blog-FLOETE

Der Blog zu flutepage.de

Durchsuche Beiträge mit Schlagwörtern Alltag und Musik

Musik bei der Arbeit

5 Kommentare

Glücklicherweise habe ich ein Einzelbüro. Nach über 10 Jahren Berufstätigkeit habe ich gelernt, dass Musik hören bei der Arbeit mich beruhigt. Das heißt jetzt nicht, dass ich früher immer wie ein HB-Männchen durch die Flure getobt bin. Aber Stress oder Ärger mit Kollegen kann mich nicht mehr so runterziehen wir früher. Und alles nur, weil ich während der Arbeit leise klassische Musik höre. Bei mir funktioniert das hervorragend. Bei Telefonaten stelle ich natürlich kurz ab und gelegentlich drehe ich auch mal noch leiser (ist normalerweise schon relativ leise gestellt). Aber manchmal drehe ich auch lauter, weil irgendetwas mich einfach besonders anspricht.

Der Nachteil? Es geht ins Geld. Immer wieder bleibe ich an irgendwelchen Stücken „hängen“, stelle lauter und gucke nach, was ich da eigentlich gerade höre. Und meist führt das dazu, dass ich Noten kaufe. Nie kannte ich meine CD-Sammlung so gut wie jetzt. Selten fühle ich mich in der Konzentration gestört dadurch. Ich bin sogar sicher, dass meine Gesundheit dadurch verbessert wird. Blutdruckspitzen und Schlafstörungen werden weniger, wenn man nicht mehr so unter Anspannung gerät.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich manchmal schon mit sehr viel Übelust heimkomme, weil ich irgendwas gehört habe und es mich in den Fingern juckt, jetzt auch selbst mal zu spielen. Schön ist es auch, Stücke, die man gerade selbst übt, zu hören. So kann der Arbeitszeit noch ein Lerneffekt abgetrotzt werden. Manchmal allerdings wird die Sehnsucht auch ein bisschen zu groß und ich verfluche die Tatsache, dass es bis zum Feierabend noch Stunden sind und ich nicht sofort zur Flöte greifen kann…… Alles in allem aber für alle, denen es der Job erlaubt wirklich sehr zu empfehlen!

Ja, auch das gibt es. Und leider viel zu häufig. Da ich glücklicherweise ein sparsames Auto besitze und auch noch wenig fahre, muss ich nur alle Schaltjahr mal tanken. Aber letzten Samstag war es wieder so weit. Da bin ich also in Marsdorf beim Globus an die Zapfsäule gefahren und wollte am Selbstbedienungsterminal mit Kreditkarte tanken. Und, o Freude, ein neues Gerät. Ich, meines Zeichens ein Freund moderner Technik, hatte also Extraspass beim Tanken. Das neue Dingens hat nicht nur funktioniert, es hat auch mit freundlicher, weiblicher Stimme zu mir gesprochen (bloss, statt zu sagen, was man tun soll, sagt sie nur: „Bitte beachten Sie das Display“. Was für ein Schwachsinn). Naja, so weit so gut. Doch dann packte mich das Entsetzen, sofort nachdem die freundliche und hilfsbereite Dame verstummt war, fängt das Dingen doch an, Musik zu dudeln. Beim Tanken! Das war dann irgendwie der Tiefpunkt dieser Dauer-Bedudelungstaktik. Schnulzenmusik an der Zapfsäule, dann bitte lieber den Sprit zwei Cent teurer. Wer kommt denn auf so was?

Ähnlich überflüssig bis unangenehm empfinde ich die Meditationsakustiksülze in den Autobahntoiletten. Aua! Wenn schon Musik, dann bitte an diesen Orten so laut, dass es die Verdauungsgeräusche des Nachbarn übertönt.

An Warteschleifenmusik aus dem Telefon hat man sich ja inzwischen gewöhnt. Erfreulich ist da zu vermerken, dass inzwischen auch „echte“ Musik und nicht immer nur Midi-Sounds aus dem Hörer kommen. Man fragt sich nur, was Vivaldi der Telekommunikationsbranche angetan hat, dass dessen Vier Jahreszeiten so beliebt sind (vermutlich, weil keine GEMA mehr fällig wird?).

Ganz entsetzlich ist die Warteschleifenmusik bei Vodafone, die brüllt so laut, dass es zerrt. Ein entsetzlicher Sound und das schon seit Jahren, Gehörschäden vorprogrammiert.

Abgerundet wird das Bild durch die freundlichen Autofahrer, die mit ihrer Musik die ganze Stadt beschallen. Ein Wunder, dass so ein Polo bei den Vibrationen überhaupt noch fährt und nicht hüpft.

Manchmal ist weniger einfach mehr. Und die Sprudelwerbung, bei der eine Phrase aus dem Flöte-Harfe-Konzert von Mozart in Endlosschleife im Hintergrund lief, die konnte einen auch wahnsinnig machen.

Ich freu mich schon auf den November, dann läuft in jedem Kaufhaus im Rheinland in der Ecke, wo die billigen Kostüme verschachert werden, wieder Karnevalsmugge….. uff.

In meinem Haus lebt eine junge Frau, die bereits nach zwei gespielten Tönen die Treppe heraufstürmt und klingelt. Und dann in den unfreundlichsten Worten auf ein Ende des Übens hinwirkt. Ungelogen, man fragt sich, wie schnell die die Treppe geht, dass sie so unmittelbar nach dem ersten Pup bereits klingeln kann. Obwohl ich derzeit selten länger als eine halbe Stunde am Tag spiele (ich hoffe, das liest jetzt weder mein Lehrer noch sonstige Leute, die denken, ich wäre im Sinne gemeinsamer musikalischer Ambitionen fleissiger), scheint es nicht möglich, das zu ertragen. Ich spiele keinesfalls nur Tonleitern oder neue Musik oder schreckliche Tonübungen. Da ich ohnehin schon sehr sensibilisiert bin, besteht ein gut Teil der Zeit tatsächlich aus Musik: Mozart, Haydn und andere verträgliche Geschichten.

Vor unserem Haus ist eine Ampel, mitten in Köln mit derzeit unfassbar langen Schlangen von Autos. Bei ca. jedem fünften dröhnt Musik aus dem Cockpit, von Hiphop, Heavymetal und Schlager bis hin zu arabischen Tönen. Dazu kommt das obligatorische Hupen und Bremsenquietschen. Am Wochenende wird das ergänzt durch das Sirenengeheul der Richtung Autobahn ausfahrenden Rettungsfahrzeuge . Hinter dem Haus befindet sich ein gut frequentierter Kinderspielplatz, auf dem glücklicherweise auch noch richtig geschrien werden kann und darf. Und neben an wohnen vornehmlich partyfreudige Studenten. All diese Störgeräusche werden hingenommen, aber drei Flötentöne mag man nicht ertragen. Richtig verstehen kann ich das nicht.

Der Nachbar meiner Eltern, mein späterer Physiklehrer, spielte Flügel. Ich kann mich gut erinnern, dass ich häufig beim Lernen das Fenster geöffnet habe, wenn ich gehört habe, dass er übt. Das ist einfach schön! Ich verstehe ja, dass das nicht jedem zwingend gefallen muss. Aber es gibt ein Recht, zu üben, wenn man sich an die Zeiten hält und die Fenster schließt. Abgesehen von der Rechtmässigkeit des Übens sollte es auch so was wie Toleranz geben. Aber vermutlich ist das out.

Was ist der Lösungsansatz? Wir wollen ein freistehendes Haus kaufen. Und was passiert? Der Makler betuppt uns. Bzw. eigentlich hat er die Verkäufer angelogen. Wir hatten schon die Finanzierungsbestätigung an ihn weitergeleitet und dann wird die abschließende Besichtigung abgesagt weil eine Reservierung vorliegt. Den Verkäufern hatte er mitgeteilt, wir hätten kein Interesse mehr, hätten uns nicht mehr gemeldet und seien auch telefonisch nicht erreichbar. Dabei hatten wir für den Tag nach der Reservierung ja einen Termin vereinbart. Schon seltsam wie das wohl ohne Interesse und ohne Kommunikation ging?

Die Verkäufer hätten jedenfalls letzten Donnerstag abend sich mit uns für den Notar verabreden können und haben jetzt stattdessen eine Reservierung an der der Makler für den Fall, dass der Käufer das Geld nicht bekommt oder es sich noch anders überlegt, ca. 800 Euro verdient. Die absagende Dame des Immobilienbüros hatte noch so schön gesagt: „Die Reservierung läuft bis zum ????, wenn das dann nicht geklappt hat, würde ich mich gerne wieder bei Ihnen melden.“ Klar, dass ich das Geld bekomme, wissen sie ja und…. schwuppdiwupp verdient der Makler 110% Provision am Häuschen…. so einfach kann es gehen….

Warum also, wollte der Makler nicht an unser verkaufen? Ich kann nur vermuten, dass wir zu „schwierig“ waren: Wir hatten uns auf das unseriös erscheinende Angebot einer kostenpflichtigen Reservierung nicht eingelassen und auch noch Fragen zur Preisbildung gestellt… böse, böse. Menschen, die Fragen stellen, bevor sie sich bis zum Ende ihrer Tage verschulden werden von Maklern nicht gern gesehen. Der besagte Makler hatte seine Verkäufer auch nicht informiert, dass der Energiepass schon einige Zeit vorgeschrieben („ernsthaften Interessenten unaufgefordert vorzulegen“) ist. Auch das ist eine Ordnungswidrigkeit. Aber Makler darf sich ja leider jeder nennen. Vielleicht hat die Übereinstimmung in der Anfangssilbe mit „Mafia“ ja tieferliegende Gründe oder ist ethymologisch begründet?

Und die Moral von der Geschicht: Wen jemand im größeren Umfeld von Köln (soll heißen: Leverkusen, Pulheim, Frechen, Erfstadt, Porz oder so) ein freistehendes Haus mit über 100m² Wohnfläche verkaufen möchte. OHNE Makler! Dann möge er sich doch melden, falls der gewünschte Preis nicht über 250.000 Euro liegt. Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Switch to our mobile site

%d Bloggern gefällt das: