musikalisches Sightseeing in Wien

Kurzwochenende in Wien mit meinem früheren Orchester. Anreise an Freitag, Samstag Vormittag Probe und Sonntag um 17 Uhr Konzert. Samstag Nachmittag war also frei für Streifzüge durch die Stadt. Was liegt da für den Musikinteressierten näher als das Mozarthaus und das Haus der Musik? Also los…

Zuerst Mozart. Erster Schreck waren die stattlichen 9 Euro Eintritt. Das Haus selbst wunderschön mit alten Dielenböden, Stuckdecken und Innenhofartigem Treppenhaus.

Blick aus Mozarts ehemaliger Wohnung

Blick aus Mozarts ehemaliger Wohnung

Für jeden Besucher gab es einen Audioguide. Das ist ein Gerät, auf den ersten Blick einem Rasierapparat nicht unähnlich, das einem nach Eingabe eines Artikels per Nummer den Führer ersetzt. Leider waren für meinem Geschmack alle Texte sehr länglich, so dass alle Besucher permanent wie mit dem Handy telefonierend durch die Räume schlenderten. Austausch untereinander war fast eingestellt. Die Exponate schließlich hatten eher indirekten Bezug zu Mozart und waren für mich eher enttäuschend. Im Grunde wurde hier die leere Hülle einer Hauses, in dem Mozart mal gewohnt hat, mit Willkürlichkeiten angefüllt. Der Eintritt wäre also genauso gut oder gar besser in eine Mozartbiographie investiert.

Unsere zweite Station, das Haus der Musik toppte Mozart noch mit einem Eintrittspreis von 11 Euro. Es hätte einen verbilligten Kombitarif für beide Häuser gegeben, das haben wir aber leider erst an der Kasse der zweiten Museums gesehen und nach voller Bezahlung der Preises für Haus 1 war eine Verrechnung leider nicht mehr möglich. Das Haus der Musik bot Biografien der großen Wiener Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Strauss und Mahler sowie ein wenig zu den 12-Tönern. Dann Abteilungen zur Stimme, zum Hören und zu Klangerzeugung. Viel Interaktives, vornehmlich über Touchscreens und angebundene Kopfhörer. Teils spannend, teils für mich nicht nachvollziehbar. Auch hier für den Bereich Biographien ein Audioguide, durchaus angenehmer als der bei Mozart. Die Komponistenecke fand ich am schönsten, vermisst habe ich neben Brahms die vielen weniger bekannten Wiener Musiker. Am Ende gab es die Möglichkeit, virtuell die Wiener Philharmoniker zu dirigieren. Alles in allem viel interessanter als Mozart und eher sein Geld wert. Mir ein wenig zu viele Spielereien. Ansonsten auf dem Weg viele „musikalische“ Gedenktafeln in der ganzen Stadt, die deren Bedeutung für die musikalische Geschichte Europas sehr anschaulich machen.

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