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Seit gut einem Jahr gebe ich wieder Unterricht. Zwei relative Anfänger wurden damals sozusagen Flöten technisch obdachlos, da ihre Lehrerin nicht weiter unterrichten konnte oder wollte. Da bin ich eingesprungen (ich finde, jeder sollte die Chance haben, das Instrument seiner Wahl zu lernen). Die Große von beiden (ca. 13 Jahre) spielt inzwischen knapp 4 Jahre und hatte bis Ende letzten Jahres ein relativ altes Instrument von Ihrem Großvater. Yamaha-Flöte mit Silberkopf. Leider schwächelte die Flöte zunächst mit geschrumpftem Kork, der ständig verrutschte, dann mit echten Ausfallerscheinungen, die eine Generalüberholung mit Kosten von gut 500 Euro erforderlich gemacht hätten. Zunächst konnten wir das Problem mit meiner alten Flöte überbrücken, aber eine echte Lösung war gefragt. Daher ging es dann gestern zur österlichen Flötenwahl.

Ich zähle mich seit ca. anderthalb Jahren zu den Fans des Angebots und der Beratung von Flutissimo, daher lag es nah, zunächst dort mal zu sehen, was denn so in Frage kommen könnte. Wir liefen also 4 Mann hoch in Sankt Augustin (der Zentrale) auf: die Eltern, die Flötistin und ich als beratende Lehrerin. Die Hausaufgabe bei Vereinbarung des Termins lautete für die Eltern, ein Limit festzusetzen. Sehr sinnvoll. So vermeidet man eine heiße Liebe zu einem unbezahlbaren Instrument (sowas hat schon manchen in meinem Umfeld Jahre lang verfolgt). Die Grundfrage war: Anfängerflöte oder Instrument mit Silberkopf. Die Wahl fiel auf letztere Kategorie mit einem geschätzten Preisbereich von 900-1600 Euro. Das familiäre Limit wurde in Etwa in der Mitte mit 1300 Euro festgelegt.

Nun konnte also aufgetischt werden. Flutissimo hatte in diesem Preisbereich ca. 12 Flöten (ich habe nicht gezählt, könnten auch etwas mehr oder weniger gewesen sein) unterschiedlicher Hersteller und Modelle anzubieten. Alle mit Ringklappen, E-Mechanik und Offline-Mechanik (so muss es sein). Zwei davon mit H-Fuß und eine (Altus/Azumi) mit einer Silber-Mundlochplatte statt einem Silberkopf (Altus ist immer etwas teurer, hat aber auch einen wirklich vollen, warmen Klang).

Meine arme Flötenschülerin sollte nun ausprobieren und man konnte ihr (ausgeprägt schüchtern) ansehen, wie unwohl ihr war angesichts der vier Zuhörer und der Frage: was soll ich bloß spielen, wie geht so was? Und ab hier profitierten wir alle von der jahrelangen Erfahrungen des Hausherrn. Bernd nahm die Zügel in die Hand und führte ab hier souverän Regie (nachdem er sich selbstverständlich vorher über Vorlieben, Interessen und Fragen informiert hatte, aber hier gab es keine Vorüberlegungen). Die Testerin startete also in der tiefen Lage mit einfachen Tonfolgen (Tonleiter von g1-d2).  Die Unterschiede in Ansprache und Klangqualität waren absolut frappierend. Keiner von uns wusste, was sie gerade für ein Instrument spielte, das war auch nicht wichtig. Wir alle konnten aber trotz vorlaufender diesbezüglicher Skepsis der Eltern, deutlich hören, welche Instrumente spontan spielten und bei welchen Anstrengung erforderlich war. Auch die Klangqualität war sehr verschieden.

Nach der tiefen Lage folgte die mittlere (e2-g2) und dann die hohe (d3-f3). In jeder Runde disqualifizierte sich das eine oder andere Modell. Am Ende blieben vier, die dann noch an der von flutissimo aufgelegten Literatur (ein Gospel) getestet wurden. Die bei den Einzeltönen durch mehr Klangvolumen vorne liegenden Flöten wurden hier von ihren Konkurrenten abgeschlagen. Die Sprünge innerhalb der Melodie waren mit zwei anderen Modellen einfacher zu spielen. Am Ende stand eine Flöte der Marke Anthem (hatte ich noch nie gehört, ist eine Gründung ehemaliger Powell-Mitarbeiter, die sich auf Schülerinstrumente spezialisiert haben). Der Preis: 980 Euro (also weit unter dem Limit). Das war eindeutig, die für meine Schülerin am leichtesten spielbare Flöte.

Ich war (und bin) beeindruckt. Es hatte eine Stunde gedauert und war eine eindeutige Entscheidung, an der keiner im Raum zweifeln konnte. Dank fachkundiger Führung durch den Verkäufer war der Stress für die jugendliche Hauptperson erträglich geblieben. Ich selbst hätte mangels Erfahrung zu diesem Prozess nur wenig beizutragen gehabt. Flöte spielen und Flöte kaufen sind einfach sehr verschiedene Dinge. Den abschließenden Antrag der Eltern, das Ergebnis nun mit einer Silberkopf-Flöte aus dem oberen Preissegment zu vergleichen, wurde von Bernd abgelehnt. Sehr vernünftig. Sicher hätte manch anderer versucht, auf diesem Weg ein teureres Instrument an den Mann zu bringen. Das war hier aber nie Thema (sonst wären wir sicher auch nicht so weit unterhalb des Limits gelandet). Das Risiko, dass die Probandin sich doch noch in ein unerreichbares Instrument verlieben könnte, wurde einfach von Bernd nicht mitgetragen. (Sehr anständig, wie zu erwarten)

Hätte es sich um eine ältere Schülerin mit deutlichen flötistischen Ambitionen gehandelt, die mehr Spiel-Sicherheit mitbringt, so hätte ich eventuell der aktuellen Ansprache und Leichtigkeit beim Spiel ein geringeres Gewicht geben wollen und mehr auf den erzielbaren Klang geachtet (auch wenn dafür dann einige Arbeit zu investieren gewesen wäre). In diesem Fall aber war Motivation ein wichtiges Thema, eine feste Zahnspange oben (die bereits zu viel Flöten-Frust geführt hatte) und die bevorstehende Ergänzung am Unterkiefer, gepaart mit vielen anderen Hobbies und wenig Zeit fürs Flöten, machen diese Wahl auf jeden Fall zur richtigen. Spannend wäre es, in einem anders gelagerten Fall zu sehen, wie der Evaluationsprozess dann aussähe (ich bin sicher, auch hierzu existieren schon Erfahrungen bei Flutissimo).

Ich habe also viel zur Kaufsystematik und dem aktuellen Marktangebot an Schülerflöten gelernt. Sehr spannend.

Manchmal kommt ja so das eine zum anderen. Bei mir war das beispielsweise eine Altflöte, die seit ca. 5 Jahren in meinem Besitz ist und eigentlich erst einmal (für Jekyll & Hyde) so richtig produktiv (sprich mit Zuhörern) zum Einsatz kam. Geübt habe ich dann auch nicht sonderlich viel drauf. Die Versuche, ein vollständiges Flötenquartett auf die Beine zu stellen, weil man das Ofenrohr da öfter brauchen kann, sind bisher auch nicht ganz erfolgreich gewesen.

Die zweite Zutat, das was dazu gekommen ist zur Altflöte, war die Bekanntschaft mit dem überaus engagierten, engergiegeladenen und sympathischen Kopf und Herz hinter Flutissimo (Namen nenne ich hier grundsätzlich nicht). Der neben seinem unermüdlichen Einsatz für die Böhmflöte als Upgrade für alle Spielmannszüge auch gleich noch ein Flötenorchester gegründet hat und leitet. Das Projektorchester NRW.

Irgendwann bekam ich eine Aufnahme von ihm, geschickt per Mail mit dem Kommentar “leider sind wir in den tiefen Flöten noch etwas dünn”….. da zählte ich eins (eine allmählich oxidierende Altflöte) und eins (eine fehlende Altflöte) zusammen und heraus kam eine Anmeldung zur Probenphase des Orchesters letztes Wochenende.

Als ich vor einigen Wochen (oder Monaten?) meine Anfrage diesbezüglich startete, wurde ich kurz danach durch zahlreiche Mails von den verschiedenen engagierten Mitorganisatoren bezüglich der erforderlichen Schritte erleuchtet, erhielt Zugriff auf den Mitgliederbereich der Homepage und wurde sanft und perfekt in Richtung Probentag begleitet.

Die erste Pirsch durch Forum, Anmeldesystem etc. erfüllte mich zum einen mit Bewunderung für diese vollkommen durchdachte Organisation und Fürsorge, zum anderen spürte ich bei einigen der vereinsmässigen Kollektivmaßnahmen (z. B. alle brauchen die exakt gleiche Pultleuchte, wer keine hat, spielt nicht mit) meine mit dem Alter immer tiefer sitzende Unverträglichkeit mit dem deutschen Vereinswesen wieder einmal aufmuggen.

Kurz vor der Probe begab ich mich also auf das Portal und lud die dortigen Noten runter. Die ganzen alten Mails habe ich in der mir eigenen Ignoranz nicht nochmal gelesen. Das führte dazu, dass ich innerhalb von zwei Tagen (am ersten brach ich aus Verzweiflung irgendwann ab) meinem Drucker ein Kilo Papier abrang. In einer anderen Einheit gezählt: ca. 30 Arrangements gab es im Portal, ich habe sie alle geholt und gedruckt.

Abringen beschreibt dabei nur meinen Umgang mit dem aus Altersstarrsinn bockigen Brother-Drucker, der immer erst mal ca. 20 Seiten problemlos druckt und dann je gedruckte Seite gerne ca. 5 mal Papierstau beseitigt hätte…. grrrrrrr.

Sonntag morgen fiel ich dann pflichtschuldig kurz nach 8 aus dem Bett, schnappte mir das Papierbündel (wollen die das alles spielen????) und düste Richtung Wülfrath (für alle wie mich Unkundigen: auf der Nord-Ost-Schiene betrachtet zwischen Mettmann und Wuppertal aber etwas nördlich). Schöne Landschaft, dazu der erste strahlend blaue Sommerhimmel dieses Jahres, was will man mehr?

Dort angekommen finde ich die perfekte Organisation und eine für ein so großes Ensemble mir vollkommen neue Disziplin vor. Zunächst wird der Beitrag für den Probentag kassiert (10 Euro, dafür gibt es Kopien, wenn Noten fehlen und ein warmes Mittagessen). Meine kurzsichtige Frage nach dem richtigen Sitzplatz (weiß ich denn, wie die Stimmen im Flötenorchester verteilt sind?) zeigt wiederum, dass ich gute Organisation nicht gewohnt bin: auf jedem unbesetzten Stuhl liegt ein Namensschild (wow). Unbesetzt sind aber gar nicht so viele, da ca. 20 Minuten vor Probenbeginn tatsächlich schon viele mit ausgepacktem Instrument vor ihren Notenständern sitzen. Auch dafür nochmals meine Ver- und Bewunderung.

Ich platziere mich also und harre der Dinge die da kommen. Sehr schnell lerne ich, dass man natürlich nicht 30 Werke aufzuführen gedenkt (hätte zur sonstigen Organisation auch nicht gepasst), vielmehr wäre ich gut beraten gewesen, nochmal die Mails alle durchzusehen, da gab es nämlich ein gültiges Programm mit ca. 10 Titeln. Dafür hätten auch ich und mein bockiger Drucker vermutlich höchstens ne halbe Stunde gebraucht (seufz) und ich hätte in der Probe nicht stets mit zunehmender Verzweiflung den ganzen Haufen nach dem gewünschten Stück durchsuchen müssen.

Ich lerne außerdem, dass man nicht aus NRW sein muss, um hier zu spielen (meine Nebensitzerin ist aus Aschaffenburg angereist, nochmal wow, warum das “wow” ist, zeigt die Karte für alle Geographie-Dilettanten (ich bin einer)).

Außerdem lerne ich einiges über Spielmannszüge und deren aktuelle Modernisierungsarbeit (Nebensitzerin andere Seite). Ich lerne, dass es hier viele Menschen gibt, die Arrangements für Flötenorchester schreiben, häufig wohl als Bearbeitung von Blasorchesterausgaben. Ich darf mir das Genick von den sanften Tönen einer Kingma-Subkontraflöte kitzeln lassen (das macht in meinem Hinterkopf ein leises “will haben” zum Dauerhintergrund). Und ich merke schnell, wer 8 Stunden mit einer Altflöte mit geradem Kopf spielen will, der sollte zuvor seinen rechten Arm trainieren (aua).

Was ist mein Fazit? Nie habe ich einen disziplinierteren, motivierteren oder besser organisierten Haufen von Hobbymusikern (und ein paar Profis) erlebt (und ich habe schon manches mitgemacht). Unser musikalischer Leiter hat mich mit der hier, wie auch in allen bisherigen sonstigen Begegnungen und Umständen, gezeigten gleichbleibenden Geduld, Freundlichkeit und Motivationskunst überzeugt (afrikanische Musik? dann stehen wir doch mal auf und tanzen das, genial). Ich gestehe, die Musikauswahl ist nicht so ganz die meine und Altflöte spielen sehr viel anstrengender als angenommen. Da ich in der vorangegangenen und den kommenden Wochen zunehmend feststellen musste, dass es mir nicht bekommt, wenn ich am Wochenende nicht wenigstens einen halben Tag frei habe, werde ich wohl nicht zum Dauergast aller Probephasen (wenigstens nicht dieses Jahr). Aber ich denke darüber nach, dass ich so ein Orchester für manchen Flötenschüler gerne zum lebendig werden lassen des Gelernten gehabt hätte und dass das für jeden Flötisten, der kein Ensemble oder Orchester hat, eine perfekte Umgebung ist, um gemeinsam zu musizieren.

Und da vor allem tiefe Flöten immer fehlen und ich mir denke, es gibt auch andere, die sich so ein Ding gekauft haben, das nun meist nur rumliegt, kann ich nur sagen: meldet Euch an! Man muss ja nicht aus NRW sein und wenigstens die Altstimmen sind sooooooo schwer nicht.

Flöten-Tuning

3 Kommentare

Sicher ist das jedem schon einmal so gegangen. Man spielt und übt, der Klang entwickelt sich und irgendwann scheint es einfach nicht mehr vorwärts zu gehen. Man steckt fest, kann üben wie man möchte und hat den Eindruck, einfach kein bisschen Verbesserung mehr zustande zu bekommen. Mittelfristig führt das zu Frust und dazu, dass man das Üben reduziert oder gar einstellt. Eine Möglichkeit, aus so einer Sackgasse wieder herauszukommen, kann ein Lehrerwechsel sein. Ich für meinen Teil bin der Ansicht, dass Lehrer-Schüler-Beziehungen eindeutig “Lebensabschnittsbeziehungen” sind. Die Spannung zwischen beiden nutzt sich einfach ab, es braucht neue Anregungen und Impulse.

Manchmal ist das aber nicht der Punkt, und ganz sicher ist es hier nicht das Thema. Es kann auch passieren, dass man das Potential des eigenen Instruments ausgereizt hat, dass man der Flöte sozusagen entwachsen ist. Was dann?

Der naheliegende Schritt ist, eine neue Flöte zu kaufen. Das ist allerdings auch die kostspieligste Variante. Da das sicherlich nicht immer jedem zeitnah möglich ist, gibt es auch günstigere Alternativen. Und um die soll es heute gehen.

Die bekannteste Lösung ist ein neuer Kopf. Der Kopf ist der für den Klang und die Ansprache ausschlaggebende Teil der Flöte. Der Schnitt des Mundloches variiert zwischen Flötenköpfen erheblich, man braucht mehr oder weniger Luft, muss genauer oder weniger genau die exakte Anblasposition und -stärke treffen, erzeugt einen tendenziell leiseren oder lauteren Ton. Der Variantenreichtum ist in der Tat riesig. Gleiches gilt für die Preise. Es gibt Firmen, die ausschließlich Köpfe herstellen, z. B. Mancke (sehr leichte Ansprache) oder Lafin (bekannte Edelmarke). Man kann auch Köpfe von den meisten Markenflöten einzeln erwerben. Köpfe gibt es in zahllosen Materialvarianten von Silber über Gold und Platin bis Holz. Materialien können den ganzen Kopf umfassen, nur die Mundlochplatte, den Kamin, Innenplattierungen. Kurz, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass Kopf und Flöte zusammen harmonieren und vor allem natürlich dem Flötisten liegen. Unterschiedliche Wandstärken beeinflussen Widerstand und Volumen beim Spiel (das gilt genauso für die Flöte im ganzen).

Bei dieser unübersichtlichen Auswahl ist es auf jeden Fall gut, zum einen einen Preisbereich vor dem Probieren vorzudefinieren und zum anderen eine Vorstellung zu haben, was man genau erreichen möchte (mehr Obertöne, mehr Volumen, leichtere Ansprache etc.) Ein kompetenter Händler kann einen dann gut gezielt beraten. Eine gute Adresse zum Testen ist Adams in den Niederlanden. Andere kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, darum keine weiteren Namensnennungen. Tauschköpfe gibt es übrigens auch für Piccolo.

Auch mit einem neuen Kopf liegt man schnell bei mehr als 1000 Euro bzw. auch gerne mal bei mehreren tausend. Daher noch ein paar andere Alternativen.

Bei meiner Altflöte war ich mit dem Klang auch gar nicht zufrieden. Vor allem nicht mehr, nachdem ich mal eine Kingma-Alt probieren durfte. Ich habe mir von Eva Kingma eine neue Mundlochplatte einbauen lassen, inklusive Kamin. Ein Unterschied wie Tag und Nacht (vor gut einem Jahr für 1000 Euro + MwSt).

Diese Veränderung ist natürlich quasi nicht rückgängig zu machen und man kann das Ergebnis zuvor nicht ausprobieren. Ein gewisses Risiko, für das man einiges Vertrauen haben muss. Ganz ähnlich sieht es bei der Vergoldung aus. Ich habe das aus einem aktuellen Thema im Flutepage-Forum (Pinnwand) gelernt. Man kann eine Flöte nachträglich vergolden oder teilvergolden (nur Kopf, Mundlochplatte oder Kamin). Ergebnis ist ein größeres Klangvolumen zum Preis eines größeren Luftbedarfs (wie immer bei dickwandigeren Instrumenten).

Reversible und ausprobierbare Varianten zu Klangverbesserung sind der Austausch von Stimmkork inklusive Schraube. Seit ca. einem Jahr bietet Bernhard Hammig dazu eine Lösung an. An meiner Brannen führte das nicht zu einer Verbesserung, aber ich kenne viele Flötisten, die zu dieser Variante für ca. 500 Euro gegriffen haben. Anscheinend verbessert sich insbesondere die Ansprache der tiefen Lage und das Klangvolumen. Korkschrauben gibt es auch bei Nagahara einzeln zu kaufen (für diesen Hinweis danke an Johannes).

Die letzte mir aktuell bekannte Variante zum Klang-Upgrade ist “Le Freque”, eine so genannte Klangbrücke. Es handelt sich um geschwungene Metallplättchen, die mit Gummis an der Flöte befestigt werden und die Verbindung zwischen Kopf und Korpus zusätzlich akustisch verbessern sollen. Brachte bei mir auch nix, aber ich habe am Klang meiner Flöte auch eigentlich nichts auszusetzen und probiere nur aus Neugier. Mal sehen, ich teste das in Kürze noch mit meiner alten Flöte…

Le Freque kann man auch bei anderen Instrumenten (z. B. Horn oder so anwenden). Es gibt verschiedene Materialien (versilbert ca. 60 Euro, massiv Silber ca. 150 Euro). Man kann ein oder zwei der Teile verwenden und es liegt ein wahres Sammelsurium an Gummis für die Befestigung bei. Ich habe im Fernsehen schon Profiflötisten im Orchester mit dem Ding gesehen, also ist wohl was dran denke ich. Zu Le Freque habe ich auch ein paar Bilder (danke mal wieder an Flutissimo für die Test-Exemplare, hier sind ein paar Bilder, leider teilweise unscharf, ich bin halt kein Fotograf):

LeFrequeInVerpackung

 

Sie ist wieder da! Meine schöne eigene, frisch geputzte und überholte Flöte. Nein, keine Generalüberholung, aber doch eine sehr spürbare Verbesserung. Fast zwei Wochen war ich ohne und die beiden wahlweisen Vertreter (meine alte Haynes und eine neue Yamaha) konnten mir diese zwei Wochen nicht wirklich versüßen.

Da ich aktuell etwas knapp auf meinem Gleitzeitkonto bin (ich habe für zwischen den Jahren schon zwei Tage Gleitzeit genommen und die Stunden sollten dann wenigstens vorhanden sein, damit ich nicht im neuen Jahr zur Arbeit komme und direkt Miese aufholen muss, das wäre ja der pure Horror), hatte ich starke Bedenken, dass UPS hier klingelt wenn keiner da ist und ich dann zeitig aus dem Büro weg muss, um am nächsten Tag rechtzeitig beim UPS-Office zu sein, um das erwartete Paket abzuholen. Aber da hatte ich doch tatsächlich das fast unfassbare Glück, dass der Paketbote knapp 10 Minuten bevor mein Freund das Haus verlassen musste, vor der Tür stand. Besser geht es doch gar nicht!

Das Auspacken des ausgesprochen sorgfältig eingewickelten Instruments kann in Sachen Vorfreude wohl kaum von einem der Weihnachtsgeschenke übertroffen werden, die da vielleicht in zwei Wochen auf mich zukommen mögen. Manchmal ist es doch in der Tat viel schöner das auszupacken, was man ganz genau kennt und auf was man sich genau aus diesem Grund freut, als durch den Inhalt überrascht zu werden. Obwohl ich zugeben muss, es gab da ja auch den Faktor des Unbekannten in Form des Ergebnisses der Reparaturen. Nach Öffnen des Kartons, Wühlen in Styropor-Chips und Auswickeln aus diversen Schichten von Pups-Folie, stieg die Spannung beim Öffnen des Flötenkastens auf den vorläufigen Höhepunkt (nur übertroffen von der Erwartung des ersten Tons): und da lag sie…. funkelnd und silbern wie seit über zwei Jahren (seit der letzten Generalüberholung) nicht mehr. Beim Zusammenbauen (ich habe gelernt: Fuß ausschließlich in eine Richtung drehen), konnte ich schon merken, wie stramm der Fuß jetzt sitzt, nachdem er zuvor kippelte und zweimal sogar (wegen meiner Blödheit) von der Flöte abgefallen war. Das war ein Hauptgrund für die Reparatur gewesen.

Also zusammen- und angesetzt und geblasen. Noch ein bisschen fremd. Ein bisschen, als wäre auch das Instrument nicht begeistert davon, zwei Wochen ins Exil verschickt gewesen zu sein. Ein bisschen widerborstig. Aber nicht lange: einspielen, Reinecke-Konzert…. wow. Kein Klappern und Surren mehr von lappriger Mechanik und losen Federn. Dank gereinigtem Rohr (ich habe gelernt, in Flöten kann sich ein Fett- oder Silikonfilm bilden, wenn man immer mit dem gleichen Tuch wischt, das führt zu mehr Problemen mit Kondenswasser und kann durch Auswischen mit Essigreiniger behoben werden.) kein Problem mit Wasser. Also nach dem Reinecke noch ein paar frisch erworbene Quintette anspielen und dann die Keiser-Triosonate für Weihnachten…. ach, was ist es schön, wenn man sich beim Spielen wieder so ganz zuhause fühlen kann.

Dieses Gefühl des Wiedersehens wird mir meine Entscheidung für einen Termin zur Generalüberholung nicht leichter machen. Soll ich mich gleich Anfang des nächsten Jahres tatsächlich wieder für mehr als drei Wochen von ihr trennen? Wird das im Mai leichter werden? Ich glaube, diese Fragen schiebe ich noch ein bisschen auf und genieße jetzt erst mal die “Wiedervereinigung” :)

Bei einem gemeinsamen Frühstück können Flötenlehrer und -lehrerinnen die neue Jupiter Schülerflöte Loop  (ehemals Azumi Wave, Patent verkauft) kennenlernen. Univ.-Prof. Barbara Gisler-Haase trägt außerdem zu Unterrichtsmethoden für Kinder ab 5 Jahre und die aktuellsten Erkenntnisse zu frühem Flötenunterricht vor.  Das alles gibt es zu folgenden Terminen und an folgenden Orten:

  • 2. November 14.30-17.30 Uhr bei flutissimo in Sankt Augustin
  • 3. November 11.00-14.00 Uhr bei more than music in Braunschweig
  • 4. November 11.00-14.00 Uhr bei den Holzbläsern in Berlin
  • 17. November 11.00-14.00 Uhr bei Session Music in Walldorf
  • 18. November 11.00-14.00 Uhr bei Siewers in Köln
  • 30. November 14.00-17.00 Uhr bei der JSB-Musikschule in Innsbruck
  • 1. Dezember 11.00-14.00 Uhr bei Reisser in Ulm und am
  • 2. Dezember 11.00-14.00 Uhr beim Bläserstudio in Ulm

Interessenten finden alle Infos und die Möglichkeit, sich anzumelden bei Jupiter.

Auf dem diesjährigen Flötenfestival der DGfF (23.03.2013) in Freiburg findet ein Wettbewerb für Flötenorchester statt. Teilnehmen können reine Schüler-Ensemble, Ensemble mit volljährigen Laien oder auch Profigruppierungen. Alle Informationen gibt es hier.

Eigentlich war ich nie ein großer Freund von alten Instrumenten, eingeschlossen die Traversflöte. Irgendwie klang sie mir immer etwas zu blockflötig. Aber dennoch haben mich dieses Jahr Begegnungen mit diesem Vorfahren der von mir so geliebten Querflöte verfolgt.

Bei meinem Kammermusikkurs im Mai wurde ich von einer begeisterten Barock-Oboistin mit den Worten “Nächstes mal vielleicht mit Traversflöte” verabschiedet, was ich noch grinsend abgewunken habe.  Dann flatterten mir immer wieder irgendwelche Meldungen von gebraucht zu kaufenden Traversos ins Haus, die ich dann immer schön gelöscht habe. Bei alle dem hatte sich aber auch eine gewisse Neugier in meinem Hirn eingehakt. Es folgten verschiedene Artikel im Netz, die von Traversflötisten, Konzerten und ähnlichem berichteten (natürlich auch teilweise im Zusammenhang mit dem Friedrich-Jubiläum dieses Jahr).

Im Sommer erhielt ich dann elektronische Post von Klaus Holsten, der auch viele Termine für seine Kurse im Forum gepostet hat. Und das waren? Traverskurse (teilweise wenigstens). Fast zeitgleich fragte mich auch der neue Organist in meiner “Stammgemeinde”, ob ich eventuell auch Traverso spielen würde.

Nun war es mir echt zu viel. Irgendwie schien eine neue Herausforderung auch kein Fehler, also habe ich mit Herrn Holsten Kontakt aufgenommen und ihn ein bisschen ausgefragt, ob das für einen Laien überhaupt machbar wäre, neben der Böhmflöte auch ein Travers zu lernen und dann beides zu machen. Er meinte, dass das ginge und beriet mich sogar bezüglich der angebotenen Gebrauchtinstrumente. Sehr, sehr nett.….

Also machte ich auf dem Heimweg vom Urlaub einen Umweg, um mir das am geeignetsten erscheinende Instrument anzusehen und es womöglich auch zu kaufen. Leider musste ich dabei feststellen, dass ich aufgrund der unfallbedingten Verkürzung der Sehnen in meiner rechten Hand die Grifflöcher rechts nicht abdecken kann. Das war (obwohl zuvor schon ein wenig befürchtet) ein ziemlicher Schreck und trieb mich schnell von dort fort. Genauso schnell stellte sich ein Gefühl von “jetzt erst recht” ein. Schließlich lasse ich mir nicht gern in meine Pläne pfuschen.

Also habe ich zuhause angekommen ein bisschen herumgemailt (auch einer Empfehlung von Herrn Holsten folgend) und mich mit dem Traversflötenbauer Herrn Aurin in Düsseldorf verabredet. Erstaunlicherweise hatte er schon mal einen ähnlichen Fall und meine sofort, dass es da Abhilfe gäbe…..

Heute war ich da. Ein wunderschönes Haus in Düsseldorf, ein sehr freundlicher Instrumentenbauer und eine Tasse leckerer Espresso. Und nun weiß ich schon viel mehr. Es wird gehen, alle drei Löcher der rechten Hand etwas zu verschieben und die Klappe für den kleinen Finger zu verlängern.  Außerdem habe ich erfahren, dass es inzwischen auch eine richtige Schule für Traversflöte (heißt Notenheft) gibt und dass man in jedem Fall besser zunächst ein paar Unterrichtsstunden nimmt. Das ist natürlich wieder ein Zeitproblem (Stunde und Üben)…. aber wie ich mich kenne, wird es mich wohl nicht mehr loslassen, bis ich es mal probiert habe. Daher also….. to be continued.

 

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