Alte Liebe und neues Glück

Schon vier Jahre…. wie die Zeit vergeht. Schon vier Jahre habe ich meine „neue“ Flöte. Und sie wird wohl für alle Ewigkeit die „neue“ bleiben. Das kommt daher, dass da ja noch die „alte“ ist. Ich habe sie behalten. Ich konnte und kann mich nicht trennen. Ich hatte ihr eigentlich ja „ewige Treue“ geschworen. Und als ich nun kürzlich mit Verwunderung festgestellt habe, dass meine „neue“ eben schon gar nicht mehr neu ist, da war sie fällig für eine Überholung. Naja… und da habe ich notgedrungen auf mein altes Schätzchen zurückgegriffen. Mit leicht schlechtem Gewissen ob der Untreue, mit ein wenig Grauen, wie das denn gehen mag und mit viel Verwunderung, wie schnell man doch ein Instrument als fremd empfindet.
Inzwischen ist die alte wieder im Schrank verstaut und die neue, die jetzt auch wieder ihrem Namen entsprechend aussieht und spielt, ist wieder in Gebrauch.
Aber bei aller Liebe für das gute Stück, auch mein altes Schätzchen hatte seine Vorteile und es hat mich nachdenklich gestimmt, die Unterschiede mal wieder zu spüren.
Für alle, die demnächst ein Instrument kaufen wollen ein paar Details zu den Unterschieden. Mein aktuelles Instrument hat einen absolut fetten, runden Sound und ermöglicht sehr lautes Spiel. Sie hat Ringklappen und ist deutlich dickwandiger als meine alte. Dafür ist die alte natürlich sehr leicht, benötigt deutlich weniger Luft und kann sehr leise gespielt werden. Die Klappen sind dabei geschlossen. Die Kopfstücke sind natürlich auch sehr unterschiedlich und ich denke, der Kopf der alten (von Mancke) ist etwas großzügiger, das heißt er erlaubt etwas ungenaueres Spiel, habe ich den Eindruck. Das verringert das Risiko von nicht ansprechenden Tönen. Alles in allem ist aufgrund des Alters von über 40 Jahren die alte Flöte in der Intonation stressiger, die neue benötigt dafür mehr Luft und Kondition. Jede hat also ihre Vorteile und so finde ich mich manchmal auch bei Gedanken über andere Köpfe etc. wieder. Eigentlich befürchte ich aber, dass ich den so geliebten Klang des aktuellen Instruments einfach mit mehr Luft und guter Kondition bezahlen muss und der Sound eben nicht ohne Arbeit zu haben ist.
Eine Empfehlung möchte ich aber noch loswerden. Die Überholung hat prima geklappt, der Endpreis lag gute 100 Euro unter dem Voranschlag und das finde ich wirklich sehr anständig. Die gute Adresse war Christoph Siewers in Köln.

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