Zu meiner Anfängerzeit (inzwischen gut 30 Jahre her…. o Mann) lernte man Noten lesen, richtig greifen, richtig zählen und dann wurde versucht, möglichst schnell spielen zu können. Der richtige Ton kam durch den richtigen Griff, irgendetwas darüber hinaus wurde nicht diskutiert. Auf diese Art habe ich jahrelang gespielt, ohne mir zuzuhören. Der erste Lehrer, der mir was von Intonation erzählt hat, erklärte mir für jeden Ton einzeln, den musst Du höher spielen, den tiefer usw. Leider war daraus für mich kein systematisches Problem erkennbar. Ich war immer genau für das aktuell geübte Stück informiert, beim nächsten fingen wir wieder von vorne an. Erst bei einem späteren Lehrer habe ich gelernt, dass jeder Ton geprüft sein will, dass Laut und Leise, die Richtung aus der man zu einem Ton kommt (von oben oder unten), der harmonische Zusammenhang etc., dass all diese Parameter Einfluss darauf haben, ob und dass man stimmt. Und, o Wunder, ich habe gelernt, dass man sich zuhören muss, um das zu merken und korrigieren zu können. Na sowas….. Ich habe in der Tat über zehn Jahre gespielt, OHNE mir wirklich zuzuhören. Und als ich anfing, das zu versuchen, wusste ich auch, warum ich das vorher nicht getan habe. Was ich gehört habe war sterbenslangweilig…. Damals war man der Ansicht, dass diese Feinheiten für Anfänger zu schwierig sind, dass es leichter ist, sich zunächst nur mit den anfänglichen technischen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen und den Rest dann später anzugehen.

Glücklicherweise ist das heute anscheinend ganz anders. Meine Nichten und Neffen spielen in einem Musikverein in Süddeutschland, dort gibt es für die Jugendausbildung die sogenannten D-Prüfungen, bei denen Theorie und Praxis trainiert werden. In dem Übungsheft zum ersten Kurs sind bereits Hörübungen enthalten. Welch ein Glück!

Hören ist meiner Meinung nach vor allem Übungssache. Je früher man damit beginnt, um so leichter ist es und um so besser wird man. Kinder sind da sowieso viel offener, sie lernen leichter und haben häufig nicht so große Versagensängste. Richtig spielen lernt man eben nur mit richtig hören…. und darum muss alles gemeinsam trainiert werden.

Ich bin auf diesem Weg, erst gar nicht zu wissen, dass es Intonation überhaupt gibt, dann in Einzelfällen auf relativ rüde Art korrigiert zu werden und am Ende dann wie der Ochs vor dem Berg zu stehen als ich mal die Zusammenhänge allmählich durschaut habe, zu einem Intonationsphobiker geworden. Mich treibt ständig die Panik, wenn irgendwas nicht passt, dass das immer ich bin und dann fange ich an zu suchen…. auch nicht gut.

Darum mein Appell: Zuhören, an alle Lehrer: Zuhören trainieren und an alle Schüler: genießt Euer eigenes Spiel… das ist das Ziel. Und auch das ist ein weiterer Grund, nicht autodidaktisch an die Flöte ranzugehen…..