Durchsuche Beiträge in Biographien

Manchmal sind die kleinen Änderungen ja die wichtigsten. Der Zustand, dass beispielsweise die Überschrift zur Biographie von Cecile Chaminade lautete

“Biographie des Komponisten Cecil Chaminade”,

hat mich dann doch ziemlich genervt. Jetzt wird den sowieso nicht ausreichend zahlreichen Damen in diesem Metier endlich kein Unrecht mehr getan und ihr Geschlecht ganz offenbar. Ich bin keine echte Feministin, aber das liest sich schon besser:

“Biographie der Komponistin Cecile Chaminade”

Von Jeanne Baxtresser und Anette Maiburg bis zu Mel Bonis hat jetzt die echte (sprachliche) Weiblichkeit auf Flutepage.de Einzug gehalten.

Der kleine Unterschied wird demnächst auch “abfragbar”, so dass alle Damen auf einen Blick zu finden sind. Auch das kann ja durchaus von Zeit zu Zeit ein interessantes Kriterium für die Wahl eines Stückes sein. Viel Spaß beim ab heute political korrekten Stöbern……

Uelzen, Geburtsstadt von Kuhlau, ist Flötisten bereits durch den dort stattfindenden Kuhlau-Wettbewerb bekannt. Die Stadt beabsichtigt nun, ihr Position in der musikalischen (flötistischen) Welt durch ein zentrales Kuhlau-Archiv zu verbessern. Zu diesem Zweck fand sich in der aktuellen Ausgabe von “Flöte aktuell” ein Aufruf zur Spende von Schriften, Notenausgaben und Aufnahmen sowohl der Flötenwerke Kuhlaus als auch derjenigen von Zeitgenossen (1790-1840) wie Beethoven, Hummel, Reicha, Ries, Spohr und viele mehr.  Wer hier einen Beitrag leistet, wird in einer so genannten Ehrenliste geführt. Weitere Informationen sind vom Verantwortlichen Archivar erhältlich:

Dr. phil Reiner Egge
Neues Rathaus
29525 Uelzen
Tel.: 0581/800 62290
Fax: 0581/800 76290
Mail: reiner.egge(at)stadt.uelzen.de

So, nach den Fakten nun meine ganz spontane Reaktion: wie kommt eine Stadt darauf, ein Archiv aus dem Boden zu stampfen und noch ganz offen dazu zu sagen, dass das Ziel lautet

“Somit wäre ein flötistischer Identifikationsplatz gefunden, der in der Welt seinesgleichen sucht, und der Stadt Uelzen zu dem einmaligen Ruf verhilft, endgültig das “Mekka der internationalen Flötistenzunft” zu werden”

Für mich klingt das mit Verlaub nach einer Art Größenwahn. Unter einem derartigen Mekka könnte ich mir vielleicht Paris vorstellen, dank der zentralen Rolle des dortigen Konservatoriums, oder vielleicht München wegen der Böhm. Oder vielleicht sogar Boston wegen der Häufung bedeutender Flötenbauer oder, oder, oder…. aber Uelzen?

Und diese Idee scheint nicht auf dem Vorliegen einer umfangreichen Sammlung zu beruhen sondern alleine auf der Tatsache, dass Kuhlau dort zufällig geboren wurde (und recht bald nach Dänemark abgehauen ist). Die notwendige Sammlung will man sich nun sozusagen “zusammenschnorren”. Interessante Idee…. ich bin gespannt, welche Städte folgen werden und ob bei Gelingen des Anliegens nicht die Recherche-Gebühren auch zur Sanierung des Stadthaushaltes einen kleinen Beitrag werden leisten können….. böse formuliert. Stimmt…. wie gesagt, ganz spontan und nur auf Basis des Aufrufs, den ich doch ein wenig seltsam formuliert empfand.

Heute vor 60 Jahren verstarb Joseph Bohuslav Foerster. Eine Aufnahme des Philharmonischen Bläserquintetts Berlin führte vor zwei oder drei Jahren dazu, dass ich eine angestrengte Suche nach den Noten zu seinem Bläserquintett unternommen hatte. Und ich wurde fündig: in Prag bei der Edition Bärenreiter. Nun bin ich stolzer Besitzer von Stimmen und Partitur in vom Verlag authorisierten Kopien, die allerdings wegen der handschriftlichen Qualität schlecht zu lesen sind. Kurz nach meinem Sucherfolg wurde das Werk zum Download bei IMSLP eingestellt, in einer gut lesbaren Printversion. Naja, shit happens. Trotz allem war meine Freude und mein Stolz ob des Recherche-Erfolgs groß und nachhaltig.

Ist auch egal, das Stück jedenfalls gehört zu den schönsten Quintetten, die ich überhaupt kenne. Typisch böhmisch, ein geradezu sinfonischer Klang, regelrecht opulent. Die Stimmen lösen sich in einem engen Geflecht ab. Leider bisher noch immer zu schwierig für uns, aber ich gebe nicht auf…

Heute vor 60 Jahren also ist er gestorben. Leider hat er für Flöte so gut wie nichts hinterlassen. neben dem Quintett weißt Wikipedia noch ein Nonett aus…. vielleicht sollte ich mich wieder auf die Suche begeben. Sehr schade, dass unser schönes Instrument offensichtlich nicht so sehr seine Aufmerksamkeit hatte….

Heute hat Theodor Blumer seinen 130. Geburtstag und ich habe per Google nirgendwo was dazu gefunden. Darum hole ich das nun noch schnell nach, bevor der Geburtstag vorüber ist.

Blumer ist einer meiner Favoriten. Romantik, sehr unterhaltsam zu spielen und auch zu hören.

Gelebt hat er zu mindestens zeitweise in Dresden und dort ist er auch begraben. Wer dem Grab mal einen Besuch abstatten möchte muss sich auf den alten katholischen Friedhof in Dresden begeben, dort liegt übrigens auch Carl Maria von Weber. Früher mal lag da auch Anton Bernhard Fürstenau, dessen Grab ist aber aufgelöst inzwischen.

Einen herzlichen Geburtsgruß also von hier!

Diese Frage beschäftigt die Menschen ja immer wieder und auf allen Gebieten des Lebens. So natürlich auch in der Musik. Ganz besonders scharf und öffentlich war die Diskussion wohl zu Lebzeiten Brahms’. Zwischen den Anhängerschaften Brahms’ und Wagners entbrandt ein regelrechter Glaubenskrieg darüber, wer der beiden ungleichen Komponisten nun der wahre Meister sei.

Interessanterweise tendierte Brahms persönlich dazu, allzu scharfe Worte über Wagner zu korrigieren und dessen Leistungen zu betonen, wohingegen Wagner nichts lieber tat, als selber übelsten Spott über Brahms auszugießen.

Ich muss gestehen, ich war kein Wagner-Fan und habe auch nur Parzival bisher ganz gern gesehen. Ich fürchte nur, nachdem ich nun einige seiner Veröffentlichungen und derer seiner damaligen “Jünger” gelesen habe, wird es nicht mehr viel mehr werden. Natürlich spielt hier auch seine Weltanschauung eine wesentliche Rolle. Der überzeugte Antisemit kann für mich samt seines Werkes nur abstoßend sein. Mit seinen eigenen Texten und einigen Berichten von Zeitgenossen hat sich aber nun ein viel breiteres Bild des Herrn für mich gezeigt, das ich insgesamt als ausgesprochen unsympathisch bezeichnen muss.

Ist die Persönlichkeit des Komponisten wesentlich, wenn man sich mit dessen Musik befasst? Für mich persönlich schon. Warum soll ich mich mit den Ergebnissen eines Kopfes befassen, dessen nicht-musikalische Gedanken ich in Bausch und Bogen ablehne? Es gibt so viel Musik auf dieser Welt…..

Vielleicht haben es manche bemerkt. Bei der schleichenden Rückkehr der Bilder auf flutepage.de hatte ich sehr professionelle Unterstützung. Hyou Vielz hat mir einige seiner tollen Musikerfotos zur Verfügung gestellt. Ihr findet nun auf folgenden Biographien auch endlich Bilder von den Künstlern in Aktion:

Dies ist nur ein winziger Ausschnitt aus flötistischer Sicht. In Hyou’s Archiv findet sich noch viel mehr……

Von hier aus ganz herzlichen Dank für diese optische Aufwertung!

Es gibt wieder etwas neues. In den Biographien von Komponisten und Flötisten findet Ihr jetzt auch eine Liste von CD-Aufnahmen von und mit den jeweiligen Künstlern. Ganz am Ende. Basiert natürlich mal wieder auf meiner ganz persönlichen Sammlung und hat daher keinen Vollständigkeitsanspruch.

Es gibt wieder Neuigkeiten…. die Biographien der Komponisten können jetzt auch über die Nationalität gewählt werden. Einfach in der Weltkarte auf das gewünschte Land klicken. Der Übersichtlichkeit halber wird die Navgation nach Nachname jetzt nach den Anfangsbuchstaben gefiltert. Ich hoffe, das macht das Finden des richtigen Eintrags etwas einfacher.

Neues aus der Schweiz

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Stefan Keller war so freundlich, Fehler, die sich in seiner Biographie eingeschlichen haben, per Mail zu korrigieren. Dafür zunächst mal herzlichen Dank. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch ein aktuelles Bild für die Seite bekommen und noch dazu aktuelle Links zu seinem Verlag.

Die schweizer Flötisten (z. B. auch Renggli und Ziegler) sind in Sachen neue Musik wegweisend, darum lohnt sich ein Besuch sicher.

Gleichzeitig möchte ich alle, die sich auf meiner Seite finden, bitten, mir ebenfalls Fehler mitzuteilen, Ergänzungen oder Bildmaterial bereitzustellen, wenn meine Darstellungen nicht korrekt oder vollständig sind.

Heute wäre er 94 geworen, Hans-Peter Schmitz. Von hier aus daher ein kurzer Gruß. Immerhin war sein Name der allererste geschriebene, den ich mit Querflöte verbunden habe. Ich gehöre zu den sicher unzähligen Kindern, die mit seiner Schule “Flötenlehre” die ersten Töne gelernt haben.

Das Heft zeichnete sich durch seine Überformatigkeit aus, die großen Textmengen mit geradezu wissenschaftlich anmutender Aufmachung (da waren sogar Röntgenbilder drin, wenn ich mich recht entsinne). Weit ab von der heutigen eher Kind-orientierten Gestaltung einer Instrumentalschule.

Auch die Literaturauswahl war mir mit etwas über 9 Jahre eher fremd. Da war neben Quantz und anderen “alten Hasen” auch Neue Musik zu finden und das ging mir gar nicht ein. Aus der Grundschule und dem Blockflötenheft war ich dann doch eher Kinder- und Volkslieder gewohnt. Irgendwo im Mittelteil dann die verhassten Tonleitern. Und doch gab es einige Stücke in diesem ersten Band, die ich noch Jahre lang mit Begeisterung gespielt habe.

Auch er war einer der Musiker, die aktiv am zweiten Weltkrieg teilnehmen mussten. Ich stelle mir diese Erfahrung gerade für musisch begabte Menschen extrem schwer vor. Als Lehrer muss er wohl sehr beeindruckend gewesen sein, wie dieser Bericht eines Studenten zeigt.

Für alle heutigen Flötisten haben wohl vor allem seine Verdienste um Neuauflagen von schon fast verschollener Flötenmusik Bedeutung. Die durch ihn praktizierte Zweigleisigkeit als aktiver Flötist (im Orchester, als Lehrer und kammermusikalisch mit dem Berliner Trio) und Musikwissenschaftler trifft man bei deutschen Flötisten seiner Generation häufiger. Mir scheint diese Verknüpfung von Praxis und Wissenschaft tatsächlich ein Deutschland-spezifisches Phänomen. Vielleicht sogar mit begründet durch die Kriegserfahrung, da während der Militärzeit eine praktische Auseinandersetzung mit Musik so gut wie unmöglich wurde und die rein theoretisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem vermissten Themengebiet in solchen Zeiten ein Trost sein kann. Zudem kann ich mir vorstellen, dass die Erlebnisse des Kriegsgeschehens einen neuen Blick auf Geschichte und Vergänglichkeit öffnen und so die Bewahrung und Wiederbelebung verschütteten Kulturguts zu einem sehr persönlich empfundenen Anliegen machen.

Vielleicht bringt der 95. Geburtstag im nächsten Jahr uns ja noch weitere Einblicke in das Wirken von Hans-Peter Schmitz. Wäre doch eine schöne Gelegenheit….

Beim Zusammenschreiben der vielen Biographien bin ich immer wieder verwundert, wie eng die Geflechte zwischen den Lebensläufen sind. Das eine sind musikalische und biologische Stammbäume. Das soll heißen familiär miteinander verbundene Musiker und Komponisten, wie die Bach-Familie, die Brüder Doppler, Rampal und sein Herr Papa oder auch Mozart, sein alter Herr und weniger bekannt, auch sein Sohn. Musikalische Stammbäume sind die zahllosen Schüler-Lehrer-Beziehungen, auf deren Spuren man vermutlich vom Barock bis zu Stockhausen von einem großen zum nächsten wandeln könnte.

Neben diesen sehr organischen Zusammenhängen gibt es aber auch unzählige Freundschaften, unterstützende Beziehungen und Zufallsbegegnungen. Gerade unter diesen unerwarteten Zusammenhängen findet man viele echte Überraschungen. Zum Beispiel schätzte Beethoven einen Herrn Emmanuel Aloys Förster sehr, dessen Quintett meine Kollegen und ich eher als langweilig bewertet haben. Herr Spohr, heute ein Insidertipp, war ebenfalls mit Beethoven befreundet. Danzi war durch eine enge Freundschaft mit Carl Maria von Weber verbunden. Im Licht der Musikgeschichte aus heutiger Sicht eher ein ungleiches Paar. Weber war außerdem auch mit Fürstenau, dem Flötisten befreundet, der noch dazu Weber nach dessen Tod in seiner Wohnung auffand.

