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Tage wie dieser…..

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Heute ein Mittwoch, der eigentlich ein Montag ist. Nach extra langem Wochenende (letzter Arbeitstag war Donnerstag, dank Kingma-Ausflug, Brückentag und Allerheiligen) bin ich extra etwas früher aufgestanden, weil mein Gleitzeitkonto gähnend leer ist und mit einer Probe heute um halb sechs, einer Probe morgen um halb acht und einer weiteren am Freitag um halb acht schon sehr fest steht, dass ich eigentlich jeden Tag eher Miese mache als mal wieder etwas Zeit zurückzulegen.

Die Motivation dümpelte heute morgen irgendwo im bodenlosen. Die Aussicht auf diese Restwoche inklusive Wochenende und nächster Woche (Samstag Probe, Sonntag Konzert, Montag bis Donnerstag Probe, Freitag bis Samstag Musical-Konzerte) führte schon in der Perspektive dazu, dass ich mich müde fühlte und tendenziell überfordert, gestresst, gehetzt usw…..

Im Büro bewahrheitet sich eigentlich all das sehr genau, ich komme zu nix, den ganzen Tag von einer Baustelle zur anderen und abends hat man das Gefühl, eigentlich nix geschafft zu haben. Na toll. Dann um halb fünf nach Hause, Noten und Flöte packen, ab ins Auto und zur Probe. Ich bin einfach nur müde und habe das Gefühl, mir diese einfach nur fürs private Vergnügen angesetzte Probe hätte ich mir vielleicht in dieser Woche einfach schenken sollen. Naja, es ist wie es ist, also los und versuchen, halbwegs pünktlich zu sein.

Ich hole also meine liebe Mitmusikerin ab, sie wirkt auch einigermaßen abgehetzt, die bessere Hälfe mosert ungebremst von wegen schon wieder eine Probe und das Frauen immer unterwegs sein müssen etc. Wir verhandeln also, dass wir heute eigentlich beide nicht so lange können und wollen, weil alles liegen bleibt und wir uns beide irgendwie fragen, wie wohl dieser Termin überhaupt zustande gekommen ist.

Fünf Minuten später Ankunft bei der dritten im Bunde, Standort des Flügels und unser Proberaum mitten im Wohnzimmer der durchaus lebhaften Familie. Wir klingeln, die Tür öffnet sich und wir blicken in verwunderte Augen: ach, wollten wir heute proben? Ups…… passt es denn? Ja klar, eigentlich sollte ich einkaufen, aber ein bisschen spielen können wir schon.

Irgendwie war ich da zunächst etwas beklommen und wunderte mich, alle drei haben eigentlich keine Zeit, irgendwie klemmt die Probe quer im Zeitplan unserer jeweiligen Woche wie eine Gräte im Hals. Aber nun sind wir schon hier, also wollen wir ein bisschen spielen….

Und was passiert? Eine Traumprobe, gemeinsame Gestaltung, stimmige Intonation, der Klang mischt sich und es macht sich eine wohlige herbstliche Wärme im Gemüt breit. Ist das schön. Ist das unglaublich. Letztes mal ging das doch alles nicht, da fand ich den Einsatz nach der Pause nicht, verstand nicht, wie das alles zusammengehört, da schrillten die hohen Töne zwischen Flöte und Klarinette und nichts wollte so ganz passen. Heute aber, mit drei gestressten Köpfen, die zuvor eher ein wenig widerwillig den Weg zueinander fanden, heute spielen wir blind wie einer, musizieren wirklich, statt einfach nur zu spielen und es klingt und befriedigt ungeheuer.

Nach ca. anderthalb Stunden sind wir alle drei am Grinsen und machen uns auf zu den wartenden Verpflichtungen (von Tapezieren über Kochen und Einkaufen bis hin zum Bloggen ::-D ) So muss es sein, dafür mache ich Musik.

Und was hat uns heute so bezaubert? Hier das Repertoire der heutigen Trio-Probe (Flöte, Klarinette und Klavier):

  • Schostakowitsch: Vier Walzer (sehr frisch, davon gibts eine wunderbare Aufnahme mit Pahud)
  • Massenet: Under the Linden Trees (wunderbar lyrisch, tiefe Lage für Flöte und Klarinette, sehr herbstlich)
  • Borodin: Solicitude, Nocturne aus dem Steichquartett und Thema aus den Polovtsian Dances (alle drei einfach wunderbar, mit pfiffigen Harmonien und gut gesetzt) und zu guter letzt:
  • Offenbach: Barcarolle (das kennt jeder, muss man nicht viel zu sagen, außer dass ich eine etwas tiefere Lage in der Flöte netter fände. Geschmackssache)
  • Faure: Sicilienne (immer wieder nett und auch ein Klassiker)
  • Harris: Five Waltzes (das schließt sich der Kreis zum Beginn, auch diese sehr pfiffig, leicht schräg und jeder der fünf mit ganz eigenen Einfällen)

Das macht definitiv sehr viel Lust auf mehr und auch auf eine Gelegenheit, mal öffentlich zu werden. Ein sehr passendes Programm für einen adventlichen Nachmittagskaffee oder ähnliches…..

Wer meine letzten paar Posts verfolgt hat, der weiß, dass Sonntag der Tag der Wahrheit war. Können wir spielen? In welcher Besetzung? Hält unsere Invalidin das durch? Was haben die beinahe zwei Wochen seit der letzten Probe aus unserem eifrig geprobten Programm gemacht?

Viele Fragen, eine wiederum etwas schlafarme Nacht meinerseits ob dieser vielen Fragezeichen. Nachts noch ein paar panische SMS und Mails von unserer Genesenden, die Freitag bereits versichert hatte, dass sie selbst spielt, weil die Mail mit Ort und Zeit verschütt gegangen war.

Ab 9 Uhr war ich dann zum Einspielen am Ort des Geschehens. Kantate im Gottesdienst und immer ein banges Auge Richtung Eingang zum Gemeindezentrum, ob und wann die Mitmusiker denn ankommen. Und da war keiner zu sehen…. leichte Unruhe machte sich auf meiner Seite breit.

Dann die Abkündigungen: Matinee im Gemeindesaal um 10.45 Uhr 🙄 . 10.45 Uhr? In unserer gesamten Planung hieß es 11 Uhr. Meine Blicke Richtung Eingang wurden häufiger…..

Nach dem Gottesdienst dann die erfreute Feststellung, dass Fagott und Horn bereits eingetroffen waren und  sich im „Einspielraum“ befanden. Nur die Klarinette, die fehlt noch…..

Aufbauen also, dann doch in der Kirche statt im Gemeindesaal, wegen der Akustik. Und nochmal kurz anspielen, nur ein paar Takte je Satz, wegen der Tempi. Nur der Klarinettist, der fehlt noch, daher muss das Anspielen noch warten. Und der denkt ja auch, dass es um 11 Uhr losgeht. Als er aufschlägt dann mittlere Hektik. Anspielen, Aufnahmegerät an die bessere Hälfte des Herrn Klarinettisten delegieren. Nur leider hatte ich vergessen zu erwähnen, dass es schon früher als gedacht losgeht. So fehlen also Frau und Gerät zum Beginn der Kantate ebenso wie die Familie unserer Hornistin und natürlich die anderen von mir eingeladenen Gäste. Die Pechsträhne bzw. das Chaos scheint nicht so recht abreissen zu wollen….

Das Konzert beginnt. Die Kantate klappte und gefiel und dann kam das Quartett. Und tatsächlich auch hier, trotz all der Widrigkeiten: Nach anfänglicher Nervosität wurde es Zeile für Zeile immer besser, sicherer, musikalischer. Und irgendwann stellte sich das von mir „Streichquartettgefühl“ genannte Feeling ein. Ein Gefühl von echtem Zusammenspiel, gegenseitigem Zuhören und kollektiver Dynamik. Wunderbar!

Die nicht sehr zahlreichen Zuschauer applaudierten ausgiebig und waren auch noch sehr spendabel in Sachen freiwilligem Unkostenbeitrag. Der Tag und die letzten zwei Wochen waren gerettet, die Stimmung auf einem Hoch. Und das beste von allem: endlich konnte ich mal eines der Rossini-Quartette spielen.  😛

Es geht doch nichts über ein kitschiges Happy-End!

Hier jetzt der YouTube-Film mit der Kantate:

Uraufführung

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Das ist (hoffentlich) der letzte Post zum Thema Sonntagsmatinee. Wir werden spielen. Wenn alles klappt, ganz wie geplant. Sollte die Heilung nicht weit genug fortgeschritten sein, wird Fagott durch Cello ersetzt. Aber gespielt wird in jedem Fall.

Die unter Umständen exotische Besetzung ist aber nicht der Hintergrund für den Titel dieses Posts.

Die Kantate, die wir spielen werden, wird uraufgeführt. Heute war Probe und ich habe sie zum ersten mal gehört (und gespielt). Und ich finde sie sehr schön. Eigentlich für zwei Solisten und Kinderchor, werden wir Sonntag den Chor weglassen. Dazu Klavier, Kontrabass und Flöte. Ein bisschen jazzig angehaucht, mit zwei wunderbar harmonierenden Stimmen aufgeführt und einfach frische Melodien, finde ich.

Ich wiederhole also gerne meine Einladung und hoffe, dass bis Sonntag nicht ein weiteres Missgeschick passiert.

11 Uhr, Nathanaelkirche in der Escherstrasse Köln, vielleicht sehen wir uns ja

Gestern gab es hier erstmalig eine „Eilmeldung“, weil ich mich verpflichtet fühlte, wenn ich zu einem Konzert eingeladen habe, dann auch auf Programmänderungen hinzuweisen. Wir wollten gestern Bläserquartett spielen. Daraus wurde aber nichts, weil leider unsere Fagottistin einen Berufsunfall hatte, bei dem unter anderem Ihre Lippe gelitten hat, die man ja nun auf jeden Fall beim Fagottspielen braucht. Naja, von Freitag Abend auf Samstag vormittag jemand zu finden, der einspringt und das ohne Probe….. Wir haben es nicht geschafft.

