Durchsuche Beiträge in Noten

Derzeit ist das Urheber- und/oder Copyright eines der großen Tagesthemen, nicht zuletzt dank der Erdrutsch artigen Gewinne der Piraten in den verschiedenen Meinungsumfragen. Ich bin juristisch komplett ungebildet und habe selbst auch kein Patentrezept dafür, wie man diesen Interessenkonflikt lösen kann. Weil ich aber Freunde im Verlagswesen habe, Komponisten kenne, die in der GEMA sind und mich auch manchmal schon selbst über kopierte Inhalte von meiner Seite in fremden Webauftritten geärgert habe, lässt mich das Thema durchaus nicht kalt.

Ziemlich schockierend finde ich die Selbstverständlichkeit, mit der alles mögliche ständig kostenlos gefordert und erwartet wird. Als Beispiel möchte ich hier mal auf das Ratgeberportal www.gutefrage.net verweisen. Ich bin da verschiedentlich über meinen Google Alert “Querflöte” gelandet und habe auch die eine oder andere Frage beantwortet. Wenn man allerdings die Fragen anschaut, so sind ca. 70-80% der Fragen zum Thema Querflöte: “Ich brauche kostenlose Noten”. Es variiert das gesuchte Lied oder Genre, aber kostenlos ist immer ein Muss. Wie kommt so was? Keiner sucht kostenlose Autos, Schuhe oder Makeup. Aber Noten sollen kostenlos sein?

Hat einer von Euch Suchenden schon mal eine gut lesbare Notenseite auch nur durch Abschreiben produziert? Ich habe verschiedentlich Noten mit Capella zusammengeschrieben, entweder, weil das Original schlecht leserlich war, weil ich nur eine Partitur hatte, aus der ich eine Stimme benötigte, weil ich mehrere Stimmen zusammenführen wollte oder was zu transponieren hatte. Und ich kann Euch sagen, dass das bei einem umfangreicheren Stück auch schon Arbeit macht. Wenn ich jetzt auch noch selbst komponieren oder arrangieren würde, also neben der Handarbeit auch noch Grips investiert hätte, dann bräuchte ich ja noch viel mehr Zeit. Wenn man das gut und für viele Stücke machen möchte, dann muss man auch irgendwann auch davon leben können. Also muss es auch was kosten. Alle schimpfen über zu niedrige Löhne und Menschen, die arbeiten und davon nicht leben können. Aber warum soll dann ein Autor, Komponist, Arrangeur oder auch Übersetzer, Setzer und Publisher für seine Arbeit kein Geld bekommen? Wollt Ihr wirklich alles mit Werbung zugepflaster haben? Ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Ich denke schon, dass die aktuelle Abrechnungsform für die meisten Medien nicht mehr praxisgerecht ist, weil moderne Medien und Techniken einfach nicht kontrollierbar sind wie Hardcopies. Aber ich bin der Meinung, dass geistige Leistungen, Kunst, Bildung und Musik ein wertvolles Gut sind. Vermutlich sogar das wertvollste überhaupt. Und wertvoll ist eben nicht zwingend kostenlos. Wenn Ihr ein Lied unbedingt haben wollt (in Noten), dann setzt Euch hin und hört es raus. Das könnt ihr nicht? Vielleicht versteht ihr dann, dass es Geld wert ist, wenn sich jemand die Mühe macht und das aufschreibt?

Ich bekomme auch erschreckend häufig Emails, in denen ich gebeten (in guten Fällen) oder aufgefordert (in den auch nicht seltenen weniger Guten Fällen), Material oder Informationen für eine Schularbeit oder ein Referat zusammenzustellen. Hallo? Auf meiner Seite finden sich Informationen ohne Ende. Diese stammen aus dutzenden von Büchern, Artikeln. Booklets, Notenausgaben und Gesprächen. Ich habe die hier öffentlich gemacht, für lau und weil es mir Freude macht. Da kann sich jeder bedienen. Aber ich bin nicht die Bedienung. Fragen beantworte ich immer gerne, aber diese “Fütter-mich-Mentalität” geht mir wirklich so was von auf den Nerv. Nie gab es so viel Information und Möglichkeiten in Griffweite und nie war das Anspruchsdenken größer. Das ist sehr traurig und sehr bedenklich, finde ich.

Wie wäre es denn mit einem Tauschsystem? Wer ein Buch oder ein Musikstück in Noten oder gespielt für lau haben möchte, der gibt dafür ein analoges Werk aus eigener Feder. Das würde wenigstens den Kulturbetrieb beflügeln. Macht doch mal was selber, ehe ihr von anderen immer nur haben wollt, wie wäre es damit?

Vor einiger Zeit habe ich relativ ausführlich über verschiedene Onlineshops für Noten berichtet. Unter anderem auch, dass ich bei Zerluth viel zu viel für eine Ausgabe bezahlt habe.  Heute möchte ich als gerechten Ausgleich mal von meiner letzten Notensuche berichten.

Man suche Noten für eine Besetzung mit Altquerflöte und verzweifle. Es gibt Trios, Duos, Quartette, Quintette, in denen auch mal einer auf Alt wechseln muss (oder auch mal ne Oboe auf Englischhorn). So was kann man aber in keinem Notenshop finden, weil da dann nur steht 3 Flöten oder Bläser-Quintett. Keine Details, keine Hinweise auf Instrumentenwechsel. Zerluth ist da die positive Ausnahme. Unter Flötentrios ist jedes, in dem auch Alt besetzt ist ausgewiesen. Das nenne ich mal wirklich sinnvoll und durchdacht. Ich habe übrigens auch eine ausländische Ausgabe gefunden, die 50 Cent billiger war als bei der Konkurrenz. Und außerdem eine Handvoll, die gab es bei der Konkurrenz gar nicht. Man sieht mal wieder: der Preis ist nicht alles. Außerdem lohnt es sich immer zu vergleichen (gilt auch für vergriffene Buchausgaben, die man antiquarisch kaufen möchte)

Die Carmen Fantasie von Borne ist ein wunderbares Stück Musik, besonders praktisch ist dabei die Tatsache, dass die brillianten Läufe in den Fantasien sehr sehr gut liegen und so ein sehr virtuoser Eindruck mit relativ wenig Übeaufwand erreicht werden kann. Von den wunderbaren Melodien Bizet’s muss man ja gar nicht erst sprechen.

Wie bei so vielen Standardwerken gibt es von der Fantasie eine ganze Reihe Ausgaben. Ich selbst habe schon seit über 20 Jahren eine von Southern Music, relativ klein (nicht ganz DIN A 4). Vom Druck ganz nett, zum Blättern vielleicht nicht optimal. Aber da ich das Notenbild gewohnt bin, habe ich mir nun, wo meine Ausgabe ziemlich Federn lässt, die gleiche einfach nochmal gekauft.

Eine Freundin hat sich kürzlich das Werk auch zugelegt, daher weiß ich nun, dass es neben Ausgaben von Billaudot, International Music Company und Schirmer, auch jeweils eine von Kunzelmann und von Amadeus gibt. Dies sind wohl die bevorzugt in Läden verfügbaren (jedenfalls bei Tonger in Köln).

Die Kunzelmann-Ausgabe war meiner Freundin von ihrem Lehrer bekannt. Sie notiert die Viertelpausen in diesem für uns befremdlichen französischen Stil, nämlich seitenverkehrt. Daher fiel die Wahl also auf die Amadeus-Ausgabe, da die anderen alle nicht verfügbar waren.

Beim Einrichten der neuen Noten und beim Üben stellte meine Freundin dann ein leichtes Unbehagen fest. Irgendwie schien der Notentext fremd und die Finger wollten nicht so recht. Beim Vergleich mit der Ausgabe von Kunzelmann zeigte sich dann auch, warum das so war. Die erste Variation zur Habanera, gewöhnlich in g-moll (also mit zwei vorgezeichneten B), stand bei Amadeus in G-Dur (ein vorgezeichnetes Kreuz). Die Melodie war korrekt dargestellt, was bedeutet, dass der Notentext alle erforderlichen Vorzeichen direkt vor den Noten eingetragen hatte. Das ist bei einem bekannten Stück durchaus eine Herausforderung, wenigstens für den optisch orientierten Menschen. Weitere Überraschungen bot dann der Blick in die Klavierstimme. Dort waren nämlich sowohl Solo- als auch Begleitstimme im gewohnten g-moll notiert. Die Darstellung im Flötenauszug war dadurch eindeutig als fehlerhaft identifziert. Die Konsequenz war der Umtausch.

