blog-FLOETE

Der Blog zu flutepage.de

Durchsuche Beiträge mit Schlagwörtern kammermusik

Eigentlich hatte ich gestern einen Termin…. Twitterup in Bonn zum Eröffnungskonzert des Beethovenfests. Leider plagt mich seit Montag ein einigermaßen steifes Genick, das mich gestern dazu bewogen hat, den Kopf lieber auf einem Kissen abzulegen, statt ihn bis Bonn zu tragen. Muss aber schön gewesen sein….. schade auch.

Da der Schädel momentan auch ansonsten nicht so recht möchte, gibt es einfach noch ein paar Termine, für diejenigen, die fitter sind, das kostet mich nicht so viel geistige Anstrengung:

  • 15. September 2012, 19.30 Uhr: Duo Mosaique (Flöte und Klavier) mit Werken der Romantik (Reinecke, Schubert, Franck) im Bürgersaal des Gehrdener Rathauses
  • 16. September 2012, 17.00 Uhr: Christine Hüls (Querflöte) und Ralph Buchstäber (Orgel) spielen Barockwerke in der Pfarrkirche St. Ludwig Spiesen, um Spenden wird gebeten.
  • 16.September 2012, 19.00 Uhr: Christoph Kieser (Querflöte) und Andreas Hiller (Gitarre) spielen in der Schlosskapelle Unterschwandorf
  • 21. September 2012, 19.30 Uhr: Marie Line Briffa (Flöte) und Robert Koizar (Orgel)  spielen in der Marienkirche Bad Schönau Werke von Bach, Quantz, Mozart, Debussy und anderen, der Eintritt ist frei
  • 4. Oktober 2012, 18.00 Uhr: After Business Konzert  (eigentlich sollte das konsequenterweise concert heißen, finde ich) im Forum der Sparkasse Hagen, Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Hagen spielen Werke für Flöte, Fagott und Klavier von Schubert, Schumann und Weber.
  • 7. Oktober 2012, 17.00 Uhr: Das Subeja Trio (Flöte, Oboe und Klavier) spielt im Bürgersaal Stadtbergen Werke von Barock bis Moderne
  • 10. März 2013, 11.00 Uhr: Die Hausruck Philharmonie unter der Leitung von Peter Gillmayr mit Karin Bonelli (Flöte) und Iris Schützenberger (Violine) spielen das Violinkonzert von Mendelssohn, das Flötenkonzert Nr. 2 von Devienne und Beethoven’s 7. Sinfonie im Landschloss Parz Grieskirchen (Eintritt 18 Euro, Karten nur im Vorverkauf)

 

Fehleinschätzung

1 Kommentar

In den verschiedenen Kammermusik-Besetzungen, in denen ich schon gespielt habe, ist mir immer wieder das gleiche Phänomen begegnet. Nicht nur bei anderen, sondern natürlich auch bei mir selbst. Äußerungen wie „ich kann das noch nicht richtig, darum kann ich nicht darauf hören, was Du da machst“. Auch im Orchester (egal ob Blas- oder Sinfonie-) hört man das immer wieder, dort noch mit der Variante, dass man nicht gucken kann, was der Dirigent macht, weil man so mit den eigenen Noten beschäftigt ist.

Ich glaube das ist grundsätzlich ein Irrtum. Hier gilt Mut zur Lücke. Nach meiner Erfahrung werden gerade schwere Stellen viel einfacher, wenn man auf den Kontext hört. Plötzlich macht der Rhythmus Sinn, weil er sich mit anderen Stimmen ergänzt oder man stellt fest, dass jemand anders kurz davor oder gar gleichzeitig die gleichen Figuren spielt und kann sich daran orientieren. Oder man bemerkt schlicht, dass die schweren Begleitfiguren nur so schwer waren, weil man sie in Panik viel zu schnell angegangen ist und dann alles komisch war, weil nämlich der arme Mensch, der eigentlich die Melodie „zelebrieren“ sollte, nur noch gehetzt seiner Stimme nachhechelt.

Meistens führt die mutige Entscheidung, in erster Linie zu hören und dafür dann auch mal ein paar Noten zu opfern oder meinetwegen ein falsches Vorzeichen zu tolerieren, dazu, dass plötzlich alles viel einfacher wird. Und nicht nur das, es macht auch mehr Spaß und klingt besser. Je älter ich werde, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass die Vorstellung, sich für das Konzentrieren auf eine Sache, hier das Spielen, gegenüber äußeren „Einflüssen“, zum Beispiel den Tönen der Mitmusiker, abschotten zu müssen, für Musik einfach vollkommen falsch ist. Es geht nicht so sehr um die reine Konzentration, es geht um eine Art Fließen. Es geht nicht darum, sich nicht ablenken zu lassen, sondern darum, sich voll auf die anderen einzustellen. Sich einlassen, öffnen und „kommunizieren“ (doofes Modewort) ist der Trick.

