Heute startet das erste Festival für alte Musik in Köln. Die Szene ist von freien Künstlern und Ensemblen geprägt und präsentiert sich dieses Jahr zum ersten Mal breit verteilt in der ganzen Stadt. Mehr Infos und das komplette Programm findet sich auf der dazugehörigen Website.

Hier ein paar Programmpunkte, die für mich aus Flötensicht interessant scheinen:

  • Freitag 22.10.2010, 17 Uhr: Vor der Antoniterkirche (Schildergasse 57): Platzmusik mit Bläserensemble (vermutlich Blech?)
  • Samstag 23.10.2010, 12 Uhr: An der Schiffsanlegestelle am Dom fährt das Schiff ab mit Kammermusik aus Barock und Klassik mit der Musica Solare (Eintritt 12 €, ermässigt 6 €)
  • Ebenfalls Samstag, 14.30 Uhr: Innenhof des Museums für angewandte Kunst (an der Rechtsschule 5: Platzmusik mit Bläserensemble
  • Sonntag 24.10.2010, 15 Uhr: Nochmal Museum für angewandte Kunst (s.o.): Ausklang mit Musik von Mittelalter bis Klassik mit Norbert Rodenkirchen an der Traversflöte (Eintritt 18 €, ermässigt 12 €)
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Herzliche Einladung an alle Freunde der sinfonischen Blasmusik.
30.10.2010 in der Aula des CJD in Königswinter, Eintritt frei, Beginn 19 Uhr, Einlass 18.30 Uhr. Mehr Details gibt es im Forum

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Kinder und Musik

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Ich bin ein großer Verfechter einer musikalischen Ausbildung für Kinder.

Das ist jetzt nicht die Nummer, dass alle Geige spielen und in Konzerte rennen sollen. Kein elitärer Spleen oder so was. Nein, ich bin überzeugt, dass Musik Kindern vieles ermöglicht, dass sie dadurch bessere Chancen im Leben erhalten. Ich denke, die vielen Studien, die zu diesem Thema schon gemacht wurden, haben gezeigt, dass das Spielen eines Instrumentes gut für intellektuelle Leistungen und Konzentrationsfähigkeit sind.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass jedenfalls die Mustererkennung gefördert wird, die auch in anderen Zusammenhängen (zum Beispiel bei der Arbeit mit Software) von Vorteil sind. Die Auffassungsgabe wird besser, auch das Gedächtnis, finde ich. Dazu kommt das Training der Koordination und Feinmotorik. Die Konzentrationsfähigkeit durch Proben, Unterricht und Üben. Neben diesen Solo-Fähigkeiten wird durch Kammermusik und Orchester auch die Kommunikation und das Einfühlungsvermögen verbessert. Wer gut musizieren will, der muss mit seinen Mitmusikern zusammenarbeiten, der muss sich öffnen. Ich glaube, die derzeit in unserer Gesellschaft zu beobachtenden Spaltungstendenzen, das fast schon autistisch desinteressierte und egozentrische Verhalten in allen gesellschaftlichen Bereichen (im Job, im Strassenverkehr, in der Nachbarschaft) wären zu bremsen, vielleicht sogar ganz aufzuhalten.

Für die Persönlichkeit eines Kindes bildet die Musik Erfolgserlebnisse und eine Ausdrucksmöglichkeit. Im Idealfall bietet ein Verein, ein Schulorchester oder die Musikschule auch die Möglichkeit, gemeinsam mit Gleichaltrigen Wochenenden zum Proben oder Konzertieren auswärts zu verbringen. Das ist ein Weg, mal die Nase außerhalb des Elternhauses in den Wind zu halten.

Der wesentliche Unterschied zum Sport (von dem ich zugegeben sehr wenig Ahnung habe), ist, dass Musik eigentlich mehr ein Mit- als ein Gegeneinander ist. Natürlich gibt es auch in der Musik Wettbewerbe und Konkurrenz. Aber das ist nicht die Eigenschaft der Musik sondern das, was durch eine Institutionalisierung daraus wird. Beim Sport ist dagegen der Wettkampf eines der Grundthemen. Der Begriff “Konzert” kommt zwar von “concertare – wetteifern”, das ist aber eher bildlich zu verstehen. Musik ist immer als Miteinander zu verstehen, sonst funktioniert es nicht. Es hat wohl auch noch nie jemand Fans verschiedener Orchester in einer Prügelei erwischt im Gegenteil zu Fussballfans.

Wichtig ist, dass Kinder Freude am Musizieren haben, dass nicht der Ehrgeiz der Eltern der Antrieb ist sondern die Neugier des Kindes. Ich halte nicht viel von großem Druck am Beginn des Lernens. Ich finde, ein Kind muss eine natürliche Bindung zu seinem Instrument entwickeln, soll das Spielen vermissen, wenn es nicht möglich ist, soll die Musik als Bestandteil des eigenen Lebens empfinden und so auch dabei bleiben. Das heißt für Eltern auch, dass bei andauernder Unlust oder Beschwerden des Kindes über den Instrumentallehrer ein neuer Lehrer her sollte. Es gibt nicht “den” guten Lehrer, der Lehrer muss zum Kind passen und sich auf den Schüler einstellen. Ich finde, das ist zu Beginn beinahe das Wichtigste überhaupt.

