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Einen würdigen Jahresausklang bietet die protestantische Kirche in Kirchheim an der Weinstraße mit einem Konzert für Flöte und Orgel. Die Musiker sind Tatjana Ruhland vom SWR Orchester in Stuttgart und Christian Schmitt (ECHO Preisträger an der Orgel). Los geht es am 29. Dezember 2013 um 15 Uhr in der Protestantischen Kirche in Kirchheim an der Weinstraße, der Eintritt ist frei.

Am 6. Februar 2014 um 20.30 Uhr ist im Konzertsaal der HfK Bremen das Diplomkonzert der Flötistin Lydia An, Studierende bei Susanne Meier, zu hören. Der Eintritt ist frei.

Andrea Lieberknecht gibt am 8. und 9. Februar 2014 in Schloss Nymphenburg einen Meisterkurs für Flöte. Zielgruppe sind Studenten und Flötisten, die beabsichtigen zu studieren. Für die aktive Teilnahme ist daher ein Lebenslauf erforderlich. Der Kurs wird mit einem Konzert am 7. Februar 2014 um 19 Uhr eröffnet. Für Mitglieder des Deutschen Tonkünstlerverbandes und der DGfF ist die Teilnahme ebenso  ermässigt wie für Schüler und Studenten. Aktive Teilnahme kostet zum vollen Preis 230 Euro, passive Teilnahme 120 Euro. Es sind auch Tageskarten erhältlich.

In der wahrlich exotischen Besetzung Flöte und Tuba ist am 23. Februar 2014 um 16 Uhr in der St. Jürgen Kapelle in Lübeck ein Konzert zu hören. Johanna Rabe und Albrecht Buttman spielen Eigenbearbeitungen.

Für alle, die lange im Voraus planen: am 23. August 2014 spielen um 18 Uhr Marianne Keller (Flöte), Lubomir Maly (Bratsche) und Milan Zelenka (Gitarre) in wechselnden Besetzungen. Der Eintritt kostet 19 Euro, das Konzert findet unter freiem Himmel im historischen Pfarrhof Wurz statt.

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Zunächst ein Termin in eigener Sache. Am 14. Dezember 2013 um 15 Uhr startet eine kleine Adventsmusik für Flöte (ich) und Klavier (Roswitha Buchheim) im DRK Zentrum plus Reisholz/ Hassels Nord in Düsseldorf. Der Eintritt ist frei und geboten wird ernsteres von Fauré, Bach und Mozart sowie unterhaltsameres von Joplin, Andersen oder Kreisler.

Zuvor eröffnet das Trio Vacanza am 1. Advent (1. Dezember 2013) mit Werken französischer und russischer Komponisten in der Besetzung zwei Querflöten und Harfe. Los geht’s im Palais Rastede um 18 Uhr, der Eintritt kostet 12 bzw. 14 Euro.

Am 5. Dezember 2013 findet bei PPC-Music in Hannover um 19 Uhr ein LehrerInnenkaffee statt, bei dem die bekannte Flötenschulen-Autorin Gisler-Haase Unterrichtsmethoden für junge Schüler ab 5 Jahre erläutert. Gesponsert von Jupiter, deren Schüler-Flöte mit dem „blub“, die Loop-Flöte (Patent von Azumi übernommen), vorgestellt wird.

Im neuen Jahr ist am 2. Februar 2014 Emmanuel Pahud zusammen mit der Kammerakademie Potsdam und Trevor Pinnock in München zu hören. Im Herkulessaal der Residenz erklingen ab 20 Uhr Werke von Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel. Karten sind ab 28 Euro erhältlich, das Konzert nach meiner Erfahrung sehr zu empfehlen.

Das Kurpfälzische Kammerorchester konzertiert am 17. März 2014 mit der Flötistin Magali Mosnier im Onoldiasaal im bayerischen Ansbach. Die Gewinnerin des ARD-Wettbewerbs im Jahr 2004 gibt Werke von Bach Vater und Sohn sowie vom libanesischen Komponisten Houtaf Khoury. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Karten gibt es ab 11 Euro.

