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Auf Kurs bringen…

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Eigentlich gibt es ja keine schönere Art, seinen Urlaub zu verbringen, als mit Musik. Ich gönne mir dieses Jahr auch gleich zwei Wochenendkurse. Es ist immer bereichernd, man lernt viele neue Leute kennen, die die gleiche Leidenschaft teilen und bekommt Impulse durch den Lehrenden. Also immer los….

  • 25. – 28. Mai 2012 Kunzehof (nahe Bremerhaven)
    Querflöte – Ensemblespiel – B (Grundstufe) mit Anne Horstmann
    465 Euro Vollpension, alle Infos unter  www. musica-viva.de
  • 7. – 10. Juni 2012 Landhaus Arnoth im Hunsrück
    Pop- und Jazz-Querflöte Level C (ab Mittelstufe) mit Isabelle Bodenseh
    465 Euro Vollpension, alle Infos unter  www.musica-viva.de
  • 20. Sommerkurs Flöte Blonay (Schweiz Genfer See, Hindemith-Musikzentrum)
    28. Juli – 4. August 2012 mit Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter
    Interpretation – Kammermusik – Flötentechnik – Methodik
    Für Flötenliebhaber jeden Alters, Musikstudenten, Flötenlehrer, Kammermusikpartner sind willkommen
    920 Euro, für Frühbucher (vor dem 1.5.) 790 Euro inkl. Doppelzimmer und Verpflegung
  • 4.- 11. August 2012 Antico Borgo (Toskana)
    Querflöte mit Klavierbegleitung C + C (Mittelstufe/Fortgeschrittene)  mit Valentin Keogh
    935 Euro Halbpension, alle Infos unter www.musica-viva.de
  • 20. Sommerkurs Flöte Arosa (Schweiz, Graubünden)
    5.-11. August 2012 mit Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter
    Interpretation – Kammermusik – Flötentechnik – Methodik
    Für Flötenliebhaber jeden Alters, Musikstudenten, Flötenlehrer, Kammermusikpartner sind willkommen
    Preise nicht bekannt, Infos unter www.kulturkreisarosa.ch
  • 1. – 8. September 2012 Casa Giovanna (nahe Arezzo)
    Querflöte mit Klavierbegleitung – Level B (Grundstufe) mit Anne Horstmann
    935 Euro Halbpension, alle Infos unter www.musica-viva.de
  • 8. – 11. November 2012 Haus Königssee (Vulkaneifel)
    Querflöte – Ensemblespiel – C + D (ab Mittelstufe) mit Valentin Keogh
    465 Euro Vollpension, alle Infos unter www.musica-viva.de
  • 15. – 18. November 2012 Alte Mühle (zwischen Göttingen und Hildesheim)
    Querflöte – Ensemblespiel – B (Grundstufe) mit Anne Horstmann
    465 Euro Vollpension, alle Infos unter www.musica-viva.de

Musik und Gedächtnis

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Vermutlich kennt das jeder, auch jemand der selbst keine Musik macht. Musik kann Erinnerungen wecken und sogar die Gefühle, die man mal in einer Situation hatte. Ich habe das in letzter Zeit ziemlich häufig in den verschiedensten Zusammenhängen wieder erlebt.

Als kürzlich Whitney Houston starb und schon morgens der Radiowecker ihre Lieder spielte, da bekam ich so ein eigenartiges Gefühl. Das ist die Musik meiner Teenager-Tage, sie wieder zu hören hat ein bisschen meines damaligen Selbstgefühls wieder hochgeholt. Das war eigenartig, aber auch schön.

Heute hatte ich ein ähnliches Gefühl, nur für die Zeit als ich in den zwanzigern war. Heute habe ich mir nämlich eine Aufnahme des Shea Stadion Konzertes von Billy Joel auf Video angesehen. Das ist meine Musik, wenn ich mich von irgendeinem Musiker als “Fan” bezeichnen würde, dann von ihm. Diesmal kam zu diesem Erinnerungsschwall noch dazu, dass er inzwischen ganz gut gealtert ist. Da sass also ein fast zwanzig Jahre älterer Mann und spielte die Musik von “damals”. Da konnte ich aber sehr deutlich merken, wie viel Zeit seit damals vergangen ist. Ich habe mir fest vorgenommen, die Platten wieder rauszuholen…. schön.

Noch etwas viel besondereres ist aber Musik, die man selbst gespielt hat. Wir haben heute Flute en vacances von Casterede gespielt. Ein wunderschönes Stück. Wir haben das an der Musikschule im Quartett gespielt. Da war ich so zwischen 15 und 17 Jahre alt, ich weiß es nicht mehr so genau. Dann, ca. 10 Jahre später habe ich das wieder in einem Quartett gespielt, in Sankt Augustin. Beim ersten Mal an der Musikschule habe ich die erste Stimme gespielt. Das war damals ganz schön schwierig für mich und ich habe ordentlich geübt, vor allem am vierten Satz. Welche Stimme ich 10 Jahre später gespielt habe, das weiß ich gar nicht mehr. Naja und nun spielen wir es wieder, diesmal im Trio (die vierte Stimme ist sowieso ad libitum). Wir haben uns erst mal alle Stimmen angesehen, um dann heute zu entscheiden, wer welche übernimmt. Was soll ich sagen, die erste lief einfach noch immer. Beinahe ohne Probleme. Alle anderen Stimmen waren mir sehr fremd, obwohl ich definitiv in den 90ern nicht die erste hatte. Aber ich habe keine andere wiedererkannt.  Daran habe ich gemerkt, dass ich damals an der Musikschule wohl wirklich gut geübt habe. Und das hat gehalten, bis heute. Beim Proben kam heute dann so vieles wieder hoch. Ich habe die Gesichter meiner Mitmusiker an der Musikschule wieder vor mir gesehen. Ich konnte mich an den Proberaum erinnern und sogar an meine Haltung den anderen gegenüber, wie die Atmosphäre war bei den Proben und all das. Einfach alles war wieder da…. was Musik so alles bewegt. Und außerdem: wie lohnend wahres Üben doch ist, das hält eine Ewigkeit. Ist das nicht eine wunderbare Motivation?

