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Das Rundfunksinfonieorchester Berlin sucht eine zweite Flöte mit Verpflichtung zum Piccolo. Es handelt sich um eine halbe Stelle, die detaillierten Randbedingungen für die Bewerbung finden sich bei Vioworld.

Am 4. Mai 2013 um 17.30 Uhr startet in der Almodo Bar in Zug (Schweiz) ein entspanntes Konzert mit Werken von Fauré, Chopin, Friedrich dem Großen, Saint-Saens, Ibert und anderen. Eintritt ist frei, es spielen Magdalena Zimmerer (Harfe) und Franziska Kannewischer-Fisch (Querflöte).

In der Konzertreihe Verler Vier Jahreszeiten wird der Frühling passenderweise von der Besetzung Flöte und Harfe repräsentiert. Am 5. Mai 2013 um 19.30 Uhr spielen Katharina Engelke (Flöte) und Hanna Rabe (Harfe) das Doppelkonzert von Mozart. Neben einem weiteren Werk von Mozart wird auch neue Musik gegeben. Das Konzert findet in der Pfarrkirche St. Maria Immaculata in Kaunitz statt.

An der HfK Bremen kann man am 29. Juni 2013 um 20.00 Uhr dem Diplomkonzert von Johanna Preuß beiwohnen. Der Eintritt ist frei (um Daumen Drücken wird gebeten).

Zur Abrundung gibt es auch noch eine Kurs-Ankündigung: Gaby Pas-van Riet gibt vom 1.-9. August 2013 einen Meisterkurs in der Grundschule Oberstdorf. Anmelden muss man sich bis zum 4. Juni 2013. Der Kurs ist Teil des Oberstdorfer Musiksommers.

Bei dem vor mir liegenden Band handelt es sich um ein Buch aus dem Antiquariat. Der Band „Händel“ ist eine Ausgabe aus der Reihe „Berühmte Musiker – Lebens- und Charakterbilder nebst Einführung in die Werke der Meister“. Es ist die zweite Auflage des Buchs und erschien 1906 in der schlesischen Verlagsanstalt. Der Autor ist Fritz Volbach, einen Dirigenten, Komponisten und Musikwissenschaftler, der 1940 verstarb.

Das Buch, etwas größer als DIN A 5 und in dunkelrot mit Goldprägung gebunden, umfasst etwas weniger als 100 Seiten und ist sehr liebevoll gemacht. Die Darstellungen enthalten viele Stiche, Notenbeispiele und sogar Faksimiles von Handschriften Händels (Notenauszug und Testament). Im Anhang findet sich ein Werkverzeichnis, die zitierten Quellen und Bühnenpläne von Händel-Aufführungen um die Jahrhundertwende zwischen neunzehntem und zwanzigstem Jahrhundert.

Die Biographie ist aufgeteilt in folgende Kapitel:

  • Händels Abstammung
  • Die Kinderzeit
  • Lehrjahre
  • Händel in Hamburg
  • Händel in Italien
  • Händel in London
  • Oper und Oratorium
  • Lebenskämpfe
  • Der Lebensabend.

Neben den direkten Informationen zu Händel und seinen Werken, fand ich insbesondere die Einblicke in die Zeit- und Musikgeschichte und deren Wechselwirkung auf den Lebensweg Händels spannend. Zusätzlich bietet dieses hundert Jahre alte Schätzchen auch ein paar Hinweise auf den Umgang mit Händels Musik um 1900. Die Sprache darf man natürlich auch nicht vergessen, es ist kaum zu glauben, wie viel 100 Jahre an einer gelebten Sprache ausrichten, aber dazu später noch mehr.

Händel selbst bleibt ohne menschliches Profil, die Beschreibung seines Weges ist nicht so gefasst, dass man sich ein Bild seines Charakters oder persönlicher Eigenschaften machen könnte (abgesehen von seinem offensichtlichen Arbeitseifer).  Die Darstellungen sind sozusagen eher unpersönlich und distanziert. Auffallend ist die tendenziell verherrlichende Formulierung, die heute so wohl nicht mehr zeitgemäß wäre. Hier ein paar Zitate:

„Vor allem aber war es sein eigenes geniales Gefühl, welches ihn die UNzulänglichkeit der bisherigen Form der Oper fühlen liess und ihn in neue Bahnen zwang.“

„Die Art, wie Händel hierbei verfährt, zeigt wieder einen neuen Zug seiner genialen Gestaltungskraft, die den Gegenstand stets von der richtigen Seite erfasst.“

Um solche Zitate zu finden, muss man einfach nur eine beliebige Seite aufschlagen, auf jeder einzelnen sind derartige Aussagen vorhanden.

