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Durchsuche Beiträge mit Schlagwörtern Piccolo

Ich gebe zu, wirklich gelesen habe ich das nicht. Wäre wohl etwa so unterhaltsam wie ein Telefonbuch. Aber durchgeblättert und ein wenig gestöbert wohl, sonst würde ich mich hier natürlich nicht dazu äußern.

Der über 400 Seiten starke Band hat etwa DIN A 5-Format. die Paperbackbindung macht das Aufschlagen ein wenig mühselig. Es handelt sich um eine überarbeitete Ausgabe aus 1978, die 2009 neu verlegt wurde. Das muss man hinsichtlich der dargestellten Repertoireauswahl natürlich berücksichtigen.

Das Kompendium geht zurück auf eine handschriftliche Sammlung des Autors, der eine Professur an der Universität Indiana innehatte.

Der Aufbau der Literaturlisten gruppiert zunächst nach Besetzungen, hier sind verfügbar:

  • Tägliche Übungen, Etüden und Schulen
  • Soli für unbegleitete Flöte
  • Sammlungen für Flöte und Klavier
  • Flöte und Klavier (oder Cembalo)
  • Piccolo-Studien, -Etüden und Schulen
  • Piccolo-Soli unbegleitet oder mit Klavier
  • Altflöte-Soli unbegleitet oder mit Klavier
  • Bassflöte-Soli unbegleitet oder mit Klavier
  • Flöte und Elektronik
  • Referenzmaterial (Bücher)
  • Trios, drei Flöten mit und ohne Klavier
  • Quartette mit und ohne Klavier
  • Fünf oder mehr Flöten
  • Ensembles mit Piccolo (verweist auf Titel in obigen Kategorien)
  • Ensembles mit Altflöte (verweist auf Titel in obigen Kategorien)
  • Ensembles mit Bassflöte (verweist auf Titel in obigen Kategorien)
  • Orchesterstudien
  • Flöten-Soli mit Band

Jeder Abschnitt ist noch nach Schwierigkeitsgraden unterteilt, innerhalb einer Schwierigkeitsstufe sind die Werke alphabetisch nach Komponist sortiert.

Ein einzelner Eintrag besteht aus dem Komponistennamen und dessen Lebensdaten, dem Titel, Verlag und einer Beschreibung durch den Autor. Die Beschreibung gibt dabei Charakteristika wieder, keine Meinung zu „schön“ oder „nicht schön“. Mehr eine Analyse der spezifischen Schwierigkeiten (technisch oder musikalisch anspruchsvoll etc.) und der Stilistik (lyrisch, rhythmisch….).

Die Herausgeber sind codiert und müssen in den Listen zu Beginn des Bandes nachgeschlagen werden. Im Anhang gibt es zusätzlich noch einen Index der Komponisten, so dass man auch in dieser Richtung recherchieren kann.

Abgesehen von der Problematik, dass manche Werke heute nicht mehr oder nicht mehr im gleichen Verlag erhältlich sind, bietet diese Übersicht einen guten Rechercheanfang. Für Lehrer ist die Gliederung nach Schwierigkeit besonders viel wert, für jeden, der schon mal Altflöten-Literatur gesucht hat, wird die oben beschriebene Gliederung ein Segen sein.

Alles ist natürlich in Englisch, was mich nicht weiter stört, aber vielleicht nicht jedermanns Sache sein wird. Ich finde es sehr praktisch und durchdacht. Ein guter Kauf, wie ich finde. Man bekommt dabei einen Einblick in die Amerikanische Sicht aufs Repertoire, die andere Schwerpunkte setzt (hinsichtlich Verlage und Komponisten sowie bezüglich der Einstellung zu Bearbeitungen).

Hier die Bibliographischen Details:

James P. Pellerite

A Handbook of Literature for the Flute

2009 Alfred Publishing Co., Inc

ISBN 0-931200-69-5

Als Klaviersextett (Holzbläserquintett + Klavier) ist am Donnerstag, dem 3. Mai ab 19.30 Uhr das Artetonal Ensemble aus München in St. Blasien im Festsaal des dortigen Kollegs zu hören. Mit Werken von Spohr, Mozart und Poulenc (sehr, sehr schön) ist das sicher sehr hörenswert. Karten gibt es zum mir nicht bekannten Preis hier.

Ein Quintettkonzert mit Werken von Reicha, Fucik, Lachner, Farkas und Klughardt gibt es am 5. Mai um 18 Uhr in der Friedenskirche Grünau in Berlin. Es spielen: Armin Bassarak (Flöte), Henry Handtke (Oboe), Alexandra Hentschel (Klarinette), Andrzej Jacher (Horn), Sabine Mende (Fagott). Der Eintritt ist frei.

Im Rahmen der bundesweiten Konzertreihe „Kirche klingt 2012 – 366 + 1“ der Evangelischen Kirche spielt am 9. Mai um 19.30 Uhr das Duo Christiane Schweer (Orgel) und Birgit Müller (Querflöte) in der Petruskirche in Steinhude. Es gibt auch Gedichte und Lesungen. Der Eintritt ist frei.

Das Harmonie-Musik-Festival in der Orangerie des Schloss Rheda präsentiert vom 10.-13. Mai das Ma’alot Quintett mit einem breiten Programm von Rossini über d’Indy, Gounod und Barber bis Mozart (kurz: quer durchs Gemüse). Die Konzerte werden über den Sommer im Deutschlandfunk ausgestrahlt.

Unter anderem die wunderbare Beethoven-Serenade für Flöte, Violine und Bratsche wird am 11. Mai um 20 Uhr in der Rellinger Barockkirche zu hören sein. Johannes Hinterholzer (Horn), Sergio Zampetti (Flöte), Mari Kato (Klavier) und die Salzburger Solisten spielen außerdem Mozart, Schubert, Haydn und Brahms, wie man das bei einem Konzert mit dem Titel „Wien, die Metropole im 18. und 19. Jahrhundert“ auch erwarten darf. Karten gibt es zu Preisen zwischen15 und 39 Euro. Am 12. Mai geht es schon um 19 Uhr an gleicher Stelle (und zu gleichen Preisen) in ähnlicher Besetzung weiter mit Werken von Bach, Albinoni und Romanino (Titel: „Italienisches um Bach“). Abgeschlossen wird der Zyklus am 13. Mai um 17 Uhr mit dem großen Finale, bei dem für Flötisten besonders das Mozart-Flötenquartett KV 285 von Interesse sein dürfte.

Das wunderbare Reinecke-Konzert erklingt am 13. Mai um 11 Uhr im SWR-Studio Kaiserslautern (Emmerich-Somla-Saal). Spielen wird Britta Jacobs begleitet von der Deutschen Radio Philharmonie.

„Französische Miniaturen“ für Flöte und Gitarre spielen Andreas Evers (Flöte) und Stephan Schäfer (Gitarre) im Augustinum in Schweinfurt am 31. Mai um 19.30 Uhr. Zu hören sind Werke von Poulenc, Ravel, Ibert, Bozza und anderen.

Mal was ganz anderes: Prosa und Lyrik, unterlegt mit Videokunst und natürlich Musik. Unter dem Titel „Phonolyrics – Am Ende einer Beinlänge“ gibt es am 15.06.2012 um 20 Uhr in Hannover, Theater an der Glocksee, ein Programm, bei dem die souligen und jazzigen Töne von YORK (Flöte, Rhodes, Sampler) und dem Bassisten Martin Gontarski stammen. Eintrittspreise sind mir leider nicht bekannt.

Ebenfalls am 15. Juni ab 19.30 Uhr kann man in der Felicianuskirche in Kirchweihe die schöne Besetzung Flöte (Sigrun Busch) und Harfe (Eva Pressl) hören.

Im zweiten Konzert der Schlosskonzerte Jever spielen Angela Dohmen (Flöte) und Axel Scholz (Klavier) am 11. Juli Werke von Telemann, Bach, Rutter, Fukushima, Ravel und Borne. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist der Eintritt frei, Normalos zahlen 18 Euro, Ermässigte 13 Euro.

Zur Feier des 250-jährigen Bestehens der Propstei Schloss Bürgel findet am 13. Juli um 19 Uhr ein Konzert für Flöte (Christine Braun) und Klavier (Sabine Hub) statt. Gegeben werden unter anderem Werke von Bach und Mozart. Der Eintritt kostet 20 Euro und Reservierungen sind erwünscht.

Wer weit in die Zukunft plant, sollte sich diesen Termin merken:

Am 16.01.2013 spielt Emmanuel Pahud mit dem Gitarristen Christian Rivet im Kultur-Casino Bern Werke von Bach, Piazzolla, de Falla und anderen. Los geht es um 19.30 Uhr, Karten gibt es zwischen 19 und 85 Schweizer Franken und da es ein Abo-Konzert ist, wohl besser früh welche besorgen.

Stellenausschreibungen gibt es auch:

Die Musikschule Aesch-Pfeffingen im Baslerland sucht einen Flötenlehrer für 9,5-12,5 Lektionen pro Woche. Bewerbungsschluss ist der 31. Mai, alle Infos gibt es in der Stellenausschreibung.

Das Landespolizeiorchester NRW hat eine volle Stelle für Querflöte/Piccolo zu besetzen. Die komplette Ausschreibung nebst Randbedingungen findet sich auf Vioworld.

Wie kommt es, dass man so wenig Flötisten trifft, die gerne Piccolo spielen?
Vermutlich liegt das daran, dass es so schwer ist und relativ undankbar, da falsche Töne und schlechte Intonation fast in allen Lebenslagen von jedem zu hören sind, weil das Piccolo sich meist in luftigen Höhen über allem anderen bewegt und heraussticht. Sticht… ja, das trifft wohl das Hörempfinden in den meisten Fällen auch ganz gut.

Es ist so schwierig, ein Piccolo angenehm und unauffällig erklingen zu lassen. Die Größe des Mundstücks erfordert einen noch viel exakteren Ansatz, jede kleine Abweichung von der Ideallinie ist ja in Relation zur Größe des Instrumentes schon ein Riesenfehltritt und wirkt sich auch so aus. Hier sind echte Feinmechaniker gefragt!

Als weiter Ursache für die weit verbreitete Abneigung würde ich vermuten, dass viele Flötisten und Flötistinnen ihre ersten Versuche am Piccolo auf entsetzlich schlechten Instrumenten machen müssen. Man braucht die Dinger ja nicht so oft, Orchester und Kapellen schaffen welche an, damit sie den Musikern geliehen werden können, aber investiert wird in solche Instrumente wenig (ich hatte eine Schülerin bei deren Vereins-Piccolo (Kunststoff-Instrument von Yamaha) die Klappen abfielen, weil die Gewinde für die Schräubchen im Korpus fast alle ausgebrochen waren).

In meinem Fall war das erst Piccolo ein uraltes Metallinstrument der Firma Grassi, das vermutlich schon sehr viele Flötisten aber noch nie eine Werkstatt von innen gesehen hatte. Die enge Mensur und meine Unkenntnis der Problematik führten zu wahnsinnigen Kraftanstrengungen. Das Ganze spielte sich in einem der unzähligen Musikvereine Süddeutschlands ab. Ich war etwa 10, spielte ein gutes Jahr die Querflöte und quälte mich nun mit Marschmusik, einer entsprechenden Marschgabel am linken Arm, dem Gleichschritt, dem Ansatz und der auswendig zu spielenden Locke (die Problematik der Pferdeäpfel kam dann beim ersten Ernstfall dazu)…….

Im nächsten Schritt dann der Florentiner-Marsch…. eine Hassliebe…. gegenüber Repertoire a la „Gruß aus Kiel“ ein wirklich reizvolles Werk…. mit einem fetten Piccolopart, technisch sehr anspruchsvoll (damals jedenfalls für mich). Zunächst die solistische Einleitung und später das Genudel im Trio…. viel geübt und nie gehört, weil das Blech an der Stelle alles andere plattgetrötet hat.

Und dann wurde ein neuer Dirigent eingestellt und beim Probedirigieren wurde der Florentiner aufgelegt. Ich war schon gewohnt, dass keiner hört oder hören will, was und ob und wie ich diesen technischen Part von mir gebe…. aber weit gefehlt. Der „neue“ hatte studiert, viel gelernt und probte das mit mir…. vor der versammelten Kapelle. Ich ca. 13 und seeeeeeehr peinlich berührt unter den Mitmusikern (die meisten um die 50)….. üble Erinnerungen.

Irgendwann hielt ich es dann für einen klugen Schachzug, mir selbst ein Piccolo zuzulegen. Erstens um nie wieder auf solchen Gurken spielen zu müssen und zweitens in der Hoffnung, dadurch vielleicht für ein paar Muggen attraktiver zu werden (hat auch einmal geklappt). Naja und dann kam die Bewerbung beim Landesblasorchester mit Vorspiel und mein damaliger Lehrer (Karl Strobel in Stuttgart) hat mit mir auch eine Piccolostelle eingeübt. Und da gab es dann tatsächlich ein paar Tipps, die mir seither das Leben leichter machen. Zum Beispiel hatte ich das Piccolo immer zu tief angesetzt. Und da merkte ich zum ersten Mal, dass das tatsächlich ein Instrument und kein archaisches Folterwerkzeug ist…

Inzwischen kann ich durch Querflöten-Quartett, Sinfonieorchester und Bläserquintett das Piccolo etwas besser leiden und akzeptieren, dass ich es eben nicht kann, weil man dieses schwierige Instrument einfach richtig gut üben muss, was ich ja nicht tue. Friede ist eingekehrt und seit ich von einer Freundin die CD von Gudrun Hinze erhalten habe auch Freude am Piccolo hören….. seit ein paar Tagen besitze ich das wunderschöne Piccolo-Konzert von Stephenson von dieser CD nun auch als Noten und habe sogar freiwillig Piccolo gespielt.

Vielleicht macht das Alter ja wirklich reifer und versöhnlich?

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