Sehr erfreulich sind die aktuellen Entwicklungen mit Bläserklassen in Grundschulen und Gymnasien (ich hoffe, das gibt es auch auf Haupt-, Real- und Gesamtschulen?). Auch das Projekt in NRW, das jedem Kind den Zugang zu einem Instrument eröffnen will, ist sehr zu begrüssen. Es geht nicht darum, Profimusiker heranzuziehen oder Wunderkinder zu sammeln. Es geht darum, Kindern Chancen zu eröffnen und eine spannende Welt voller Musik zu eröffnen. Ich bin sicher, das bereichert jedes einzelne, egal wie lange es dabei bleibt. Vorausgesetzt natürlich, die Lehrer in diesen Projekten schaffen es, einen gewissen Idealismus zu behalten und das Unterrichten nicht nur als irgendeinen Job anzusehen.

In Köln, einer so musikalischen Stadt, müssten eigentlich unzählige solcher Projekte möglich sein. Vergleichbar mit den großartigen Projekten zum Lesenlernen in Grundschulen sollten die unzähligen Musiker in Köln, die wirklich gut von Ihrer Arbeit leben können, auch einen Weg finden, Kindern, denen ihre Eltern den Zugang zur Musik nicht bieten können, ehrenamtlich ein wenig Einblick in diese Entfaltungsmöglichkeiten zu gewähren.

Im Verlauf eines Lebens bietet die Musik immer wieder Halt und ein Ventil, erlaubt es einem auch nach Umzügen und anderen Veränderungen immer wieder neue Kontakte zu schließen und Menschen kennenzulernen, die dieses Interesse teilen. Das ist einfach wunderbar!

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Musik bei der Arbeit

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Glücklicherweise habe ich ein Einzelbüro. Nach über 10 Jahren Berufstätigkeit habe ich gelernt, dass Musik hören bei der Arbeit mich beruhigt. Das heißt jetzt nicht, dass ich früher immer wie ein HB-Männchen durch die Flure getobt bin. Aber Stress oder Ärger mit Kollegen kann mich nicht mehr so runterziehen wir früher. Und alles nur, weil ich während der Arbeit leise klassische Musik höre. Bei mir funktioniert das hervorragend. Bei Telefonaten stelle ich natürlich kurz ab und gelegentlich drehe ich auch mal noch leiser (ist normalerweise schon relativ leise gestellt). Aber manchmal drehe ich auch lauter, weil irgendetwas mich einfach besonders anspricht.

Der Nachteil? Es geht ins Geld. Immer wieder bleibe ich an irgendwelchen Stücken “hängen”, stelle lauter und gucke nach, was ich da eigentlich gerade höre. Und meist führt das dazu, dass ich Noten kaufe. Nie kannte ich meine CD-Sammlung so gut wie jetzt. Selten fühle ich mich in der Konzentration gestört dadurch. Ich bin sogar sicher, dass meine Gesundheit dadurch verbessert wird. Blutdruckspitzen und Schlafstörungen werden weniger, wenn man nicht mehr so unter Anspannung gerät.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich manchmal schon mit sehr viel Übelust heimkomme, weil ich irgendwas gehört habe und es mich in den Fingern juckt, jetzt auch selbst mal zu spielen. Schön ist es auch, Stücke, die man gerade selbst übt, zu hören. So kann der Arbeitszeit noch ein Lerneffekt abgetrotzt werden. Manchmal allerdings wird die Sehnsucht auch ein bisschen zu groß und ich verfluche die Tatsache, dass es bis zum Feierabend noch Stunden sind und ich nicht sofort zur Flöte greifen kann…… Alles in allem aber für alle, denen es der Job erlaubt wirklich sehr zu empfehlen!

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Ja, auch das gibt es. Und leider viel zu häufig. Da ich glücklicherweise ein sparsames Auto besitze und auch noch wenig fahre, muss ich nur alle Schaltjahr mal tanken. Aber letzten Samstag war es wieder so weit. Da bin ich also in Marsdorf beim Globus an die Zapfsäule gefahren und wollte am Selbstbedienungsterminal mit Kreditkarte tanken. Und, o Freude, ein neues Gerät. Ich, meines Zeichens ein Freund moderner Technik, hatte also Extraspass beim Tanken. Das neue Dingens hat nicht nur funktioniert, es hat auch mit freundlicher, weiblicher Stimme zu mir gesprochen (bloss, statt zu sagen, was man tun soll, sagt sie nur: “Bitte beachten Sie das Display”. Was für ein Schwachsinn). Naja, so weit so gut. Doch dann packte mich das Entsetzen, sofort nachdem die freundliche und hilfsbereite Dame verstummt war, fängt das Dingen doch an, Musik zu dudeln. Beim Tanken! Das war dann irgendwie der Tiefpunkt dieser Dauer-Bedudelungstaktik. Schnulzenmusik an der Zapfsäule, dann bitte lieber den Sprit zwei Cent teurer. Wer kommt denn auf so was?

Ähnlich überflüssig bis unangenehm empfinde ich die Meditationsakustiksülze in den Autobahntoiletten. Aua! Wenn schon Musik, dann bitte an diesen Orten so laut, dass es die Verdauungsgeräusche des Nachbarn übertönt.

An Warteschleifenmusik aus dem Telefon hat man sich ja inzwischen gewöhnt. Erfreulich ist da zu vermerken, dass inzwischen auch “echte” Musik und nicht immer nur Midi-Sounds aus dem Hörer kommen. Man fragt sich nur, was Vivaldi der Telekommunikationsbranche angetan hat, dass dessen Vier Jahreszeiten so beliebt sind (vermutlich, weil keine GEMA mehr fällig wird?).

Ganz entsetzlich ist die Warteschleifenmusik bei Vodafone, die brüllt so laut, dass es zerrt. Ein entsetzlicher Sound und das schon seit Jahren, Gehörschäden vorprogrammiert.

Abgerundet wird das Bild durch die freundlichen Autofahrer, die mit ihrer Musik die ganze Stadt beschallen. Ein Wunder, dass so ein Polo bei den Vibrationen überhaupt noch fährt und nicht hüpft.

Manchmal ist weniger einfach mehr. Und die Sprudelwerbung, bei der eine Phrase aus dem Flöte-Harfe-Konzert von Mozart in Endlosschleife im Hintergrund lief, die konnte einen auch wahnsinnig machen.

Ich freu mich schon auf den November, dann läuft in jedem Kaufhaus im Rheinland in der Ecke, wo die billigen Kostüme verschachert werden, wieder Karnevalsmugge….. uff.

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Gestern war es soweit, das erste Konzert unseres Gemeinschaftsabos in der Kölner Philharmonie. Als Auftakt kam schon vor gut zwei Wochen ein Brief, dass aufgrund von Erkrankungen der Dirigent und der Solist ersetzt werden müssten und daher auch ein anderes Programm gespielt würde. Und was für eines!

Als Dirigent konnte Sakari Oramo gewonnen werden, den Klavierpart übernahm Francesco Piemontesi.

Und was war der Programmwechsel für eine Freude. Ligeti wäre uns sonst entgangen und der war einfach zu schön. An den Flöten vielen auf: Natalie Schwaabe mit wunderschönen Solostellen am Piccolo in der ersten Konzerthälfte. Die Soloflöte übernahme Henrik Wiese.

Beide spielten in einem insgesamt sehr überzeugenden Bläsersatz mit sehr vielen wunderbaren solistischen Momenten. Insgesamt brillierte das Orchester. Die erste Hälfte des Programms zeichnete sich durch viel Witz und eine Vielfalt von Klangfarben aus. Sehr, sehr schön und ein echter Muntermacher.

Dass der Dirigent “nur” Vertretung war, war nicht zu bemerken. Einfach perfekt, wie ich fand.

Von unseren hohen Plätzen aus (Block I) empfand ich den Körpereinsatz im Gebläse manchmal als etwas übertrieben, der Ausdruck versöhnte aber, wenn also soviel Action erforderlich ist…. dann bitte weiter so. Herr Wiese war in unserer Ecke an einigen Stellen schon fast zu dominant, die Flöte strahlte ganz vom Restklang separiert durch den Saal.

Das Klavierkonzert im zweiten Teil konnte mich persönlich nicht mehr so begeistern wie Teil eins, aber das kann auch daran gelegen haben, dass ich sehr, sehr müde war. Beethoven vertritt eben auch einen ganz anderen Orchesterstil und die von mir geliebten Bläser-Highlights sind da natürlich in einem Klavierkonzert nicht zu finden.

Alles in allem aber ein sehr gelungener Auftakt der Konzertreihe des Deutschlandfunks, der durch die leicht verlängerte Pause auch sehr entspannt begangen werden konnte. Vielen Dank an alle Mitwirkenden!

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Fehleinschätzung

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In den verschiedenen Kammermusik-Besetzungen, in denen ich schon gespielt habe, ist mir immer wieder das gleiche Phänomen begegnet. Nicht nur bei anderen, sondern natürlich auch bei mir selbst. Äußerungen wie “ich kann das noch nicht richtig, darum kann ich nicht darauf hören, was Du da machst”. Auch im Orchester (egal ob Blas- oder Sinfonie-) hört man das immer wieder, dort noch mit der Variante, dass man nicht gucken kann, was der Dirigent macht, weil man so mit den eigenen Noten beschäftigt ist.

Ich glaube das ist grundsätzlich ein Irrtum. Hier gilt Mut zur Lücke. Nach meiner Erfahrung werden gerade schwere Stellen viel einfacher, wenn man auf den Kontext hört. Plötzlich macht der Rhythmus Sinn, weil er sich mit anderen Stimmen ergänzt oder man stellt fest, dass jemand anders kurz davor oder gar gleichzeitig die gleichen Figuren spielt und kann sich daran orientieren. Oder man bemerkt schlicht, dass die schweren Begleitfiguren nur so schwer waren, weil man sie in Panik viel zu schnell angegangen ist und dann alles komisch war, weil nämlich der arme Mensch, der eigentlich die Melodie “zelebrieren” sollte, nur noch gehetzt seiner Stimme nachhechelt.

Meistens führt die mutige Entscheidung, in erster Linie zu hören und dafür dann auch mal ein paar Noten zu opfern oder meinetwegen ein falsches Vorzeichen zu tolerieren, dazu, dass plötzlich alles viel einfacher wird. Und nicht nur das, es macht auch mehr Spaß und klingt besser. Je älter ich werde, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass die Vorstellung, sich für das Konzentrieren auf eine Sache, hier das Spielen, gegenüber äußeren “Einflüssen”, zum Beispiel den Tönen der Mitmusiker, abschotten zu müssen, für Musik einfach vollkommen falsch ist. Es geht nicht so sehr um die reine Konzentration, es geht um eine Art Fließen. Es geht nicht darum, sich nicht ablenken zu lassen, sondern darum, sich voll auf die anderen einzustellen. Sich einlassen, öffnen und “kommunizieren” (doofes Modewort) ist der Trick.

Ein guter Trick ist, sich die Stimmen in den Noten zu notieren, die gerade von besonderem Interesse sind. Ich kenne das mit Stimmbenennung (besser Instrumentbezeichnungen als Namen, das hilft bei Wechseln im Ensemble ;) ). Auch Brillen oder Ohren haben sich sehr bewährt. Eine sehr nette Variante finde ich, sind Willi’s Herzchen als Markierungen. Eigentlich führen auch solche Einzeichnungen einzig dazu, die Aufmerksamkeit vom Notenbild wegzulenken. Ich möchte wetten, wer sich traut wird feststellen, dass vielleicht mehr “falsche” Noten erklingen, die Bögen und der Sinn aber viel besser ankommen und plötzlich alles klingt.

Ich glaube, das schönste Gefühl beim Musizieren und auch das, was uns alle irgendwie süchtig danach macht, ist dieses gemeinsame Schwingen oder Fließen. Wenn plötzlich einer ritardiert und alle machen mit, obwohl es nicht da steht. Oder nach einer schönen Passage vergurkt sich einer oder kann das Tempo nicht halten und alle machen plötzlich langsamer und warten ein bisschen auf ihn. Das hat was von Vereinigung…. ganz unsexuell aber genauso befriedigend und genauso erfüllend….. kitschig und sentimental? Stimmt, aber ich bin sicher, wer das mal hatte, möchte es immer wieder. Das macht den Suchtfaktor aus. Und die größte Überraschung ist, dass das auch mit einem ganzen Orchester funktionieren kann.

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Vom Sacken lassen

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Nach der erneuten Beschwerde meiner (un)freundlichen Nachbarin, von denen ich hier ja schon berichtet hatte ist meine Übe-mut mal wieder ganz tief gesunken. Dazu ein großes Arbeitspensum, morgens früher raus, abends später heimkommen und dann denken “19 Uhr? Lieber nicht, da wird wieder gemeckert”. Solch einen Zustand habe ich die vergangene Woche gepflegt und mir damit eine regelrechte “Flötsehnsucht” angezüchtet. Heute also kam ich nach Hause, wieder so 19 Uhr und dachte, mal sehen, ob es noch klappt. Und da schlug es wieder zu, das wundersame Phänomen “Sacken lassen”.

Derzeit übe ich an Image von Bozza. Schon eine Weile und es ist auch schon das zweite Mal, dass ich das im Unterricht auf dem Pult habe. Vor zwei oder drei Wochen dann die erste Stunde mit dem Stück und wie meist eine lange Liste von Unzulänglichkeiten und unüberlegtem Käse, wie ich ihn gern mal produziere (und wenn man darauf hingewiesen wird, fällt es einem wie Schuppen von den Augen). Ich also mit meiner Hausaufgabenliste nach Hause und bis zu meiner Übekrise (s.o.) eifrig auf den Problemstellen rumgekaut, wie Waldi auf seinem wöchentlichen Knochen. Der Erfolg war eher mässig, wie das häufig mit so kniffeligen Stellen ist.

Heute also habe ich endlich den inneren Schweinehund und die Vision meiner Lieblingsnachbarin kaltgestellt und mal probiert, ob noch was rauskommt aus dem guten Stück. Und, o Wunder, viel besser als erwartet, oder besser befürchtet. Wie das so ist…. ohne Erwartung beginnen (oder gar mit negativen Erwartungen) und einfach spielen und dann noch die Zeit, in der sich unverdautes in die Neuronen des Hirns hineinarbeiten konnte…. und voila….. nicht, dass ich das jetzt alles könnte. Aber immerhin hat es schon ein bisschen nach Musik geklungen.

Also: Sacken lassen! Das ist nicht nur ein Spruch, das ist millionenmal erprobt und funktioniert tatsächlich.
Nur zwanzig Minuten geübt, Stimmung kräftig angehoben, schlechtes Gewissen gemildert, keine Beschwerden…… jetzt kann der Abend weitergehen und zwar mit Heimarbeit.

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In meinem Haus lebt eine junge Frau, die bereits nach zwei gespielten Tönen die Treppe heraufstürmt und klingelt. Und dann in den unfreundlichsten Worten auf ein Ende des Übens hinwirkt. Ungelogen, man fragt sich, wie schnell die die Treppe geht, dass sie so unmittelbar nach dem ersten Pup bereits klingeln kann. Obwohl ich derzeit selten länger als eine halbe Stunde am Tag spiele (ich hoffe, das liest jetzt weder mein Lehrer noch sonstige Leute, die denken, ich wäre im Sinne gemeinsamer musikalischer Ambitionen fleissiger), scheint es nicht möglich, das zu ertragen. Ich spiele keinesfalls nur Tonleitern oder neue Musik oder schreckliche Tonübungen. Da ich ohnehin schon sehr sensibilisiert bin, besteht ein gut Teil der Zeit tatsächlich aus Musik: Mozart, Haydn und andere verträgliche Geschichten.

Vor unserem Haus ist eine Ampel, mitten in Köln mit derzeit unfassbar langen Schlangen von Autos. Bei ca. jedem fünften dröhnt Musik aus dem Cockpit, von Hiphop, Heavymetal und Schlager bis hin zu arabischen Tönen. Dazu kommt das obligatorische Hupen und Bremsenquietschen. Am Wochenende wird das ergänzt durch das Sirenengeheul der Richtung Autobahn ausfahrenden Rettungsfahrzeuge . Hinter dem Haus befindet sich ein gut frequentierter Kinderspielplatz, auf dem glücklicherweise auch noch richtig geschrien werden kann und darf. Und neben an wohnen vornehmlich partyfreudige Studenten. All diese Störgeräusche werden hingenommen, aber drei Flötentöne mag man nicht ertragen. Richtig verstehen kann ich das nicht.

Der Nachbar meiner Eltern, mein späterer Physiklehrer, spielte Flügel. Ich kann mich gut erinnern, dass ich häufig beim Lernen das Fenster geöffnet habe, wenn ich gehört habe, dass er übt. Das ist einfach schön! Ich verstehe ja, dass das nicht jedem zwingend gefallen muss. Aber es gibt ein Recht, zu üben, wenn man sich an die Zeiten hält und die Fenster schließt. Abgesehen von der Rechtmässigkeit des Übens sollte es auch so was wie Toleranz geben. Aber vermutlich ist das out.

Was ist der Lösungsansatz? Wir wollen ein freistehendes Haus kaufen. Und was passiert? Der Makler betuppt uns. Bzw. eigentlich hat er die Verkäufer angelogen. Wir hatten schon die Finanzierungsbestätigung an ihn weitergeleitet und dann wird die abschließende Besichtigung abgesagt weil eine Reservierung vorliegt. Den Verkäufern hatte er mitgeteilt, wir hätten kein Interesse mehr, hätten uns nicht mehr gemeldet und seien auch telefonisch nicht erreichbar. Dabei hatten wir für den Tag nach der Reservierung ja einen Termin vereinbart. Schon seltsam wie das wohl ohne Interesse und ohne Kommunikation ging?

Die Verkäufer hätten jedenfalls letzten Donnerstag abend sich mit uns für den Notar verabreden können und haben jetzt stattdessen eine Reservierung an der der Makler für den Fall, dass der Käufer das Geld nicht bekommt oder es sich noch anders überlegt, ca. 800 Euro verdient. Die absagende Dame des Immobilienbüros hatte noch so schön gesagt: “Die Reservierung läuft bis zum ????, wenn das dann nicht geklappt hat, würde ich mich gerne wieder bei Ihnen melden.” Klar, dass ich das Geld bekomme, wissen sie ja und…. schwuppdiwupp verdient der Makler 110% Provision am Häuschen…. so einfach kann es gehen….

Warum also, wollte der Makler nicht an unser verkaufen? Ich kann nur vermuten, dass wir zu “schwierig” waren: Wir hatten uns auf das unseriös erscheinende Angebot einer kostenpflichtigen Reservierung nicht eingelassen und auch noch Fragen zur Preisbildung gestellt… böse, böse. Menschen, die Fragen stellen, bevor sie sich bis zum Ende ihrer Tage verschulden werden von Maklern nicht gern gesehen. Der besagte Makler hatte seine Verkäufer auch nicht informiert, dass der Energiepass schon einige Zeit vorgeschrieben (“ernsthaften Interessenten unaufgefordert vorzulegen”) ist. Auch das ist eine Ordnungswidrigkeit. Aber Makler darf sich ja leider jeder nennen. Vielleicht hat die Übereinstimmung in der Anfangssilbe mit “Mafia” ja tieferliegende Gründe oder ist ethymologisch begründet?

Und die Moral von der Geschicht: Wen jemand im größeren Umfeld von Köln (soll heißen: Leverkusen, Pulheim, Frechen, Erfstadt, Porz oder so) ein freistehendes Haus mit über 100m² Wohnfläche verkaufen möchte. OHNE Makler! Dann möge er sich doch melden, falls der gewünschte Preis nicht über 250.000 Euro liegt. Ich bin für jeden Tipp dankbar.

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Alte Liebe und neues Glück

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Schon vier Jahre…. wie die Zeit vergeht. Schon vier Jahre habe ich meine “neue” Flöte. Und sie wird wohl für alle Ewigkeit die “neue” bleiben. Das kommt daher, dass da ja noch die “alte” ist. Ich habe sie behalten. Ich konnte und kann mich nicht trennen. Ich hatte ihr eigentlich ja “ewige Treue” geschworen. Und als ich nun kürzlich mit Verwunderung festgestellt habe, dass meine “neue” eben schon gar nicht mehr neu ist, da war sie fällig für eine Überholung. Naja… und da habe ich notgedrungen auf mein altes Schätzchen zurückgegriffen. Mit leicht schlechtem Gewissen ob der Untreue, mit ein wenig Grauen, wie das denn gehen mag und mit viel Verwunderung, wie schnell man doch ein Instrument als fremd empfindet.
Inzwischen ist die alte wieder im Schrank verstaut und die neue, die jetzt auch wieder ihrem Namen entsprechend aussieht und spielt, ist wieder in Gebrauch.
Aber bei aller Liebe für das gute Stück, auch mein altes Schätzchen hatte seine Vorteile und es hat mich nachdenklich gestimmt, die Unterschiede mal wieder zu spüren.
Für alle, die demnächst ein Instrument kaufen wollen ein paar Details zu den Unterschieden. Mein aktuelles Instrument hat einen absolut fetten, runden Sound und ermöglicht sehr lautes Spiel. Sie hat Ringklappen und ist deutlich dickwandiger als meine alte. Dafür ist die alte natürlich sehr leicht, benötigt deutlich weniger Luft und kann sehr leise gespielt werden. Die Klappen sind dabei geschlossen. Die Kopfstücke sind natürlich auch sehr unterschiedlich und ich denke, der Kopf der alten (von Mancke) ist etwas großzügiger, das heißt er erlaubt etwas ungenaueres Spiel, habe ich den Eindruck. Das verringert das Risiko von nicht ansprechenden Tönen. Alles in allem ist aufgrund des Alters von über 40 Jahren die alte Flöte in der Intonation stressiger, die neue benötigt dafür mehr Luft und Kondition. Jede hat also ihre Vorteile und so finde ich mich manchmal auch bei Gedanken über andere Köpfe etc. wieder. Eigentlich befürchte ich aber, dass ich den so geliebten Klang des aktuellen Instruments einfach mit mehr Luft und guter Kondition bezahlen muss und der Sound eben nicht ohne Arbeit zu haben ist.
Eine Empfehlung möchte ich aber noch loswerden. Die Überholung hat prima geklappt, der Endpreis lag gute 100 Euro unter dem Voranschlag und das finde ich wirklich sehr anständig. Die gute Adresse war Christoph Siewers in Köln.

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Seit einigen Wochen lese ich ein Buch, das mir Freunde geschenkt haben. Eigentlich wollte ich erst eine Empfehlung schreiben, wenn ich ganz durch bin, aber da stieß ich heute im Fernsehprogramm auf einen Beitrag, der mich veranlasst hat, den Tipp doch vorzuziehen.
Das Buch heißt

Konzert für die linke Hand von Lea Singer

Es handelt sich um die Romanfassung der Biographie des Pianisten Paul Wittgenstein, Sohn einer reichen österreichischen Industriellenfamilie und Bruder des Philosophen Ludwig Wittgenstein.

Puristen mögen jetzt sagen, hat ja nix mit Flöte zu tun. Richtig. Aber viel mit Musik. Brahms und Hindemith spielen kleine Nebenrollen und insgesamt zeichnet das Buch ein schönes Bild vom Verhältnis zwischen Mäzen und Künstler, von Wien vor, während und nach dem ersten Weltkrieg und von der Stelle, die Musik in einem Leben einnehmen kann. Das ist natürlich für jeden Menschen verschieden und genau das zeigt das Buch auch. Nebenbei habe ich auch noch viel geschichtliches dazugelernt (was nie meine Stärke war) und es ist sehr schön zu lesen, wie ich finde. Wunderbar verpackte Fakten sozusagen.

Nebenbei handelt das Buch von einer meiner Grundängste, da die Hauptfigur, wie der Titel ahnen lässt, im Krieg einen Arm verliert und seine gerade angebrochene Pianisten-Karriere beendet scheint. Nicht nur das, das Klavierspiel scheint zunächst verloren, wenn einen solch ein Schicksal trifft. Für mich war die Vorstellung, einen Finger zu verlieren oder ähnliches immer ein Horror, da ich nicht ohne Flöte spielen sein wollte. Verstärkt wurde diese Angst durch eine Freundin, die Cello spielte und dann durch einen Unfall die Fingerkuppe des Zeigefingers an der Griffhand verlor. Unvorstellbar! Dieses Buch allerdings macht tatsächlich Hoffnung, der “Held” spielt weiter…. sehr, sehr bewegend wie ich finde……

Der Anlass für diese verfrühte Empfehlung (obwohl ich sicher bin, die zweite Hälfte des Buchs wird genauso fesselnd bleiben) war wie gesagt das Fernsehprogramm. Am 16.9. zeigt der Bayrische Rundfunk um 23:40 Uhr eine Biographie von Paul Wittgenstein, die ich mir sicher ansehen oder aufnehmen werden. Vielleicht kann der filmische Beitrag ja noch den einen oder anderen für das Buch gewinnen.

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Zu meiner Zeit und in der Region, aus der ich stamme (Enzkreis, Vaihingen/Enz und Umgebung), war der Musikverein, die Blaskapelle also, der wahrscheinlichste Einstiegspunkt für einen musikalischen Werdegang. Eigentlich war es sogar beinahe der einzige, da die städtische Musikschule erst einige Jahre nach meinen ersten Querflötentönen gegründet wurde.

Es gab Zeiten, in denen ich mit dieser Tatsache nicht so recht ins Reine kommen konnte, weil ich überzeugt war, ein anderer, professioneller oder qualifizierterer Einstieg hätte mich vielleicht zu einem Profimusikerdasein bringen können. Inzwischen sehe ich das ein bisschen anders.

Das ganz große Plus eines Vereins ist die Möglichkeit des Zusammenspiels, die sozusagen von Anfang an frei Haus mitgeliefert wird und klares Ziel von Beginn an ist. Im Rahmen des “Mitspielens” überwindet man viele Hürden relativ schnell, weil man eben irgendwie mitkommen muss. Viel später, als ich dann außerhalb dieses Vereinslebens Schüler unterrichtet habe (privat oder an Musikschulen), habe ich oft festgestellt, dass eine Bindung an das Instrument und eine Begeisterung für das Musizieren, auch über die Pubertät hinaus, ohne dieses gemeinsame Musizieren schwer zu erzielen ist.

In meinem Fall war da erst der Verein und später auch die Musikschule mit Ensembles und vielen Freunden, die ich durch diese Ensembles kennengelernt hatte. Und schon nach relativ wenig Jahren konnte und wollte ich mir ein Leben ohne die Flöte eigentlich nicht mehr vorstellen. Ursprünglich war da auch der Wunsch, das beruflich zu machen, den ich aber dann nicht weiter verfolgt habe. Die erste Krise kam dann erst während meines Ingenieur-Studiums, als mir eine Zielsetzung fehlte. Darüber konnte mir aber ein neuer Lehrer und meine erste Gelegenheit zum Spielen im Sinfonieorchester weghelfen. Und so hat die Beziehung zur Flöte alle anderen überlebt und überflügelt, wie auch diese Webpräsenz wohl zeigt.

Wie sieht es nun mit den Nachteilen aus? Die lassen sich natürlich nicht ganz von der Hand weisen. Auch wenn ich heute nicht mehr auf dem Laufenden bezüglich des Niveaus in durchschnittlichen Vereinen bin. Ich spreche also zunächst von meiner Zeit. Damals wurde in vielen Blaskapellen nicht gestimmt. Der Begriff “Intonation” begegnete mir erst Jahre später. Häufig hat man als Flöte innerhalb eines Blasorchesters auch kaum Chancen jemals wirklich gehört zu werden. Oder aber da sitzen 7 Flöten und spielen alle gleichzeitig und vollkommen unsauber. Als Flöte im Blasorchester hatte man so häufig einen relativ undankbaren Job. Was war das für ein Schock in der ersten Probe mit einem Sinfonieorchester, wo man plötzlich JEDEN Ton hören konnte. Erst schockierend und dann nur noch motivierend und begeisternd.

Seit letztem Jahr mache ich nun auch wieder Blasmusik. Im Kreisorchester zunächst des Siegburger Kreisverbands und heute des Erftkreises (aufgrund von Streitigkeiten, ein weiterer Nachteil des Vereinslebens und der dortigen Strukturen). Dieses Projektorchester hat den riesigen Vorteil von sehr guten Dirigenten (Musiker aus dem Gürzenich) und dazu sehr motivierte Mitmusiker, die ihre Wochenenden opfern. Zeitweise ist es dennoch entsetzlich laut und beinahe brachial und dann gehe ich auch sehr gerne wieder in eine kleine, ruhige Quintettprobe. Und natürlich ist das kammermusikalische Spiel auch eine ganz andere Disziplin, die ich heiß und innig liebe.

Das Spiel nach Dirigat bietet aber auch viele Herausforderungen und das “Abgeben” der Initiative an den da vorne und das sich “daraufeinlassen” ist auch manchmal eine ganz eigene Aufgabe. Wichtig ist nur, den Unterschied zu verstehen und zu leben. So erinnere ich mich an einen Flötennachbarn im Orchester, der mir ins Ohr sagte: “Das Tempo ist doch viel zu langsam, spiel doch einfach mal schneller”… irgendwas hatte der an der Aufgabenverteilung zwischen Orchester und Dirigent noch nicht verstanden…..

Da ich in den letzten Jahren bei meinen Nichten und Neffen (Schlagzeug und Marimbaphon, Posaune und Horn) sehe, dass die Vereine heute sogar bei den Kleinen schon mit Grundlagen der Gehörbildung anfangen und die Verbindung mit der Musikschule heute fast eine Selbstverständlichkeit ist (früher noch Konkurrenz und “akademisches” Feindbild), denke ich, dass ganz klar die Vorteile über die Nachteile gesiegt haben. Das Repertoire und die Dirigenten sind heute deutlich besser ausgebildet.

Eine echte Empfehlung also an alle, die ein Instrument lernen wollen oder ein Kind haben, dass das möchte. Geht in Vereine! Musik ist ein Gemeinschaftsprojekt!

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Wie kommt es, dass man so wenig Flötisten trifft, die gerne Piccolo spielen?
Vermutlich liegt das daran, dass es so schwer ist und relativ undankbar, da falsche Töne und schlechte Intonation fast in allen Lebenslagen von jedem zu hören sind, weil das Piccolo sich meist in luftigen Höhen über allem anderen bewegt und heraussticht. Sticht… ja, das trifft wohl das Hörempfinden in den meisten Fällen auch ganz gut.

Es ist so schwierig, ein Piccolo angenehm und unauffällig erklingen zu lassen. Die Größe des Mundstücks erfordert einen noch viel exakteren Ansatz, jede kleine Abweichung von der Ideallinie ist ja in Relation zur Größe des Instrumentes schon ein Riesenfehltritt und wirkt sich auch so aus. Hier sind echte Feinmechaniker gefragt!

Als weiter Ursache für die weit verbreitete Abneigung würde ich vermuten, dass viele Flötisten und Flötistinnen ihre ersten Versuche am Piccolo auf entsetzlich schlechten Instrumenten machen müssen. Man braucht die Dinger ja nicht so oft, Orchester und Kapellen schaffen welche an, damit sie den Musikern geliehen werden können, aber investiert wird in solche Instrumente wenig (ich hatte eine Schülerin bei deren Vereins-Piccolo (Kunststoff-Instrument von Yamaha) die Klappen abfielen, weil die Gewinde für die Schräubchen im Korpus fast alle ausgebrochen waren).

In meinem Fall war das erst Piccolo ein uraltes Metallinstrument der Firma Grassi, das vermutlich schon sehr viele Flötisten aber noch nie eine Werkstatt von innen gesehen hatte. Die enge Mensur und meine Unkenntnis der Problematik führten zu wahnsinnigen Kraftanstrengungen. Das Ganze spielte sich in einem der unzähligen Musikvereine Süddeutschlands ab. Ich war etwa 10, spielte ein gutes Jahr die Querflöte und quälte mich nun mit Marschmusik, einer entsprechenden Marschgabel am linken Arm, dem Gleichschritt, dem Ansatz und der auswendig zu spielenden Locke (die Problematik der Pferdeäpfel kam dann beim ersten Ernstfall dazu)…….

Im nächsten Schritt dann der Florentiner-Marsch…. eine Hassliebe…. gegenüber Repertoire a la “Gruß aus Kiel” ein wirklich reizvolles Werk…. mit einem fetten Piccolopart, technisch sehr anspruchsvoll (damals jedenfalls für mich). Zunächst die solistische Einleitung und später das Genudel im Trio…. viel geübt und nie gehört, weil das Blech an der Stelle alles andere plattgetrötet hat.

Und dann wurde ein neuer Dirigent eingestellt und beim Probedirigieren wurde der Florentiner aufgelegt. Ich war schon gewohnt, dass keiner hört oder hören will, was und ob und wie ich diesen technischen Part von mir gebe…. aber weit gefehlt. Der “neue” hatte studiert, viel gelernt und probte das mit mir…. vor der versammelten Kapelle. Ich ca. 13 und seeeeeeehr peinlich berührt unter den Mitmusikern (die meisten um die 50)….. üble Erinnerungen.

Irgendwann hielt ich es dann für einen klugen Schachzug, mir selbst ein Piccolo zuzulegen. Erstens um nie wieder auf solchen Gurken spielen zu müssen und zweitens in der Hoffnung, dadurch vielleicht für ein paar Muggen attraktiver zu werden (hat auch einmal geklappt). Naja und dann kam die Bewerbung beim Landesblasorchester mit Vorspiel und mein damaliger Lehrer (Karl Strobel in Stuttgart) hat mit mir auch eine Piccolostelle eingeübt. Und da gab es dann tatsächlich ein paar Tipps, die mir seither das Leben leichter machen. Zum Beispiel hatte ich das Piccolo immer zu tief angesetzt. Und da merkte ich zum ersten Mal, dass das tatsächlich ein Instrument und kein archaisches Folterwerkzeug ist…

Inzwischen kann ich durch Querflöten-Quartett, Sinfonieorchester und Bläserquintett das Piccolo etwas besser leiden und akzeptieren, dass ich es eben nicht kann, weil man dieses schwierige Instrument einfach richtig gut üben muss, was ich ja nicht tue. Friede ist eingekehrt und seit ich von einer Freundin die CD von Gudrun Hinze erhalten habe auch Freude am Piccolo hören….. seit ein paar Tagen besitze ich das wunderschöne Piccolo-Konzert von Stephenson von dieser CD nun auch als Noten und habe sogar freiwillig Piccolo gespielt.

Vielleicht macht das Alter ja wirklich reifer und versöhnlich?

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Gruselig….. nach drei Wochen instrumentaler Abstinenz das erste anfupen eines Tons.
Ist das eine Flöte, was ich da in Händen halte? Kamen da nicht auch mal “nette” Töne raus?
Und dann die erste Probe….. keine Kondition (die anderen glücklicherweise meistens auch nicht), keine Intonation, keine Luft, die Finger verirren sich auf den Klappen. Naja…. in meinem Alter weiß man ja, dass sich das schnell wieder gibt. Nur diese Freude beim Heimkehren…. endlich wieder üben, der erfreute Griff nach dem Instrument verwandelt sich leider schnell in einen sehr zähen Anlauf und einen sehr dominanten inneren Schweinehund.

Ich kann mich noch an kleine (und auch größere) Flötenschüler erinnern, die konnten nach den Sommerferien die Griffe nicht mehr. Und das nicht nur nach dem ersten Jahr Unterricht…. das ist dann vielleicht doch etwas viel “Ausspannen”…..

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Nach über einem Jahr Bilder-Abstinenz bin ich derzeit dabei, 100%ig legales Bildmaterial zu sammeln und habe einige Museen, Archive und Künstler kontaktiert. Die allererste positive Antwort kam von Peter-Lukas Graf. Ganz herzlichen Dank auch auf diesem Weg.

Die beiden Bilder sind auf der Biographie-Seite zu finden und weitere werden hoffentlich bei anderen Biographien und auch in den anderen Bereichen in Kürze folgen.

Falls dies also jemand liest, der Interesse hat, ein eigenes Bild, zum Thema Querflöte oder zu einer der portraitierten Persönlichkeiten, hier veröffentlicht zu sehen (natürlich gerne mit Nennung der Quelle), der möge sich einfach melden, ich bin immer dankbar für Material.

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