blog-FLOETE

Der Blog zu flutepage.de

Durchsuche Beiträge in Fundstücke

Drei Wochen Sommerurlaub….. wunderbar!…… und leider schon zu Ende. Da Urlaub mit Wegfahren auch immer bedeutet, nicht zu spielen, habe ich mir, seitdem ich blogge, angewöhnt, dafür um so genauer auf musikalische Funde am Wegesrand zu achten. So auch diesmal.

Erstes Ziel und Hauptaufenthaltsort für den Urlaub war die Kvarner Bucht in Kroatien, genauer gesprochen der kleine Ort Lovran am nördlichen Ufer. Damit wir am Anreisetag nicht in den ersten Stress gerieten (das hasse ich im Urlaub), fuhren wir am Tag zuvor bereits los und legten eine Übernachtung in Salzburg ein. Als wir am späteren Abend in das per Handy gebuchte Hotelzimmer kamen, wurde ich durch die Vorhänge (siehe Foto) überrascht. Salzburger HotelkulturDie kleine Nachtmusik als Gardinenmuster…. schon ungewöhnlich.  Das zeigt aber auch, dass Salzburg seit ca. 200 Jahren gut von einem einzigen Sohn der Stadt lebt. Dieser Eindruck wurde bei einem Blick auf die an der Rezeption ausgelegten Prospekte bestätigt. Keine Sehenswürdigkeit ohne Mozart-Zitate…..

Am nächsten Tag gings dann weiter Richtung Kroatien und bereits am Nachmittag konnten wir unser Ferienhäuschen beziehen. Dieses befand sich im Garten ca. 3 Meter vom Wohnhaus unserer sehr netten Vermieter. Das Balkongeländer des Haupthauses war als Notenzeile gestaltet. Obwohl wir zwei Wochen da waren, habe ich es verbummelt, ein Foto zu machen oder mal nachzufragen, wer in der Familie denn da musikalisch ist. Irgendwie machte das Ganze aber auch nicht so recht Sinn: 4 b vorgeschrieben, ist schon ungewöhnlich für eine populäre Melodie, und dann in manchen Takten 4, in anderen 6 Viertel notiert…. vielleicht doch nur ein optischer Gag?

Kroatien bot ansonsten wenig musikalische Anregung. Einzig eine Gedenkplatte an den gnadenlos überlaufenen Plitwitzer Seen erinnerte an eine Opernsängerin, nach der einer der Wasserfälle benannt war.

Auf dem Rückweg machten wir bei Bad Reichenhall einen Zwischenstopp, den ich dann doch noch für einen offiziellen Mozartbesuch in Salzburg nutzte. Geburtshaus Mozart während der Festspiele für den stolzen Eintritt von 10 Euro für jeden Erwachsenen. Das ist nochmal ein Euro mehr als bei Mozart in Wien. Dafür gab es in Salzburg keinen Audio-Guide, aber die Möglichkeit, sich ergänzende Texte in einer App aufs Handy zu laden. Habe ich gemacht und so kann ich auch heute noch nachlesen, gar nicht schlecht. Innen hatte das Haus viel Ähnlichkeit mit dem in Wien: Innenhof, Holzdielen etc.  Ein erfreulicher Unterschied war die Befüllung der Räumlichkeiten mit zahllosen Vitrinen, in denen auch Handschriften und Briefe enthalten waren. Viel neues erfährt man da nicht, wenn man sich schon mal mit Mozart befasst hat. Interessant fand ich die Informationen über Frau, Kinder und Schwester in der Zeit nach Mozarts Tod. Insgesamt erschien mehr der Eintrittspreis eher gerechtfertigt als in Wien, aber das mag auch an meiner durch den Urlaub freundlicheren Stimmung gelegen haben.

Neben Mozart fanden sich noch einige in den Fotos dokumentierte weitere Fundstücke in Salzburg. Das Plakat der Festspiele zeigt den einzigen Flötisten, dessen Spuren in in Salzburg anlässlich des Events finden konnte: Felix Renggli…. und ich hatte ihn genau um einen Tag verpasst :(.

 

Unsere verbliebenen Urlaubstage führten dann noch an den Mondsee und nach Füssen. Beides gänzlich unmusikalische Regionen (aber schön zum Ausspannen).  Alles in allem diesmal eine mäßige Ausbeute, die aber doch dazu beitrug, den Flötenmangel etwas zu mildern.

Alle drei sind derzeit in aller Munde. Der alte Fritz wird am 24. Januar 300 Jahre alt.  Das ist zwar erst nächstes Jahr, die Medienlandschaft brummt aber schon seit Monaten. Die EMI hat zu diesem Anlass eine CD mit Werken von Friedrich herausgegeben, die kein geringerer als Pahud eingespielt hat. Die derzeit rollende Werbelawine sucht ihres gleichen in der Klassikwelt. Pahud tourt von Radio-Interview zu Harald Schmidt  und das Cover der CD (mit grau gestyltem Haar und nachgemachter preussischer Uniform) ziert Dutzende von Onlinemedien. Kurz, man kommt nicht vorbei an diesem Album. Aktuell verlost zudem jpc einen Kunstdruck basierend auf diesem Coverbild. Der Reclam-Verlag veröffentlicht auch ein Bändchen zu Ehren des alten Preußen.

Hier einige der Online-Artikel der letzten Wochen:

Was findet man da so alles? Eigentlich nichts neues, der musizierende Fritz wäre eigentlich lieber nicht König geworden, er hat  den Deutschen die Kartoffelgebracht (das gibt Pommes frites (gesprochen „fritz“) noch eine zweite Bedeutung, wie schon Heinz Erhardt erkannte (siehe unten)), sein Vater richtete vor seinen Augen seinen Geliebten hin, als er mit diesem abhauen wollte. Kurz, er hatte es wirklich schwer, trotz oder wegen des Königseins. Sein von ihm überaus geschätzter Flötenlehrer war übrigens Quantz und am Hof war auch lange Carl Philipp Emanuel Bach Musikus, dessen Werke der König aber wohl nicht unbedingt schätzte (war ihm zu modern).

Im Potsdamer Neuen Palais veranstaltet die Stiftung Preußische Schlösser von April bis Oktober eine Ausstellung unter dem Titel Friederisiko. Das Land Brandenburg organisiert ebenfalls eine ganze Reihe von Events zu seinen Ehren, z. B. ein Konzert mit 300 Flöten in Rheinsberg, wo sein eigenes Schloss stand, eine Tagung in Potsdam und eine weitere Ausstellung in Schloss Branitz.

Die katholische Akademie des Bistum Dresden-Meißen veranstaltet am 16.02.2012 einen Vortragsabend zur Musik in der Zeit Friedrichs. Vortragende sind die Dres Poppe und Schwinger (20.00 Uhr im Kathedralforum Dresden). Die ARD bringt am 16. Januar um 22.45 Uhr einen flammneuen Dokumentarfilm (kommt bei Arte schon am 7. um 20.15 Uhr), in dem die beiden Damen Thalbach den alten Fritz geben (siehe Westfälische Nachrichten oben).

Hier noch Heinz Erhardt zum Thema:

Vom Alten Fritz, dem Preußenkönig

weiß man zwar viel, doch viel zu wenig.

So ist zum Beispiel nicht bekannt,

dass er die Bratkartoffeln erfand!

Drum heißen sie auch – das ist kein Witz –

Pommes Fritz!

Das Musikhaus Tonger in Köln wird im Herbst (spätestens Anfang November) umziehen. Zwar nicht weit, aber das Material will erst mal verpackt werden. Daher sind derzeit alle CDs und DVDs sowie alle Bücher und Noten aus dem Antiquariat nochmals um 20% reduziert. Letzte Woche war schon relativ viel ausgekauft, aber es gibt immer noch interessantes und auch ein paar echte Klassiker bei den Noten.

Dieser Artikel ist der erste einer kleinen Reihe mit Urlaubsberichten, meines lieben Mit-Bloggers Christian, der seinen Familienurlaub in Amerika für zahlreiche interessante Visiten genutzt hat. Viel Spaß damit!

Wenn man sich für (Quer)-Flöten interessiert und zufällig gerade in New York City ist, dann sollte man die Gelegenheit nutzen und einmal kurz beim New York Flutecenter reinschauen. Mitten in Manhattan, direkt am Columbus Circle. Die Wegbeschreibung im Internet ist keine echte Hilfe, denn da heißt es „Über Starbucks“. Über Starbucks ist aber in New York quasi jeder zweite Hauseingang. Die Amerikaner erzählen sich, es würde nicht mehr lange dauern bis es einen Starbucks im Starbucks gibt. Ich schweife ab.

Wie immer in meiner amerikanischen Erlebniswelt war auch der (unangemeldete) Besuch bei Mr. Unger mit einer herzlichen Aufnahme und dem „alles beiseite legen“ und sich um den Gast kümmern verbunden. Die Räumlichkeiten sind schnell beschrieben: Der Eingangsraum mit einem PC Platz und dem Arbeitsplatz von Herrn Unger und ein Testraum.

Verkaufsbereich des New York Flutecenter

New York Flutecenter: der Einkaufsbereich


Wie auf dem Foto zu sehen, gibt es auch ein Hochregalsystem, das der Lagerhaltung dient und eine schnelle Zugriffsgeschwindigkeit erlaubt. Hier wird das Prinzip der kurzen Wege wirklich gelebt. Nein, ohne Ironie, mehr ist nicht nötig um sich sehr intensiv um die Belange von Flötenspielern zu kümmern. Ich kann natürlich nichts über die fachliche Qualifikation aussagen, gehe aber davon aus, dass der Principal Flutist der Met sich seinen Händler schon gut aussucht und da mit uns zusammen auch gerade ein Isländer mit seinem Sohn bei Herrn Unger reinschaute, kam das Gespräch auf Stefan Ragnar, der wenig später einen Termin mit Herrn Unger hatte.
Eingangsbereich und Arbeitsplatz im New York Flutecenter

Das Entree

Am Samstag, den 20. August findet um 16 Uhr in Suckow im dortigen Marstallhof ein Konzert mit Werken von Bach bis Villa-Lobos statt. Mit dabei die Flötistin Barbara Hill

Mehr Infos zu diesem und weiteren Konzerten der Reihe

Kurzwochenende in Wien mit meinem früheren Orchester. Anreise an Freitag, Samstag Vormittag Probe und Sonntag um 17 Uhr Konzert. Samstag Nachmittag war also frei für Streifzüge durch die Stadt. Was liegt da für den Musikinteressierten näher als das Mozarthaus und das Haus der Musik? Also los…

Zuerst Mozart. Erster Schreck waren die stattlichen 9 Euro Eintritt. Das Haus selbst wunderschön mit alten Dielenböden, Stuckdecken und Innenhofartigem Treppenhaus.

Blick aus Mozarts ehemaliger Wohnung

Blick aus Mozarts ehemaliger Wohnung

Für jeden Besucher gab es einen Audioguide. Das ist ein Gerät, auf den ersten Blick einem Rasierapparat nicht unähnlich, das einem nach Eingabe eines Artikels per Nummer den Führer ersetzt. Leider waren für meinem Geschmack alle Texte sehr länglich, so dass alle Besucher permanent wie mit dem Handy telefonierend durch die Räume schlenderten. Austausch untereinander war fast eingestellt. Die Exponate schließlich hatten eher indirekten Bezug zu Mozart und waren für mich eher enttäuschend. Im Grunde wurde hier die leere Hülle einer Hauses, in dem Mozart mal gewohnt hat, mit Willkürlichkeiten angefüllt. Der Eintritt wäre also genauso gut oder gar besser in eine Mozartbiographie investiert.

Unsere zweite Station, das Haus der Musik toppte Mozart noch mit einem Eintrittspreis von 11 Euro. Es hätte einen verbilligten Kombitarif für beide Häuser gegeben, das haben wir aber leider erst an der Kasse der zweiten Museums gesehen und nach voller Bezahlung der Preises für Haus 1 war eine Verrechnung leider nicht mehr möglich. Das Haus der Musik bot Biografien der großen Wiener Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Strauss und Mahler sowie ein wenig zu den 12-Tönern. Dann Abteilungen zur Stimme, zum Hören und zu Klangerzeugung. Viel Interaktives, vornehmlich über Touchscreens und angebundene Kopfhörer. Teils spannend, teils für mich nicht nachvollziehbar. Auch hier für den Bereich Biographien ein Audioguide, durchaus angenehmer als der bei Mozart. Die Komponistenecke fand ich am schönsten, vermisst habe ich neben Brahms die vielen weniger bekannten Wiener Musiker. Am Ende gab es die Möglichkeit, virtuell die Wiener Philharmoniker zu dirigieren. Alles in allem viel interessanter als Mozart und eher sein Geld wert. Mir ein wenig zu viele Spielereien. Ansonsten auf dem Weg viele „musikalische“ Gedenktafeln in der ganzen Stadt, die deren Bedeutung für die musikalische Geschichte Europas sehr anschaulich machen.

Gedenkstein für Fritz Kreisler, Wien

Gedenkstein für Fritz Kreisler in Wien

Gedenktafel für Conradin Kreutzer

Gedenktafel für Conradin Kreutzer

Ein Geigenbauer in Wien

Ein Geigenbauer in Wien

 

Anti-Gedenktafel in Wien

Verständlich, dass es manchen Wiener auch nervt....

In Wien ist Musik ein Verkaufsschlager....

Musikalische Unterwäschewerbung, in Wien verkauft Musik alles....

Gedenkstein für Toscanini in Wien

Gedenkstein für Toscanini in Wien

Vivaldi-Denkmal im Park neben der Votiv-Kirche in Wien

Denkmal für Vivaldi

Switch to our mobile site

%d Bloggern gefällt das: