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Ja, ich weiß, dass heute Montag ist. Aber dies ist nur die Niederschrift. Die Gedanken, Erlebnisse, Ideen sind tatsächlich vom Sonntag. Und irgendwie passt der Titel auch weil ich glaube, die Muse zu solchen Überlegungen hätte ich an einem anderen Tag vermutlich nicht aufgebracht. Aber zur Geschichte…

Gestern hatten wir Probe. Wir, das ist “mein” Flötenquartett (Flöte – Violine – Viola und Cello). Die letzte Probe war im März oder April, also vor einer halben Ewigkeit. Üben konnte keiner, weil ich für meinen Kammermusikkurs im Mai alle Stimmen eingesammelt hatte. Es versprach also eher eine mäßige Probe zu werden.

Wurde es aber nicht. Nein, es war eine richtig gute Probe und alles hat erstaunlich gut geklungen. So gut, dass im Verlauf der Probe sogar der Himmel aufriss und die graue Wolkendecke strahlendem Blau Platz machte. Hier das Geheimrezept für diesen kleinen Wetterzauber:

  • Quartett op. 11 No. 1 in G-Dur von Devienne
  • Quartett op.5 No.1 in D-Dur von Boccherini
  • Quartett op. 22 No. 1 in B-Dur von Viotti
  • Quartett C-Dur KV 285b von Mozart

Besonders der Devienne hat es mir angetan. Wir hatten den vor Ewigkeiten schon mal gespielt, aber ich hatte ihn nicht mehr parat. Wirklich sehr schön. Gleiches gilt für Boccherini und Viotti, den ich von den dreien noch am besten im Ohr hatte. Mozart ist natürlich immer toll, aber das überrascht dafür nicht so sehr.

So konnte ich um 16.30 Uhr gut gelaunt zum zweiten Punkt meiner persönlichen Tagesordnung aufbrechen. Konzert in Frauwüllesheim mit Michael Faust und Sheila Arnold. Auf dem Programm standen die Serenade von Beethoven, eine Fantasie von Ries über Themen aus der Rossini-Oper Moses und die Trocknen Blumen von Schubert.

Der doch relativ weite Weg von Leverkusen aus hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zwar waren das wohl die unbequemsten Kirchenbänke, denen ich je begegnet bin und die Akustik war etwas zu großzügig, aber die beiden zu erleben lohnt sich immer wieder. Der Beethoven zeigte einige “Besonderheiten” und ein wenig hatte ich den Eindruck, dass die Akustik, bei der schon in der zweiten Reihe der Klavierpart keine scharfen Konturen mehr aufwies, auch den Musikern leichte Probleme bereitete. Im Verlauf des Konzerts  schien sich diese kleine Unsicherheit aber immer weiter zu verflüchtigen. Die Trocknen Blumen gab es vom Flötisten auswendig und als Zugabe war eine Böhmsche Bearbeitung eines Schubert Liedes “Die Taubenpost” aus dem Schwanengesang.

Während des Konzertes habe ich mir immer wieder überlegt, was den Zauber dieser beiden ausmachte. Was der Unterschied (abgesehen von der technischen Brillianz) zwischen einem musizierenden Profi und mir und meinesgleichen ist (klingt jetzt etwas großkotzig, das zu vergleichen, so ist es aber nicht gemeint), auch an einem guten Tag, wie wir ihn zuvor gehabt hatten. Am vordergründigsten erschien mir da der unbedingte Gestaltungswille.

Ich kann mich noch erinnern, wie oft ich im Unterricht gehört habe “dieser Ton ist wichtig”, oder “die Linie führt hier hin”. So wurden jeweils bestimmte Töne oder Taktteile betont, hervorgehoben und ins Licht gerückt. Das ist ja schon richtig. Das Problem ist nur, dass darüber manchmal die vermeintlich nicht so wichtigen Töne in Vergessenheit geraten. Ich kann mich nur an wenige Stunden erinnern, in denen auch diese “unwichtigen” Noten so viel Aufmerksamkeit erhielten, wie es ihnen zusteht. Ich dachte mir gestern, vielleicht muss man Musik egalitär angehen. Das heißt, alle gleich behandeln. Das heißt um Gottes Willen natürlich nicht, alle gleich zu spielen. Aber es bedeutet, jeder Note und jeder Pause die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Jedem einen Sinn zu geben, jeden zu gestalten.