Was nun? Ich hatte den Termin eingefädelt, eine halbe Stunde Musik in der offenen Kirche. Seit 2008 eine kleine „Tradition“ in Bergheim. Und ich konnte doch den Organisator, der mir die Auftrittsmöglichkeit beschafft hatte, nicht sitzen lassen. Zumal ich wusste, dass er selbst von 11 Uhr bis 11.30 Uhr eine Orgelvertretung zu machen hatte und den Termin um 11.30 Uhr daher nicht selbst übernehmen konnte. Wir beschlossen also per Telefon und Mail, dass ich mit Flöte solo anfangen sollte, er dann dazustossen und mit mir gemeinsam noch eine Sonate mit Flöte und Orgel spielen würde.

Ich habe die Nacht wenig geschlafen, weil ich dauernd überlegt habe, wann und wie wir uns denn auf eine Sonate einigen sollten und welche es sein sollte. Also bin ich morgens vorher noch zu der Kirche, an der er die Vertretung zu machen hatte und habe mit ihm einen Blick in die Noten geworfen. Da war eine Sonate, über der „Sonntag“ von Hand eingetragen war. Und da er der einzige Kirchenmusiker ist, mit dem ich in den letzten Jahren gespielt habe, und mir der Anfang des ersten Satzes bekannt erschien, dachte ich, das haben wir schon gespielt.

Ich also zurück in die Kirche und auf die Empore zum Einspielen. Glücklicherweise kam eine sehr willkommene Besucherin in Gestalt einer Freundin und Mitmusikerin, der ich leider mitteilen musste, dass das, wofür Sie gekommen war, gar nicht stattfinden würde. Aber so hatte ich in jedem Fall moralische Unterstützung, die ich gut gebrauchen konnte. Und wenigstens einen echten Zuhörer 🙂

Dann war es so weit. Ich begann also, mutterseelenalleine auf der Empore bei schlechtem Licht (einen Lichtschalter hatte ich nicht gefunden). Eigentlich hatte ich ja vor, nur ca. 10 der Variationen aus den Folies zu spielen. Dann aber dachte ich mir, besser möglichst viele, wer weiß, wann die Verstärkung anrückt. Also habe ich alle, die ich halbwegs spielen konnte gespielt. Derweil zogen draußen die Wolken zusammen und allmählich konnte ich die Noten fast gar nicht mehr erkennen. Gute 11 Minuten Marias also (ich habe in meiner Panik wohl die Pausen zwischen den Variationen ein wenig kurz angelegt). Noch immer kein Organist…. was nun? Also gut… CPE Bach Solosonate. Und siehe da, während des ersten Satzes rumpelt es hinter mir und als ich mich umdrehe, sehen meine erleichteren Augen den ersehnten Begleiter….. und, er findet den Lichtschalter! Doppelte Freude!

Leider war aber die Orgel abgeschlossen, ich musste also noch etwas mehr vom Bachsohn nachlegen, damit in der Sakristei der Schlüssel geholt werden konnte und die Orgel schließlich mit lautem Rumpeln durchatmen konnte.

Wir haben also die vereinbarte Sonate aufgelegt.… angefangen, und festgestellt, dass wir das noch nie gespielt haben und dummerweise in der Orgel in Art eines Echos die Sechzehntel-Läufe der Flöte wiederholt werden. Leider kam das etwas überraschend und außerdem schien die alte, kleine, klapperige Orgel solche Ansprüche auch nicht gewohnt zu sein. Etwas peinlich also.

Dafür waren wir sehr pünktlich fertig! Au weia…. nun hoffen wir das beste für den Termin nächste Woche.

Gute Besserung!

Eilmeldung

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Heute leider kein Quartett, unsere Fagottistin hatte gestern einen Lippen-beschädigenden Unfall. Es gibt Flöte solo und Flöte mit Orgel.

Heute mal wieder in eigener Sache:

Wir spielen am Samstag 2. Juli und Sonntag 10. Juli jeweils ein Matineekonzert für die Besetzung Flöte – Klarinette – Horn – Fagott. Hier alle Fakten im Überblick:

2. Juli 2011, 11.30 Uhr in St. Georg, Hauptstr. (Fussgängerzone), 50126 Bergheim
10. Juli 2011, 11.00 Uhr in der Nathanaelkirche, Escher Str. 160, 50739 Köln

Das Programm:

Louis Emmanuel Jadin:  Quartett Nr. 1 d-moll

Gioacchino Rossini:   Quartett Nr. 1

Johann Sebastian Bach:   Bist Du bei mir

Am 10.07.2011 gibt es zusätzlich:

Thomas Pehlken:  Ich darf sicher sein (Kantate)

Dauer am 2. ca. eine halbe Stunde, am 10. etwa 45 Minuten. Eintritt ist frei.

Ich freue mich über jeden Besucher!

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