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Wie kommt man bei einem Konzert über das Lampenfieber weg? Wie schafft man, dass Musik überzeugend klingt? Wie kann Musik, das Üben oder eine Probe zur Entspannung beitragen? Ich glaube, die Lösung für alle diese Fragen liegt darin, ganz in der Gegenwart zu sein. Wenn man es schafft, sich ganz auf den Klang zu konzentrieren, ganz im Moment, in der Musik zu sein, dann ist man nicht nervös, dann kann man abschalten und dann klingt es auch am besten. Das gilt natürlich für Konzerte, aber besonders auch für Proben. Wenn man in der Probe nicht zu hundert Prozent bei der Sache ist, wenn man die Zeit nur “ableistet” oder nur das nötige tut, dann kann man die Probe auch einfach lassen. Um richtig zu proben, muss man ja auch tatsächlich das proben, was man später im Konzert spielen möchte. Das heißt, man muss alles hineinlegen, absolut überzeugen wollen und den Ausdruck “leben”. So macht es dann auch am meisten Spaß und man entwickelt sich weiter.

Ich habe das früher nicht getan, bin von Probe zu Probe gerannt und habe nur vor mich hin gedudelt. Das ist Beschäftigungstherapie, mehr nicht. Musik ist ja eine Gegenwartskunst, das heißt, sie findet absolut im jetzt und hier statt. Selbst wenn man was aufnimmt, kann man ja nur aufnehmen, was auch gespielt wurde.  Eine Korrektur ist nicht möglich, das macht die absolute Konzentration so wichtig. Wenn ich nun beim Spielen abschweife, an eine schwere Stelle oder den nächsten Satz denke, oder womöglich an das Bier danach, dann kann es fast nur schief gehen. Schwierig ist das insbesondere bei einfachen Stücken, für die man diese Konzentration nicht zwingend benötigt. Aber gerade da kann man mit voller Konzentration besonders viel rausholen.

Auch hier merkt man wieder, das hat was von Autogenem Training oder Meditation.

Ein Kessel Buntes

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Dieses Wochenende hatte es für mich persönlich ganz schön in sich.

Freitag ca. 6,5 h Probe, Samstag 4 h Probe, heute zweimal je ca. 3 h Probe.

Das ganze verteilt auf 3 vollkommen verschiedene Formationen.

Freitag eine erste Lese- und Abstimmungsprobe für das Musical Jekyll & Hyde, mit dem San Francesco Chor in Bedburg (es gibt übrigens noch vereinzelte Restkarten). Da bin ich der einzige Bläser und muss mich mit dem Orchester in Form eines Synthesizers arrangieren. Das bedeutet ein bisschen Kreativität, Blattlesen und recht viel solistische Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten und -pflichten. Ziel ist, Farbtupfer zu setzen, das Sahnehäubchen sozusagen….

Samstag und heute morgen dann Blasorchester. Hier gilt es im Satz zu spielen. Schwerpunkt ist Intonation und exaktes timing. Gefragt ist, sich hundertprozentig nach dem Dirigenten zu richten. Teil des Schwarms sozusagen und Individualismus schadet nur (außer an Solostellen).

Heute Nachmittag dann zum Abschluss Flötenquartett (Flöte und Streichtrio). Kammermusik mit Führungsverantwortung. Genau hinhören, Intonation ist wichtig und vollkommen anders als mit anderen Bläsern. Hinhören, reagieren, sich fügen und trotzdem auch ein bisschen gestalten.

Jede Aufgabe also vollkommen anders. Das einzige gemeinsame ist die Flöte. Einspielen war eigentlich nicht, üben schon gar nicht…. puh

Ich habe gemerkt, wie schwer es ist, sich auf die verschiedenen Anforderungen einzustellen und auch, dass am Ende so eines Wochenendes sowohl die Konzentration als auch die Kondition stark nachlassen. Da heißt es: trainieren, das steht mir die kommenden Wochen öfter mal bevor……

Jetzt hätte ich gerne noch Wochenende, schade eigentlich. Aber immerhin sehr erfüllte  Tage, man kann seine Zeit auch schlechter verbringen als mit netten Menschen beim Musik machen  ;-)

Jetzt Füsse hochlegen und Tatort gucken und dann ab ins Bett.

Kammermusik ohne “Dirigent” oder “Gruppenleiter” oder “Lehrer”. Das ist ja eigentlich die Regel, wenn man nicht gerade an einer Musikschule musiziert. Und doch bergen diese Auge-in-Auge-Konstellationen unter gleichgesinnten Mitmusikern ganz eigene Herausforderungen.

In so einer Gruppe von drei bis zehn Musikern ist es gar nicht einfach, vernünftige Proben hinzubekommen. Proben, die allen Vergnügen bereiten und gleichzeitig auch noch dazu führen, dass man am Ende ein Stück einigermaßen beherrscht. Für eine richtige Probe braucht es ja auch einen Plan:

  • was probt man,
  • wie probt man,
  • was läuft falsch,
  • wer hat welche Probleme mit einem Stück.

Die Vorstellungen zu jedem einzelnen dieser Punkte können beliebig weit auseinander gehen. Und dann zeigen sich die Eigenheiten der verschiedenen Kollegen: einer ist grundsätzlich das “Opfer” der Unzulänglichkeiten anderer: “Ihr seid alle zu laut”, “Du gibst den Einsatz nicht eindeutig” usw. Diese Einstellung verhindert garantiert, dass man darüber nachdenkt, was man vielleicht selbst anders oder besser machen könnte. Alle anderen haben Schuld und darum hilft es ja auch nichts, selbst etwas zu ändern. Keine Selbstkritik… keine Korrektur… keine Verbesserung.

Und dann gibt es manchmal auch einen, der allen anderen erklärt, wie es geht. Wie man zählt, wie man intoniert und vielleicht auch noch, wie man das Instrument spielt. Selbst wenn er es selbst nicht einmal beherrscht. Solche machen sich meist am aller schnellsten bei allen unbeliebt. Die Kritik wird abgelehnt, egal ob sie ganz oder teilweise berechtigt ist. Auch hier ist kaum Aussicht auf Verbesserung der Situation.

Aber wie geht es dann? Schwierig. Ich denke, man muss sich erst mal kennen lernen. Wenn man sich ein bisschen kennt, dann hat man auch mehr Vertrauen zueinander. Und dann sollte jeder mal was sagen und zwar im “richtigen” Ton. Freundlich bleiben, mehr Vorschläge machen als Anweisungen zu geben. Es ist schwierig und nicht jeder kann Kritik, in welcher Form auch immer, vertragen. Es braucht Fingerspitzengefühl und Humor und Selbstkritik. Und natürlich ist alles einfacher, wenn man sich wirklich gut versteht. Wenn Freunde miteinander musizieren.

Wenn das mit dem Ansprechen der Problemstellen funktioniert, dann muss man nur noch eine für alle taugliche Lösung für das Ausmerzen dieser Probleme finden. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten: Harmonien aufbauen, Stimme für Stimme. Schnelle Stellen langsam proben, mit Metronom oder ohne, Zusammenhänge und Strukturen sezieren. Manche wollen einfach ein Stück immer wieder ganz spielen. Andere bestehen darauf, nur vorher geübtes zu spielen und wollen in der Probe gar nicht so recht arbeiten. Andere üben ihre Stimme während der Probe und stören damit den Probenablauf.

Noch ein wesentlicher Punkt: Wie geht man mit Fehlern um? Abbrechen oder weiterspielen? Auch hier ist Einigkeit wichtig. Wenn einer grundsätzlich das Instrument senkt, sobald was nicht klappt, werden alle, die gerne musizieren möchten, darüber wahnsinnig.

Was ist also das Fazit? Musik ist etwas sehr persönliches. Aus diesem Grund ist man beim Musizieren auch sehr angreifbar, man gibt etwas sehr privates Preis, wenn man es gut macht. Und man möchte mit Respekt behandelt werden. darum sollte man auch andere mit Respekt behandeln. Man soll und muss sich Mühe geben. Aber wenn es nicht funktioniert, wenn die Chemie und die Vorlieben nicht zusammen gehen, dann muss man es einfach lassen.

Eine Variante des Miteinander habe ich noch vergessen. Es gibt auch Konstellationen in denen alle zusammen einmütig einem Mitspieler die Führung überlassen, weil alle ihn oder sie als dafür kompetent akzeptieren. Das macht alles einfacher. Nur auch in diesem Fall muss derjenige, der das Heft übernimmt, diese Vollmacht zu schätzen wissen und sorgsam mit dem entgegengebrachten Vertrauen umgehen.

Zusammen Musizieren muss eben auch das sein: zusammen. Einigkeit macht stark. Natürlich sind Diskussionen möglich und auch hilfreich. Nur Streit ist übel und bringt gar nichts. Kommunikation und Miteinander, man kann es wohl nicht bei vielen Gelegenheiten besser trainieren…

Nun ist es vorbei…. das diesjährige KBO-Projekt (Kreisblasorchester). Gestern war unser Konzert, und ich denke, es war gut. Da ich mitgespielt habe und daher recht beschäftigt war, werde ich nicht mal versuchen, eine Kritik oder auch nur Meinung zum Klang der Musik zu äußern. Dafür kann ich aber darüber schreiben, wie es war zu spielen und auch vorher zu proben:

Es war schön!

Unser lieber Dirigent Ekkehard Feldmann hat es gleich von Beginn (Armenische Tänze) geschafft, alle 70 Mann/Frau zu fesseln, seine Konzentration und Spannung an alle weiterzugeben, Nervosität in Konzentration zu übersetzen. Das ist toll und macht sehr viel Freude. Natürlich gab es auch wackelige Momente. Unsicherheiten und auch Fehler können gar nicht ausbleiben. Aber die musikalische Spannung überwog, die Momente, in denen man den unangenehmen Eindruck hatte, in einer Art Nebel zu schwimmen, waren seltener als die Augenblicke gemeinsamen Musizierens.

Ein schweres Programm und eigentlich viel zu wenige Proben. Kein perfektes, aber ein schönes Konzert und lauter nette Mitmusiker. Was will man da noch mehr?

Darum eine herzliche Einladung: Auch nächstes Jahr wird es ein KBO-Projekt geben. Dann wird Matthias Kiefer die Proben leiten und Ekkehard die Holz-Satzproben übernehmen. Das Programm ist noch nicht bekannt. Aber ganz sicher wird es eine Herausforderung, Proben mit Kaffee- und Kuchenversorgung und ein Benefiz-Konzert mit anschließendem Büffet. Man lernt andere engagierte Musiker kennen und knüpft neue Freundschaften und Kontakte. Die Anmeldephase wird wieder kurz vor den Sommerferien beginnen und die Proben dann nach den Ferien richtig anlaufen….. meldet Euch! Proben finden am Wochenende und in der Regel in Bonn-Duisdorf statt…..

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