Trotz Eintragungen und nach einigen Diskussionen war das auch möglich (wie gesagt bei Tonger, wo man aber zunächst auch unterstellte, dass das vielleicht so gemacht sei, weil Flötisten nicht gerne Bs spielen), allerdings nur nach Bezahlung der Differenz zur drei Euro teureren Kunzelmann-Ausgabe.

Was lernen wir daraus? Vielleicht doch besser öfter mal genau hingucken…. erstaunlich, dass in so etablierten Werken noch solche Fehler in den Ausgaben auf einen warten. Vielleicht doch besser nicht Amadeus in diesem Fall.

Kürzlich bin ich zufällig über das Musikhaus Schlaile in Karlsruhe gestolpert. Online natürlich. Ich kenne den Laden von gaaaaaanz früher, weil ich da ein paar meiner allerersten Notenausgaben und Flöten-LPs gekauft habe. In meiner Erinnerung war der Laden nix besonderes und schon kurze Zeit später fanden alle derartigen Fischzüge nur noch in Stuttgart statt.

Nun also Schlaile online. Und ich war überrascht, ein wirklich gutes Sortiment hatten die da anzubieten. Die Such- und Filteroptionen finde ich recht übersichtlich, es wird angezeigt, ob die Sachen noch am Lager sind und der Versand ist kostenlos, unabhängig von der Bestellsumme. Das ist alles schon mal ziemlich gut, finde ich.

Ich habe da also was bestellt. Kam dann auch zügig (wenigstens die Hälfte, waren aber auch eher exotische Titel). Leider war bei einer Ausgabe die Flötenstimme fehlerhaft geheftet. Die Heftzwecken sitzen gut 2 cm vom Rand mitten im Notenbild, die Doppelseiten sind dementsprechend schief und krumm und das ganze lässt sich quasi nicht blättern.

Da ich die Noten für eine Probe diese Woche bestellt hatte, habe ich direkt bei Schott angefragt, leider eine Woche keine Reaktion. Darum habe ich dann auch beim Händler das Problem geschildert und nach einer Lösung gefragt, die die Probe dennoch ermöglicht.

Kurz darauf kam dann doch noch eine Antwort von Schott. Sehr kulant und freundlich wurde mir zugesagt, dass sie eine neue Stimme schicken und ich solle die alte einfach wegschmeißen. Ohne irgendeinen Beweis oder so. Ich habe also beim Musikhaus Schlaile Entwarnung gegeben und von dort eine ebenso freundliche Antwort erhalten. Eine der noch fehlenden Ausgaben ist schon auf dem Weg und ich solle zurückschicken, wenn etwas nicht passt. Die 14 Tage Frist würden sie da auch nicht so eng sehen.

Das nenn ich mal eine positive Serviceerfahrung. Oder eigentlich gleich zwei und beide an einem Tag.  . Und Schott hat auch eine gute Figur gemacht (wenn die Noten jetzt auch gut hier ankommen)

Durch eine kürzlich erschienene CD bin ich auf einen mir vollkommen unbekannten Schweizer Komponisten mit dem markigen Namen “Hans Huber” aufmerksam geworden. Die taufrische Aufnahme umfasst zwei Werke: das Sextett für Bläserquintett und Klavier und das Quintett für Flöte, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier.

Beide Werke zeichnen sich durch die von mir so geliebte beinahe symphonische Farbigkeit und Klangfülle aus. Einige Sätze erinnern an ein Klavierkonzert mit Bläserbegleitung, das Sextett enthält aber auch eine wunderbare Solopassage der Oboe und auch das Horn kommt schön zur Geltung.

Ich habe die CD bei meinem Fahrten nach und von Bedburg (Musical-Mission) nicht mehr aus dem CD-Player genommen und heute die Tatsache, da ich dank Erkältung nicht übefähig bin, dafür genutzt, mal eine kleine Recherche zu unternehmen. Leider hat Herr Huber offensichtlich das Klavier und die Streicher bevorzugt. Die beiden genannten Werke sind tatsächlich die einzigen mit Flötenbeteiligung, die ich entdecken konnte. Und doch gibt es eine sehr gute Nachricht zu vermelden. Die Noten sind sämtlich aktuell nicht mehr verlegt, bei IMSLP aber als pfd zum Download im Angebot. Jetzt könnt Ihr mal raten, wer da eben mal ein paar MB durch den Äther gesaugt hat :)

Ausländische Notenausgaben

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Mal wieder, immer wieder…. ein spannendes Thema eben.

Meine Kaufwut in Sachen Noten wird häufig von CDs inspiriert. Und häufig sind die zu hörenden Werke leider gar nicht so einfach aufzutreiben. In letzter Zeit waren die Objekte der Begierde Werke von Arnold, Riisager und Kvandal. Von allen dreien bekommt man in den gängigen Notenhandlungen das eine oder andere, aber leider nicht unbedingt das, was man gerne hätte. Was dann?

Zu einigen Komponisten (z. B. Arnold) gibt es umfangreiche und informative Webseiten, auf denen auch die verlegten Werke inklusive Verlagsangabe zu finden sind. Dann lohnt es immer, sich mal direkt an den Verlag zu wenden. Bei anderen kann man aus anderen verlegten Werken den Verlag rausbekommen. Skandinavier sind zum Beispiel sehr häufig bei Hansen verlegt, oder bei Musikkhuuset (oder so ähnlich). In vielen Ländern gibt es auch Informationszentren über einheimische Musik, die gerne nachhelfen. Ich habe auf meiner Suche bisher immer nur freundliche Auskünfte erhalten und kann das jedem nur empfehlen. Bei der Gelegenheit habe ich mich auch schon häufiger gefragt, was einen Händler dazu bewegt, nur eine Partitur anzubieten. Gibt es so viele Musikleser? Eigenartig. Es gibt sogar Kammermusik, von der nur der Partitur verlegt ist. Seltsam, finde ich…..

Das beste ist aber: Bei Bestellung im Ausland ist man häufig auch noch sehr viel billiger dran, als wenn man die Noten hier kauft. Beispiele:

Wind Quintet op. 2 von Malcolm Arnold:

Beim Verlag (QT Publications) in Großbritannien: 27,95 englische Pfund, das entspricht nach aktuellem Kurs ca. 32 Euro. Bei Notenbuch.de zahlt man für die gleiche Ausgabe 65 Euro.

Zweites Beispiel: Serenade von Riisager für Flöte, Violine und Cello. Bei Wilhelm Hansen direkt gibt es die Partitur für 63 DK, das sind nicht ganz 8,50 Euro. Bei Notenbuch.de zahlt man dafür die Hälfte mehr, über 12 Euro.

Das zeigt, man muss die Versandkosten auch bei Auslandsbestellungen gar nicht scheuen. Aber vergleichen, das sollte man (vorausgesetzt man findet mehrere mögliche Quellen). Und in diesem Fall kann sich dann auch kaum einer über die Globalisierung beschweren :)

Musik für alle

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Vielleicht hat es der eine oder die andere mitbekommen. Kindergärten und Schulen haben die letzten Jahre viel Ärger wegen Kopien von Seiten aus Liederbüchern gehabt. Ein Resultat ist, dass viele Einrichtungen das Singen mit Kindern stark reduziert oder ganz eingestellt haben. Jetzt habe ich eben entdeckt, dass es einen Verein gibt, der GEMA-freie Liederbücher herausgibt und an Kinderbetreuungseinrichtungen verteilt. Der Verein Musikpiraten e. V. setzt sich für GEMA-freie Musik ein. Wenigstens das geschilderte Projekt finde ich sehr sinnvoll. Die DiBa vergibt 1000 € an einen Verein, der im Internet in einer Abstimmung gewinnt. Wer die Musikpiraten hier unterstützen will, möge dem folgenden Link folgen: https://verein.ing-diba.de/kultur/65451/musikpiraten-ev#

Vertriebspolitik

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Sie lassen mich nicht los, die Notenverlage dieser Republik. Kürzlich habe ich im Antiquariat eine Orchesterausgabe eines Flötenkonzerts erworben. In der Hülle mit den Einzelstimmen lag ein Blatt, auf dem der Herausgeber für Verständnis dafür warb, dass keine Einzelstimmen mehr zu erwerben seien, sondern stets ein kompletter Satz von Ergänzungsstimmen gekauft werden müsse.

Bei einer anderen Orchesterausgabe liegt keine Solostimme bei, stattdessen muss man sich für eine Aufführung die Ausgabe für Solo mit Klavierauszug kaufen. Stimmen sind auch hier nicht einzeln erhältlich.

Bei Kammermusikausgaben hatte ich dieses Thema ja schon mehrmals. Auch hier sind in der Regel eher keine Ersatzstimmen erhältlich (oder nur für absolute Fantasiepreise).

Was versprechen sich Verlage von dieser Vertriebspraxis? Kopieren ist nicht erlaubt, was ja auch korrekt und verständlich ist. Wenn man aber ganz brav die Stimmen, die man benötigt, käuflich erwerben möchte, werden einem Steine in den Weg gelegt oder man wird zur Anschaffung von Paketen genötigt, die man gar nicht braucht. Glauben die Verlage in der Tat, dass sie damit die Quote der illegalen Kopien verringern können? Es kann doch nicht so schwer sein, eine Einzelstimme zu verschicken. Man kann Porto und Verpackung ja ganz offiziell abrechnen.

Ich bin in der Tat ein sehr korrekter Notenbesitzer. Ich kaufe geradezu massenweise, wie auch die Auflistung auf dieser Website zeigt. Ich gebe Originale an Mitmusiker raus, weil ich das Kopierverbot respektiere, keine gute Kopiergelegenheit habe und auch das Spielen aus Originalen selbst bevorzuge (keine Zettelwirtschaft, ordentlich geheftet, in der Regel gutes Papier, Eintragungen sind auch beim nächsten Üben noch verfügbar). Und wenn, was glücklicherweise selten ist, dann mal was verschütt geht, werde ich für diese “Gesetzestreue bestraft”, in dem man mich zwingen möchte, die komplette Ausgabe nochmal ganz zu kaufen. Das ist fast wie ein Auto, dass man bei Defekt wegwerfen muss, weil es keine Ersatzteile gibt.

Vielleicht liest das ja irgendjemand, der im Verlagswesen arbeitet und erklärt mir, warum diese Dinge so gehandhabt werden, warum Service nur so selten (Ausnahme: Zimmermann) eine Rolle spielt. Selbst die Musikbranche bietet mittlerweile den Download einzelner Tracks von CDs an. Dort hat man sich an aktuelle Entwicklungen adaptiert (wobei der Verlust von Einzelstimmen ja nix neues ist). Ich denke, auch die Verlage und Notengeschäfte müssen irgendwie zu einer anderen Umgangsweise mit diesem Thema kommen, wenn sie eine Zukunft haben möchten. Ich jedenfalls bin schon einige Zeit verwundert und in letzter Zeit schon eher verärgert…..

Schon vor einigen Wochen habe ich hier  mehrfach über meine Versuche, verloren gegangene Stimmen für Ausgaben beim Verlag nachzukaufen, berichtet. Wie die beiden oben verlinkten Artikel zeigen, mit durchaus unterschiedlichem Erfolg. Zimmermann reagierte mit aller größter Freundlichkeit und verschickte eine Originalstimme sogar kostenlos. Schott erklärte, es sei nicht möglich Einzelstimmen zu verschicken. Nun mein dritter Versuch. Es handelt sich um eine Ausgabe von Simrock, das ist der gleiche Verlag wie bei Bote & Bock bzw. Boosey & Hawkes.

Nach meiner Erfahrung mit Schott und weil das Stück mit der fehlenden Stimme mir außerordentlich gut gefällt, habe ich ausgesprochen freundlich angefragt und auch die Option, Verlagskopien statt Stimmen zu verkaufen, angesprochen. Sozusagen mit Erfolg. Verlagskopien könnte ich erhalten. Es handelt sich um eine einzelne Hornstimme für ein Bläserquintett. Das Bläserquintett als Stimmsatz kann man für nicht ganz 25 Euro komplett kaufen. Der Verlag bietet mir nun überaus großzügig die Hornstimme einzeln als Verlagskopie (also vermutlich nicht einmal gebunden) für 12,40 Euro plus Versand an. :-| Ist das nicht toll? Für alle, die schlecht im Kopfrechnen sind: 25 durch 5 macht genau 5.

Eigentlich bin ich ja quasi noch sprachlos. Ich habe mal gefragt, was für eine Kalkulation da dahinter steht. Bin gespannt, ob ich darauf auch noch eine Antwort bekomme.

Als Fazit bleibt eigentlich nur, bei mehreren verfügbaren Ausgaben, am besten eine von Zimmermann zu wählen, dort scheint der Service in der Tat am besten.

Und mir bleibt nur, zu versuchen, das wunderschöne Quintett von Theodor Blumer, namens Tanzsuite, vielleicht irgendwo gebraucht zu kaufen. Ich habe keine Lust, mich durch eine solche Verlagspolitik dazu nötigen zu lassen, die gleiche Ausgabe noch einmal zu kaufen. Man fragt sich in der Tat, wer sich da noch traut, Originale an seine Mitmusiker zu verteilen und so dem Nicht-Kopier-Gebot zu folgen, wenn bei Verlust einer Stimme keine Chance besteht, für einen angemessenen Preis Ersatz zu erwerben. Irgendwie erscheint mir das ziemlich kurzsichtig von den Verlagsherren.

Das Musikhaus Tonger in Köln wird im Herbst (spätestens Anfang November) umziehen. Zwar nicht weit, aber das Material will erst mal verpackt werden. Daher sind derzeit alle CDs und DVDs sowie alle Bücher und Noten aus dem Antiquariat nochmals um 20% reduziert. Letzte Woche war schon relativ viel ausgekauft, aber es gibt immer noch interessantes und auch ein paar echte Klassiker bei den Noten.

Vor einigen Wochen habe ich über meine Neuentdeckung in Sachen Geldausgeben, den Online-Händler Musicroom.de berichtet. Inzwischen ist die Bestellung abgewickelt (fast). Mein Fazit: es war spannend. Das ganze ging mit Vorkasse (schon mal schlecht). Irgendwie hatte ich wohl mein Konto erst nach Abschicken meiner Bestellung erstellt, so dass ich dort die Bestellung nicht verfolgen konnte. So war also mein Geld abgebucht, nach Bestätigung der Zahlung unangenehm langes Schweigen. Daher habe ich dann dort mal angerufen. Der Mitarbeiter am Telefon war sehr nett und hat sich auch sehr bemüht, mir Informationen zu geben (ich hatte die Bestellnummer nicht zur Hand). Es ist wohl so, dass Musicroom 4 Wochen wartet, um alle Artikel zusammenzusammeln. Wenn dann nicht alles da ist, wird der vorhandene Teil verschickt, der Rest folgt portofrei. Ich hatte exotisches Zeug aus dem Ausland bestellt und dementsprechend musste ich warten. Jetzt kamen die Sachen. Ich hab wohl versehentlich was doppelt bestellt, das habe ich zurückgeschickt. Mal sehen, was das Rückgaberecht bei denen für einen Prozess auslöst. Mein Fazit: Aufgrund der Erstbestellung war ich nervös, bisher hat alles geklappt, Geduld war erforderlich, Telefonservice ist gut, Auswahl nach wie vor ungewöhnlich. Ich werde wieder da bestellen, dann unter Nutzung meines Kontos…. mal sehen, was die Rückgabe bringt und wie künftige Bestellungen laufen. Bisher jedenfalls ganz ok. Vielleicht geht es irgendwann auch ohne Vorkasse, das wäre schön….

Vergangenes Wochenende bin ich zum ersten mal einem Spiegelkanon begegnet. Sonntag vormittag habe ich mit einer Freundin Flötenduos gespielt. Da meint Sie, Sie hätte da noch was neues, das könnten wir aber nicht am Notenständer spielen.

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Ich guck auf die Noten und bemerke nichts besonderes. Sie meint, wir müssten beiderseits (also gegenüber einander) vom Tisch stehen, um das spielen zu können. Und da merke ich erst, dass jede Notenzeile an jedem Ende einen Violinschlüssel hat und das jeder der beiden dem anderen gegenüber auf dem Kopf steht. So fängt man also einander gegenüberstehend jeder oben links an, ganz regulär die Noten zu spielen, nur dass der andere einem sozusagen entgegen kommt. Das heißt, wenn ich ein tiefes d lese und spiele, so wird einige Zeit später die gleiche Note vom Mitspieler als g” gespielt. Und irgendwo spielt man dann einen Ton gleichzeitig.

Vier solcher Spiegelkanons enthielt diese schöne alte mit Frakturschrift getitelte Ausgabe. Von wem? Vermutlich (und natürlich) von Mozart…. Ist wohl nicht bewiesen, klingt aber sehr plausibel. Und die klingen tatsächlich. Ich war und bin vollkommen fasziniert. Es gibt auch aktuell zwei Ausgaben von den Kanons, beide für zwei Violinen. Eine davon findet Ihr auch auf amazon.de

Kürzlich habe ich über den tollen Service beim Zimmermann-Verlag berichtet. Aufgrund dieser positiven Erfahrung war ich ganz entspannt, als ich kürzlich feststellte, dass in dem Stapel Noten, den ich aus einem Nachlass erworben habe, einzelne Stimmen in der einen oder anderen Ausgabe fehlten.

Locker flockig ein Mail an den Schott-Verlag geschrieben. Leider hieß es hier nur: “Bei uns liegen alle Ausgaben nur komplett auf Lager, Verkauf einzelner Stimmen ist nicht möglich.” Schade auch. Natürlich ist mir auch klar, dass ein Verlag nicht Einzelstimmen rumliegen hat. Andererseits habe ich schon häufig richtig Geld für Verlags-authorisierte Kopien bezahlt. Warum ist man also nicht so schlau, auf diesem Weg ein Geschäft zu machen? Und gibt es bei so einem Verlag gar keinen Ausschuss, der zu übrigen Stimmen führt oder ähnliches? Kann ein Verlag nicht erkennen, dass jemand, der so anfragt einfach auf legalem Weg eine Ausgabe vervollständigen möchte?

Ich jedenfalls fühle mich etwas alleine gelassen und vermutlich nur, weil ein Bearbeiter nicht eben über viel Fantasie verfügt. Sehr schade. Immer wieder werde ich von anderen Musikern gefragt, ob ich bestimmte Ausgaben habe, damit jemand sich eine ihm abhanden gekommene Stimme kopieren kann. Das ist im Grunde illegal. Aber was bleibt einem übrig, wenn Verlage nicht helfen, wenn Stimmen fehlen? Mitmusikern nur Kopien statt Originale geben ist ja genauso illegal.

Es wäre schön, wenn der Service vom Zimmermann Verlag hier ein wenig Schule machen könnte….

Bei meiner Suche nach bestimmten Titeln von Malcolm Arnold als Notenausgabe, bin ich heute auf eine für mich völlig neue Quelle gestossen. www.musicroom.de. Dort konnte ich Ausgaben finden, die auf anderen Seiten (www.musikalienhandel.de oder www.notenbuch.de) nicht zu finden waren. Teilweise waren die Sachen auch auf mehreren Portalen verfügbar, bei Musicroom aber um mehr als 8 Euro billiger.  Zunächst konnte ich das fast nicht glauben. Porto ist je nach Versandart ab verschiedenen Bestellsummen kostenlos. Das heißt konkret, Büchersendungen, die beim Versand am längsten brauchen, sind ab 25 Euro Bestellsumme frei, ab 35 Euro wird kostenfrei mit der regulären Post versendet, ab 45 Euro ist dann auch ein Paketversand für den Kunden kostenneutral.

Die Suchvarianten erlauben mehrfache Filterung, wie man es von www.amazon.de kennt, da kommt man recht schnell zum Gesuchten. Neben Noten gibt es auch Bücher, Software, Instrumente und Nippes zum Verschenken.

Für mich war das heute eine sehr positive Entdeckung, mal abwarten, wie es mit der Bestellabwicklung klappt, gegebenenfalls werde ich berichten.

Kürzlich habe ich bei www.notenfundus.de second hand ein Werk von Doppler für Flöte, Horn und Klavier erworben und musste dann beim Auspacken der Sendung feststellen, dass leider die Hornstimme fehlt. Rückfrage beim Versender zeigte, dass dort die Stimme leider auch nicht mehr vorlag. Also habe ich einfach mal beim Verlag, dem Zimmermann-Verlag in Frankfurt angefragt, ob ich die Stimme wohl einzeln erwerben könnte. Und schon am nächsten Tag erreichte mich die freundliche Antwort. Man will mir die Stimme sogar kostenlos zustellen. Ich finde das einen wirklich tollen Service, hatte nicht damit gerechnet und werde nun auch bei anderen Verlagen mal anfragen, wenn mal wieder irgendwo eine einzelne Stimme entschwunden ist. Selbst für 2 Euro ist das Nachkaufen immer noch besser, als das ganze Arrangement nicht mehr spielen zu können oder die Stimme von Hand aus der Partitur wieder herzustellen.

Toll ist das. Vielen Dank auch von hier aus nochmal! Ein Argument mehr, nicht illegal zu kopieren!

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