Die Besonderheiten einzelner Werke werden immer wieder mit Notenbeispielen erläutert. Hierbei geht es praktisch ausschließlich um Opern und Oratorien, die Kammermusik spielt in dem Buch eigentlich keine Rolle. Somit ist auch Händels Umgang mit der Flöte in seinen Werken kein Thema, das auch nur gestreift würde.

Die neben Händel zweit wichtigste Figur in dieser Biographie ist der Musikwissenschaftler Friedrich Chrysander, der um 1900 zu einer Händel Renaissance in Deutschland beigetragen hat. Er war 1856 der Mitbegründer der Deutschen Händel Gesellschaft.  Er war der erste Herausgeber des Gesamtwerks Händels basierend auf systematischer Quellenforschung.  Seine Biographie Händels blieb unvollendet.

Volbach beschreibt, dass Chrysander Händels Werke für die erneute Aufführung gute hundert Jahre nach dem Tod des Komponisten bearbeitet hat. Seine Begeisterung für die Bearbeitung ist kaum weniger ausgeprägt als die für die Komposition selbst.

Zur Abrundung dieser Besprechung, als Appetizer oder einfach nur, um eine Vorstellung von dem Buch im Leser dieses Artikels zu ermöglichen, hier noch ein paar kurze Textausschnitte, die die Besonderheit der Sprache des Autors aus heutiger Sicht aufzeigen können:

„Während das Ohr sich den immer reicher hervorquellenden Tönen hingibt, ist für das Auge nicht minder gesorgt.“

„Kaum sind die Klänge des Te Deums verrauscht, so sehen wir den Meister bereits wieder ei einem neuen Werke.“

„Alle diese Unannehmlichkeiten, all dieser Aerger haben trotzdem nicht vermocht, auf Händels Schaffenskraft lähmend zu wirken.“

Alles in allem fand ich die Lektüre kurzweilig, wenn auch ungewohnt. Über Händels Biographie habe ich nicht sooooo viel neues gelernt, wohl aber über sein Werk. Besonders habe ich aber auch etwas über die Zeit um Neunzehnhundert gelernt. Und da ich alte Bücher, in ihrer Machart, der Sprache und mit der Liebe zum Detail, die man da sieht, sowieso total genial finde, hat sich für mich das Lesen in jedem Fall gelohnt.

Unter dem Titel „Flöte & mehr“ gibt die Flötenklasse von Prof. Norbert Girlinger der Anton Bruckner Privatuniversität ein Klassenvorspiel am 15. April 2013 um 19 Uhr in der Kirche Waldburg. Der Eintritt ist frei und zu hören gibt es Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach, Berio, Takemitsu, Ibert, Horn, Mozart und Piazzolla.

Die schweizer Flötistin Eva Oertle und der bulgarische Pianist Vesselin Stanev spielen am 19. April 2013 um 19.30 Uhr im Wiener Saal des Mozarteum Salzburg Werke von Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Chopin, Fikret Amirow und Carl Reinecke.  Der Eintritt für das Konzert unter dem Titel „Von Paris bis Baku“ kostet zwischen 12 und 28 Euro.

Die eher seltene Besetzung Flöte (Sandra Bauer), Oboe (Judith Gerdes) und Klavier (Berit von Sauter) spielt am 20. April 2013 um 17.00 Uhr das Trio Subeja Werke von Bach, Dring, Quantz und Delanoff in der Kulturkirche Luckau. Der Eintritt kostet 12 Euro:

Die Musikschule Thurtal-Seerücken ist Veranstalter eines Konzertes für Flöte (Yvonne Brühwiler) und Harfe (Julia Kreyenbühl-Gschwend) am 21. April 2013 um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Müllheim bei Frauenfeld in der Schweiz.

Claudia Wälder Jene (Flöte) und Manfred Roth (Gitarre) geben am 5. Mai 2013 um 17.00 Uhr im Kulturzentrum „Alte Mühle“ in Marpingen ein Konzert unter anderem mit Werken von Giuliani und Mozart. Der Eintritt kostet 10 Euro.

Am 5. Juli 2013 kann man in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Ising das Trio Silke Aichhorn (Harfe), Dejan Gavric (Flöte) und Philip Nickel (Bratsche) im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach zu hören.  Gespielt werden Werke von Vivaldi, Mozart, Debussy, Marais, Weber, Devienne, Demersseman und Valse. Der Eintritt kostet 21 Euro, los geht es um 20.00 Uhr.

Impulse…

1 Kommentar

…. was für ein vielseitiger Begriff. Abgesehen von der physikalischen Bedeutung des „Impulses“ wird der Begriff ja in vielerlei Zusammenhang verwendet: einem Impuls folgen, impulsiv, Impulse geben etc.

Mir hat sich dieses Wort seit ein paar Tagen im Kopf festgesetzt und zwar im Zusammenhang mit einem Kammermusikkurs, den ich letzte Woche besucht habe, quasi als dessen Quintessenz.

Zunächst mal in alt gewohnter Weise die Fakten: Ich war von Montag Abend bis einschließlich Samstag auf einem Kammermusikkurs der Werkgemeinschaft Musik in der Jugendbildungsstätte in Altenberg. Es handelte sich um einen reinen Bläserkurs für zwei Quintette. Dabei sollten von jedem Quintett ein Werk und von beiden Quintetten zusammen zwei Dezette erarbeitet werden, wobei die Stimmen zwischen beiden Dezetten jeweils getauscht wurden. Der Dozent war Peter Wuttke, Oboist (Barockoboe) aus Essen.

Dem Namen nach und vom Erzählen kenne ich den Kurs schon lange durch eine Freundin, die früher immer da war. Dieses Jahr bin ich da gelandet, weil mich eine Oboistin fragte, die ich von einem anderen Kurs im letzten Jahr kenne. Erstaunlicherweise fehlte tatsächlich eine Flöte zur vollen Besetzung. So was gibt es eigentlich gar nicht. Die einmalige Chance ergriff ich spontan und freute mich fortan und war auch nervös, da die Veranstaltung durchaus den Ruf eines hohen Niveaus hat.

In Sachen Quintett standen zur Auswahl das vierte Quintett von Sobeck und die Ligeti-Bagatellen.  Ich wünschte mir frühzeitig Ligeti, weil der bei mir schon lange im Schrank steht und von meinen zwei Quintetten keines dazu zu motivieren ist, sich mit dem auseinanderzusetzen. Fortan habe ich dann heftig geübt, auch ein bisschen Piccolo, im Ligeti muss man ja wechseln.

Als Dezette waren Florent Schmitt (Lied und Scherzo) und eine Serenade von Jadassohn. Ich wählte für ersteres Flöte und war damit bei letzterem die zweite Stimme.

Bei der Anreise zeigte sich als erstes, dass die Unterkunft ein echter Knüller war. Zweierzimmer mit eigenem Bad und in super gutem Renovierungszustand. Die Mitmusiker waren bunt gemischt, im Alter zwischen Anfang zwanzig und um die 50, zwei Studenten und eine Menge engagierter Amateure. Menschlich passte das prima, wie die Woche (inklusive der späten Abende) noch zeigen würde.

Der Ligeti ist rein technisch nicht so wahnsinnig schwer. Die Dynamik (ganz häufig pp) und die Taktwechsel dagegen ließen zusammen mit den Tempoangaben schon einigen Spaß beim Proben erwarten. Und so war es dann auch.

Meine alte „Intonationsphobie“ war in dieser Woche gar kein Thema. Mit der Oboistin stimmte es von Anfang an wirklich gut und an dieser Front hatte ich keine Probleme. Zu meiner Überraschung dominierte dagegen das Thema „Rhythmus“ die ganze Woche. „Zu meiner Überraschung“ sage ich, weil ich eigentlich im Rhythmus eher immer eine meiner Stärken gesehen habe. Und mit dem Stichwort „Rhythmus“ sind wir dann auch schon wieder beim Titel. Im Ligeti drehte sich alles um Impulse. Den Anfangsimpuls, damit alle das Tempo verstehen, den Impulsen bei den plötzlichen Tempowechseln, Taktwechseln oder stringendi und ritardandi. Als Flöte ist man da häufig sehr in der Pflicht.

Prinzipiell kenne ich das aus meinen regelmässigen Kammermusikaktivitäten in verschiedenen Ensembles. Plötzlich aber war es unendlich schwer, diese Impulse zu geben. Wie kams? Ich habe viel darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass diese Form des „Leitens“ früher schon immer mal schwierig für mich war und eigentlich aktuell überall gut klappt, weil ich mich kompetent dafür fühle, die mit mir Musizierenden zu führen. In Altenberg allerdings war ich gefühlt in der „Defensive“, traute mir das nicht recht zu, hatte viel Respekt vor den Mitmusikern und fühlte mich gar nicht in der Position, denen irgendetwas vorzugeben. Ein Teufelskreis, der zu immer mehr Korrekturen, immer weniger Selbstbewusstsein und immer mehr Fehlern (inklusive abstürzender Töne in der dritten Oktave) führte.