Und je länger man musiziert, desto mehr akustische Erinnerungen sammeln sich an. Ich habe so oft Besuch von meiner Vergangenheit, wenn ich Pretty Woman im Radio höre oder den Radetzky Marsch oder die Sportpalast-Polka oder Billy Jean von Michael Jackson oder den Dritten Mann aus Harry Lime oder Words oder Africa von Toto oder In the Mood oder Just a Gigolo, oder, oder, oder…. so ist das, wenn man Blasmusik gemacht hat und Tanzmusik und Big Band und Orchester und Kammermusik. Natürlich (und glücklicherweise) sind nicht alle Erinnerungen mit viel Emotion verbunden und manchmal weiß ich auch nur: “das hab ich schon mal gespielt, was ist das bloß?”

Altern mit Musik. Vielleicht nicht immer schön, aber auf jeden fall VIEEEEEEEEEEELLLLLL besser als ohne…..

Dem kann abgeholfen werden. Mal wieder weitere Termine:

Es gibt noch mehr Termine vorzumerken:

  • 15. Januar 2012, 17 Uhr in der Fachakademie für Sozialpädagogik in Krumbach
    Konzert für Flöte und Gitarre
    Der Eintritt kostet was, wieviel weiß ich nicht
    Zu hören sind Werke von Giuliani, Villa-Lobos, Debussy und anderen
  • 15. Januar 2012, 19 Uhr im Kirchencafe Falkenberg in Norderstedt
    Kleinkunstabend mit demDuo per Tutti(Flöte und Klavier)
    Der Eintritt beträgt 9 Euro
    Zu hören sind Werke von Vivaldi, Tomasi, Köhler und anderen
  • 29. Januar 2012, 11 Uhr in der Allerheiligen Hofkirche in München
    Benefizkonzert mit Andras Adorjan für einen nach einem Sportunfall querschnittsgelähmten jungen Mann
    Eintrittspreise zwischen 23 und 39 Euro, davon gehen 100% an den Kranken
    Gespielt werden Werke von Mozart, Dvorak und Schulhoff
  • 24. Februar 2012, Uhrzeit nicht bekannt, im Kommandantenhaus auf dem Dilsberg
    nochmal Flöte und Gitarre, mit dem Duo Bozza
    Eintrittspreise sind mir nicht bekannt
  • 11. März 2012, 18 Uhr im Stubenhaus Staufen
    Konzert Flöte und Harfe
    Eintrittspreise von 7,50 Euro (ermässigt) und 15 Euro
    Auf dem Programm stehen Werke von Saint-Saens, Fauré, Debussy und anderen
  • 18. März 2012, 18 Uhr in der Gaststätte Hauser in Schaephuysen
    “Jazz geht’s los”
    mit dem “JazzExpress” aus Bottrop
    Eintrittspreise, ob und wieviel, sind mir leider nicht bekannt
  • 25. März 2012, Uhrzeit nicht bekannt, in der Lindheimer Kirche
    „Principe und Principessa“
    mit dem Duo Mignarda (Flöte und Laute am Berliner und Bayreuther Hof)
    Der Eintritt kostet regulär 10 Euro, für Mitglieder der Altenstädter Gesellschaft 8 Euro
  • 19. Mai 2012, 20.30 Uhr im Schloss Wolfsburg
    Uraufführung “Der Trommler”
    für Schlagwerk, Klavier, Klarinette, Flöte, Cello und Harfe von Birke Bertelsmeier  im Rahmen des Festivals movimentos
    Der Eintritt kostet 20 Euro
  • 25. Mai 2012, 17 Uhr im Gewehrsaal des alten Schlosses Ettersburg
    Eröffnungskonzerts des Festivals mit Wally Hase und Thomas Wellen
    Der Eintritt kostet 16 Euro
    Gespielt wird wieder Schulhoff, diesmal zusammen mit Bach
  • 28. Oktober 2012, Uhrzeit nicht bekannt, im Schloss Herten
    Musik für Flöte und Gitarre mit dem Duo SyrinxX
    Eintrittspreise sind mir nicht bekannt 
  • 10. November 2012, Uhrzeit nicht bekannt, Stiftskirche Sunnisheim in Sinsheim
    Bläserquintett Caterva
    in der Konzertreihe der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis 

…. weil ja jetzt so viele auch ein paar Tage frei haben. Darum also: noch mehr Termine  :-)

Morgen (23.12.) wird um 20 Uhr zum dritten und letzten Mal in Berlin in der Philharmonie von den Philharmonikern ein Programm gespielt, das unter anderem mit Syrinx von Debussy und der Sequenza von Berio, beides vorgetragen natürlich von Pahud, aufwartet. Die Karten kosten zwischen 23 und 70 Euro und im Internet gibt es eine kostenpflichtige Live-Übertragung (da gäbe es das dann für 9,90 Euro).

Ebenfalls am 23.12., aber schon um 19.30 Uhr und am anderen Ende der Republik, in Eltville-Erbach, wird ganz stilecht mittelalterliche Chormusik dargeboten. Sieben Herren in Mönchskutten, nur begleitet von einer Querflöte, das ist der Chor Gregorianika auf seiner Tour “Ora et labora”, zu hören in der Johanneskirche zu Eintrittspreisen ab 24 Euro.

Direkt am 1.1.2012 kann man im Alten Rathaus in Gerolzhofen ein Konzert mit Flöte und Klavier genießen. Es spielt das Duo op. 19, bestehend aus Corinna Döring und Tayuko Nakao. Auf dem Programm steht Musik aus Deutschland und Frankreich vom Spätbarock bis ins 20. Jahrhundert. Das Konzert findet zur Eröffnung der Gerolzhöfer Kulturtage 2012 statt und kostet Eintritt, der Betrag ist mir leider nicht bekannt.

Mal was ganz anderes wird am 7. Januar schon ab 15.30 Uhr geboten (Einlass ab 13.45 Uhr). Das Bremer Kaffeehaus-Orchester ist eine Quintett-Besetzung mit Kontrabass, Geige, Bratsche und Cello, sowie einem ambitionierten Bläser, der zwischen Piccolo, Flöte, Klarinette und Saxophon wechselt. Das Konzert findet im Landidyll -Hotel Backenköhler in Stenum statt und kostet regulär 15 Euro.

Im Kunstmuseum Liechtenstein spielen am 22. Januar 2012 Hieronymus Schädler (Flöte), Stephanie Beck (Harfe) und Eddy Hackett (Percussion) ab 11 Uhr zum ersten Mal als Trio zusammen. Gespielt wird neuere Musik von Cage, Scelsi , Beecroft und anderen. Das Konzert findet innerhalb der Ausstellung statt, wie das mit dem Eintrittspreis aussieht, ist mir nicht bekannt.

Wer etwas Gutes tun möchte, der sollte am 27. Januar um 20 Uhr das Benefizkonzert zugunsten einer neuen Orgel in der Dreifaltigkeitskirche in Speyer besuchen. Eine bunte Besetzung, natürlich mit Flöte, bietet venezianische Mehrchörigkeit unter der Führung von Professor Leo Krämer. Der Eintrittspreis beträgt 20 Euro.

Schon weit im Frühjahr, am 22. April, ist um 19.30 Uhr in der Stadthalle Kirchheim das Bläserquintett PentAnemos zu hören. Gespielt werden die großen Standardwerke von Francaix, Milhaud, Ibert und Taffanel. Das Konzert ist Teil des Konzert-Abos des Kulturrings.

Blattspiel mit dem Ensemble

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Das mag vielleicht erst mal komisch klingen, aber das tut man ja ständig, wenn man neue Noten auflegt. Mit manchen Gruppierungen spielt man das dann zum ersten Mal und übt es in der Folge konsequent und manchmal spielt man auch viele verschiedene Sachen durch, um die Literatur kennenzulernen, einfach aus Spaß oder um dann ein Werk zum richtig Üben auszuwählen.

Ein Grundproblem beim Spielen unbekannter Noten in der Gruppe ist die Wahl des Tempos. Nach meiner Erfahrung hat jeder so seine intuitiven Grundtempi für die verschiedenen Bezeichnungen. Dieses automatisch gespielte Tempo beim Alleinespielen muss in der Gruppe natürlich erst mit allen abgestimmt werden. Und das ist nicht immer einfach.  Ich musiziere mit einigen, bei denen die Vorstellung eines Allegro relativ genau mit der meinigen übereinstimmt. Andere Kollegen haben es für mein Gefühl immer ausgesprochen eilig. Jemand deutlich langsameres hatte ich noch nicht, vielleicht bin ich ja einfach schon an der unteren Grenze mit meinem Tempoempfinden.

Seltsamerweise hat das intuitiv angeschlagene Tempo nicht immer etwas damit zu tun, wie gut der Tempomacher dann auch die eigene Stimme in diesem Tempo im Griff hat. Ich für meinen Teil überfliege gern ein Stück zunächst, identifiziere die technisch anspruchsvollen Stellen und versuche dann, mir vorzustellen, wie schnell ich das wohl hinbekommen würde. Das geht am Ende nicht immer auf, weil manchmal die Tücke im Detail steckt, aber es kommt meist in etwa hin um durchzukommen.

Während des Spielens kommt es dann eigentlich immer zu Tempoverlusten. Weil man eben genauer gucken muss, die Läufe nicht gehen oder einfach, weil eigentlich ohne Lampenfieber fast jedes Stück bei uns ein wenig verschleppt. Ich selbst neige dazu, das Tempo zu bremsen zu versuchen, wenn ich merke, dass ein Mitmusiker an einer technisch schwierigen Stelle richtig Probleme bekommt. Ich finde, auch das ist Teil des Begleitens, dass man erkennt, wenn etwas nicht geht und nachgibt. Der “Solist”, der mit der interessanten und/oder wichtigen Stimme, hat das Sagen, daher darf man ihn oder sie nicht hetzen, finde ich. Das ist etwas anderes, wenn man ein Stück probt (unter Umständen). Beim Blattspiel finde ich wichtig, dass jeder das Recht hat, am Ende anzukommen.

Es gibt auch eine umgekehrte Ansicht. Ein Mitmusiker merkt, dass das Tempo nicht mehr stimmt und zieht an. Meist wenn er nicht sooooo viel zu tun hat (einfach, weil er dann überhaupt erst merkt, dass es zu langsam ist und weil er dann gut anziehen kann, unstressigerweise). Das sind die Fälle, in denen die Begleitstimme (mit Nachschlag oder ähnlichen, eigentlich unterstützenden Stimmen) dann den “Solisten” jagt. Ich sage ehrlich: das hasse ich. Ich finde es unkollegial und auch unmusikalisch. Man kann so etwas absprechen, wenn ein Stück immer im gleichen Teil zu langsam wird und der technisch am meisten geforderte es eigentlich auch schneller könnte. Wenn aber eine Stelle für einen Mitmusiker wirklich an die Grenze des Machbaren geht, dann ist sie eben etwas langsamer, dann muss man danach wieder anziehen (oder man darf eben so ein schweres Stück gar nicht auflegen). Ich finde immer, ein Ensemble muss wie ein Organismus sein. Wir sind dann aber keine Eidechsen, die bei Gefahr einfach den Schwanz abstoßen, nein, wir wollen gemeinsam und am Stück am Ende ankommen (ich jedenfalls).

Meist wenn man dann mit dem ersten Spielen eines Stückes durch ist kommen direkt die ersten Kommentare zum Werk: “Das ist aber schön!”, “Naja, ein bisschen langweilig.” oder “Das gehört viel schneller, dann wirkt es sicher auch besser.”

Gerade die letzte Phrase höre ich häufig und habe sich wohl auch manches mal selbst ausgesprochen. In letzter Zeit denke ich aber, dass die Stücke, die nur in waghalsigem Tempo anhörbar sind einfach auch schlechte Stücke sind (meistens).  Ich denke auch, dass man die Frage, ob ein Stück durch höheres Tempo gewinnt, leicht schon beim langsamen spielen sicher erkennen kann. Im Regelfall können dutzendfache Wiederholungen eines einfallslosen Themas nicht durch Tempo geheilt werden. Auch Stücke, die ständig alle Stimmen doppeln, gewinnen nicht durch Geschwindigkeit. Zerhackte Kompositionen ohne einen inneren Zusammenhang gehen schneller nur einfach schneller vorüber. Daher tendiere ich jüngstens dazu, das Anliegen, ein Stück “mal im Originaltempo” zu versuchen, wobei dann aber innerhalb kürzester Zeit vielleicht das Originaltempo, nicht aber die Originalbesetzung verfügbar ist, weil in jeder Kurve ein weiterer Mitmusiker die Rennbahn verlässt, eher abzulehnen. Meistens verschwimmt dann alles, der eine rennt in Balkenpanik los, der andere sieht Sechzehntel und spielt nur noch zwei Drittel so schnell wie zu Anfang, alle spielen viel zu laut und vor lauter Panik hört keiner mehr hin, was eigentlich gerade abgeht. Und in diesem Tohuwabohu kann man dann erkennen, dass das Stück schneller plötzlich ganz toll ist? pffffff…. ich glaube nicht.

Durch eine kürzlich erschienene CD bin ich auf einen mir vollkommen unbekannten Schweizer Komponisten mit dem markigen Namen “Hans Huber” aufmerksam geworden. Die taufrische Aufnahme umfasst zwei Werke: das Sextett für Bläserquintett und Klavier und das Quintett für Flöte, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier.

Beide Werke zeichnen sich durch die von mir so geliebte beinahe symphonische Farbigkeit und Klangfülle aus. Einige Sätze erinnern an ein Klavierkonzert mit Bläserbegleitung, das Sextett enthält aber auch eine wunderbare Solopassage der Oboe und auch das Horn kommt schön zur Geltung.

Ich habe die CD bei meinem Fahrten nach und von Bedburg (Musical-Mission) nicht mehr aus dem CD-Player genommen und heute die Tatsache, da ich dank Erkältung nicht übefähig bin, dafür genutzt, mal eine kleine Recherche zu unternehmen. Leider hat Herr Huber offensichtlich das Klavier und die Streicher bevorzugt. Die beiden genannten Werke sind tatsächlich die einzigen mit Flötenbeteiligung, die ich entdecken konnte. Und doch gibt es eine sehr gute Nachricht zu vermelden. Die Noten sind sämtlich aktuell nicht mehr verlegt, bei IMSLP aber als pfd zum Download im Angebot. Jetzt könnt Ihr mal raten, wer da eben mal ein paar MB durch den Äther gesaugt hat :)

Adventszeit ist Flötenzeit

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Allüberall flötet es die nächsten Wochen, daher hier noch mehr Konzerttermine:

Dieter Fleury (Soloflötist der Wiener Philharmoniker) spielt in Baden-Baden am 18. November, 20 Uhr, Kurhaus, Weinbrennersaal (Mozart: Konzert D-Dur und Divertimento für Flöte und Orchester).

Das eher seltene Trio Flöte, Oboe und Fagott ist am 18. November um 19.30 Uhr im Neumarkter Reitstadel zu hören. Es musizieren die drei Professoren der Hochschule für Musik in Nürnberg: Anne-Catherine Heinzmann (Flöte), Clara Dent-Boganyi (Oboe) und Bence Boganyi (Fagott).

Am 19. November um 19.30 Uhr gibt es in Gaildorf im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses Kammermusik mit Flöte (Hans-Peter Fink), Oboe (Hans-Jörg Alber), Klarinette (Uschi Dahlhausen) und Fagott (Oliver Hasenzahl), zusammen auch Stuttgarter Kammersolisten genannt. Es gibt Werke von Mozart, Rossini, Strauss, Beethoven und anderen.

Am 20. November lädt um 20 Uhr der Verein Blaue Blume zu einem Konzert mit Lesung ein. Thema ist Liszts Beziehung zur Gräfin Sayn-Wittgenstein. Es musizieren die Pianisten Nicolas Namoradze und Susanne Pentek sowie die Flötistin Saskia Schneider. Leser der Briefe und Episoden ist Helmut Winkelmann. Veranstaltungsort ist die Loge zur Einigkeit in der Kaiserstr. 37 in Frankfurt am Main.

Ebenfalls am 20. spielen in Edewecht Elisabeth Moest (Flöte) und Ronith Mues (Harfe) ein Programm von Bach bis Jolivet. In der Christuskirche an der Oldenburger Straße geht es um 20 Uhr los.

Am 21. November, dem 200. Todestag von Kleist, wird mit einer musikalisch umrahmten Lesung im Töpfereimuseum Langerwehe des Literaten gedacht. Es liest Robert Gericke “Über das Marionettentheater”. Die Umrahmung wird in Duetten von Tulou und Kuhlau, gespielt auf  Holzflöten aus der Romantik von Darja Großheide und Susanne Schrage. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro.

Bei Kerzenschein sind am 9. Dezember ab 19 Uhr Evelyn Ebert (Flöte) und Beatrice Höhn (Orgel) in der Christuskirche in Neumarkt zu hören.

Am 10. Dezember spielt Mathias von Brenndorff (Flöte, Dozent an der Berufsfachschule für Musik in Königshofen) mit der Harfenistin Maria Stange ein Konzert im Kloster Wechterswinkel. Los geht es um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 12 Euro (für Schüler nur 8 Euro).

Und wiederum am 10. Dezember, um 19 Uhr musizieren Petra Erdtmann (Querflöte), Norma Lukoschek (Blockflöte) und Heidrun Eggert (Klavier) zugunsten von Ruanda. Der Eintritt kostet 11 Euro (ermässigt 8 Euro). Das Konzert findet in der Matthäuskirche in Bad Kreuznach statt.

Termine, Termine….

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Schon Morgen, 13. November, ist ein Trio aus Orgel (Reinhard Bauer), Sopran (Monika Herzer) und Flöte (Karin Krell) in der Evangelischen Stadtkirche Schramberg zu hören.  Mit Buxtehude, Bach und Platti gibt es eher Barockes zu hören. Beginn ist um 17 Uhr. Exakt zur gleichen Zeit spielen in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Hochheim Sebastian Wittiber (Flöte) und das Ha’aba Quartett für einen guten Zweck. Der Eintritt kostet hier 15 Euro.

Am 17. November um 19.30 Uhr kann man im Salon-Theater Bleidenstadt Klezmer mit Flöten-Beteiligung hören. Es tritt auf die Gruppe Maseltov zusammen mit Schauspielerin Renate Kohn.

Flötenkonzerte in Burscheid-Linnep: Zur Umrahmung einer Kunstausstellung zum Thema “Engel” spielt in der Vernissage am 19. November um 19.30 Uhr Susanne Zillhardt Flöte. Am 25. November  ebenfalls um 19.30 Uhr umrahmen Klaus-Peter Riemer (Flöte) und Ivana Mehlem (Harfe) einen Vortrag von Klaus Hoffmann über Engel in Literatur und Bibel. Beide Veranstaltung finden statt im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche in Linnep, Am Ehrkamper Bruch 1.

Mit Flöte und Marimbaphon wird am 26. November um 20 Uhr im Kulturgewächshaus Hölzel, Erbschänkenstr. 24 in Glauchau vom Duo Cobero nicht alltägliches geboten. Der Eintritt kostet 12,50 Euro.

Ebenfalls am 26. November aber schon um 18 Uhr findet im historischen Hammerwerk in Braunfels ein Märchenabend mit musikalischer Umrahmung statt. Die Märchen trägt Doris Giebelhausen vor, für die Musik sorgt Querflötistin Polina Blüthgen. Der Eintritt kostet zwei Euro.

Am 3. Dezember spielt das Collegium Musicum Höxter-Holzminden in der Schlosskapelle des Schlosses Bevern unter anderem das Konzert für Flöte (Alexander Käberich) und Klarinette (Martan David) von Danzi. Der Eintritt ist frei, das Konzert beginnt um 16 Uhr.

Das Trio Baroque gibt am 8. Dezember um 19.30 Uhr ein Konzert im Museum Biedermann in Trossingen. Zu hören sind Marais, Bach, Rameau und Telemann. Die Eintrittspreise dienen der Unterstützung der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, an der die drei Musiker lehren.

Am 9. Dezember um 20 Uhr spielen die Studierenden der Klasse Susanne Meier an der Hochschule für Künste Bremen ein Klassenkonzert, der Eintritt ist frei.

26. November um 19 Uhr spielen Sebastian Hidalgo (Flöte) und Maria Gianniki (Klavier) ein Programm durch drei Jahrhunderte mit Werken von Händel bis Bartok in der Trinkkurhalle am Timmendorfer Strand. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 10 Euro, für Mitglieder des Kulturkreises wird es zwei Euro billiger. Alles was noch nicht volljährig ist, kommt kostenlos rein (tolle Idee!).

Am Dienstag den 28. November spielt András Adorjan in Nürnberg in der Meistersingerhalle im kleinen Saal ab 19.30 Uhr gemeinsam mit dem Kuss-Quartett Werke der Klassik und Romantik (Mozart, Beethoven, Schubert etc.). Der Eintritt kostet 25 Euro.

Noch bis zum 5. Februar findet im Schloss Köpenick eine Ausstellung statt, die sich mit dem dramatischen Fluchtversuch Friedrich des Großen vor seinem Vater befasst. Die Ausstellung ist zugänglich von Dienstag bis Sonntag jeweils zwischen 10 und 18 Uhr.

Am 27. Mai rockt Jethro Tull mit dem Flötisten Ian Anderson Mannheim. Für 36 Euro ist man dabei im Rosengarten. Der Vorverkauf läuft seit dem 2.11. über Internet, Telefon oder in den bekannten Vorverkaufsstellen.

Tage wie dieser…..

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Heute ein Mittwoch, der eigentlich ein Montag ist. Nach extra langem Wochenende (letzter Arbeitstag war Donnerstag, dank Kingma-Ausflug, Brückentag und Allerheiligen) bin ich extra etwas früher aufgestanden, weil mein Gleitzeitkonto gähnend leer ist und mit einer Probe heute um halb sechs, einer Probe morgen um halb acht und einer weiteren am Freitag um halb acht schon sehr fest steht, dass ich eigentlich jeden Tag eher Miese mache als mal wieder etwas Zeit zurückzulegen.

Die Motivation dümpelte heute morgen irgendwo im bodenlosen. Die Aussicht auf diese Restwoche inklusive Wochenende und nächster Woche (Samstag Probe, Sonntag Konzert, Montag bis Donnerstag Probe, Freitag bis Samstag Musical-Konzerte) führte schon in der Perspektive dazu, dass ich mich müde fühlte und tendenziell überfordert, gestresst, gehetzt usw…..

Im Büro bewahrheitet sich eigentlich all das sehr genau, ich komme zu nix, den ganzen Tag von einer Baustelle zur anderen und abends hat man das Gefühl, eigentlich nix geschafft zu haben. Na toll. Dann um halb fünf nach Hause, Noten und Flöte packen, ab ins Auto und zur Probe. Ich bin einfach nur müde und habe das Gefühl, mir diese einfach nur fürs private Vergnügen angesetzte Probe hätte ich mir vielleicht in dieser Woche einfach schenken sollen. Naja, es ist wie es ist, also los und versuchen, halbwegs pünktlich zu sein.

Ich hole also meine liebe Mitmusikerin ab, sie wirkt auch einigermaßen abgehetzt, die bessere Hälfe mosert ungebremst von wegen schon wieder eine Probe und das Frauen immer unterwegs sein müssen etc. Wir verhandeln also, dass wir heute eigentlich beide nicht so lange können und wollen, weil alles liegen bleibt und wir uns beide irgendwie fragen, wie wohl dieser Termin überhaupt zustande gekommen ist.

Fünf Minuten später Ankunft bei der dritten im Bunde, Standort des Flügels und unser Proberaum mitten im Wohnzimmer der durchaus lebhaften Familie. Wir klingeln, die Tür öffnet sich und wir blicken in verwunderte Augen: ach, wollten wir heute proben? Ups…… passt es denn? Ja klar, eigentlich sollte ich einkaufen, aber ein bisschen spielen können wir schon.

Irgendwie war ich da zunächst etwas beklommen und wunderte mich, alle drei haben eigentlich keine Zeit, irgendwie klemmt die Probe quer im Zeitplan unserer jeweiligen Woche wie eine Gräte im Hals. Aber nun sind wir schon hier, also wollen wir ein bisschen spielen….

Und was passiert? Eine Traumprobe, gemeinsame Gestaltung, stimmige Intonation, der Klang mischt sich und es macht sich eine wohlige herbstliche Wärme im Gemüt breit. Ist das schön. Ist das unglaublich. Letztes mal ging das doch alles nicht, da fand ich den Einsatz nach der Pause nicht, verstand nicht, wie das alles zusammengehört, da schrillten die hohen Töne zwischen Flöte und Klarinette und nichts wollte so ganz passen. Heute aber, mit drei gestressten Köpfen, die zuvor eher ein wenig widerwillig den Weg zueinander fanden, heute spielen wir blind wie einer, musizieren wirklich, statt einfach nur zu spielen und es klingt und befriedigt ungeheuer.

Nach ca. anderthalb Stunden sind wir alle drei am Grinsen und machen uns auf zu den wartenden Verpflichtungen (von Tapezieren über Kochen und Einkaufen bis hin zum Bloggen ::-D ) So muss es sein, dafür mache ich Musik.

Und was hat uns heute so bezaubert? Hier das Repertoire der heutigen Trio-Probe (Flöte, Klarinette und Klavier):

  • Schostakowitsch: Vier Walzer (sehr frisch, davon gibts eine wunderbare Aufnahme mit Pahud)
  • Massenet: Under the Linden Trees (wunderbar lyrisch, tiefe Lage für Flöte und Klarinette, sehr herbstlich)
  • Borodin: Solicitude, Nocturne aus dem Steichquartett und Thema aus den Polovtsian Dances (alle drei einfach wunderbar, mit pfiffigen Harmonien und gut gesetzt) und zu guter letzt:
  • Offenbach: Barcarolle (das kennt jeder, muss man nicht viel zu sagen, außer dass ich eine etwas tiefere Lage in der Flöte netter fände. Geschmackssache)
  • Faure: Sicilienne (immer wieder nett und auch ein Klassiker)
  • Harris: Five Waltzes (das schließt sich der Kreis zum Beginn, auch diese sehr pfiffig, leicht schräg und jeder der fünf mit ganz eigenen Einfällen)

Das macht definitiv sehr viel Lust auf mehr und auch auf eine Gelegenheit, mal öffentlich zu werden. Ein sehr passendes Programm für einen adventlichen Nachmittagskaffee oder ähnliches…..

Was macht einen guten Kammermusikpartner aus? Da gibt es die ganz offensichtlichen Dinge: er muss ein Instrument beherrschen und zwar eines, das in eine Besetzung mit dem eigenen Instrument passt, die man auch zusammenbekommen kann. Und natürlich muss er es gut genug beherrschen, damit man die entsprechende Literatur auch spielen kann. Das ist sozusagen die rein formelle Voraussetzung.

Zu den weiteren sozusagen “äußeren” Randbedingungen gehört auch, dass man nicht weiter auseinander lebt, als man bereit ist zu fahren und auch irgendwann mal Termine findet, zu denen alle beteiligten Zeit haben. Zuletzt benötigt man noch einen geeigneten Proberaum, der zu diesen Terminen auch zugänglich ist. Das bedeutet in meiner Erfahrung, Mitmusiker mit eigenem Haus (und toleranter Familie) und/oder Auto sind ein klarer Vorteil. Schwierig sind nach meiner Erfahrung häufig gemischte Ensemble, in denen Rentner mit Lehrern und/oder Eltern von schulpflichtigen Kindern zusammenspielen. In solchen Gruppen hat man leicht rund ums Jahr einzelne Mitmusiker im Urlaub. Die Probenabstände wachsen in den Bereich von Monaten und man muss sich bei jeder Probe quasi wieder neu einspielen.

Bis hierher wird jeder sagen, das ist doch logisch und uninteressant. Mag sein, aber einfach ist es nicht immer, ein Ensemble unter guten Voraussetzungen zusammenzubekommen.

So, nun gibt es auch ein paar tiefer liegende Eigenschaften, die irgendeinen Kammermusikpartner von einem wirklich guten unterscheiden. Ich würde sagen, die meisten davon fallen in die Kategorie “B-Note” oder “Softskills”.

Ich finde es wichtig, dass auch der Musikgeschmack irgendwie zusammenpasst. Das heißt, wenn ich hochromantische Musik oder noch spätere, leicht dissonante Werke liebe, dann habe ich Probleme mit einem Mitmusiker, der das Gefühl hat, nach Mozart oder Haydn hört Musik für ihn sozusagen auf.  Wichtig ist auch, dass die Bereitschaft, Zeit zu investieren, vielleicht zu üben, Termine auch wirklich frei zu halten und vielleicht darum auf das eine oder andere zu verzichten, um Musik zu machen, bei allen beteiligten in etwa gleich groß ist. Wenn es häufiger vorkommt, dass jemand im Ensemble einen Probetermin nicht für wirklich bindend hält und kurzfristig wegen anderer Dinge absagt, wird das Ensemble vermutlich irgendwann zu Bruch gehen, oder aber alle anderen Mitglieder stellen sich darauf ein und plötzlich klappt keine einzige Probe mehr. Dieses Problem hat auch etwas mit Achtung voreinander zu tun.

Ein gemeinsamer Anspruch an die erreichten Leistungen ist auch eine wichtige Basis für ein Ensemble. Wollen wir etwas wirklich erarbeiten? Spielen wir lieber vom Blatt? Möchten wir auftreten oder nicht? Soll die Literatur lieber einfach sein und stressfrei zu spielen oder wagen wir uns lieber an schwere Stücke ran, die vielleicht nie perfekt klappen? Auch hier gibt es viel Konfliktpotential.