Im oben erwähnten Kammermusikkurs erhielt ich auch einmal den Hinweis, einen begleitenden Lauf in der hohen Lage ganz unwichtig zu nehmen. Ohne Regung und ohne Richtung. Das war ganz schön schwer und bedurfte meiner ganzen Aufmerksamkeit. Es ergab einen wirklich schönen Effekt, den ich mir für andere Stücke und ähnliche Stellen gemerkt habe. Das meinte ich, es war eine echte Entscheidung, diese Stelle so zu spielen. Es war eine Form der Gestaltung, auch wenn es das Gegenteil von Hervorheben war.

Dieses Ausgestaltung jedes Tons konnte ich gestern live erleben. Es ist, als würde der Musik Leben eingehaucht. Das ist das Besondere, wenn besondere Musiker musizieren, glaube ich. Für mich wurde das in vielen Schlusstönen deutlich, in der Agogik und Gestaltung von Tempo und Dynamik. Das lässt sich so gar nicht aufzählen. Aber es überstrahlte einfach die technische Brillianz bei weitem und verlieh dieser auch erst ihren wahren Sinn. Und ich konnte mich auch an Konzerte von Profis erinnern, bei denen ich das nicht erlebt habe.

Ergänzt wird diese Gestaltung durch die Optik. Auch das war ein Teil des Gelernten im Kammermusikkurs. Wir wurden angehalten, uns die Einsätze jeweils mit Blickkontakt und Körperbewegung zuzuwerfen. Ein mir bekanntes Verfahren, nur fand ich es immer noch spannender, wenn man es schafft, zusammenzuspielen, ohne solche äußeren Zeichen und Gesten zu benötigen, nur auf Basis einer gemeinsamen Empfindung oder geistigen Wellenlänge. Beim Kurs erhielten wir auch den Hinweis, dass diese Gesten oft für das Publikum wichtiger sind als für die Musiker, um dem Bogen des Stückes besser folgen zu können. Ich fand das damals ein bisschen affig, gebe ich zu.

Gestern wurde ich dann in diesem zauberhaften Konzert Zeuge einer anderen Form der Körpersprache. Hier ging es nicht primär darum, der Pianistin die Einsätze klar zu machen, das hätte die locker ohne eine Bewegung hinbekommen in den meisten Fällen. Nein, aber Faust sprach mit Blick und Körpersprache. Ich kann mich an eine leise Stelle erinnern (in welchem der Stücke weiß ich leider nicht mehr), bei der er mit Körperhaltung und Blick den Horizont zu suchen schien. Und das war so stimmig mit der Musik. Da fielen mir die oben zitierten Anweisungen aus unserem Kurs wieder ein und ich glaube, da fiel tatsächlich ein Groschen bei mir.

Der Mensch ist sehr auf das Sichtbare ausgerichtet. Unser Sehsinn ist gerade in unserer Zeit vielleicht der dominanteste. An einigen Stellen gestern hatte ich dieses Gefühl, dass eine Aussage mir über Ohren und Anblick gleichzeitig vermittelt wurde und so auch viel eindringlicher bei mir ankam. Nun ist es ja so, dass ich durch mein Hobby das Hören schon gut geübt habe. Viele Zuhörer sind aber sicher gar nicht sooooo geschult. Für die muss der optische Hinweis noch weit mehr führende Funktion haben. Es macht also sehr viel Sinn. Es zeigt, was der Interpret sich überlegt hat. Es ist Teil der Gestaltung und Ausdrucksform und macht die Musik so noch viel eindringlicher. Ich finde das sehr logisch und es legt nahe, noch mehr Gedanken auf die Geschichte hinter dem Spielen zu verschwenden und vielleicht noch mehr “Einsatz” beim Spielen zu zeigen. Wir sollten alle viel gestalterischer arbeiten.

 

Durch eine kürzlich erschienene CD bin ich auf einen mir vollkommen unbekannten Schweizer Komponisten mit dem markigen Namen “Hans Huber” aufmerksam geworden. Die taufrische Aufnahme umfasst zwei Werke: das Sextett für Bläserquintett und Klavier und das Quintett für Flöte, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier.

Beide Werke zeichnen sich durch die von mir so geliebte beinahe symphonische Farbigkeit und Klangfülle aus. Einige Sätze erinnern an ein Klavierkonzert mit Bläserbegleitung, das Sextett enthält aber auch eine wunderbare Solopassage der Oboe und auch das Horn kommt schön zur Geltung.

Ich habe die CD bei meinem Fahrten nach und von Bedburg (Musical-Mission) nicht mehr aus dem CD-Player genommen und heute die Tatsache, da ich dank Erkältung nicht übefähig bin, dafür genutzt, mal eine kleine Recherche zu unternehmen. Leider hat Herr Huber offensichtlich das Klavier und die Streicher bevorzugt. Die beiden genannten Werke sind tatsächlich die einzigen mit Flötenbeteiligung, die ich entdecken konnte. Und doch gibt es eine sehr gute Nachricht zu vermelden. Die Noten sind sämtlich aktuell nicht mehr verlegt, bei IMSLP aber als pfd zum Download im Angebot. Jetzt könnt Ihr mal raten, wer da eben mal ein paar MB durch den Äther gesaugt hat :)

26. November um 19 Uhr spielen Sebastian Hidalgo (Flöte) und Maria Gianniki (Klavier) ein Programm durch drei Jahrhunderte mit Werken von Händel bis Bartok in der Trinkkurhalle am Timmendorfer Strand. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 10 Euro, für Mitglieder des Kulturkreises wird es zwei Euro billiger. Alles was noch nicht volljährig ist, kommt kostenlos rein (tolle Idee!).

Am Dienstag den 28. November spielt András Adorjan in Nürnberg in der Meistersingerhalle im kleinen Saal ab 19.30 Uhr gemeinsam mit dem Kuss-Quartett Werke der Klassik und Romantik (Mozart, Beethoven, Schubert etc.). Der Eintritt kostet 25 Euro.

Noch bis zum 5. Februar findet im Schloss Köpenick eine Ausstellung statt, die sich mit dem dramatischen Fluchtversuch Friedrich des Großen vor seinem Vater befasst. Die Ausstellung ist zugänglich von Dienstag bis Sonntag jeweils zwischen 10 und 18 Uhr.

Am 27. Mai rockt Jethro Tull mit dem Flötisten Ian Anderson Mannheim. Für 36 Euro ist man dabei im Rosengarten. Der Vorverkauf läuft seit dem 2.11. über Internet, Telefon oder in den bekannten Vorverkaufsstellen.

Heute ein Mittwoch, der eigentlich ein Montag ist. Nach extra langem Wochenende (letzter Arbeitstag war Donnerstag, dank Kingma-Ausflug, Brückentag und Allerheiligen) bin ich extra etwas früher aufgestanden, weil mein Gleitzeitkonto gähnend leer ist und mit einer Probe heute um halb sechs, einer Probe morgen um halb acht und einer weiteren am Freitag um halb acht schon sehr fest steht, dass ich eigentlich jeden Tag eher Miese mache als mal wieder etwas Zeit zurückzulegen.

Die Motivation dümpelte heute morgen irgendwo im bodenlosen. Die Aussicht auf diese Restwoche inklusive Wochenende und nächster Woche (Samstag Probe, Sonntag Konzert, Montag bis Donnerstag Probe, Freitag bis Samstag Musical-Konzerte) führte schon in der Perspektive dazu, dass ich mich müde fühlte und tendenziell überfordert, gestresst, gehetzt usw…..

Im Büro bewahrheitet sich eigentlich all das sehr genau, ich komme zu nix, den ganzen Tag von einer Baustelle zur anderen und abends hat man das Gefühl, eigentlich nix geschafft zu haben. Na toll. Dann um halb fünf nach Hause, Noten und Flöte packen, ab ins Auto und zur Probe. Ich bin einfach nur müde und habe das Gefühl, mir diese einfach nur fürs private Vergnügen angesetzte Probe hätte ich mir vielleicht in dieser Woche einfach schenken sollen. Naja, es ist wie es ist, also los und versuchen, halbwegs pünktlich zu sein.

Ich hole also meine liebe Mitmusikerin ab, sie wirkt auch einigermaßen abgehetzt, die bessere Hälfe mosert ungebremst von wegen schon wieder eine Probe und das Frauen immer unterwegs sein müssen etc. Wir verhandeln also, dass wir heute eigentlich beide nicht so lange können und wollen, weil alles liegen bleibt und wir uns beide irgendwie fragen, wie wohl dieser Termin überhaupt zustande gekommen ist.

Fünf Minuten später Ankunft bei der dritten im Bunde, Standort des Flügels und unser Proberaum mitten im Wohnzimmer der durchaus lebhaften Familie. Wir klingeln, die Tür öffnet sich und wir blicken in verwunderte Augen: ach, wollten wir heute proben? Ups…… passt es denn? Ja klar, eigentlich sollte ich einkaufen, aber ein bisschen spielen können wir schon.

Irgendwie war ich da zunächst etwas beklommen und wunderte mich, alle drei haben eigentlich keine Zeit, irgendwie klemmt die Probe quer im Zeitplan unserer jeweiligen Woche wie eine Gräte im Hals. Aber nun sind wir schon hier, also wollen wir ein bisschen spielen….

Und was passiert? Eine Traumprobe, gemeinsame Gestaltung, stimmige Intonation, der Klang mischt sich und es macht sich eine wohlige herbstliche Wärme im Gemüt breit. Ist das schön. Ist das unglaublich. Letztes mal ging das doch alles nicht, da fand ich den Einsatz nach der Pause nicht, verstand nicht, wie das alles zusammengehört, da schrillten die hohen Töne zwischen Flöte und Klarinette und nichts wollte so ganz passen. Heute aber, mit drei gestressten Köpfen, die zuvor eher ein wenig widerwillig den Weg zueinander fanden, heute spielen wir blind wie einer, musizieren wirklich, statt einfach nur zu spielen und es klingt und befriedigt ungeheuer.

Nach ca. anderthalb Stunden sind wir alle drei am Grinsen und machen uns auf zu den wartenden Verpflichtungen (von Tapezieren über Kochen und Einkaufen bis hin zum Bloggen ::-D ) So muss es sein, dafür mache ich Musik.

Und was hat uns heute so bezaubert? Hier das Repertoire der heutigen Trio-Probe (Flöte, Klarinette und Klavier):

  • Schostakowitsch: Vier Walzer (sehr frisch, davon gibts eine wunderbare Aufnahme mit Pahud)
  • Massenet: Under the Linden Trees (wunderbar lyrisch, tiefe Lage für Flöte und Klarinette, sehr herbstlich)
  • Borodin: Solicitude, Nocturne aus dem Steichquartett und Thema aus den Polovtsian Dances (alle drei einfach wunderbar, mit pfiffigen Harmonien und gut gesetzt) und zu guter letzt:
  • Offenbach: Barcarolle (das kennt jeder, muss man nicht viel zu sagen, außer dass ich eine etwas tiefere Lage in der Flöte netter fände. Geschmackssache)
  • Faure: Sicilienne (immer wieder nett und auch ein Klassiker)
  • Harris: Five Waltzes (das schließt sich der Kreis zum Beginn, auch diese sehr pfiffig, leicht schräg und jeder der fünf mit ganz eigenen Einfällen)

Das macht definitiv sehr viel Lust auf mehr und auch auf eine Gelegenheit, mal öffentlich zu werden. Ein sehr passendes Programm für einen adventlichen Nachmittagskaffee oder ähnliches…..

Frei nach der aktuellen Anti-Aids-Kampagne, habe ich mich gestern mal wieder am Improvisieren versucht. Als bekennender Noten-Abhängiger ist das für mich immer eine ganz spezielle Herausforderung. Noten sind ja irgendwie eine Deckung, ein Handbuch, was zu tun ist.  Jedenfalls taugen sie immer gut dazu, sich dahinter zu verstecken.

Gestern habe ich also mit einer lieben und ausgesprochen fähigen befreundeten Pianistin unserer dritten Frau im Trio ein Geburtstagsständchen auf ihrer Party gebracht. Auf dem Programm standen Caravan, Girl from Ipanema und Take five (zum Anhören siehe unten). Alle drei in recht schlichten Arrangements in Art eines Songbooks. Und alle drei dazu gedacht, variiert zu werden. Wir hatten das natürlich auch geübt, Abläufe abgesprochen usw. Insgesamt drei Proben und dann gestern “die Show”.

Festgestellt habe ich, während der Proben und erst Recht im gestrigen Ernstfall, dass ich eigentlich immer ein bis zwei Durchläufe oder ca. 20 Minuten brauche, um mich reinzufinden und vor allem auch, um frei zu werden und mich zu “trauen”. Das hat mir gestern natürlich gefehlt. Probeläufe gehen ja vor Publikum schlecht….