Donnerstag war ich am Tiefpunkt, empfand mich als absoluten Bremsklotz der Nation und brachte irgendwie gar nix mehr auf die Reihe (meine Wahrnehmung). Da half nur frische Luft, einsame Analyse und ein paar Worte mit einigen meiner Mitmusiker in der Mittagspause. Das brachte mich jedenfalls wieder in probentaugliche Form. Freitag Abend hatten wir dann eine Art Generalprobe für die Quintette (gegenseitiges Vorspielen des geprobten Werkes). Gleich in unserer sichersten Nummer, der ersten, ging so manches übel schief und  dennoch kamen wir durch. Außerdem lag es nicht ausschließlich an mir, dass manches nicht klappte. Auch mancher meiner aus meiner Sicht so deutlich überlegenen Mitmusiker patzten und auf einmal schöpfte ich etwas Mut. Eine eigenartige Reaktion auf unsere Fehler.

Samstag stand dann dass Abschlusskonzert im Haus Fuhr in Essen (wunderschöner Saal) an. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so nervös gewesen zu sein. Der Schmitt zu Anfang klappte nicht besonders. Es folgte Sobeck und dann Ligeti. Die 25 Minuten während unsere Kollegen musizierten waren für mich geradezu gespenstisch. Dann ging es raus und auf die Bühne. Und irgendwie fluppte es erstaunlich gut. Ich denke, die beste Version, die wir die ganze Woche hinbekommen hatten (in Summe).

Ab Sonntag hallte dann die Woche in mir nach. Kein so ganz positiver Blick zurück. Was ist da bloß alles passiert? Der Kurs war ein Impuls für mich. Der Anstoß dafür, meine musikalischen Aktivitäten ganz neu zu überdenken. Wie kann ich mich weiterentwickeln, wenn in den Kammermusikproben, an denen ich teilnehme, keiner da ist, der mich wirklich korrigiert, der mich auf  die Dinge, die ich selbst gar nicht bemerke, hinweist? Wenn in meinen Ensembles kaum Repertoire auf das Pult kommt, das mich zum Üben bringt? Wenn sich in jahrelangem Zusammenspiel kein gemeinsames musikalisches Empfinden und keine Ensembledynamik entwickelt? Ich habe mich schon oft gefragt, ob das nicht anders ginge. So gerne würde ich in Gruppen spiele, in denen ich irgendwo im Mittelfeld oder am unteren Ende der Leistungsskala wäre. Momentan habe ich nur ein Trio, in dem wir alle auf gleichem Niveau musizieren, ansonsten sehe ich das nicht (ich weiß, das klingt vermessen und unbescheiden, sorry dafür).

Dazu kommen Muggen, die meist mit einer Probe auskommen, wo also niemals wirklich an den Stücken gearbeitet wird. Auch nicht förderlich für eine echte Weiterentwicklung. Im Unterricht lerne ich immer sehr viel, allerdings ist das eine etwas andere Ebene, mehr in instrumentaler Spieltechnik und natürlich auch musikalischer Gestaltung, allerdings eben ohne die Aspekte des Zusammenspiels und der Kommunikation im Ensemble, die ich in Altenberg als Defizite identifiziert habe.

Ich habe das Bedürfnis, meine musikalischen Fähigkeiten und mein Selbstverständnis als Flötistin neu zu definieren, einen anderen Bezugsrahmen für mein Spielen zu finden. Nur wo und wie? Ich möchte nicht mehr so abhängig von Feedback und meinen Ängsten sein, bräuchte mehr Mut zum Fehler und Selbstbewusstsein, dann hätte ich viel souveräner spielen können. Die erforderliche Sicherheit, um den „Ton“ angeben zu können, wo es nötig ist, oder auch nur die eigene Stimme durchzuziehen, stammt beim alltäglichen Musizieren offensichtlich alleine aus der Wahrnehmung einer Überlegenheit hinsichtlich Instrumentenbeherrschung, musikalischer Erfahrung und Repertoirekenntnis (als „Legitimation“ sozusagen). Sobald das Umfeld wechselt und versiertere Musiker mich umgeben, knicke ich ein und büße alle musikalische Souveränität ein. Nicht gut.

Was also bleibt? Eine Menge zum Grübeln, ein Haufen Baustellen und einige zu treffende Entscheidungen bezüglich der Zukunft meiner Kammermusikaktivitäten. Ein denkwürdiger Kurs und nachdrücklicher Impuls im Frühjahr, das war er wohl für mich, der Kammermusikkurs in Altenberg.

 

 

Great Video Interview with young flutist Adam Walker. And I love his sound….

Adam Walker talks about his journey from innately talented nine-year-old at Chetham’s School of Musi

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