wurde abgerundet durch ein nettes und leckeres gemeinsames Mittagessen beim Italiener, interessante Mitteilnehmer und nette Gespräche. All das für 50 Euro, nicht zu verachten.

Ich würde sagen, wenn Wiesbaden nicht so weit wäre, wäre Britta Roscher auch eine interessante Alternative sowohl für Flötenunterricht als auch für Kinesiologie-Stunden. Aber von Köln ist das leider ein wenig weit.

Wer näher dran ist, erfährt weit mehr auf der Homepage www.brittaroscher.de. Übrigens ist sie auch Mitglied des Flötenquartetts verquer. Eine Intensiveinheit, Flöte, Ensemble und Kinesiologie in Italien wäre eine weitere Möglichkeit: vom 11.- bis 16.6.2011 in Italien. Alle Infos dazu beim Veranstalter Cinqueterre Urlaub.

Ein rundum schöner Tag also, aber müde bin ich jetzt trotzdem.

Routenplanung starten

Wie vor kurzem schon mal angemerkt, durfte ich die letzten Wochen mal wieder einen Ausflug in die so genannte „U-Musik“ machen…. nicht aufregen, soll nicht abwertend sein. Was ich meine, ist die Reihe von Musical-Konzerten, von denen ich ja schon berichtet hatte. So eine Mugge ist ja etwas reichlich anderes, als Bläserquintett oder Sinfonieorchester. Daher fand ich, dass das vielleicht auch mal ein paar Anmerkungen verdient.

Zunächst ein paar Infos zur Besetzung: wir waren ein Midi-Keyboard (als Orchester), ein E-Piano, Gitarre (je nach Stück akustisch oder E-), ein E-Bass, ein E-Schlagzeug und ich. Und damit eindeutig eine einzelne Flöte als einziger Bläser und einziger wirklich dauerhaft akustisch agierender. Damit was zu hören war und auch der Klang nicht gar so rausfiel, gab es dann ein Mikro. Ein richtig gutes von Neumann.

Das Problem mit Mikro und Flöte ist immer, wo man das Ding hinplatziert. Direkt vor den Mund ist meist keine gute Idee, da immer ein Teil der Luft über das Mundloch weggeht, hat man schnell Strömungsgeräusche, die dann mitverstärkt werden. Wir hatten es diesmal schräg von oben leicht rechts vom Mundloch (je nachdem, wo ich auf die Noten gucken musste in anderem Winkel und in größerer Entfernung). Die Wahl war gut (habe ich mir sagen lassen). Das liegt vielleicht auch daran, dass der Klang der Flöte sich über die Länge des Instrumentes „verteilt“ und teilweise auch aus den Grifflöchern kommt.

Die zweite Besonderheit gegenüber einem klassischen Konzert war die Beleuchtung. Dunkel war es und dazu kam gelegentlich noch der Nebel aus der Nebelmaschine zu uns (das stinkt). Zweite technische Ergänzung also eine Pultleuchte. Ich hab da so eine riesige mit länglichen Spezialglühbirnen, die man am Notenständer befestigt (K & M). Das wirklich schöne (und teure) Teil hat zwei Nachteile: ein normaler Notenständer knickt schon mal ein, wenn so ein Dingen dran hängt und außerdem sind die Birnen empfindlich und ebenfalls teuer. Diesmal bin ich also ganz modern auf LED-Technik umgestiegen. Mighty bright mit zwei Schwanenhälsen, in denen jeweils zwei LEDs sitzen und!!! Mit Netzteil!!! Super daran ist, dass man die Dinger so biegen und drehen kann, dass man wirklich alles sieht, auch wenn sich die Noten nicht ganz flach auf den Notenständer packen lassen. Das Ding ist super leicht und der Notenständer damit sehr extrem (ich habe das sogar an der Mappe der Noten befestigt statt am Ständer, hat auch funktioniert).

Soweit die Technik. Nun die Tücke des ganzen. Die Anordnung der Instrumente und Musiker war so (und der Platz so beengt), dass ich kaum Noten und Dirigent im Auge halten konnte. Daher hieß es vier Konzerte lang Kreuz zu verbiegen, Augen zu verdrehen und ständig von Noten zu Chef hin und her gucken. Erschwerend kam dazu, dass der Kopf des Maestro direkt vor einem Scheinwerfer war, Mimik nicht zu erkennen, Blickkontakt unmöglich und Blendung permanent (dafür hatte er eine Art Heiligenschein, toll). Dazu kann ich nur sagen: das funktioniert nicht gut. Muss nächstens unbedingt anders sein.

Musikalisch ist man als einziger Bläser in einer solchen Besetzung sowas wie das permanente Sahnehäubchen. Die Flöte macht Farbtupfer und Ausschmückung. Nicht mehr und nicht weniger. Da heißt es, viel zählen, auf den Punkt einsetzen, viel Charakter im Spiel zeigen und penibel darauf achten, dass man mit den Sängern gut zusammenklingt (INTONATION!!!). Und das auch, wenn die mal nicht stimmen (egal ob rhythmisch oder im tuning). So ein Konzert ist also extrem aktiv zu spielen. Immer am Ball, immer genau hinhören und schnell reagieren.

Neben den Verzierungen enthalten die Flötenstimmen hier auch häufig die Melodielinie, die dann entweder mit einem Solisten oder einer Chorgruppe parallel läuft. Da empfiehlt es sich, gut auf den Text zu hören und an passenden Stellen zu atmen (nicht mitten im Wort). Über das Mikro sind garantiert auch diese Details zu hören.

Stilistisch betrachtet ist von Jazz bis Schmalz da alles dabei. Beim Jazz sollte man sich das aus Big Band Musik bekannte ungleiche Spielen der Achtel aneignen (swingen: doowa doowa…). Viel vom Swing lässt sich über die Luftführung machen (mehr Luft auf betonten Tönen), ein weicher Anstoss macht sich da auch gut. Schlusstöne können mit Glissandi verziert werden. Bei jazzigem Umfeld mit dem nach unten Spielen die Luft reduzieren und es eher verschmiert klingen lassen (aushauchen).

An anderen Stellen begleitet die Flöte (oder dann Piccolo) auch mal eine Art Marschmusik, hier ist natürlich ein härterer Anstoss und zickiger Klang angebracht. Und so kann man den ganzen Abend mit den Klangfarben spielen. Sehr, sehr schön und ein tolles Betätigungsfeld.
Eine

Hallo zusammen,

es gibt Neuigkeiten…. nichts weltbewegendes, lediglich ein bisschen Umstrukturierung:

  • der Bereich Goodies heißt jetzt Extras…. ich denke, das kennt man aus vielen Anwendungen so und ist vielleicht verständlicher
  • ein neuer Bereich namens Spieltechnik enthält jetzt alle Hinweise zum Spielen selbst: wie hält man die Flöte richtig, wie greift man oder trillert etc…..
  • es gibt unter Instrument einen Bereich zur Pflege des Instruments

Daneben habe ich versucht, die elend langsamen Besetzungs-Listen der Notenübersicht ein wenig zu beschleunigen.

Naja, ich hoffe, die Änderungen gefallen und passen so…. und vielleicht bekomme ich ja auch ein bisschen Feedback, ob das denn alles verständlich und sinnvoll ist und ob es Euch jetzt besser gefällt als früher….. Gelegenheit dazu gibts entweder hier, indem Ihr einen Kommentar verfasst, oder per Mail oder im Forum, das leider bisher gar niemanden zu interessieren scheint…..

Ich würde mich wirklich sehr freuen (wie immer)…. und das ist ernst gemeint…

Frohes Schwitzen!

Claudia

Switch to our mobile site

%d Bloggern gefällt das: