Mozart – eine Buchbesprechung

Heute geht es um einen Roman zu Mozart. Hier erst mal wieder die bibliographischen Angaben:  Mozart von Paul Barz, erschienen 2005 im dtv Verlag. ISBN 3-423-24517-4. Wie es sich für den Deutschen Taschenbuchverlag gehört, handelt es sich um ein Taschenbuch. Der schwarze Einband trägt vorne einen roten Titel und darunter das bekannte relativ naturalistische Profilbild von Mozart, sieht wirklich sehr einladend und gediegen aus. Die Buchdeckel haben vorne und hinten Klappen, die man als Lesezeichen verwenden kann. Es ist eine robuste Ausgabe, die in der Mitte einige Seiten mit Monochromabbildung enthält. Am Ende finden sich eine Zeittafel zu Mozarts Leben und eine Liste von Literatur zu seiner Biographie.

Aber es handelt sich trotzdem um einen Roman. Von der Ausstattung her könnte man denken, es wäre ein Sachbuch oder eine Biographie mit den Bildern etc., es ist aber eben ein Roman. Der Roman erzählt die Zeit, in der Mozart an der Zauberflöte schrieb. Eigentlich aber bildet diese Erzählzeit nur den Rahmen für zahllose Rückblicke und wird von einem Ausblick auf ein Treffen zwischen Nannerl und Konstanze dreißig Jahre nach seinem Tod gefolgt.

Zu Beginn wird quasi die Geburt der Zauberflöten-Idee durch Schikaneder geschildert, am Ende ein Besuch Salieris in einer Aufführung auf Einladung von Mozart. Die eingeschobenen Rückblicke folgen der Chronologie und beginnen mit dem kleinen Kind Mozart. Insgesamt deckt das Buch damit die gesamt Biographie in Romanform ab.

Leider finde ich die Romanform hier nicht hilfreich. Es ist ein bisschen so, wie ich Frauchinger zitiert habe: hier beschreibt ein heutiger Autor angebliche Gefühle und Gedanken von Mozart, einem Menschen aus einer vollkommen anderen Zeit und noch dazu einer Ausnahmebegabung. Leider ist nicht zu sehen, wie der Autor zu seinen Behauptungen bezüglich Mozarts Verhältnis zu Salieri, Konstanze, Schikaneder, Haydn oder Süßmayer kommt. Was ist belegbar und was ist Fiktion?

Gut gefallen hat mir die Einordnung in die Zeitgeschichte, die während des ganzen Buches immer wieder neu vorgenommen wird. Auch die Verknüpfungen mit anderen Komponisten der Zeit ist ein wichtiger Aspekt des Buches. Johann Christian Bach, Haydn, Salieri, Beethoven, sie alle finden sich hier wieder. Auch auf Vater Bach und Carl Maria von Weber wird nicht verzichtet. Leider hatte ich den Eindruck, dass hier auch versucht wurde, möglichst viele der interessantesten „Anekdoten“ aus dem Leben der „Großen“ mit in dieses Buch zu packen. Von der Geschichte des musikalischen Opfers bis zur Widmung der Eroica. Mir stößt das eher ein bisschen als Angabe des Autors bezüglich seiner Musikgeschichtskenntnisse vor. Zudem ist die Wahl der genannten Personen auch sehr durch die heutige Perspektive bestimmt. Manch einer war damals kaum bekannt (Bach) und es gab sicher noch andere, die sehr bedeutend für ihre Zeit waren und nicht genannt werden.

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