Vergangenes Wochenende bin ich zum ersten mal einem Spiegelkanon begegnet. Sonntag vormittag habe ich mit einer Freundin Flötenduos gespielt. Da meint Sie, Sie hätte da noch was neues, das könnten wir aber nicht am Notenständer spielen.

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Ich guck auf die Noten und bemerke nichts besonderes. Sie meint, wir müssten beiderseits (also gegenüber einander) vom Tisch stehen, um das spielen zu können. Und da merke ich erst, dass jede Notenzeile an jedem Ende einen Violinschlüssel hat und das jeder der beiden dem anderen gegenüber auf dem Kopf steht. So fängt man also einander gegenüberstehend jeder oben links an, ganz regulär die Noten zu spielen, nur dass der andere einem sozusagen entgegen kommt. Das heißt, wenn ich ein tiefes d lese und spiele, so wird einige Zeit später die gleiche Note vom Mitspieler als g“ gespielt. Und irgendwo spielt man dann einen Ton gleichzeitig.

Vier solcher Spiegelkanons enthielt diese schöne alte mit Frakturschrift getitelte Ausgabe. Von wem? Vermutlich (und natürlich) von Mozart…. Ist wohl nicht bewiesen, klingt aber sehr plausibel. Und die klingen tatsächlich. Ich war und bin vollkommen fasziniert. Es gibt auch aktuell zwei Ausgaben von den Kanons, beide für zwei Violinen. Eine davon findet Ihr auch auf amazon.de