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In Windeseile waren die ersten beiden Tage vergangen. Da es Samstag Abend eigentlich schon ein bisschen Sonntag morgen war, musste der tägliche Warm-up mit Jürgen Franz schon wieder dran glauben. Los ging es für uns erst um 11 Uhr mit der Masterclass bei Renate Armin-Greiss. Auf sie war ich schon besonders gespannt. Ein Interview in Flöte aktuell vor einigen Monaten und ein Besuch von ihr in Düsseldorf (öffentlicher Unterricht und ich hatte keine Zeit) hatten mich neugierig gemacht.

Auch bei Frau Armin-Greiss waren wieder drei Schüler auf der Tagesordnung. Die erste junge Frau war aus Serbien extra für das Festival angereist. Sie spielte die 24. Caprice von Paganini. Beim Anspielen des Stückes überzeugte sie mich sehr, das klang sehr individuell und gestaltet. Frau Armin-Greiss erläuterte zunächst einiges zum Stück. Da dies die 24. und letzte der Capricen ist, stellt sie eine Art Finale dar und fasst alle Einzelthemen der vorherigen Capricen zusammen. Außerdem wies sie darauf hin, dass das Original für Violine eine Oktav tiefer notiert ist. Frau Armin-Greiss empfahl eine italienische Ausgabe in Bearbeitung von Maha Luciata (konnte ich online nicht finden), die besonders nahe am Originaltext bleibt.

Als gute Übungsstücke zum Spannungsaufbau empfahl Frau Greiss-Armin die Passacaglia von Dohnanyi, les Folie d’Espagne von Marais und die Trocknen Blumen von Schubert. Außerdem hilft das Üben von Doppelklängen.

Die zweite Kandidatin spielte die Suite von Widor. Hier ginge es Frau Greiss-Armin vor allem um die Gestaltung der Bögen. Die Analyse der richtigen Atemstellen basierte hauptsächlich auf der harmonischen Entwicklung.

Als dritter Fall der Stunde trat ein junger Mann italienischer Herkunft vor das Publikum. Er spielte eine Andersen Etüde aus op. 15. Beim ersten Anspielen war ich irgendwo zwischen sprach- und fassungslos. Das war eher ein Maschinengewehr als eine Flöte. Null Melodie, null Zusammenhang, null Musik, dafür aber saumäßig schnell. Frau Greiss-Armin nahm ihn sanft aber beharrlich in die Mangel und versuchte im klar zu machen, dass das nicht das Ei des Kolumbus war. Sie wies darauf hin, dass die Metronom-Angaben fehlerhaft seien (viel zu schnell). Sie erzählte von ihren eigenen Erfahrungen mit dieser Etüde während des Studiums (Andersen op. 15 war die Bibel bei Nicolet). Wichtig war ihr die Zweistimmigkeit. Auch hier wurden die Atemstellen diskutiert, die sich wiederum nach dem harmonischen Verlauf richten sollten. Übrigens gibt es bei der Königlichen Dänischen Bibliothek kostenlos die Erstausgabe der Etüden zum Download.

Als Bild für die Aufgabe des Musikers beim Spielen führte Frau Greiss-Armin einen Bergführer an. Der Flötist muss den Weg kennen und ihn so vermitteln, dass der Zuhörer ihm folgen kann. Schönes Bild. Es war eine sehr interessante Stunde, obwohl der Plan von Frau Greiss-Armin ein ganz anderer gewesen war. Sie hatte eine Stunde zu Syrinx und Bilitis von Debussy geben wollen. Obwohl Frau Wentorf von der DGfF die Idee ganz toll gefunden hatte, war sie irgendwo in der Vorbereitung einfach verloren gegangen.

Als zweiter Punkt unserer persönlichen Tagesordnung hatten wir den Meisterkurs bei Karl-Heinz Schütz ausgesucht. Eigentlich sollte der im gleichen Raum stattfinden, war aber verlegt worden und wir huschten in den anderen Hörsaal und platzierten uns auf die Treppe. Aufgrund unseres Irrwegs hatte der Unterricht schon begonnen. Auf dem Pult stand die Freischütz-Fantasie von Taffanel. Herr Schütz sagte im wesentlichen das gleiche wie Frau Greiss-Armin. Er meinte, man müsse den Zuhörer an der „Nase“ packen, was faktisch  das gleiche war wie der Bergführer in der vorherigen Stunde. Die wesentlichen Aussagen zum Stück und zur Studentin war einmal, dass das Tempo durchlaufen muss („keine Privat-Tempi“). Als nächstes ging es ums Luftholen. Die junge Frau ließ die Flöte am Kinn und hob sozusagen den ganzen Kopf, um den Mund zu öffnen. Nun wurde geübt, einfach nur den Kiefer fallen zu lassen. Eigentlich logisch und dennoch nicht so leicht umzusetzen, wenn man es anders gewohnt ist.

Im Gegensatz zu allen bisherigen Meisterklassen hatte Herr Schütz nur zwei Leute zu versorgen. Als zweites kam die Martin Ballade. Die junge Frau spielte wunderschön, sehr musikalisch und ausdrucksvoll. Ein Problem waren allerdings ihre Noten, die Ausgabe war nicht blätter-tauglich. Da nach Aussage von Schütz zwei Notenständer erst für Werke nach 1945 angemessen sind, bot er sich an, zu blättern. Allerdings war er bald so versunken in ihr Spiel, dass er das Blättern vergaß. Auf den Wink mit den Augen flog er dann durch den halben Hörsaal. Zu komisch.

Schütz wies darauf hin,  dass Martin stilistisch zwischen Syrinx von Debussy und Density von Varese steht. Er erklärte außerdem , dass technisch schwierige Stellen in allen Tempi gespielt werden müssen. Das heißt, es ist nicht gut, wenn man ein Stück nur schnell kann und nicht auch langsamer, sonst geht es schief, wenn der Pianist mal langsamer spielt.

Alles in allem war auch dieser Meisterkurs sehr interessant. Schön war auch zu sehen, wie die jungen Damen Herrn Schütz anschmachteten (sah zumindest so aus). Zwei gut investierte Stunden waren das gleich zu Beginn des Tages.