Ein guter Trick ist, sich die Stimmen in den Noten zu notieren, die gerade von besonderem Interesse sind. Ich kenne das mit Stimmbenennung (besser Instrumentbezeichnungen als Namen, das hilft bei Wechseln im Ensemble 😉 ). Auch Brillen oder Ohren haben sich sehr bewährt. Eine sehr nette Variante finde ich, sind Willi’s Herzchen als Markierungen. Eigentlich führen auch solche Einzeichnungen einzig dazu, die Aufmerksamkeit vom Notenbild wegzulenken. Ich möchte wetten, wer sich traut wird feststellen, dass vielleicht mehr „falsche“ Noten erklingen, die Bögen und der Sinn aber viel besser ankommen und plötzlich alles klingt.

Ich glaube, das schönste Gefühl beim Musizieren und auch das, was uns alle irgendwie süchtig danach macht, ist dieses gemeinsame Schwingen oder Fließen. Wenn plötzlich einer ritardiert und alle machen mit, obwohl es nicht da steht. Oder nach einer schönen Passage vergurkt sich einer oder kann das Tempo nicht halten und alle machen plötzlich langsamer und warten ein bisschen auf ihn. Das hat was von Vereinigung…. ganz unsexuell aber genauso befriedigend und genauso erfüllend….. kitschig und sentimental? Stimmt, aber ich bin sicher, wer das mal hatte, möchte es immer wieder. Das macht den Suchtfaktor aus. Und die größte Überraschung ist, dass das auch mit einem ganzen Orchester funktionieren kann.

Dauerthema Noten kopieren. Ich bin ein Kopiengegner. Schon wegen meines privaten Dauerchaos. Diese Zettelsammlungen überleben im meiner Tasche nicht.
Als Eigentümer von Kammermusikausgaben bin ich zudem froh, wenn die Ergebnisse einer Probe mit Bleistift Niederschlag in den Stimmen finden. So müssen Druckfehler nur einmal korrigiert werden und wenn man ein Werk nochmal mit anderen spielt, ist vieles schneller klar.
Schwierig wird es, wenn plötzlich Stimmen fehlen oder Duette nur 1 Partitur mitbringen. Sozusagen entweder illegal kopieren oder nicht üben? Schade…
Sind Sicherungskopien z. B. in pdf auf den PC erlaubt? Bei Software geht das… Ein undurchsichtiges Rechtsgebiet. Jedenfalls für mich…

Hochtrabender Titel…. aber was ist das schöne am Kammermusikspiel? Für mich ist es eine Art Sucht, wenn ich merke, dass ich mit anderen ohne Worte und Absprachen und ohne den großen Wedler (auch Dirigent genannt) vor der Nase zum gleichen Empfinden eines Stücks Musik komme. Das kann sich in Tempo-Wechseln  oder -Schwankungen ausdrücken, im „Hochschaukeln“ der Dynamik (einer wird leiser, alle werden leiser….), in Verzögerungen oder im Ausgleichen eines falschen Einsatzes. Alles das, was gar nicht in den Noten steht und trotzdem blind funktioniert.  Und wie funktioniert das? Man muss sich zuhören… beim Spielen und auch beim Reden. Man muss sich einlassen auf den anderen…. man sollte nicht immer nur Recht haben wollen, man sollte Spass daran haben… man muss sich vielleicht selbst ein bisschen aufgeben, das ganze sehen und hören und nicht nur das große Solo spielen wollen.

Und nach meiner Erfahrung geht das (wenigstens unter Amateuren) eigentlich fast nur, wenn man sich auch mag. Und so kommt es, dass das Zusammenspiel manchmal durch gemeinsame Kneipenbesuche, Gespräche oder andere Aktivitäten genauso viel besser wird (fast) wie durch gemeinsame Proben.

Musik ist klingendes Menschsein….. (das schreibe ich und höre gleichzeitig den Blues, den man für Köhler spielt, auch ein sehr menschlicher, wie ich finde….)

Sentimental? Stimmt….

Heiße Sache…

Keine Kommentare

damit meine ich unseren Erstauftritt heute morgen. Und „unser“ heißt Willi, Eva, Regine und ich. Wir haben ein Stündchen musiziert und das war spannend, wie immer. Ich finde es jedesmal wieder spannend zu sehen, wie neue Mitmusiker auf den Auftritts-Stress reagieren. Und es war einfach wunderbar. Gepatzt habe nur ich…. wie peinlich. Und es war einfach entsetzlich heiss…. aber es gibt nichts schöneres, als während eines Konzertes irgendwann das Gefühl zu haben, nur Musik zu machen und die Nervosität nicht mehr zu spüren. Ein schöner Tag, der eben durch das zweite Tor unserer Nationalelf noch weiter verschönert wurde. Prost!

Switch to our mobile site

%d Bloggern gefällt das: