blog-FLOETE

Der Blog zu flutepage.de

Durchsuche Beiträge mit Schlagwörtern Internet

Derzeit ist das Urheber- und/oder Copyright eines der großen Tagesthemen, nicht zuletzt dank der Erdrutsch artigen Gewinne der Piraten in den verschiedenen Meinungsumfragen. Ich bin juristisch komplett ungebildet und habe selbst auch kein Patentrezept dafür, wie man diesen Interessenkonflikt lösen kann. Weil ich aber Freunde im Verlagswesen habe, Komponisten kenne, die in der GEMA sind und mich auch manchmal schon selbst über kopierte Inhalte von meiner Seite in fremden Webauftritten geärgert habe, lässt mich das Thema durchaus nicht kalt.

Ziemlich schockierend finde ich die Selbstverständlichkeit, mit der alles mögliche ständig kostenlos gefordert und erwartet wird. Als Beispiel möchte ich hier mal auf das Ratgeberportal www.gutefrage.net verweisen. Ich bin da verschiedentlich über meinen Google Alert „Querflöte“ gelandet und habe auch die eine oder andere Frage beantwortet. Wenn man allerdings die Fragen anschaut, so sind ca. 70-80% der Fragen zum Thema Querflöte: „Ich brauche kostenlose Noten“. Es variiert das gesuchte Lied oder Genre, aber kostenlos ist immer ein Muss. Wie kommt so was? Keiner sucht kostenlose Autos, Schuhe oder Makeup. Aber Noten sollen kostenlos sein?

Hat einer von Euch Suchenden schon mal eine gut lesbare Notenseite auch nur durch Abschreiben produziert? Ich habe verschiedentlich Noten mit Capella zusammengeschrieben, entweder, weil das Original schlecht leserlich war, weil ich nur eine Partitur hatte, aus der ich eine Stimme benötigte, weil ich mehrere Stimmen zusammenführen wollte oder was zu transponieren hatte. Und ich kann Euch sagen, dass das bei einem umfangreicheren Stück auch schon Arbeit macht. Wenn ich jetzt auch noch selbst komponieren oder arrangieren würde, also neben der Handarbeit auch noch Grips investiert hätte, dann bräuchte ich ja noch viel mehr Zeit. Wenn man das gut und für viele Stücke machen möchte, dann muss man auch irgendwann auch davon leben können. Also muss es auch was kosten. Alle schimpfen über zu niedrige Löhne und Menschen, die arbeiten und davon nicht leben können. Aber warum soll dann ein Autor, Komponist, Arrangeur oder auch Übersetzer, Setzer und Publisher für seine Arbeit kein Geld bekommen? Wollt Ihr wirklich alles mit Werbung zugepflaster haben? Ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Ich denke schon, dass die aktuelle Abrechnungsform für die meisten Medien nicht mehr praxisgerecht ist, weil moderne Medien und Techniken einfach nicht kontrollierbar sind wie Hardcopies. Aber ich bin der Meinung, dass geistige Leistungen, Kunst, Bildung und Musik ein wertvolles Gut sind. Vermutlich sogar das wertvollste überhaupt. Und wertvoll ist eben nicht zwingend kostenlos. Wenn Ihr ein Lied unbedingt haben wollt (in Noten), dann setzt Euch hin und hört es raus. Das könnt ihr nicht? Vielleicht versteht ihr dann, dass es Geld wert ist, wenn sich jemand die Mühe macht und das aufschreibt?

Ich bekomme auch erschreckend häufig Emails, in denen ich gebeten (in guten Fällen) oder aufgefordert (in den auch nicht seltenen weniger Guten Fällen), Material oder Informationen für eine Schularbeit oder ein Referat zusammenzustellen. Hallo? Auf meiner Seite finden sich Informationen ohne Ende. Diese stammen aus dutzenden von Büchern, Artikeln. Booklets, Notenausgaben und Gesprächen. Ich habe die hier öffentlich gemacht, für lau und weil es mir Freude macht. Da kann sich jeder bedienen. Aber ich bin nicht die Bedienung. Fragen beantworte ich immer gerne, aber diese „Fütter-mich-Mentalität“ geht mir wirklich so was von auf den Nerv. Nie gab es so viel Information und Möglichkeiten in Griffweite und nie war das Anspruchsdenken größer. Das ist sehr traurig und sehr bedenklich, finde ich.

Wie wäre es denn mit einem Tauschsystem? Wer ein Buch oder ein Musikstück in Noten oder gespielt für lau haben möchte, der gibt dafür ein analoges Werk aus eigener Feder. Das würde wenigstens den Kulturbetrieb beflügeln. Macht doch mal was selber, ehe ihr von anderen immer nur haben wollt, wie wäre es damit?

Bisher lebte ich in dem Glauben, dass Noten ebenso wie Bücher bei uns einer Preisbindung unterlägen. Dem kann definitiv nicht so sein. Zumindest kann das nicht für ausländische Verlage gelten. Eine meiner neuesten Errungenschaften Night Music von Lowell Liebermann, für Flöte, Klarinette und Klavier, habe ich für satte 24 Euro bei Zerluth erstanden. Zu meinem Entsetzen kostet das gute Stück bei Musikalienhandel.de nur 18.50 Euro. Das sind 30% weniger!!!!!

Ohne Zweifel ist die Sortierung und Auswahl für unser Instrument bei Zerluth einfach gut. Da steckt viel Mühe, Grips, Aufwand und Liebe drin. Die Preise nicht zu vergleichen war meine eigene Dummheit, aber dennoch finde ich eine so große Differenz schon sehr heftig.

Und da ich nun schon mal beim Thema bin, gleich noch ein paar andere Unnannehmlichkeiten zum Thema Noten aus dem Web…..

Zum ersten natürlich Versandkosten, da habe ich schon öfter verglichen. Versenden kostet Geld, das ist klar. Ich finde Versandkosten nur unterhalb einer vernünftigen Bestellsumme sehr in Ordnung. Ich fände es aber noch schöner, wenn die Onlineshops dann noch die Möglichkeit böten, zu wählen, ob man alles auf einen Schlag (sprich alles, wenn alle nicht sofort lieferbaren Werke da sind) oder jedes Stück einzeln geschickt werden soll. Das würde deren Versandkosten verringern, ich hätte nicht die absurde Situation manchmal täglich zur Paketstation rennen zu müssen und das gesparte Geld könnte man ja auch zur Verringerung der abgerechneten Versandkosten einsetzen. Außerdem spart das Verpackung und schont die Umwelt!

Das zweite Dauerproblem ist die Sortierung, die Suchmöglichkeiten und die Angaben im Katalog ganz allgemein. Vollkommen unbrauchbar finde ich Angaben wie „Holzbläserensemble“ oder „Bläserensemble“. Abgesehen vom Holzbläserquintett ist mir keine fixe Besetzung bekannt und ich kann nunmal nicht aus dem Stand 3 Hörner auftreiben oder meine Oboe wegschicken, nur weil die da gerade mal nicht gefragt ist. Details wie die Frage, ob die Oboe womöglich zum Englischhorn, die Klarinette zur Bassklarinette oder die Flöte zum Piccolo greifen muss während eines Stückes sind ohnehin so gut wie nie zu finden. Dann ersteht man so ein Schätzchen und stellt fest, dass es leider gar nicht spielbar ist……. bäh.

Auch die „Ausstattung“ einer Ausgabe ist je nach Katalog nicht immer zu erkennen. Ich brauche ja im Regelfall Stimmen, wenn ich was spielen will. Und doch sind solche Angaben manchmal nicht zu finden, fehlerhaft oder in kryptischen Abkürzungen versteckt. Besonders gut fand ich da kürzlich die Rückfrage von daCapo-Notes, die per Mail darauf hinwiesen, dass die bestellten Ausgaben Taschenpartituren der Danzi-Quintette waren. Da der Katalog hier sehr eindeutig war, wusste ich das schon, aber solcher Service macht Sinn und zeigt, dass die andere Seite mitdenkt.

Ganz dumm wird es, wenn im Katalog eine falsche Besetzung steht (letztes hatte ich Klarinette im Katalog und auf den Noten war es Viola). Das Zurücknehmen hat aber funktioniert. Auch fehlende Stimmen wurden mir schon nachgeschickt (www.musikalienhandel.de).

In der Regel suche ich Ausgaben in einer ganz bestimmten Besetzung, da finde ich mich bei Zerluth am besten zurecht, wie gesagt habe ich das leider jetzt schon zum zweiten Mal teuer bezahlt.

Eine andere Stolperfalle ist die Sache mit den Antiquariaten. Da gibt es den zentralen Shop ZVAB, in dem sich viele deutsche Antiquariate zusammengeschlossen haben. Das System ist sehr gut programmiert, gute Suchfunktion und alles. Nur leider sind nicht alle angebotenen Ausgaben antiquarisch, so dass auch hier ein Preisvergleich Sinn macht. Ich habe das bei meiner ersten Bestellung nicht erwartet und nicht gesehen und sah mich dann schnell in dem Versuch, ein Schnäppchen zu machen, gescheitert.

Bei all den vielen Haken und Ösen in diesem Bereich des eCommerce kann ich daher nur viel Glück auf der Jagd wünschen!

Switch to our mobile site

%d Bloggern gefällt das: