Kürzlich habe ich über den tollen Service beim Zimmermann-Verlag berichtet. Aufgrund dieser positiven Erfahrung war ich ganz entspannt, als ich kürzlich feststellte, dass in dem Stapel Noten, den ich aus einem Nachlass erworben habe, einzelne Stimmen in der einen oder anderen Ausgabe fehlten.

Locker flockig ein Mail an den Schott-Verlag geschrieben. Leider hieß es hier nur: „Bei uns liegen alle Ausgaben nur komplett auf Lager, Verkauf einzelner Stimmen ist nicht möglich.“ Schade auch. Natürlich ist mir auch klar, dass ein Verlag nicht Einzelstimmen rumliegen hat. Andererseits habe ich schon häufig richtig Geld für Verlags-authorisierte Kopien bezahlt. Warum ist man also nicht so schlau, auf diesem Weg ein Geschäft zu machen? Und gibt es bei so einem Verlag gar keinen Ausschuss, der zu übrigen Stimmen führt oder ähnliches? Kann ein Verlag nicht erkennen, dass jemand, der so anfragt einfach auf legalem Weg eine Ausgabe vervollständigen möchte?

Ich jedenfalls fühle mich etwas alleine gelassen und vermutlich nur, weil ein Bearbeiter nicht eben über viel Fantasie verfügt. Sehr schade. Immer wieder werde ich von anderen Musikern gefragt, ob ich bestimmte Ausgaben habe, damit jemand sich eine ihm abhanden gekommene Stimme kopieren kann. Das ist im Grunde illegal. Aber was bleibt einem übrig, wenn Verlage nicht helfen, wenn Stimmen fehlen? Mitmusikern nur Kopien statt Originale geben ist ja genauso illegal.

Es wäre schön, wenn der Service vom Zimmermann Verlag hier ein wenig Schule machen könnte….