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Nun ist es vorbei…. das diesjährige KBO-Projekt (Kreisblasorchester). Gestern war unser Konzert, und ich denke, es war gut. Da ich mitgespielt habe und daher recht beschäftigt war, werde ich nicht mal versuchen, eine Kritik oder auch nur Meinung zum Klang der Musik zu äußern. Dafür kann ich aber darüber schreiben, wie es war zu spielen und auch vorher zu proben:

Es war schön!

Unser lieber Dirigent Ekkehard Feldmann hat es gleich von Beginn (Armenische Tänze) geschafft, alle 70 Mann/Frau zu fesseln, seine Konzentration und Spannung an alle weiterzugeben, Nervosität in Konzentration zu übersetzen. Das ist toll und macht sehr viel Freude. Natürlich gab es auch wackelige Momente. Unsicherheiten und auch Fehler können gar nicht ausbleiben. Aber die musikalische Spannung überwog, die Momente, in denen man den unangenehmen Eindruck hatte, in einer Art Nebel zu schwimmen, waren seltener als die Augenblicke gemeinsamen Musizierens.

Ein schweres Programm und eigentlich viel zu wenige Proben. Kein perfektes, aber ein schönes Konzert und lauter nette Mitmusiker. Was will man da noch mehr?

Darum eine herzliche Einladung: Auch nächstes Jahr wird es ein KBO-Projekt geben. Dann wird Matthias Kiefer die Proben leiten und Ekkehard die Holz-Satzproben übernehmen. Das Programm ist noch nicht bekannt. Aber ganz sicher wird es eine Herausforderung, Proben mit Kaffee- und Kuchenversorgung und ein Benefiz-Konzert mit anschließendem Büffet. Man lernt andere engagierte Musiker kennen und knüpft neue Freundschaften und Kontakte. Die Anmeldephase wird wieder kurz vor den Sommerferien beginnen und die Proben dann nach den Ferien richtig anlaufen….. meldet Euch! Proben finden am Wochenende und in der Regel in Bonn-Duisdorf statt…..

Herzliche Einladung an alle Freunde der sinfonischen Blasmusik.
30.10.2010 in der Aula des CJD in Königswinter, Eintritt frei, Beginn 19 Uhr, Einlass 18.30 Uhr. Mehr Details gibt es im Forum

Zu meiner Zeit und in der Region, aus der ich stamme (Enzkreis, Vaihingen/Enz und Umgebung), war der Musikverein, die Blaskapelle also, der wahrscheinlichste Einstiegspunkt für einen musikalischen Werdegang. Eigentlich war es sogar beinahe der einzige, da die städtische Musikschule erst einige Jahre nach meinen ersten Querflötentönen gegründet wurde.

Es gab Zeiten, in denen ich mit dieser Tatsache nicht so recht ins Reine kommen konnte, weil ich überzeugt war, ein anderer, professioneller oder qualifizierterer Einstieg hätte mich vielleicht zu einem Profimusikerdasein bringen können. Inzwischen sehe ich das ein bisschen anders.

Das ganz große Plus eines Vereins ist die Möglichkeit des Zusammenspiels, die sozusagen von Anfang an frei Haus mitgeliefert wird und klares Ziel von Beginn an ist. Im Rahmen des „Mitspielens“ überwindet man viele Hürden relativ schnell, weil man eben irgendwie mitkommen muss. Viel später, als ich dann außerhalb dieses Vereinslebens Schüler unterrichtet habe (privat oder an Musikschulen), habe ich oft festgestellt, dass eine Bindung an das Instrument und eine Begeisterung für das Musizieren, auch über die Pubertät hinaus, ohne dieses gemeinsame Musizieren schwer zu erzielen ist.

In meinem Fall war da erst der Verein und später auch die Musikschule mit Ensembles und vielen Freunden, die ich durch diese Ensembles kennengelernt hatte. Und schon nach relativ wenig Jahren konnte und wollte ich mir ein Leben ohne die Flöte eigentlich nicht mehr vorstellen. Ursprünglich war da auch der Wunsch, das beruflich zu machen, den ich aber dann nicht weiter verfolgt habe. Die erste Krise kam dann erst während meines Ingenieur-Studiums, als mir eine Zielsetzung fehlte. Darüber konnte mir aber ein neuer Lehrer und meine erste Gelegenheit zum Spielen im Sinfonieorchester weghelfen. Und so hat die Beziehung zur Flöte alle anderen überlebt und überflügelt, wie auch diese Webpräsenz wohl zeigt.

Wie sieht es nun mit den Nachteilen aus? Die lassen sich natürlich nicht ganz von der Hand weisen. Auch wenn ich heute nicht mehr auf dem Laufenden bezüglich des Niveaus in durchschnittlichen Vereinen bin. Ich spreche also zunächst von meiner Zeit. Damals wurde in vielen Blaskapellen nicht gestimmt. Der Begriff „Intonation“ begegnete mir erst Jahre später. Häufig hat man als Flöte innerhalb eines Blasorchesters auch kaum Chancen jemals wirklich gehört zu werden. Oder aber da sitzen 7 Flöten und spielen alle gleichzeitig und vollkommen unsauber. Als Flöte im Blasorchester hatte man so häufig einen relativ undankbaren Job. Was war das für ein Schock in der ersten Probe mit einem Sinfonieorchester, wo man plötzlich JEDEN Ton hören konnte. Erst schockierend und dann nur noch motivierend und begeisternd.

Seit letztem Jahr mache ich nun auch wieder Blasmusik. Im Kreisorchester zunächst des Siegburger Kreisverbands und heute des Erftkreises (aufgrund von Streitigkeiten, ein weiterer Nachteil des Vereinslebens und der dortigen Strukturen). Dieses Projektorchester hat den riesigen Vorteil von sehr guten Dirigenten (Musiker aus dem Gürzenich) und dazu sehr motivierte Mitmusiker, die ihre Wochenenden opfern. Zeitweise ist es dennoch entsetzlich laut und beinahe brachial und dann gehe ich auch sehr gerne wieder in eine kleine, ruhige Quintettprobe. Und natürlich ist das kammermusikalische Spiel auch eine ganz andere Disziplin, die ich heiß und innig liebe.

Das Spiel nach Dirigat bietet aber auch viele Herausforderungen und das „Abgeben“ der Initiative an den da vorne und das sich „daraufeinlassen“ ist auch manchmal eine ganz eigene Aufgabe. Wichtig ist nur, den Unterschied zu verstehen und zu leben. So erinnere ich mich an einen Flötennachbarn im Orchester, der mir ins Ohr sagte: „Das Tempo ist doch viel zu langsam, spiel doch einfach mal schneller“… irgendwas hatte der an der Aufgabenverteilung zwischen Orchester und Dirigent noch nicht verstanden…..

Da ich in den letzten Jahren bei meinen Nichten und Neffen (Schlagzeug und Marimbaphon, Posaune und Horn) sehe, dass die Vereine heute sogar bei den Kleinen schon mit Grundlagen der Gehörbildung anfangen und die Verbindung mit der Musikschule heute fast eine Selbstverständlichkeit ist (früher noch Konkurrenz und „akademisches“ Feindbild), denke ich, dass ganz klar die Vorteile über die Nachteile gesiegt haben. Das Repertoire und die Dirigenten sind heute deutlich besser ausgebildet.

Eine echte Empfehlung also an alle, die ein Instrument lernen wollen oder ein Kind haben, dass das möchte. Geht in Vereine! Musik ist ein Gemeinschaftsprojekt!

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