Gleich drei Flöten auf einen Schlag gibt es am 10. August 2013 um 17 Uhr in der Dorfkirche Prädikow zu hören.  Das Trio nennt sich „Trio Giocoso“ und spielt unter anderem die bekannten Forellen-Variationen von Sefton Cottom. Konzertbesucher können schon ab 16 Uhr zu Kaffee und Kuchen kommen und im Anschluss gibt es leckeres vom Grill. Um Spenden wird gebeten.

Im Römisch-Germanischen Museum in Köln ist noch bis zum 2. November 2013 eine Ausstellung über die Musik der Römer im 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus zu sehen. Das schließt Abbildung vom Musizieren ebenso ein wie den funktionierenden Nachbau einer wasserbetriebenen Orgel.

Die Internationale Sommerakademie für Musik auf Schloss Beuggen bei Rheinfelden dauert dieses Jahr erstmalig zwei Wochen. Für Flöte konnte als Dozentin Wally Hase gewonnen werden. Am 10. und 11. August geben die Dozenten ein Konzert im Schloss, an den Wochenenden 7./8. und 14./15. spielen die Kursteilnehmer Kammermusik, die erarbeitet wurde. Die Dozentenkonzerte Samstags sowie alle Kammermusikkonzerte beginnen jeweils um 19.30 Uhr, die Sonntagsveranstaltungen bereits um 17 Uhr.

Am 16. August 2013 um 19.30 Uhr gibt es in der Lutherkirche in Delmenhorst mit dem Sigandor Holzbläserquintett, bestehend aus diversen Orchestermusikern Süddeutschlands, einen echten musikalischen Leckerbissen zu genießen.  Für 15 Euro Eintrittspreis werden Werke von Reicha, Vivaldi, Mozart, Janacek und Fazil Say zu Gehör gebracht.

Nachtrag: hier gibt es weitere Konzerte in Brandenburg.

Diesmal ist es ein ganz persönlicher Nachruf. Herrn Niehaus, Komponist, Regisseur und ehemaliger Redakteur des WDR,  habe ich persönlich gekannt. Das macht das Schreiben irgendwie leichter und schwerer zugleich.

Irgendwann um den Beginn dieses Jahrtausends habe ich angefangen, beim Ehrenfelder Kammerorchester mitzuspielen. Das war und ist ein kleines der Kirche angeschlossenes Orchester mit damals recht hohem Durchschnittsalter, geleitet vom Kantor. Bläser gab es da damals kaum (außer mir nur noch eine Oboe). Unter den Bratschen saß ein älterer Herr, der immer für geselliges Zusammensein zu haben war. Den Namen Niehaus habe ich damals auch recht schnell aufgeschnappt, der sagte mir aber nix. Und dann haben wir irgendwann ein Stück gespielt, auf dem als Komponist auch Niehaus stand. Da war ich verwundert und konnte es noch nicht so recht einordnen.

Etwa um die gleiche Zeit habe ich die Webseite des Ensemble Contrasts (gibt es wohl in der Form nicht mehr) gepflegt. Die bestanden hauptsächlich aus Musikern des WDR-Sinfonieorchesters, aktuellen und ehemaligen. Ich war dann oft bein Konzerten und tippte auch viele Texte zu den Programmen und Werken ab, darunter war auch ein ganzes Konzert zum Thema Gruppe 8. Da war ich dann schon recht beeindruckt, dem Namen Niehaus schon wieder zu begegnen.

Über die Jahre ergab sich bei Orchesterfeiern, Nach-Proben-Kneipengängen und Geburtstagen viel Gelegenheit, die zahllosen bunten Anekdoten von Manfred Niehaus zu hören, in denen er die Begegnungen mit vielen illustren Gestalten der Neuen Musik von Glass bis Cage und vielen weiteren erzählte. Das war stets unterhaltsam und ich kam aus dem Staunen gar nicht raus.

Als wir dann in den Bläsern im Orchester voll besetzt waren und immer, wenn im Tutti nix zu tun war, Kammermusik spielen wollten, steuerte Manfred auch extra für uns geschriebene Werke bei. Vor ca. fünf Jahren hatte ich dann auch das Glück, dass er für meine damals nagelneue Altflöte, die ich mir zugelegt hatte und nun auch unbedingt benutzen wollte, einige Stücke schrieb. Wir führten die Werke bei seinen Hauskonzerten auf, wo man auch immer auf interessante Menschen treffen konnte. Bei diesen Gelegenheiten durften aber auch andere Komponisten ihre Werke vorstellen, so dass wir die Gelegenheit bekamen, die Flötensonatine von Thomas Pehlken dort aufzuführen. Ich war oft überrascht, in welch kurzer Zeit Manfred sozusagen auf Zuruf originelle Werke für eine bestimmte Gelegenheit oder Besetzung schuf, teilweise auch unter Synonym (z. B. Hanns Hermann Blatt). Eine echte Spezialität ist die Vertonung skurriler und witziger Texte. Dank Manfred kann ich auch sagen, dass Altflöte und Gesang (Bariton) eine zauberhafte Kombination ist, so ganz ohne Begleitung.

Als wir mit unserem Quintett keinen Probenraum fanden, bot er uns an, in seinem Studio mitten in Ehrenfeld zu spielen. Auch hier zeigte sich wieder die Großzügigkeit und Freundlichkeit Manfreds.

Nachdem ich das Orchester verlassen hatte und er dann wohl auch nicht allzu lange danach, traf man sich nur noch sporadisch zufällig in einer Kneipe ums Eck.

Seine unkomplizierte, humorvolle Art, seine Geschichten und die Lebensfreude trotz der jahrelangen Erkrankung, die ihn Bewegungstechnisch sehr einschränkte (ich kannte Ihn nur mit Bratschenkasten am Rollator hängend), das alles hat ihn ausgezeichnet. Köln hat ein Original verloren, die Kölner Musikszene einen engagierten alten Hasen, der sich auch intensiv der Laienmusik gewidmet hat und nie durch irgendeine Art von Statuswahrung oder Dünkel die Bodenhaftung verloren hat, eher im Gegenteil (das beweist seine jahrelange Mitwirkung in unserem Orchester). Mein Mitgefühl gilt seiner Frau, die ich immer sehr sympathisch fand. Ich werde mich erst daran gewöhnen müssen, hier im Veedel nicht mehr nach ihm Ausschau zu halten. Tschöö Manfred, es freut mich sehr, dass ich Gelegenheit hatte, mit Dir zu musizieren.

Morgen, Donnerstag den 28.2.2013 wird auf WDR 3 um 22.00 Uhr in „Szene NRW“ eine Würdigung Manfred Niehaus‘  ausgestrahlt.

Robert Muczynski: Fragments, hier der erste Satz. Die anderen sind genauso empfehlenswert

University of Akron student flute/clarinet/bassoon wind trio playing Robert Muczynski’s Fragments. L

Musik im Hirn

2 Kommentare

Der Titel ist diesmal ganz wörtlich gemeint. Aktuell lese ich einen dicken Schinken  von Manfred Spitzer „Musik im Kopf“, der natürlich hier noch ausführlich besprochen wird, sobald ich durch bin. Weil aber bei den Besprechungen immer gar nicht genug Platz ist, um den Inhalt wirklich zu würdigen, will ich jetzt schon mal ein paar von den Dingen, die ich besonders faszinierend finde, hier versuchen darzustellen. Ein bisschen was aus dem Buch ist auch schon auf den Seiten zur Physik des Flötenspiels und zu den Obertönen zu finden.

Aktuell lese ich das Kapitel über die Lokalisierung von musikverarbeitenden Bereichen des Gehirns und über die Auswirkung des Musizierens auf die Gehirnstrukturen. Das ist ja ein beliebtes Thema, vom Mozart-Effekt bis zum Wunderkind aufgrund des Musizierens. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft bei der Analyse der Hirntätigkeit durch die neuen bildgebenden Verfahren zusammen mit der aktuellen computergestützten Auswertetechnik unglaubliche Fortschritte gemacht.

Die Verarbeitung von Musik im Gehirn muss ja sehr viele Schritte gehen. Erst mal sind die Signale aus dem Ohr überhaupt aufzunehmen und in einer höheren Ebene dann in musikalische Zusammenhänge zu setzen. Was ich damit meine, versteht jeder, der sich daran erinnert, wie er vielleicht zum ersten Mal etwas komplizierter strukturierte Werke gehört hat. Ich konnte zum Beispiel in der Mittelstufe kaum Mahler oder Bruckner ertragen, weil es für mich nur laut und erdrückend war. Heute liebe ich beide…. heute erkenne ich auch die Strukturen und Zusammenhänge. Das macht mein Gehirn. Das meine ich also mit Weiterverarbeitung. Dafür spielt natürlich das Gedächtnis eine Rolle (Wiedererkennen oder auch einfach nur bei einem Ton noch wissen, dass zuvor die Quinte dazu erklang, um daran zu merken, dass es ein konsonantes Intervall ist).

In der Musik treffen sich die Sprachverarbeitung (beim Singen), das reine Hören, das motorische Lernen (zum Instrumentspielen), das Lernen von Zusammenhängen (Musikgeschichte, Musiktheorie), Gefühle beim Hören…. kurz eigentlich fast alles, was das Menschsein so ausmacht. Dementsprechend ist die Verarbeitung von Musik auch ziemlich weit im Gehirn verteilt. Ein bisschen da und ein bisschen dort…. Beeinflusst wird die Ausbildung der Verarbeitungszentren sowohl von der Art des Musikumgangs (mehr intellektuell, eher gefühlsmäßig, viel Hören, viel Spielen, Unterricht mit Worten oder Unterricht durch Vorspielen….) wie auch durch die Intensität und den Zeitraum in dem die Auseinandersetzung stattfindet. Bei Kindern, die schon im Alter unter 9 Jahren mit dem Musikmachen begonnen haben, bewirkt das sogar eine Vergrößerung der Bereiche, die Töne verarbeiten, auf relativ unterer Ebene.

Wie ich schon im Zusammenhang mit einer früheren Lektüre  gelernt habe, ist es zum Beispiel möglich, dass Menschen, die aufgrund einer Hirnschädigung nicht mehr sprechen können, sehr wohl Lieder mit Text deutlich singen können. Ähnlich wie Aphasie, bei der das Gehirn die Sprachverarbeitung trotz vorhandenem Hörvermögen, nicht mehr leisten kann, gibt es Amusie. Das heißt, dass das Gehirn die musikalischen Zusammenhänge nicht mehr herstellen kann. Das bedeutet, Musik machen und auch Musik hören sind nicht mehr richtig möglich (je nach Ausprägung jeweils mehr oder weniger). Das ist eine Horrorvorstellung. Ravel litt ab 1933 an diesem Problem, der Arme. Untersucht ist das Phänomen noch nicht so gut wie die Sprachproblematik, da diese ja viel offensichtlicher und auch behindernder ist.

Die bei Sprache etwas einheitlicher erscheinende Repräsentanz im Gehirn wird vom Autor übrigens auch auf die bei allen Menschen sehr ähnliche Form des Spracherwerbs zurückgeführt. Die Bekanntschaft mit Musik dagegen gestaltet sich ja bei jedem Kind individuell sehr verschieden (Vorsingen von Liedern durch die Eltern, Radio und/oder Musik hören zuhause, Instrument lernen, im Chor singen etc.).

Weiterhin eines meiner Lieblingsthemen und sehr spannend….

 

 

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