Außerdem bekam ich mal wieder bestätigt, dass nach einem guten Essen, zwei Kölsch und entspannter Unterhaltung der Sprung auf “die Bühne” kaum mehr möglich ist. Ein bisschen zu müde, ein bisschen zu wenig konzentriert und ganz ohne die erforderliche Anspannung. Nicht so gut……

Auch eine frühere Erfahrung, dass es beim Improvisieren für mich sehr wesentlich ist, eine Klangvorstellung von dem zu haben, was meine Finger da greifen, schon bevor der Ton erklingt, wurde bestätigt. Gelernt habe ich das erstmalig als Teenager bei den ersten Improvisationsversuchen auf dem Alt-Saxophon. Da ich notorisch nie geübt habe und die Griffe denen der Flöte in weiten Bereichen gleichen, war ich immer aufs neue irritiert, wenn ich was gegriffen habe und der erklingende Ton dann regelmässig eine kleine Terz darüber lag (Alt-Saxophon ist in Es gestimmt, Flöte in C). Das ging so gar nicht. Auf der Flöte kam mir das bei meinen seltenen Versuchen schon einfacher vor, weil ich hier tatsächlich eine korrekte Erwartung des zu hörenden Klangs habe.

Gestern also hatten wir es mit einem angekündigt sehr tiefen Klavier zu tun. Und ich glaube in der Tat, das hat zu meiner Verwirrung noch beigetragen (so weit da noch was beizutragen war).

Da es ein Klavier war, das wie so häufig an der Wand stand, fehlten auch die bei der Probe dank Flügel häufig ausgetauschten Blicke, da ich nur in den Nacken meiner Begleitung starren konnte…. schade.

Trotz allem, es hat gut geklappt (nicht so gut wie in den Proben leider), was ich vor allem der Professionalität und guten Reaktionszeit meiner lieben Mitmusikerin zu verdanken habe, die über meine Aussetzer souverän hinweggespielt hat. Danke!

Wichtig ist, dass es beiden Geburtstags”kindern” gut gefallen hat und anscheinend auch den Gästen. Wichtig ist auch, dass ich meinen inneren Schweinehund bezwungen habe (normalerweise trau ich mich ja gar nicht), wichtig ist, dass es uns beiden viel Spaß gemacht hat und das Vorfreude auf mehr macht.

Gelernt habe ich, was ich eigentlich auch schon wusste, dass man für gutes Improvisieren wirklich viel üben muss. Man muss das Harmonieschema gut kennen, man sollte sich irgendwelche Patterns und Linien überlegen, man muss die Harmonien sicher in den Fingern haben (wenigstens Skalen und Akkorde). Das ist richtig viel Arbeit, für die man sich auch noch selbst einen Plan, ein Vorgehen entwickeln muss. Der zunächst verlockende Eindruck, keine Noten, absolute Freiheit, keine Arbeit ist also grundlegend falsch.

Und das gleiche gilt natürlich auch für Improvisieren im Klassischen. Ich sollte da noch eigene Kadenzen für Carl Philipp Emanuels Solosonate kreieren. Das gleiche Problem. Es ist so schwer, die Deckung zu verlassen…..

Ich denke, dieses freie Spielen ist aber total wichtig. Und ich hoffe (und glaube), dass dies in modernem Instrumentalunterricht ein fester Bestandteil ist. Kindern fällt das sicher viel leichter und sie gewöhnen sich dann frühzeitig daran. Ich glaube einfach, dass es ein sehr wesentlicher Bestandteil von Musikalität und Gestaltung ist, auch mal ohne Noten auszukommen. Und ich für meinen Teil leider manchmal darunter, dass mir das so schwer fällt bzw. ich es eigentlich gar nicht kann.

Hier unsere Playlist zum Anhören:


noch vor ca. 10 Jahren war für mich Reger der Inbegriff lauter und ein wenig beängstigender Orgelmusik. Das waren geradezu Stürme von Tönen…. nicht ganz mein Ding eigentlich. Und dann, oh Wunder, hat mein damaliger Lehrer, Herr Karl Strobel in Stuttgart, mich mit dem Allegretto grazioso von Reger für Flöte und Klavier bekannt gemacht. weiter lesen

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