Gestern war es soweit, das erste Konzert unseres Gemeinschaftsabos in der Kölner Philharmonie. Als Auftakt kam schon vor gut zwei Wochen ein Brief, dass aufgrund von Erkrankungen der Dirigent und der Solist ersetzt werden müssten und daher auch ein anderes Programm gespielt würde. Und was für eines!

Als Dirigent konnte Sakari Oramo gewonnen werden, den Klavierpart übernahm Francesco Piemontesi.

Und was war der Programmwechsel für eine Freude. Ligeti wäre uns sonst entgangen und der war einfach zu schön. An den Flöten vielen auf: Natalie Schwaabe mit wunderschönen Solostellen am Piccolo in der ersten Konzerthälfte. Die Soloflöte übernahme Henrik Wiese.

Beide spielten in einem insgesamt sehr überzeugenden Bläsersatz mit sehr vielen wunderbaren solistischen Momenten. Insgesamt brillierte das Orchester. Die erste Hälfte des Programms zeichnete sich durch viel Witz und eine Vielfalt von Klangfarben aus. Sehr, sehr schön und ein echter Muntermacher.

Dass der Dirigent „nur“ Vertretung war, war nicht zu bemerken. Einfach perfekt, wie ich fand.

Von unseren hohen Plätzen aus (Block I) empfand ich den Körpereinsatz im Gebläse manchmal als etwas übertrieben, der Ausdruck versöhnte aber, wenn also soviel Action erforderlich ist…. dann bitte weiter so. Herr Wiese war in unserer Ecke an einigen Stellen schon fast zu dominant, die Flöte strahlte ganz vom Restklang separiert durch den Saal.

Das Klavierkonzert im zweiten Teil konnte mich persönlich nicht mehr so begeistern wie Teil eins, aber das kann auch daran gelegen haben, dass ich sehr, sehr müde war. Beethoven vertritt eben auch einen ganz anderen Orchesterstil und die von mir geliebten Bläser-Highlights sind da natürlich in einem Klavierkonzert nicht zu finden.

Alles in allem aber ein sehr gelungener Auftakt der Konzertreihe des Deutschlandfunks, der durch die leicht verlängerte Pause auch sehr entspannt begangen werden konnte. Vielen Dank an alle Mitwirkenden!