Das vielleicht wichtigste aber ist, wie man harmoniert. Es gibt in der Tat Menschen, mit denen man musiziert und innerhalb kürzester Zeit dahin kommt, dass einer blind weiß, was der andere möchte. Man kann ritardieren, crescendieren, beschleunigen und der andere folgt. Man spürt, wann der andere beginnen möchte und in welchem Tempo. Das ist kein Witz. Ein solches Zusammenspiel geht ohne viele Absprachen. Das zu erreichen ist vielleicht das höchste Glücksgefühl, das einem gemeinsames Musizieren bringen kann. Ich bin überzeugt, dass der Schlüssel hierzu natürlich in einer gewissen gegenseitigen Sympathie liegt, dazu kommen aber auch Flexibilität, geistige Beweglichkeit und ausgefahrene Antennen (Ohren, Augen und auch so eine Art 7. Sinn). Offen sein und empfangen, nicht nur steuern wollen, nicht Recht haben müssen, nicht Fehler bei anderen nachweisen wollen. Das klingt vielleicht seltsam, aber es gibt sehr viele Musiker, die beim Spielen keine Kapazität haben, zuzuhören.

Ein guter Kammermusikpartner weiß, wann er begleitet und spielt dann leise, er merkt, wenn eine schwere Stelle einen bremst und bremst mit, er springt, wenn man sich  vertut. Dadurch, dass das Miteinander menschlich und musikalisch passt, stellt sich auch eine gewisse Ruhe und Gelassenheit ein, die einem viel gestalterischen Raum gibt. Keiner muss sich beweisen und alle wissen, dass der oder die ander(n) bei Problemen reagieren und einen auffangen, falls nötig.

Ich habe das große Glück ein paar solcher Menschen zu kennen, mit denen ich so Musik machen kann. Das ist ein Geschenk, es macht einen glücklich und führt dazu, dass man nach einer Probe, zu der man vorher keine Lust hatte oder für die man eigentlich schon viel zu müde war, plötzlich besser gelaunt und fitter ist als vorher. In solchen Musizierstunden geht es wirklich um die Musik, ums Wohlfühlen und darum sich gemeinsam zu entfalten.

Frei nach der aktuellen Anti-Aids-Kampagne, habe ich mich gestern mal wieder am Improvisieren versucht. Als bekennender Noten-Abhängiger ist das für mich immer eine ganz spezielle Herausforderung. Noten sind ja irgendwie eine Deckung, ein Handbuch, was zu tun ist.  Jedenfalls taugen sie immer gut dazu, sich dahinter zu verstecken.

Gestern habe ich also mit einer lieben und ausgesprochen fähigen befreundeten Pianistin unserer dritten Frau im Trio ein Geburtstagsständchen auf ihrer Party gebracht. Auf dem Programm standen Caravan, Girl from Ipanema und Take five (zum Anhören siehe unten). Alle drei in recht schlichten Arrangements in Art eines Songbooks. Und alle drei dazu gedacht, variiert zu werden. Wir hatten das natürlich auch geübt, Abläufe abgesprochen usw. Insgesamt drei Proben und dann gestern “die Show”.

Festgestellt habe ich, während der Proben und erst Recht im gestrigen Ernstfall, dass ich eigentlich immer ein bis zwei Durchläufe oder ca. 20 Minuten brauche, um mich reinzufinden und vor allem auch, um frei zu werden und mich zu “trauen”. Das hat mir gestern natürlich gefehlt. Probeläufe gehen ja vor Publikum schlecht….

Außerdem bekam ich mal wieder bestätigt, dass nach einem guten Essen, zwei Kölsch und entspannter Unterhaltung der Sprung auf “die Bühne” kaum mehr möglich ist. Ein bisschen zu müde, ein bisschen zu wenig konzentriert und ganz ohne die erforderliche Anspannung. Nicht so gut……

Auch eine frühere Erfahrung, dass es beim Improvisieren für mich sehr wesentlich ist, eine Klangvorstellung von dem zu haben, was meine Finger da greifen, schon bevor der Ton erklingt, wurde bestätigt. Gelernt habe ich das erstmalig als Teenager bei den ersten Improvisationsversuchen auf dem Alt-Saxophon. Da ich notorisch nie geübt habe und die Griffe denen der Flöte in weiten Bereichen gleichen, war ich immer aufs neue irritiert, wenn ich was gegriffen habe und der erklingende Ton dann regelmässig eine kleine Terz darüber lag (Alt-Saxophon ist in Es gestimmt, Flöte in C). Das ging so gar nicht. Auf der Flöte kam mir das bei meinen seltenen Versuchen schon einfacher vor, weil ich hier tatsächlich eine korrekte Erwartung des zu hörenden Klangs habe.

Gestern also hatten wir es mit einem angekündigt sehr tiefen Klavier zu tun. Und ich glaube in der Tat, das hat zu meiner Verwirrung noch beigetragen (so weit da noch was beizutragen war).

Da es ein Klavier war, das wie so häufig an der Wand stand, fehlten auch die bei der Probe dank Flügel häufig ausgetauschten Blicke, da ich nur in den Nacken meiner Begleitung starren konnte…. schade.

Trotz allem, es hat gut geklappt (nicht so gut wie in den Proben leider), was ich vor allem der Professionalität und guten Reaktionszeit meiner lieben Mitmusikerin zu verdanken habe, die über meine Aussetzer souverän hinweggespielt hat. Danke!

Wichtig ist, dass es beiden Geburtstags”kindern” gut gefallen hat und anscheinend auch den Gästen. Wichtig ist auch, dass ich meinen inneren Schweinehund bezwungen habe (normalerweise trau ich mich ja gar nicht), wichtig ist, dass es uns beiden viel Spaß gemacht hat und das Vorfreude auf mehr macht.

Gelernt habe ich, was ich eigentlich auch schon wusste, dass man für gutes Improvisieren wirklich viel üben muss. Man muss das Harmonieschema gut kennen, man sollte sich irgendwelche Patterns und Linien überlegen, man muss die Harmonien sicher in den Fingern haben (wenigstens Skalen und Akkorde). Das ist richtig viel Arbeit, für die man sich auch noch selbst einen Plan, ein Vorgehen entwickeln muss. Der zunächst verlockende Eindruck, keine Noten, absolute Freiheit, keine Arbeit ist also grundlegend falsch.

Und das gleiche gilt natürlich auch für Improvisieren im Klassischen. Ich sollte da noch eigene Kadenzen für Carl Philipp Emanuels Solosonate kreieren. Das gleiche Problem. Es ist so schwer, die Deckung zu verlassen…..

Ich denke, dieses freie Spielen ist aber total wichtig. Und ich hoffe (und glaube), dass dies in modernem Instrumentalunterricht ein fester Bestandteil ist. Kindern fällt das sicher viel leichter und sie gewöhnen sich dann frühzeitig daran. Ich glaube einfach, dass es ein sehr wesentlicher Bestandteil von Musikalität und Gestaltung ist, auch mal ohne Noten auszukommen. Und ich für meinen Teil leider manchmal darunter, dass mir das so schwer fällt bzw. ich es eigentlich gar nicht kann.

Hier unsere Playlist zum Anhören:


Schon vor einigen Wochen habe ich hier  mehrfach über meine Versuche, verloren gegangene Stimmen für Ausgaben beim Verlag nachzukaufen, berichtet. Wie die beiden oben verlinkten Artikel zeigen, mit durchaus unterschiedlichem Erfolg. Zimmermann reagierte mit aller größter Freundlichkeit und verschickte eine Originalstimme sogar kostenlos. Schott erklärte, es sei nicht möglich Einzelstimmen zu verschicken. Nun mein dritter Versuch. Es handelt sich um eine Ausgabe von Simrock, das ist der gleiche Verlag wie bei Bote & Bock bzw. Boosey & Hawkes.

Nach meiner Erfahrung mit Schott und weil das Stück mit der fehlenden Stimme mir außerordentlich gut gefällt, habe ich ausgesprochen freundlich angefragt und auch die Option, Verlagskopien statt Stimmen zu verkaufen, angesprochen. Sozusagen mit Erfolg. Verlagskopien könnte ich erhalten. Es handelt sich um eine einzelne Hornstimme für ein Bläserquintett. Das Bläserquintett als Stimmsatz kann man für nicht ganz 25 Euro komplett kaufen. Der Verlag bietet mir nun überaus großzügig die Hornstimme einzeln als Verlagskopie (also vermutlich nicht einmal gebunden) für 12,40 Euro plus Versand an. :-| Ist das nicht toll? Für alle, die schlecht im Kopfrechnen sind: 25 durch 5 macht genau 5.

Eigentlich bin ich ja quasi noch sprachlos. Ich habe mal gefragt, was für eine Kalkulation da dahinter steht. Bin gespannt, ob ich darauf auch noch eine Antwort bekomme.

Als Fazit bleibt eigentlich nur, bei mehreren verfügbaren Ausgaben, am besten eine von Zimmermann zu wählen, dort scheint der Service in der Tat am besten.

Und mir bleibt nur, zu versuchen, das wunderschöne Quintett von Theodor Blumer, namens Tanzsuite, vielleicht irgendwo gebraucht zu kaufen. Ich habe keine Lust, mich durch eine solche Verlagspolitik dazu nötigen zu lassen, die gleiche Ausgabe noch einmal zu kaufen. Man fragt sich in der Tat, wer sich da noch traut, Originale an seine Mitmusiker zu verteilen und so dem Nicht-Kopier-Gebot zu folgen, wenn bei Verlust einer Stimme keine Chance besteht, für einen angemessenen Preis Ersatz zu erwerben. Irgendwie erscheint mir das ziemlich kurzsichtig von den Verlagsherren.

Ein Kessel Buntes

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Dieses Wochenende hatte es für mich persönlich ganz schön in sich.

Freitag ca. 6,5 h Probe, Samstag 4 h Probe, heute zweimal je ca. 3 h Probe.

Das ganze verteilt auf 3 vollkommen verschiedene Formationen.

Freitag eine erste Lese- und Abstimmungsprobe für das Musical Jekyll & Hyde, mit dem San Francesco Chor in Bedburg (es gibt übrigens noch vereinzelte Restkarten). Da bin ich der einzige Bläser und muss mich mit dem Orchester in Form eines Synthesizers arrangieren. Das bedeutet ein bisschen Kreativität, Blattlesen und recht viel solistische Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten und -pflichten. Ziel ist, Farbtupfer zu setzen, das Sahnehäubchen sozusagen….

Samstag und heute morgen dann Blasorchester. Hier gilt es im Satz zu spielen. Schwerpunkt ist Intonation und exaktes timing. Gefragt ist, sich hundertprozentig nach dem Dirigenten zu richten. Teil des Schwarms sozusagen und Individualismus schadet nur (außer an Solostellen).

Heute Nachmittag dann zum Abschluss Flötenquartett (Flöte und Streichtrio). Kammermusik mit Führungsverantwortung. Genau hinhören, Intonation ist wichtig und vollkommen anders als mit anderen Bläsern. Hinhören, reagieren, sich fügen und trotzdem auch ein bisschen gestalten.

Jede Aufgabe also vollkommen anders. Das einzige gemeinsame ist die Flöte. Einspielen war eigentlich nicht, üben schon gar nicht…. puh

Ich habe gemerkt, wie schwer es ist, sich auf die verschiedenen Anforderungen einzustellen und auch, dass am Ende so eines Wochenendes sowohl die Konzentration als auch die Kondition stark nachlassen. Da heißt es: trainieren, das steht mir die kommenden Wochen öfter mal bevor……

Jetzt hätte ich gerne noch Wochenende, schade eigentlich. Aber immerhin sehr erfüllte  Tage, man kann seine Zeit auch schlechter verbringen als mit netten Menschen beim Musik machen  ;-)

Jetzt Füsse hochlegen und Tatort gucken und dann ab ins Bett.

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