Auch Liszt scheint ein weites Netzwerk an musikalischen Freundschaften gepflegt zu haben, darunter Chopin und Saint-Saens. Milhaud war mit Villa-Lobos und Koechlin verbandelt, Joseph Bohuslav Foerster stand mit Mahler in engem Kontakt. Im Barock war Händel ein Kumpel von Scarlatti, Haydn war ein väterlicher Freund für Mozart… so könnte man ewig fortfahren.

Oftmals erfreuten sich die “kleinen” großer Wertschätzung durch ihre heute berühmten Kollegen und sicher haben gemeinsame Abende und Musizieren beide Seiten bereichert. Teils verhalfen sich Freunde gegenseitig zu Schülern, Veröffentlichungen oder Gönnern oder die Werke des einen wurden durch den anderen bearbeitet oder instrumentiert. Und all dies zeigt nur, was jeder musizierende Mensch auch heute noch erfährt. Musik verbindet, sie ist ein guter Grundstein für Freundschaften, überdauert Entfernungen und Jahre und ist sehr kommunikativ. Konkurrenz spielt da häufig anscheinend eher eine kleinere Rolle.

Nach über einem Jahr Bilder-Abstinenz bin ich derzeit dabei, 100%ig legales Bildmaterial zu sammeln und habe einige Museen, Archive und Künstler kontaktiert. Die allererste positive Antwort kam von Peter-Lukas Graf. Ganz herzlichen Dank auch auf diesem Weg.

Die beiden Bilder sind auf der Biographie-Seite zu finden und weitere werden hoffentlich bei anderen Biographien und auch in den anderen Bereichen in Kürze folgen.

Falls dies also jemand liest, der Interesse hat, ein eigenes Bild, zum Thema Querflöte oder zu einer der portraitierten Persönlichkeiten, hier veröffentlicht zu sehen (natürlich gerne mit Nennung der Quelle), der möge sich einfach melden, ich bin immer dankbar für Material.

Und nicht etwa Gustav Gans sondern Gustav Mahler.
Er hat zwar unser Instrument nicht solistisch oder kammermusikalisch bedacht, aber dafür kann man seine Sinfonien spielend oder hörend genießen. Nach Lektüre des Geburtstagsgruß von Markus Schwering im Kölner Stadtanzeiger heute zum Morgenkaffee, fand ich es nur angemessen dem tragischen Herrn der mächtigen Klänge einen kurzen Gruß zu entrichten. Für alle interessierten, hier gibt es ausführlichere Infos:

Und speziell zum Spielen, eine Sammlung der Orchesterstellen aus Mahlers Werken für Flöte

Jahrelang wurde Mobilität von Arbeitnehmern gefordert und der Ruf, die Rahmenbedingungen für eben diese Mobilität zu schaffen, war laut. Ob Pendlerpauschale, Absetzen von Umzugskosten, Steuererleichterung oder sonstiges…. Das hat immer geklungen als sei Globalisierung, Mobilität und eine gewisse Ortsunabhängigkeit in einem Lebenslauf etwas neues.

Ich bin momentan dabei, meine zahlreichen Bücher zum Thema Musik zu lesen und brauchbares in diese Website einzubauen. Und wenn man die zahlreichen Biographien der ganz großen und etwas weniger großen der Musikgeschichte liest, da wundert man sich nicht schlecht, wo die so alles gelebt und gewirkt haben. Welche Strecken da für Konzertreisen oder zum Antritt einer neuen Stelle zurückgelegt wurden und welche kurze Phasen teilweise mit langen Reisen begannen und endeten.

Und das in Zeiten der Kutsche und des  Pferdes, bei schlechten Straßen, schlechten Hotels, ohne Verkehrsfunk, Navigationssystem, ADAC oder Handy. Zu einer Zeit, als das heutige Deutschland oder Italien noch aus dutzenden von Fürstentümern bestanden und unzählige Grenzen zu überqueren waren. Was für ein Aufwand und mit welcher Selbstverständlichkeit. Paris und London waren sozusagen Pflichtstation, wenn man als Musikus was werden wollte. Wien selbstverständlich auch. Für Musikunterricht von Bonn nach Wien, wie Beethoven oder für eine Anstellung nach St. Petersburg wie beispielsweise Cimarosa oder Köhler.

Kein Wunder, dass Mozart, Mendelssohn und andere so früh gestorben sind. Das war sicher deutlich stressiger und ungesünder als Jetlag, Bundesbahnfrust und Stau heutzutage.  Schade, was uns da an toller Musik verloren gegangen sein mag……

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