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Vorausschicken möchte ich, dass ich bestimmt schon seit ca. 20 Jahren Capella benutze und seit etwa 15 Jahren auch Capella Scan. Ich habe praktisch jedes Update gekauft und war insgesamt bisher mit Preis-/Leistungsverhältnis und in den Fällen, in denen ich was brauchte, auch mit dem Service sehr zufrieden. Soviel als Vorbemerkung.

Nun ist es so, dass ich wunderbarerweise eine sehr musikalische Familie habe. Das führt dazu, dass es zu Weihnachten gerne auch musikalische Geschenke gibt. Dieses Jahr war meine Nichte dran, für den Musik-LK braucht es Möglichkeiten zum Hördiktat üben, ein E-Piano war mir zu teuer, also habe ich in blindem Vertrauen und ohne zu vergleichen, basierend auf meinen Erfahrungen mit den oben genannten Produkten, die passende Software von Capella gekauft. Audite!

Bestellt, darum gebeten, die Lizenz auf die zu beschenkende einzutragen und dann im Januar (vorher haben wir uns nicht gesehen) übergeben. Der erste Wehrmutstropfen, dass die Software nicht auf Linux, sondern nur auf Windows läuft, schien mir unvermeidlich und war mich auch klar. Die Installation klappte dann wohl unter Windows auch ganz gut.

Beim nächsten Familientreffen, ca. 14 Tage später, bat mich meine Nichte dann um Hilfe, weil Sie nicht so recht mit dem Programm klar kam. Ich war noch ganz optimistisch. Es gab zwei Probleme: einmal die Lautstärke der Diktate im Verhältnis zur Lautstärke der Geräusche, die als Hinweis auf richtig oder falsch ausgegeben werden. Das habe ich hinbekommen, das Problem war nur, dass die verschiedenen Sounds von verschiedenen „Quellen“ kommen und das ließ sich im Programm einstellen, wobei sich die Benennungen nicht so ganz intuitiv verstehen ließen, sonst hätte ich sicher nicht helfen müssen.

Das zweite Problem dagegen überraschte mich total. Die Benutzeroberfläche der Anwendung ist grafisch gestaltet, mit großen Schaltern zum Aufruf der verschiedenen Funktionen. Ganz oben steht erst mal riesig der Produktname und natürlich „Capella-Software“. In den verschiedenen Übungsmodi rutschen dann leider die Bedienelemente so weit nach unten, dass sie auf dem Netbook nicht mehr zu erreichen sind. Es gibt keinen Scrollbalken und keine Skalierungsmöglichkeit, auch nicht in den Software-Einstellungen. Wohl oder übel blieb also nur die Variante, unter Windows die Bildschirmauflösung zu ändern. Obwohl ich schon befürchtete, dass das kleine Netbook gar nicht noch mehr Pixel zu bieten hätte, fand sich tatsächlich noch eine höhere Einstellung. Allerdings ist die auch nur in der Vertikalen größer, so dass alle Anzeigen total  verzerrt werden (Verhältnis von Höhe zu Breite stimmt eben nicht mehr).

Die erste Reaktion meiner Nichte war „dann tausch es doch um“. Ich aber war noch immer voller Hoffnung, weil ich den Laden ja schon lange kenne und weiß, dass für Capella und Capella-Scan auch immer wieder updates bereitgestellt werden. Aufgrund meiner eigenen Programmierversuche weiß ich außerdem, dass Skalierbarkeit und/oder Scrollbars heute in der Regel mit einem einzigen Schalter gesetzt werden können, die Änderung wäre also keine große Sache. Also habe ich eine Mail an den Hersteller geschickt. Ab hier nun in Zitaten (Hervorhebungen in Fettdruck sind nur für die Veröffentlichung hier, um das Problem schneller erfassen zu können):

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Dezember habe ich bei Ihnen Audite! gekauft, um es meiner Nichte zu schenken. Leider musste ich bei meinem letzten Besuch erfahren, dass sie große Probleme mit der Software hat, weil der Screen im Gegensatz zu den mir seit vielen Jahren bekannten und von mir geschätzten Anwendungen Capella und Capella-Scan aus Ihrem Haus, weder scroll- noch skalierbar ist. So werden in den verschiedenen Ansichten jeweils Controls am unteren Bildschirmrand abgeschnitten. Es gibt gar keine Konfigurationsmöglichkeiten bezüglich der Ansichten, so dass Sie nur die Auflösung ändern kann, was auf dem Netbook aber zu einer sehr unschönen Verzerrung des Bildes führt (Verhältnis Höhe-Breite ist nicht korrekt). Ich wurde schon darum gebeten, die Anwendung umzutauschen, kenne aber auch keine Alternative, um sich auf Hördiktate für das Musik-Abitur vorzubereiten. Meine Frage ist nun, ob nicht eventuell ein Upgrade mit entsprechenden Anpassungen möglich ist? Skalierbare Ansichten sind eigentlich in der aktuellen Programmierung kein Problem mehr, noch weniger ein Scrollbalken.  
Können Sie da eine Lösung in Aussicht stellen, oder muss ich in der Tat die Anwendung umtauschen (wenn das überhaupt möglich ist)?  
Informationen zu Mindestvoraussetzungen bzgl. der Auflösung konnte ich auch bei expliziter Suche danach bisher auf Ihrer Website nicht entdecken.

Ich hoffe auf Ihre Unterstützung

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Haider

Eigentlich denke ich,  das war freundlich und nicht ungeduldig und es wurde auch ziemlich klar, welche Lösung, nämlich die Konfiguration der Bildschirmauflösung, wir vorübergehend gewählt hatten. Einen Tag später (die Reaktionszeit ist wirklich ok), kam folgende Antwort (selbstverständlich bezügl. des Absenders anonymisiert, war in echt ordentlich unterschrieben):

Sehr geehrte Frau Haider,

vielen Dank für Ihre E-Mail. audite! arbeitet mit einer festen Fenstergröße, um zu gewährleisten, dass das Design immer gleich aussieht. Dabei haben wir die Größe des Fensters so gewählt, dass es auch auf kleinen Bildschirmen noch gut dargestellt werden kann. Ein Netbook könnte allerdings tatsächlich zu klein sein. 
Hier kann man sich evtl. helfen, indem man die Bildschirmauflösung größer wählt. Da dies in der Windows-Systemsteuerung passiert, wirkt es sich auf alle Programme auf dem System aus.  

Mit freundlichen Grüßen

Tja, da habe ich mich doch erst mal gefragt, ob meine Mail überhaupt ganz gelesen und/oder verstanden wurde. Warum die das machen ist mir zum einen einigermaßen klar und zum anderen völlig egal, wenn die Nutzung der Anwendung darunter leidet. Die angebotene Lösung hatte ich ja bereits beschrieben und auch die Tatsache, dass es eben verzerrt erwähnt, was, wie hier nochmal freundlich betont wird, dann auch noch für alle Programme der Fall ist, auch für die die anständig programmiert sind. Ich gebe zu, diese Antwort, die auf meine Fragen zu Update und/oder Umtausch gar nicht einging, hat mich schon ziemlich genervt. Also nochmal deutlicher (selbstverständlich im Original mit Anrede, hier für die Veröffentlichung aber anonymisiert und mit nachträglichem Fettdruck):

Sehr geehrte(r) …,

wie bereits in meiner ersten Mail dargestellt tut das meine Nichte aktuell. Allerdings ist das Verhältnis von Höhe zu Breite für die aktuell tendenziell breiteren Bildschirme ein Problem und führt (wie bereits in meiner letzten Mail erwähnt) zu Verzerrungen des Bildes. Wofür die starre Darstellung gut ist, ist mir schon klar, allerdings scheint mir dies bei der Vielzahl der am Markt befindlichen Geräte eine arge Einschränkung, die wenigstens in den technischen Anforderungen zu finden sein sollte BEVOR man ein Produkt von Ihnen kauft. Ein Scrollbar ändert übrigens auch nichts am Design und würde ausschließlich auf zu kleinen Bildschirmen erscheinen, das wäre eine Lösung, die allen Beteiligten hilfreich wäre. Bitte teilen Sie mir mit, wie eine Rückgabe ablaufen würde, falls meine Nichte darauf besteht.

Danke

Claudia Haider

 Auf die nächste Antwort musste ich dann schon einen Tag länger warten (vermutlich bin ich da schon in die Problemschublade gerutscht) und sie kam von einem anderen Ansprechpartner (positiv zu vermerken, dass immerhin alle Mails tatsächlich unterschrieben sind, das habe ich bei anderen Läden auch schon anders erlebt).

Sehr geehrte Frau Haider,

für zukünftige Versionen können wir Ihre Kritik/Anregungen gerne aufnehmen. Es ist uns aber derzeit nicht möglich, zeitnah ein Update anzubieten.

Software ist nach der Installation grundsätzlich von der Rücknahme ausgeschlossen. Die Widerspruchsfrist ist auf zwei Wochen nach dem Kauf begrenzt, sofern die Packung nicht entsiegelt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Aha. Nun also eine Antwort, allerdings nicht die erhoffte oder erwünschte. Von der Rücknahme ausgeschlossen, wenn die Packung geöffnet wurde. Tja, wie könnte man das Problem wohl ohne Installation entdecken, wenn die technischen Voraussetzungen nicht ausgewiesen sind? Was ist zeitnah?  Trotz des Hinweises auf die fehlende Spezifikation im letzten Mail kein bisschen von „oh, da ist uns wohl ein Fehler unterlaufen“ oder „das sollten wir vielleicht mal auf die Seite schreiben“. Nein, der Kunde hat bezahlt und der Kunde ist der Depp. Super! Fast 100 Euro ausgegeben und dann so abgefertigt werden. Hier meine letzte Antwort:

Sehr geehrte(r) …,

wie ist das mit der Tatsache zu vereinbaren, dass die Mindestauflösung nirgendwo angegeben ist? Oder können Sie mir diese Angabe auf Ihrer Seite zeigen? Das ist sehr ärgerlich und ziemlich sicher aus Sicht des Verbraucherschutzes nicht korrekt.

Claudia Haider

Ich erwarte darauf eigentlich gar keine Reaktion mehr. Normalerweise bin ich ein umgänglicher Mensch, aber in diesem Fall fühle ich mich über den Tisch gezogen. Ein einziges Wort, das etwas Einsicht signalisiert oder auch ankündigt, diese Einschränkung wenigstens für andere Kunden deutlich sichtbar irgendwo zu veröffentlichen, hätte mich vielleicht schon besänftigen können. Ein kleiner Hinweis auf eine „Eigenschuld“ an der Situation statt der in Form der Umtauschablehnung unterstellten Absicht, eine Raubkopie zu erschleichen. Ich lese hier nur Borniertheit und Widerwillen statt Service oder Verständnis.

Heute habe ich dann einfach mal gegoogelt und eine Freeware  gefunden, die auch auf Linux läuft (und auf Windows und auf Mac):

http://ryuu.de/2010/05/musik-mit-pinguin-iv-gehoerbildung-mit-solfege/

Ich kenne die Software noch nicht, werde sie aber testen. Das nächste Update von Capella ist noch lange nicht meins, eher mache ich mich mal über die Konkurrenzprodukte schlau. Der Ton macht die Musik, gerade bei Musikern. Und ich habe nicht das Gefühl, dass man mir hier helfen wollte. 

Diese Geschichte nur als kleine Warnung für alle, die an die Anschaffung von audite! denken oder in anderen Fragen mit dem Hersteller zu tun haben.

 

Derzeit ist das Urheber- und/oder Copyright eines der großen Tagesthemen, nicht zuletzt dank der Erdrutsch artigen Gewinne der Piraten in den verschiedenen Meinungsumfragen. Ich bin juristisch komplett ungebildet und habe selbst auch kein Patentrezept dafür, wie man diesen Interessenkonflikt lösen kann. Weil ich aber Freunde im Verlagswesen habe, Komponisten kenne, die in der GEMA sind und mich auch manchmal schon selbst über kopierte Inhalte von meiner Seite in fremden Webauftritten geärgert habe, lässt mich das Thema durchaus nicht kalt.

Ziemlich schockierend finde ich die Selbstverständlichkeit, mit der alles mögliche ständig kostenlos gefordert und erwartet wird. Als Beispiel möchte ich hier mal auf das Ratgeberportal www.gutefrage.net verweisen. Ich bin da verschiedentlich über meinen Google Alert „Querflöte“ gelandet und habe auch die eine oder andere Frage beantwortet. Wenn man allerdings die Fragen anschaut, so sind ca. 70-80% der Fragen zum Thema Querflöte: „Ich brauche kostenlose Noten“. Es variiert das gesuchte Lied oder Genre, aber kostenlos ist immer ein Muss. Wie kommt so was? Keiner sucht kostenlose Autos, Schuhe oder Makeup. Aber Noten sollen kostenlos sein?

Hat einer von Euch Suchenden schon mal eine gut lesbare Notenseite auch nur durch Abschreiben produziert? Ich habe verschiedentlich Noten mit Capella zusammengeschrieben, entweder, weil das Original schlecht leserlich war, weil ich nur eine Partitur hatte, aus der ich eine Stimme benötigte, weil ich mehrere Stimmen zusammenführen wollte oder was zu transponieren hatte. Und ich kann Euch sagen, dass das bei einem umfangreicheren Stück auch schon Arbeit macht. Wenn ich jetzt auch noch selbst komponieren oder arrangieren würde, also neben der Handarbeit auch noch Grips investiert hätte, dann bräuchte ich ja noch viel mehr Zeit. Wenn man das gut und für viele Stücke machen möchte, dann muss man auch irgendwann auch davon leben können. Also muss es auch was kosten. Alle schimpfen über zu niedrige Löhne und Menschen, die arbeiten und davon nicht leben können. Aber warum soll dann ein Autor, Komponist, Arrangeur oder auch Übersetzer, Setzer und Publisher für seine Arbeit kein Geld bekommen? Wollt Ihr wirklich alles mit Werbung zugepflaster haben? Ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Ich denke schon, dass die aktuelle Abrechnungsform für die meisten Medien nicht mehr praxisgerecht ist, weil moderne Medien und Techniken einfach nicht kontrollierbar sind wie Hardcopies. Aber ich bin der Meinung, dass geistige Leistungen, Kunst, Bildung und Musik ein wertvolles Gut sind. Vermutlich sogar das wertvollste überhaupt. Und wertvoll ist eben nicht zwingend kostenlos. Wenn Ihr ein Lied unbedingt haben wollt (in Noten), dann setzt Euch hin und hört es raus. Das könnt ihr nicht? Vielleicht versteht ihr dann, dass es Geld wert ist, wenn sich jemand die Mühe macht und das aufschreibt?

Ich bekomme auch erschreckend häufig Emails, in denen ich gebeten (in guten Fällen) oder aufgefordert (in den auch nicht seltenen weniger Guten Fällen), Material oder Informationen für eine Schularbeit oder ein Referat zusammenzustellen. Hallo? Auf meiner Seite finden sich Informationen ohne Ende. Diese stammen aus dutzenden von Büchern, Artikeln. Booklets, Notenausgaben und Gesprächen. Ich habe die hier öffentlich gemacht, für lau und weil es mir Freude macht. Da kann sich jeder bedienen. Aber ich bin nicht die Bedienung. Fragen beantworte ich immer gerne, aber diese „Fütter-mich-Mentalität“ geht mir wirklich so was von auf den Nerv. Nie gab es so viel Information und Möglichkeiten in Griffweite und nie war das Anspruchsdenken größer. Das ist sehr traurig und sehr bedenklich, finde ich.

Wie wäre es denn mit einem Tauschsystem? Wer ein Buch oder ein Musikstück in Noten oder gespielt für lau haben möchte, der gibt dafür ein analoges Werk aus eigener Feder. Das würde wenigstens den Kulturbetrieb beflügeln. Macht doch mal was selber, ehe ihr von anderen immer nur haben wollt, wie wäre es damit?

Musik für alle

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Vielleicht hat es der eine oder die andere mitbekommen. Kindergärten und Schulen haben die letzten Jahre viel Ärger wegen Kopien von Seiten aus Liederbüchern gehabt. Ein Resultat ist, dass viele Einrichtungen das Singen mit Kindern stark reduziert oder ganz eingestellt haben. Jetzt habe ich eben entdeckt, dass es einen Verein gibt, der GEMA-freie Liederbücher herausgibt und an Kinderbetreuungseinrichtungen verteilt. Der Verein Musikpiraten e. V. setzt sich für GEMA-freie Musik ein. Wenigstens das geschilderte Projekt finde ich sehr sinnvoll. Die DiBa vergibt 1000 € an einen Verein, der im Internet in einer Abstimmung gewinnt. Wer die Musikpiraten hier unterstützen will, möge dem folgenden Link folgen: https://verein.ing-diba.de/kultur/65451/musikpiraten-ev#

In eigener Sache sozusagen. Diese Woche habe ich per Mail die Information bekommen, dass jemand mit sogenannter „Spam-Injection“ meinen Blog missbraucht hat, um hier einen Link auf seine eigene, wohl nicht besonders seriöse Seite, zu setzen. So was kann dazu führen, dass Google einen abstraft, in dem die eigene Seite nicht mehr in den Suchergebnissen auftaucht. Außerdem ist es in meinem Empfinden ein massiver Eingriff in meinen Privatbereich. Ich war und bin also ziemlich sauer und habe leider auch viel zu viele Stunden benötigt, um das wieder rauszubekommen.

Nun frage ich mich, warum ein so unbedeutender Mini-Privat-Blog solche Idioten überhaupt interessiert? Inzwischen hatte ich in diesem Jahr bereits einen Angriff auf das Forum, diese Spam-Attacke auf den Blog und neulich hat jemand mein Mailkonto gekapert und von da rumgespamt. Alles in einem Jahr, nachdem fast 15 Jahre diese Webpräsenz vollkommen ungestört existieren konnte.

Was ich damit sagen möchte ist nur, dass ich mittlerweile alle meine Passworte verkompliziert habe und ich Euch das auch raten möchte. Der Wind im Netz wird schärfer und man sollte sich als einfacher Anwender darauf einstellen. Die Kriminalstatistik für Onlinedelikte entwickelt sich für mich von einer Zahl in den Medien zur echten Realität. Und auch wenn ich selbst dadurch bisher keinen wirtschaftlichen oder juristischen Schaden erlitten habe, bin ich ärgerlich und traurig darüber, weil diese Aktivitäten eine gute Sache, die wie ich finde auch zu einer gelebten Demokratie beiträgt, indem man sich äußern kann und auch leicht Informationen erhält, zu einem Ort macht, an dem man sich in Acht nehmen muss und massenweise Wegelagerer zugange sind. Natürlich gab es im Netz schon immer Probleme, wie Kinderpornographie und ähnliches, bisher konnte man aber den Eindruck haben, dass dies bestimmte Bereiche waren, denen man aus dem Weg gehen kann,vergleichbar mit gefährlichen Stadtvierteln im realen Leben. Die Probleme schwappen jetzt aber mehr und mehr in alle Bereiche des Webs.

Also, bitte seid aufmerksam, gebt Bescheid, wenn Euch was auffällt und achtet auf Eure eigenen Daten!

Kürzlich habe ich über den tollen Service beim Zimmermann-Verlag berichtet. Aufgrund dieser positiven Erfahrung war ich ganz entspannt, als ich kürzlich feststellte, dass in dem Stapel Noten, den ich aus einem Nachlass erworben habe, einzelne Stimmen in der einen oder anderen Ausgabe fehlten.

Locker flockig ein Mail an den Schott-Verlag geschrieben. Leider hieß es hier nur: „Bei uns liegen alle Ausgaben nur komplett auf Lager, Verkauf einzelner Stimmen ist nicht möglich.“ Schade auch. Natürlich ist mir auch klar, dass ein Verlag nicht Einzelstimmen rumliegen hat. Andererseits habe ich schon häufig richtig Geld für Verlags-authorisierte Kopien bezahlt. Warum ist man also nicht so schlau, auf diesem Weg ein Geschäft zu machen? Und gibt es bei so einem Verlag gar keinen Ausschuss, der zu übrigen Stimmen führt oder ähnliches? Kann ein Verlag nicht erkennen, dass jemand, der so anfragt einfach auf legalem Weg eine Ausgabe vervollständigen möchte?

Ich jedenfalls fühle mich etwas alleine gelassen und vermutlich nur, weil ein Bearbeiter nicht eben über viel Fantasie verfügt. Sehr schade. Immer wieder werde ich von anderen Musikern gefragt, ob ich bestimmte Ausgaben habe, damit jemand sich eine ihm abhanden gekommene Stimme kopieren kann. Das ist im Grunde illegal. Aber was bleibt einem übrig, wenn Verlage nicht helfen, wenn Stimmen fehlen? Mitmusikern nur Kopien statt Originale geben ist ja genauso illegal.

Es wäre schön, wenn der Service vom Zimmermann Verlag hier ein wenig Schule machen könnte….

Kinder und Musik

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Ich bin ein großer Verfechter einer musikalischen Ausbildung für Kinder.

Das ist jetzt nicht die Nummer, dass alle Geige spielen und in Konzerte rennen sollen. Kein elitärer Spleen oder so was. Nein, ich bin überzeugt, dass Musik Kindern vieles ermöglicht, dass sie dadurch bessere Chancen im Leben erhalten. Ich denke, die vielen Studien, die zu diesem Thema schon gemacht wurden, haben gezeigt, dass das Spielen eines Instrumentes gut für intellektuelle Leistungen und Konzentrationsfähigkeit sind.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass jedenfalls die Mustererkennung gefördert wird, die auch in anderen Zusammenhängen (zum Beispiel bei der Arbeit mit Software) von Vorteil sind. Die Auffassungsgabe wird besser, auch das Gedächtnis, finde ich. Dazu kommt das Training der Koordination und Feinmotorik. Die Konzentrationsfähigkeit durch Proben, Unterricht und Üben. Neben diesen Solo-Fähigkeiten wird durch Kammermusik und Orchester auch die Kommunikation und das Einfühlungsvermögen verbessert. Wer gut musizieren will, der muss mit seinen Mitmusikern zusammenarbeiten, der muss sich öffnen. Ich glaube, die derzeit in unserer Gesellschaft zu beobachtenden Spaltungstendenzen, das fast schon autistisch desinteressierte und egozentrische Verhalten in allen gesellschaftlichen Bereichen (im Job, im Strassenverkehr, in der Nachbarschaft) wären zu bremsen, vielleicht sogar ganz aufzuhalten.

Für die Persönlichkeit eines Kindes bildet die Musik Erfolgserlebnisse und eine Ausdrucksmöglichkeit. Im Idealfall bietet ein Verein, ein Schulorchester oder die Musikschule auch die Möglichkeit, gemeinsam mit Gleichaltrigen Wochenenden zum Proben oder Konzertieren auswärts zu verbringen. Das ist ein Weg, mal die Nase außerhalb des Elternhauses in den Wind zu halten.

Der wesentliche Unterschied zum Sport (von dem ich zugegeben sehr wenig Ahnung habe), ist, dass Musik eigentlich mehr ein Mit- als ein Gegeneinander ist. Natürlich gibt es auch in der Musik Wettbewerbe und Konkurrenz. Aber das ist nicht die Eigenschaft der Musik sondern das, was durch eine Institutionalisierung daraus wird. Beim Sport ist dagegen der Wettkampf eines der Grundthemen. Der Begriff „Konzert“ kommt zwar von „concertare – wetteifern“, das ist aber eher bildlich zu verstehen. Musik ist immer als Miteinander zu verstehen, sonst funktioniert es nicht. Es hat wohl auch noch nie jemand Fans verschiedener Orchester in einer Prügelei erwischt im Gegenteil zu Fussballfans.

Wichtig ist, dass Kinder Freude am Musizieren haben, dass nicht der Ehrgeiz der Eltern der Antrieb ist sondern die Neugier des Kindes. Ich halte nicht viel von großem Druck am Beginn des Lernens. Ich finde, ein Kind muss eine natürliche Bindung zu seinem Instrument entwickeln, soll das Spielen vermissen, wenn es nicht möglich ist, soll die Musik als Bestandteil des eigenen Lebens empfinden und so auch dabei bleiben. Das heißt für Eltern auch, dass bei andauernder Unlust oder Beschwerden des Kindes über den Instrumentallehrer ein neuer Lehrer her sollte. Es gibt nicht „den“ guten Lehrer, der Lehrer muss zum Kind passen und sich auf den Schüler einstellen. Ich finde, das ist zu Beginn beinahe das Wichtigste überhaupt.

Sehr erfreulich sind die aktuellen Entwicklungen mit Bläserklassen in Grundschulen und Gymnasien (ich hoffe, das gibt es auch auf Haupt-, Real- und Gesamtschulen?). Auch das Projekt in NRW, das jedem Kind den Zugang zu einem Instrument eröffnen will, ist sehr zu begrüssen. Es geht nicht darum, Profimusiker heranzuziehen oder Wunderkinder zu sammeln. Es geht darum, Kindern Chancen zu eröffnen und eine spannende Welt voller Musik zu eröffnen. Ich bin sicher, das bereichert jedes einzelne, egal wie lange es dabei bleibt. Vorausgesetzt natürlich, die Lehrer in diesen Projekten schaffen es, einen gewissen Idealismus zu behalten und das Unterrichten nicht nur als irgendeinen Job anzusehen.

In Köln, einer so musikalischen Stadt, müssten eigentlich unzählige solcher Projekte möglich sein. Vergleichbar mit den großartigen Projekten zum Lesenlernen in Grundschulen sollten die unzähligen Musiker in Köln, die wirklich gut von Ihrer Arbeit leben können, auch einen Weg finden, Kindern, denen ihre Eltern den Zugang zur Musik nicht bieten können, ehrenamtlich ein wenig Einblick in diese Entfaltungsmöglichkeiten zu gewähren.

Im Verlauf eines Lebens bietet die Musik immer wieder Halt und ein Ventil, erlaubt es einem auch nach Umzügen und anderen Veränderungen immer wieder neue Kontakte zu schließen und Menschen kennenzulernen, die dieses Interesse teilen. Das ist einfach wunderbar!

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