Nach einer Mittagspause und einem weiteren Besuch auf der Ausstellung (noch mehr Noten und ein paar CDs, außerdem ein Piccolo-Kopf zum Testen von den Brüdern Mehnert). Ab ca. 14 Uhr saßen wir dann wieder im Konzertsaal.

Es folgten vier verschiedene Konzerte: Renate Greiss-Armin, Bülent Evcil, Robert Aitken und Peter-Lukas Graf. Jetzt kam doch noch der Debussy, der am Morgen zu kurz gekommen war. Syrinx fand ich ziemlich schnell, aber sonst sehr interessant. Frau Greiss-Armin hatte sich eine Begleiterin aus Karlsruhe mitgebracht. Das Konzert war kurz und spannend. Ich glaube, ich werde mal die Augen nach Meisterkursen bei dieser Frau aufhalten.

Der nächste Flötist, Bülent Evcil, war im Programm falsch geschrieben (Vor- und Nachname vertauscht, u statt ü). Er ist ein Schüler Galways und das war sehr gut zu hören. Sein Programm war relativ lang: Oblivion von Piazzolla (schön), Yunusun Mezarinda von Ekren Zeki Un, Sultani Yegah Sirto von Sadi Isilay (sehr schön), Kocekce – Dance Rhapsody von Dede Effendi, Karneval von Venedig von Briccialdi und eine Bearbeitung von drei türkischen Volksliedern, die der Flötist selbst zusammen mit Yusuf Yalcin arrangiert hatte.

Am Programm kann man schon sehen, dass es eigentlich eine Tür zur orientalischen Musik öffnen sollte, Werbung für die Musik seines Landes. Der Piazzolla und der Briccialdi fielen da eigentümlich raus. Herr Evcil spielte mit Cordula Hacke, der haus und Hof Begleiterin des DGfF. Irgendwie schien es anfangs, als könne der Flötist sie nicht leiden, oder sei schlecht auf sie zu sprechen (vielleicht wegen der Fehler im Programm?). Jedenfalls machte er einige ziemlich eigenartige Gesten, postierte sich im Rücken der Pianistin (obwohl die ihn bat, doch etwas nach vorn zu kommen). Das Zusammenspiel war zeitweise schwierig (kein Wunder, sie hatte ja keinen Rückspiegel) und er wirkte genervt und ungehalten. Sein Spiel war hoch virtuos, der Ton typisch Galway. irgendwie sprang der Funke allerdings nicht über, zum einen, da er wie ein Stockfisch auf der Bühne stand, zum anderen, da seine Negativ-Ausstrahlung bezüglich Frau Hacke keine Sympathisanten im Saal fand. Seltsamerweise wurde er sehr freundlich, fast herzlich nachdem das Programm durch war. Handkuss, Händeschütteln, Strahlen…. vielleicht war er nur nervös gewesen? Es war jedenfalls ein seltsames Konzert. Ich denke, ich werde irgendwann eine zweite Chance suchen, falls ich ihn mal wieder irgendwo hören kann.

Der nächste Programmpunkt, Robert Aitken, war für mich eines der Highlights des Festivals. Er ist einer der ganz großen Namen für mich, ich habe drei sehr interessante CDs mit ihm. Auch er ist schon über siebzig und gehört zur weissharigen Ehrenlegion der Flötisten (für mich jedenfalls). Auf dem Programm standen nur zwei Werke, beide sehr modern. Zunächst „An Idyll for the Misbegotten“ von George Crumb für Flöte und drei Schlagzeuger, dann „Ghosts and Gargoyles“ von Henry Brant. Dieses Werk ist für einen Solo-Flötisten (Aitken), Dirigent, Schlagzeug und acht weitere Flötisten (2 Piccoli, 2 Altflöten, 2 Bassflöten, 2 Flöten) geschrieben. Die verschiedenen Flötenduette sind dabei im Saal verteilt (darum auch der Dirigent). Das Oktett war besetzt mit Jan Junker, Linn Annett Erno, Hans-Udo Heinzmann, Shing-Ing Lin, Katarzyna Bury, Thomas von Lüdinghausen, Lars Asbjornsen und Jorn Schau.

Beide Stücke waren sehr eindrucksvoll und gut zu hören. Die Trommeln verschiedener Größe im ersten Werk passten perfekt zur Flöte (die in beiden Stücken abgenommen wurde, leider mit leichtem Obertonmangel). Im zweiten Stück kam Aitken spielend auf die Bühne, musste zwischen Flöte, Piccolo und Bassflöte wechseln und später auch spielend wieder von der Bühne gehen (erschwert durch sein leichtes Humpeln). Er war der erste Flötist, den ich gehört habe, bei dem all die modernen Spieltechniken (Singen und Spielen, Whistletöne, Multiphonics etc.) völlig selbstverständlich und natürlich in die Musik einflossen. Das war vielleicht das interessanteste und innovativste der Konzerte dieses Festivals (außer vielleicht Matthias Ziegler, der konnte da mithalten). Toll! und schön, dass Aitken extra über den Teich kam um hier zu sein.

Den Abschluss der gesamten Veranstaltung machte das Konzert von Peter-Lukas Graf. Auch er ist bereits 84 Jahre alt. Er spielte mit seiner Tochter am Klavier. Das Programm bestand aus der Sonate F-Dur KV 376 von Mozart, den 3 Romanzen von Schumann (im Original für Oboe) und der Martin Ballade. Die Gestalt von Herrn Graf, mit unverändert dichtem weißen Schopf auf dem Kopf und kerzengerader Haltung) beeindruckte schon bevor er zu spielen begann. Tonqualität und -volumen sind nicht mehr wie sie einmal waren. Das kann wohl auch gar nicht gehen. Die Technik war weiterhin unglaublich virtuos. Von Stück zu Stück wurde die Musik immer fließender. Zwischen den Stücken verließen die beiden nicht die Bühne (im Gegensatz zu den meisten anderen Musikern dieses Festivals). Als Zugabe gab es einen kompletten Satz Bach auswendig (wow). Es war ein Erlebnis, Herrn Graf, der einer der ersten Flötisten war, die ich in meiner Jugend kannte und von denen ich Platten hatte, auch in hohem Alter nochmals live zu erleben. Von der DGfF gab es einen Blumenstrauss, überreicht von Frau Wentorf.

Damit war das Festival zu Ende. Keine Abkündigung oder ähnliches, die Türen öffneten sich, die Leute gingen raus und redeten noch ein paar Worte. Die Ausstellung war praktisch schon vollständig abgebaut, die Räume wirkten verwahrlost. Irgendwie blieben alle Enden offen.

Wir hatten glücklicherweise noch eine Nacht im Hotel und einen Tag Urlaub gebucht und konnten so das Wochenende noch schön beim Abendessen und mit einer gemütlichen Heimfahrt ausklingen lassen.

Was ist nun das Fazit? Für mich war es ein schönes und erlebnisreiches Wochenende. Dennoch gibt es da Optimierungspotential. Ein Programm mit allen Raumangaben in handlichem Format (DIN A 4 Faltblatt oder so) wäre schön gewesen, Eine Vorankündigung der Stücke in den Meisterkursen im Internet wäre auch schön gewesen. Der erste Tag hätte besser etwas später beginnen können (oder viel früher, dann weiß man gleich, dass man am Tag zuvor anreisen muss). Ein Schlusswort im Abschlusskonzert, vielleicht zusammen mit der Verkündung des Gewinners des Ensemble-Wettbewerbs, wäre toll gewesen. Irgendwie habe ich ein Gemeinschaftsgefühl vermisst, das sicher durch Moderationen oder ähnliches hätte entstehen können. Eine gute Idee wäre auch gewesen, die Notenaussteller vor dem Konzertsaal zu postieren, so dass im Saal nicht so viel vom Ausprobieren zu hören gewesen wäre. Kleinigkeiten all das…..

Hier als Nachlieferung auch noch ein paar Bilder vom Festival (bei Konzerten und Kursen war Fotografieren verboten). Herzlichen Dank nach Viersen an die Fotografin Regine Jansen!

Am nächsten Morgen offenbarte sich der Preis für den ersten XXL-Flötentag. Meine Mitstreiterin wurde von einer Migräne-Attacke von Frühstück und Morgenveranstaltungen ferngehalten. Also machte ich mich alleine auf den kurzen Weg zur Musikhochschule. Der erste Termin in meiner Planung war der Meisterkurs von Davide Formisano um 10 Uhr. Auf dem Weg dahin traf ich unsere Begleiterin vom Vorabend und wir ergatterten uns gemeinsam zwei (schlechte) Plätze.

Formisano tauchte etwas zu früh auf (was ihn ehrt). Leider war da noch kein Klavierbegleiter da. Er informierte sich bei den Anwesenden erst mal über die Randbedingungen (wie viele und welche Studenten in der einen Stunde Zeit?). Die Eröffnung machte eine junge Frau mit den Trocknen Blumen von Schubert. In Ermangelung des Pianisten sang Formisano die wesentlichen Teile des Klavierparts (Hut ab). Bereits nach kürzester Zeit etablierte Formisano die drei Kernvokabeln der folgenden Stunde: Luftposition, Luftrichtung und Ansatz. Die letzteren beiden sind ja nicht unbedingt neu oder originell, den Begriff Luftposition kannte ich allerdings nicht. Formisano unterscheidet zwischen der Luftposition vorne, unmittelbar hinter den Lippen und derjenigen hinten (bei Formisano verdeutlicht durch einen Klaps aufs eigene Genick). Luft hinten heißt dann wohl auch offenen Hals und mehr Volumen.

 

Die Arbeit am Schubert drehte sich um die Vokale beim Spielen, welche die Klangfarbe beeinflussen, außerdem war viel die Rede von Stimmungen (das ist ein trauriges Stück). Formisano bestand auf Atemstellen erst alle vier Takte und empfahl, das Thema in Flageolett zu üben. Die notierten Akzente sah er eher relativiert und wollte an diesen Stellen nur einen „Vibratoschlag“, keinen harten Zungenstoß oder eine Dehnung. In den Variationen sollte Virtuosität vermieden werden, da diese nicht zur Stimmung des Werkes passt. Das Tempo muss in allen Variationen dem des Themas entsprechen, einzige Ausnahme ist die letzte, da steht auch Allegro dran. Dort schlägt er als Orientierung für die zu wählende Geschwindigkeit die französische Nationalhymne vor.

Die Erklärung während dieses ersten Drittels (das er deutlich überzog) wurden von sehr viel Vorspielen seinerseits ergänzt. Eigentliche spielte er mehr als er erklärte. Die gesprochenen Worte waren blumig und amüsant, das Gespielte gespickt von Zitaten aus der Orchester- und Sololiteratur (alle auswendig wiedergegeben). Insgesamt würde ich sagen, der Anteil der von der Schülerin gespielten Noten an den insgesamt in der Zeit erklungenen war höchstens 20%, den Rest gab er selbst zum besten.

Die zweite Kandidatin gab Poulenc zum besten. Auch hier war das Unterrichtsmuster sehr ähnlich, wir 

hörten sehr viel Formisano und sehr wenig von der jungen Frau. Ein wesentliches Thema war die Luft. Formisano berichtete von seiner Beobachtung, dass Schüler häufig bei hohen Tönen die Schultern hochziehen. Er meinte, Flöte spielen sei nicht ähnlich wie singen, es sei identisch, und er habe noch nie einen Tenor gesehen, der die Schultern hochzieht. Es müsse umgekehrt sein, die Schultern müssten runter, damit die Luft tief runter ginge, da ein hoher Ton eine lange Luftsäule benötigt. Das war sehr anschaulich und einleuchtend.

Der dritte im Bunde war ein alter Bekannter. Der junge Mann, der am Vortag bei Renggli bereits Prokofjew zum besten gegeben hatte, betrat mit einer Bach Sonate das Rund. Ich fand das ärgerlich. Sicher gab es für alle Meisterklassen viele Interessenten und ich hätte mir gewünscht, dass keiner doppelt dran kommt, sondern lieber mehr verschiedene eine Chance bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Doppelungen benötigt hat, weil sich nicht genug beworben hatten (aber vielleicht verschätze ich mich da auch).

Im ersten Durchgang gefiel mir der Bach des jungen Mannes gar nicht. Ich dachte an den Abend zuvor u

nd die Bach-Zugabe Formisanos und erwartete nicht viel. Ich hatte ihm Unrecht getan. Formisano arbeitete mit dem Schüler und die Musikalität wurde deutlich besser. Auch Formisanos heute Bach-Darbietungen gefielen mir sehr viel besser als am Vorabend. Auffällig war aber insbesondere, dass der Kandidat deutlich mehr spielen durfte als die beiden Mädels zuvor. Zufall?

Eigentlich hatte ich gleich im Anschluss den Meisterkurs von Quintessenz besuchen wollen. Komischerweise kam aber keiner, um Formisano beim Überziehen zu bremsen. Als er fertig war, kam ein junger Mann und baute eine riesige Subkontrabassflöte auf. Ich war also im falschen Raum. Jetzt rächte sich das Programm, in dem die Spalten des Terminplans nicht nach Räumen sondern nach Art der Veranstaltung sortiert waren und die Räume gar nicht angegeben wurden.

Die unfreiwillige Pause nutzte ich zum Geld ausgeben (Noten) und Wasser einkaufen (benachbarter Supermarkt). Ich versuchte außerdem, meine Migräne-geschädigte Begleitung zu erreichen und es stellte sich heraus, dass sie schon eine ganze Weile auf dem Festival war. Wir legten also eine gemeinsame Mittagspause ein und planten dein weiteren Verlauf des Tages.

Meine morgentliche Begleiterin machte sich auf zum nächsten Meisterkurs (Bouriakov), die Genesene u

nd ich dagegen suchten den Konzertsaal auf. Dort fand noch der Soundcheck für Matthias Ziegler statt. Eine gute Gelegenheit, ein wenig die Beine auszustrecken. Im Anschluss folgte der Programmpunkt, der uns hierher geführt hatte: Solokonzert von Gergely Ittzes. Er hatte am Vortag schon angekündigt, dass es da viel um Multiphonics gehen würden. Es gab eine Bach-Bearbeitung für Altflöte (sehr schön und sehr zweistimmig), ein Werk des mir zuvor unbekannten ungarischen Komponisten Laszlo Lajtha und dann drei eigene Kompositionen von Ittzes. Der Protagonist wirkte etwas schüchtern auf der Bühne. Angenehm fand ich auch hier wieder seine Ansagen. Störend waren dagegen die hartnäckigen Klopfer an der Saaltür, die offensichtlich des Lesens nicht fähig waren. Vermutlich hatte die erneute Verspätung im Saal daran Mitschuld, weil eigentlich ein Programmwechsel hätte stattfinden müssen. Aber ein denkender Mensch hätte wenigstens nur einmal geklopft und dann einfach gewartet. Ganz schön ärgerlich. Die Eigenkompositionen arbeiteten viel mit Multiphonics. Bei einem der Werke erklang dank Zirkularatmung ein andauernd

er Bordunton, um den sich die Flötenmelodie als Mutliphonic herumbewegte. Die dritte Nummer zeichnete sich durch den Groove aus. Alles in allem eine Freude, die dazu führte, dass ich mir die CD kaufen musste….

Den folgenden Shakuhachi-Spieler ließen wir ausfallen und suchten nochmal die Ausstellung auf. Ab ca.vier Uhr ging es dann wieder in den abendlichen Konzertmarathon. Der nächste Programmpunkt war das Programm von Matthias Ziegler. Er spielte auf Altflöte, Kontrabass- und Subkontrabass (oder so ähnlich, jedenfalls alle sehr groß) mit elektronischer Abnahme. Das Besondere dabei ist, dass die Mikrophone in der Flöte platziert sind und damit die Nebengeräusche der Klappen und die Strömungsgeräusche der Luft verstärkt werden. Das erste Werk war der Flötenbauerin Eva Kingma, mit der er seit langem eng zusammenarbeitet, gewidmet und heißt Ave Kingma. Es folgten drei weitere Werke aus seiner Feder. Es war ganz erstaunlich, was Ziegler mit den für ihn modifizierten Instrumenten und der Abnahmetechnik an Klängen produzierte. Teilweise klang es wie ein Blubbern unter Wasser. Eine spannende Geschichte. Neue Musik, gut anzuhören und innovativ, wäre schön, ihn auch mal in Köln zu hören.

Als nächstes erschien Wally Hase, die eigentlich mit Harfe hätte auftreten sollen. Leider war die Harfenistin durch eine plötzlich Dienstplanänderung nicht verfügbar und Frau Hase hatte spontan auf ein Soloprogramm umgestellt. Da zeigt sich der Unterschied zwischen Profi und Amateur. Das Ersatzprogramm bestand aus zwei Werken von Flothuis (Aubade und Piccolo Suite). Ersteres war ein Geburtstagsgeschenk an einen Mitgefangenen im Lager Herzogenbusch. Als letztes Werk gab Frau Hase aus den Les Folies d’Espagne Thema und acht Variationen zum Besten. Es war zwar schade, dass das Duo nicht zustande kam, dennoch überzeugte das Soloprogramm sehr. Die Werke von Flothuis werde ich mir jedenfalls merken.

Es folgte ein ganz besonderes Trio. Zwei Flöten und Klavier, gespielt von Maxence Larrieu (stolze 79 Jahre alt) und sein ehemaliger Student Jürgen Franz, der inzwischen eine Professur in Hamburg hat. Die drei spielten eine Triosonate von Carl Philipp Emanuel Bach, ein Trio von Kuhlau und „La Sonnambula“ von Doppler. Es war einfach wunderschön anzusehen, wie Herr Franz seinen alten Lehrer anstrahlte und auf ihn zu achten schien. Auch wenn vielleicht die klangliche Qualität und das Volumen bei dem alten Herren nicht mehr mit dem seines jüngeren Kollegen mithalten konnte, so war doch Technik und Musikalität noch immer auf hohem Niveau. Satz für Satz konnte man zusehen, wie der alte Herr aufblühte und mehr und mehr mitging. Der Applaus war tosend und beim Abgang tätschelte Franz seinem alten Meister noch die Schulter. Ein sehr gefühlsbetonter Programmpunkt, der wieder einmal zeigte, wie eng das Schüler-Lehrer-Verhältnis in der Musik sein kann. Wunderbar. Der mir zuvor unbekannte Herr Franz hat sich damit bei mir gleich als großer Sympathieträger eingeführt.

Im folgenden kam die größte Besetzung des Tages auf die Bühne, die 14 Berliner Flötisten unter der musikalischen Leitung des Soloflötisten der Berliner Philharmoniker, Andreas Blau. Ein ganzes Orchester, rechts flankiert von der riesigen Subkontrabassflöte, in der Mitte sitzend mehrere Altflöten, umringt von Flöten und Piccoli (je nach Stück). Nachmittags hatten wir noch die Anreise beobachtet. Der ganze Haufen war anscheinend nur für dieses kurze Konzert angereist. Gespielt wurde dafür auch ein verhältnismäßig langes Programm, beginnend mit einer
Sinfonia von Friedrich dem Großen, gefolgt von der Gajaneh-Suite
von Chatschaturjan.

Bühnenaufbau für 14 Berliner Flötisten

Bühne vor den 14 Berliner Flötisten (Foto: Regine Jansen)

Die mehrsätzige Suite aus Bizets Carmen, eine Serenade von Richard Strauss, Scherzo aus dem Sommernachtstraum, zwei Tangos, der Hummelflug und Pink Panther rundeten das Programm ab. Den Schluss bildete ein musikalischer Scherz für Soloflöte und 13 Flaschen. Dieses Werk hätte man sich getrost sparen können. Faktisch diente es nur dazu, Herrn Blau ein solistisches Podium zu bilden. Die Flaschen war nicht einmal gestimmt, besonders witzig fand ich das nicht, es wirkte eher ein wenig dilettantisch. Im gesamten Programm musste man bei manchem schnellen Satz fürchten, dass der große Haufen auseinanderbricht. Ursache war vermutlich der Versuch des Leiters, das ganze noch zu beschleunigen, wobei vor allem die tiefen Register kaum folgen konnten, auch aufgrund der räumlichen Distanz vermutlich. Dabei mag auch die den Musikern vermutlich nicht vertraute Akustik eine Rolle gespielt haben. Insgesamt war es nett aber nicht so richtig begeisternd für mich.

In der folgenden Pause wurde der Saal geräumt, damit der Stimmer das Cembalo in Form bringen konnte. Vor den verschlossenen Türen versammelte sich praktisch die gesamte Besucherschaft des Festivals. Man kann sich denken, dass die Luft bald kaum noch Sauerstoff enthielt. Alle blieben in der Nähe der Saaltüren, um später auch wieder einen einigermaßen guten Platz zu ergattern.

Als die Türen sich endlich öffneten, strömten alle für den letzten Akt des Tages zurück in den Saal. Es folgte das Galakonzert zu Ehren von Auréle Nicolet. Dieser war auch an beiden Tagen schon mehrfach im Konzertsaal zu sehen gewesen.  Trotz der stolzen 87 Jahre ist er noch immer gut zu erkennen mit seinem weiterhin dichten weißen Haarschopf. Immer wieder wurde er von Bewunderern umringt, die sich insbesondere ein Foto mit oder von ihm wünschten. Dass er da nicht immer begeistert war, kann ich gut nachvollziehen.

Das Konzert wurde mit einer Begrüßung durch Felix Renggli eröffnet. Auch er ist einer der ehemaligen Schüler des alten Herrn. Er erklärte, dass Nicolet selbst die Stücke ausgewählt hatte, die nun von vielen verschiedenen Flötisten, zumeist auch ehemalige Schüler, zum besten gegeben werden sollten. Der im Programm angekündigte Kersten McCall aus Amsterdam allerdings war wegen eines Flugausfalls nicht nach Freiburg gekommen, was zu einer Programmumstellung führte. Sein Programmpunkt, (t)aire(e) von Holliger wurde von Renggli selbst übernommen.

Die Eröffnung, Triosonate c-moll von Bach, bestritt ebenfalls Renggli auf einer Holzflöte, Michael Behringer (Cembalo), Ekatchai Muskelrat (Cello) und Petra Müllejans (Violine). Es folgte das Trio für Flöte, Piccolo und Altflöte von Holliger (Felix Renggli, Jutta Pulcini und eine junge Dame aus Argentinien), eines der wunderschönen Duette von Wilhelm Friedemann Bach, gespielt von Karl-Heinz Schütz und seiner Lehrerin Eva Amsler (beide Nicolet-Schüler). Davide Formisano (ebenfalls Nicolet-Nachwuchs) gab mit dem am Vortag schon bewunderten Baumann die Sonate von Jolivet, dann Renggli wie angekündigt mit (t)air(e) von Holliger, Sabine Poyé Morel (keine Nicolet-Schülerin) spielte mit Ursula Holliger (Harfe) und Genevieve Strosser (Bratsche) eine Sonate von Debussy. Den Schlusspunkt bildeten Karl-Heinz Schütz und Laetitia Bounol mit der Boulez Sonatine.

Insgesamt hatte das ganze Programm ein unglaubliches Niveau. Der Debussy war traumhaft, alle Ensemble wirkten sehr gut aufeinander eingespielt, insbesondere das letzte Flöte-Klavier-Duo, bei dem Renggli umblätterte, wobei sich auch auf seinem Gesicht das Staunen über den pianistischen Einsatz und das Zusammenspiel der beiden abzeichnete. Trotz der im Vergleich zu den bisherigen Konzerten übergewichteten Neuen Musik, war im ganzen Saal eine derartige Spannung und Stille, wie ich es selten bei einem Konzert erlebt habe. In der ersten Reihe saßen direkt nebeneinander der Ehrengast Aurele Nicolet, Peter-Lukas Graf und Heinz Holliger. Letzterer stand nach Rengglis Soloauftritt auf, um ihm seine Anerkennung zu zollen, eine sympathische Geste.

Der Abend endete gegen 22 Uhr und alle verliefen sich allmählich. Im Gasthaus zum Löwen trafen sich dann einige wieder, es scheint das Haus in Freiburg zu sein, dessen Küche am längsten geöffnet hat.

Seltsamerweise erschien dieser Tag der kürzere im Vergleich zum Freitag, obwohl ja der Anreisetag theoretisch nur ein halber gewesen wäre.

Tag drei folgt in Kürze…..

Als kleine Abwechslung zwischen den vielen Berichten vom Flöten Festival in Freiburg kommt jetzt mal wieder eine Buchbesprechung. Schon vor einigen Wochen habe ich hier kurz von diesem Buch berichtet. Jetzt hat es doch noch ganz schön lang gedauert, durch den Schinken durchzukommen. Das lag aber nicht daran, dass das Buch langweilig oder schlecht zu lesen gewesen wäre, nein eher daran, dass ich so viel zu tun hatte und mir der Schmöker von sicher gut einem Pfund Gewicht zum Reisen einfach zu unhandlich war.

Damit wären wir auch schon wieder bei den üblichen äußeren Fakten zum Buch. Der Band ist etwas größer als DIN A 5, gute 3 cm dick und als Paperback gebunden. Der Autor ist Manfred Spitzer, ein Arzt, Psychologe und Philosoph aus Baden-Württemberg, die in seiner Freizeit musiziert. Der Titel lautet Musik im Kopf, erschienen ist das ganze im Schattauer Verlag. Insgesamt umfasst der Schinken über 460 Seiten.

Nun also zum Inhalt. Gegliedert ist das Buch in fünf Teile:

  • ein einleitender allgemeiner Teil
  • Musik hören
  • Musik erleben
  • Musik machen
  • Musik verstehen.

Diese Abschnitte sind jeweils nochmals in mehrere Kapitel unterteilt (alles in allem 17 Stück davon). Die Kapitel sind nochmals in Abschnitte mit eigenen Überschriften unterteilt. Diese kleinsten Einheiten sind selten mehr als ein oder zwei Seiten lang. Die Kürze der einzelnen Abschnitte macht neben der Sprache die gute Lesbarkeit aus. Im ganzen Werk ist immer zu spüren, dass der Autor ein Musikbegeisterter ist. Das Ganze ist sehr informativ aber trotzdem nicht trocken und sprachlich nicht übermäßig wissenschaftlich oder abgehoben.

Im einleitenden Teil wird hauptsächlich die gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Bedeutung von Musik dargestellt, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

Der Abschnitt „Musik hören“ vollzieht alles erforderliche von der Klangentstehung bis zum Merken des Gehörten nach. Das heißt, es beginnt mit der Schallentstehung (Physik, Akustik), geht weiter mit dem Empfang von Tönen im Ohr und ihrer Verarbeitung im Gehirn (Mischung aus Akustik, Physiologie und Neurologie). Der vierte Abschnitt erklärt die Bedeutung von Intervallen, Harmonie und Disharmonie. Auch hier vermischen sich Physik und Neurologie. Es folgt ein Kapitel zur Bedeutung des Gedächtnisses für das Musik hören.

Der zweite Hauptteil „Musik erleben“ spielt sich praktisch ausschließlich im Gehirn ab. Was können Föten im Mutterleib hören und wie wirkt es sich auf deren Entwicklung aus? Wie und funktioniert die Verarbeitung von Musik im Gehirn? Dann widmet sich der Autor ganz dem Thema Rhythmus und Tanz. Abgeschlossen wird die Frage des musikalischen Erlebens mit dem absoluten Gehör im Vergleich zum relativen.

Im dritten Teil „Musik machen“ wird zunächst die direkteste Form, das Singen, besprochen. Dazu gehören Erläuterungen zu den beteiligten Organen (Stimme, Atmung, Phonation etc.). Im nächsten Abschnitt folgt instrumentales Musizieren (Blattspiel, Unterschiede zwischen Mann und Frau, ein Blick auf die Hände und Fragen zu Technik und Ausdruck). Abgerundet werden diese Darstellungen durch „Musizieren lernen“ und gemeinsames Musizieren (hier spürt man den Musiker mit Leib und Seele besonders).

Unter dem abschließenden Topic „Musik verstehen“ sind Fragen zur Evolution der Musikwahrnehmung und des Musizierens zusammengefasst (Musik im Tierreich und bei unseren Vorfahren), emotionale Wirkung von Musik auf den Menschen, was wirkt wie auf wen? Die „Nutzung“ von Musik an den Beispielen der Werbung, der Filmmusik und der musikalischen Akustik von Konzertsälen. Den Abschluss bildet Musik im Zusammenhang mit der menschlichen Gesundheit, dazu zählen sowohl spezifische Erkrankungen bei Musikern als auch Ausführungen zur Musiktherapie.

Die Vielzahl der behandelten Inhalte zeigt schon, dass die Darstellung nirgends ganz in die Tiefe gehen kann. Dennoch wird ein gut verständliches Bild jedes Bereichs gezeichnet. Dazu versorgt einen der Autor mit unzähligen Literaturverweisen (20 Seiten Literaturverzeichnis), die ein tieferes Studium zu jedem der Themen ermöglichen. Abgerundet wird das alles durch ein Stichwortregister.

Im Vorwort empfiehlt der Autor, das ganze zweimal zu lesen und jetzt wo ich durch bin, könnte ich dem zustimmen. Ich werde es allerdings nicht tun, weil da noch so viele andere Bücher warten, auf die ich sehr gespannt bin. Das Buch enthält unglaublich viele spannende Details, die mir zuvor nicht bekannt waren. Zum Beispiel gibt es im Ohr Muskeln, die bei lauten Geräuschen automatisch die Schallwahrnehmung dämpfen, um das Ohr zu schützen. Es gibt aber auch Menschen, die diese Muskeln willentlich anspannen und damit die Lautstärke runterregeln können, wenn das nicht cool ist.  Ein anderes Beispiel ist, dass die Satzmelodie, die sich am Ende immer nach unten bewegt, sich auch aus der Druckabnahme in der Lunge des sprechenden erklären lässt. Überall ist also auch Physik im Spiel. Es ist einfach unglaublich faszinierend, wie perfekt wir konstruiert sind. Manchmal kann man schon ins Grübeln kommen, ob das ausschließlich die Evolution vollbracht haben soll?

Das Ganze ist ein Plädoyer für die Musik und vor allem für das gemeinsame Musizieren. Nochmals besonders deutlich wird das im Schlussabschnitt:

„…So können wir mit Musik vielleicht ein Stück dem Wahren, Guten und Schönen nähern. Das wäre doch etwas! Also auf geht’s: A one, a two, a one-two-three-four…..“

Ich kann das Buch absolut empfehlen, wer sich für Musik interessiert kann hier viele neue Perspektiven finden, lernt, wie Musik machen und hören wirklich funktioniert und blickt über den Tellerrand. Und das Ganze dann auch noch unterhaltsam und einfach „nett“. Eine echte Fundgrube.

Nach den Meisterkursen ging es nach einer kurzen Pause mit Shoppingabstecher (wir beide hatten synchron unsere Mitschreib-Materialien zuhause vergessen, eine eher dämliche Form der Telepathie) in den Konzertsaal. Dort hatte man mittlerweile fast eine halbe Stunde Verspätung gegenüber dem gedruckten Programm.

Während des ganzen Festivals wurden die Türen zum Saal während der Konzerte in jeder Applausphase geöffnet. Dazwischen waren die Türen verschlossen, die Griffe von außen nicht zu betätigen. Der „Türöffner“ saß während des Konzertes im Saal und vor der Tür war (auch dank der unermüdlichen Instrumententests in nicht mal 10 Metern Abstand) kaum zu hören, ob im Saal gerade gespielt wurde, oder nicht.

Wir also ab in den Saal und auf dem von der Bühne aus linken Flügel gesetzt. Der erste Programmpunkt war András Adorján im Trio mit Wen-Sinn Yang (Cello) und Adrian Oetiker am Klavier. Gespielt wurden ein Trio von Haydn und eines von Mendelssohn-Bartholdy (im Original für Violine, Cello und Klavier aber bearbeitet vom Komponisten selbst).

Auch Adorján hatte ich zuvor nie gehört und war entsprechend gespannt. Man merkte von Beginn, dass diese drei gut eingespielt waren. Leider war allerdings auf unseren Plätzen die Akustik etwas unausgewogen und der Flügel zu laut. Dennoch kam die Spannung und Stimmung gut rüber. Besonders der Mendelssohn war wirklich sehr schön und der Pianist absolut bewundernswert.

Im Programm nahm diese Veranstaltung 1 Stunde und 45 Minuten ein. Gedauert hat das Konzert vielleicht etwas mehr als eine halbe Stunde, aber man wusste ja nicht, ob die bezüglich der Länge noch freie gute Stunde nicht gekürzt würde, um damit die halbe Stunde Verspätung wieder reinzuholen. Wir blieben also sicherheitshalber sitzen, denn wenn man zu spät kommt, ist die Türe ja zu. Zudem füllte sich der Saal zunehmend, weil ca. ab 19 Uhr keine Parallelangebote mehr im Programm standen.

Wir wechselten aufgrund der akustischen Defizite in den Mittelblock und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Das war als nächstes Davide Formisano. Meinen Begleitern (mittlerweile zwei) war der wohl bekannt, mir nicht. Wie der Name ahnen lässt ein Italiener, der aktuell die Flötenprofessur in Stuttgart innehat.

Mit in etwa der vor der Pause vorgelegten Verspätung ging es also los. Formisano wurde von Michael Baumann begleitet, der an diesem Abend insgesamt fast drei Stunden als Begleiter auf der Bühne mit den verschiedenen Flötisten schuftete. Und obwohl man davon ausgehen muss, dass da kaum Proben stattgefunden hatten, fand bei allen kleinen Unstimmigkeiten den Klavierbegleiter wirklich fantastisch (was nicht überraschen kann, wenn man seinen Lebenslauf gelesen hat).

Formisano startete mit der Prokofiev Sonate, es folgte Joueurs de Flûte von Roussel und dann Airs valasques von Doppler. Bereits beim Auftritt des Flötisten wurde ganz klar, dass er keinen Mangel an Selbstbewusstsein hat, fast wie ein Stierkämpfer betrat er die Bühne und nahm huldvoll den tosenden Applaus entgegen. Mit glasklarem rundem Ton und einer absolut brillianten, perlenden Technik bewies er, dass er den Applaus durchaus verdiente. Noch nie zuvor habe ich einen Solisten gesehen, der während eines Stückes den Blick hebt und, wie ein Leuchtturm sein Licht, die Augen von links nach rechts über den ganzen Saal streifen lässt. Und das nicht nur einmal. So perfekt er spielte, diese Attitüde irritierte mich etwas, es schien, als ginge es durchaus mehr um ihn als um die Musik…. So blieb er auch der einzige an diesem Abend, der nach zwei erneuten Auftritten auch noch eine Zugabe gab (Bach Partita auswendig). Stilistisch gefiel mir die allerdings weniger. Er scheute sich auch nicht, bei einem weiteren Auftritt durch schwungvolle Gesten, den für ihn zu schwächlichen Applaus noch etwas anzuschüren. Very italian.

Dank Zugabe und Applausorgien mit noch mehr Verspätung als Formisano trat nun die mir seit mittags bekannte Andrea Lieberknecht auf. Das gewählte Abendkleid mit Spaghettiträgern würde ich als eher unvorteilhaft bezeichnen, nachdem ich sie mittags ganz leger in Jeans und Strickjacke gesehen hatte. Sie eröffnete die laut Programm ihr zur Verfügung stehenden 45 Minuten mit der Partita c-moll von Bach. Auch hier war wieder Herr Baumann am Klavier. Frau Lieberknecht brachte verkrumpelte Papiertaschentücher mit auf die Bühne und legte sie auf dem Notenständer ab, so dass auch das Publikum noch Sicht darauf hatte. Diese dienten, wie sich herausstellte, dazu sich den Mund nach jedem Stück zu wischen und sie dann wieder an gleicher Stelle zu deponieren. Sehr gewöhnungsbedürftig. Nach dem Bach stützte sich die Solistin bei der Verbeugung am Flügel ab, ging ab und kehrte lange nicht wieder. Das führte in unserer Reihe schon zu Spekulationen über ihren Gesundheitszustand und ob sie wohl weiterspielen würde. Sie tat es, es folgten die Sinfonische Kanzone von Karg-Elert (immer wieder schön) und die Sonate von Erwin Schulhoff (mir neu aber sehr schön). Das komplette Programm überzeugte mich musikalisch sehr, sehr gefühlvoll und farbig vorgetragen. Die Bewegungsdynamik war allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, zumal sie so viel Bewegung am Morgen noch versucht hatte einer der Studentinnen abzugewöhnen.

Mit mittlerweile noch deutlich mehr Verspätung betrat der nächste und bisher jüngste Solist die Bühne: Denis Bouriakov, ein shooting star der Flötenszene, mir bis dahin auch unbekannt. Der junge Mann wirkte eher etwas schüchtern und farblos, spielte aber wie der Teufel. Makellloser Klang, unfassbar schnelle und exakte Zunge und Finger. Mit Unterstützung von Herrn Baumann (der Held des Abends für mich, bei so unterschiedlichen Charakteren, die er da zu bedienen hatte) gab er das mit Abstand längste Programm des Tages zum besten: Violin-Sonate in e-moll von Bach (unfassbar schnell), Fantasie von Gaubert. Es folgte ein Solostück von T. Ichiyanagi namens „In a living memory“, dann die Poulenc-Sonate (ich liebe sie) und La Campanella von Paganini, ein Rausschmeisser um nochmals die Virtuosität zu beweisen. Als maximaler Kontrast zu Frau Lieberknecht stand Bouriakov praktisch vollkommen starr und ohne eine Miene zu verziehen vor seinem Notenständer. Bei aller Brillianz und Perfektion des Spiels vermisste ich da noch etwas Bühnenpräsenz und Kontakt mit dem Publikum. Aber er ist noch soooooo jung, das kommt bestimmt noch.

Inzwischen war es fast elf Uhr abends (statt 21.30 Uhr wie im Programm notiert). Aufgrund der geschlossenen Cafeteria und keiner Pause mehr seit ca. 14 Uhr knurrten die Mägen, die Augen vielen beinahe zu und es wurde diskutiert, wie man wohl nach Ende der Veranstaltung noch an etwas Essbares kommen könnte. Sitzen kostete Anstrengung und ein bisschen mehr Sauerstoff wäre auch durchaus willkommen gewesen.

Vom nächsten Auftritt wollte ich aber wenigstens noch eine Nummer mitnehmen, angekündigt war nämlich das Flötenquintett Quintessenz aus Leipzig. Die vier Damen im kleinen schwarzen und ihr Mitkämpfer an der Bassflöte eroberten die Bühne und Gudrun Hinze war die erste Protagonistin des Abends, die das Wort an uns richtete. Da wurde mir erst bewusst, wie sehr das eigentlich die ganze Zeit gefehlt hat. Das Ensemble gab fünf Stücke zum besten, jedes von einem anderen Mitmusiker angesagt. Das gesprochene Wort zusammen mit der schwungvollen Darbietung erzeugten in der Tat eine Art „hallo-Wach“-Effekt und wir haben uns das ganze Programm angehört. Das bestand aus „La Danse de Puck“ von Debussy, vier Sätzen aus dem Sommernachtstraum, einer Parodie auf den Karneval von Venedig (von Dietrich Sprenger), der Rigoletto-Fantasie und einem Überraschungs-Narrenstreich. Bis zu diesem Konzert kannte ich Quintessenz nur dem Namen nach. Von Gudrun Hinze kannte ich eine sehr geliebte Piccolo-CD. Das Ensemble aber übertraf meine Erwartungen bei weitem. Die erste Flötistin, postiert in der Mitte, füllte mit ihrem strahlenden Ton und Musikalität den Saal und verzauberte selbst die übermüdetsten Zuhörer. Ihre Mitmusiker standen ihr aber kaum nach, Intonation und Zusammenspiel perfekt, musikalische Gestaltung erst recht und dann noch die eine oder andere humoristische und/oder choreographische Einlage. Ergänzt wurde das Programm unter dem Titel „Narrenspiele“ von einer lautstarken Ratsche und einer Kazoo-artig klingenden Flöte (ich vermute mal eine Matusi-Flöte mit Membran). Ein wirklich perfekter Abschluss für uns um 23.30 Uhr in der Nacht.

Auf dem Programm stand jetzt noch Tilmann Dehnhard mit einem modernen Programm, ich fürchte allerdings, nachdem der Saal schon bei Quintessenz nur noch zu weniger als der Hälfte gefüllt war, dass dieser maximal noch eine handvoll Zuhörer vorfand. Wir jedenfalls machten uns vom Acker und landeten nach einer kurzen Irrfahrt auf der Suche nach dem Hotel unserer Mitstreiterin bei einem zwielichtigen McDonalds um wenigstens noch etwas in den Magen zu bekommen. Gegen 0.30 Uhr lagen wir dann glücklich und erschlagen in den Betten und hatten schon vereinbart, den morgendlichen Warm-up um 9.00 Uhr tapfereren Flötern zu überlassen. Ein bisschen Schlaf und ein ordentliches Frühstück waren nach diesem ereignisreichen Tag dringend erforderlich.

Das Gesamtfazit war für diesen Auftakt: schön, anstrengend und relativ schlecht organisiert. Wir nahmen uns vor, die folgenden zwei Tage uns selbst die erforderlichen Pausen zu schaffen. Für den Konzertabend wäre etwas weniger mehr gewesen……

Tag zwei folgt in Kürze…….

 

Nach einem kurzen Abstecher in den Konzertsaal, um zum Namen Mirjam Nastasi endlich auch ein Gesicht und einen akustischen Eindruck zu gewinnen (Flöte und Orgel, aber irgendwie konnte mich das Programm nicht mitreissen), ging es zur Mittagspause in die reichlich volle Cafeteria. Neben einem Imbiss erwartete mich da eine echte Überraschung. Am Nachbartisch sass ein ehemaliger Klassenkamerad (Abitur ist über zwanzig Jahre her). Da fahr ich also über 400 km von Köln nach Freiburg zu einer Flöten-Veranstaltung, um da, 200 km von unserem Schulort, zufällig über einen Klassenkameraden zu stolpern, dessen kleine Tochter seit einem Jahr flötet. Die Welt ist nicht klein…. sie ist winzig…

Naja, so viel zur Abschweifung. Der nächste Programmpunkt war der Meisterkurs mit Andrea Lieberknecht. Mit Mühe ergatterten wir zwei der letzten Plätze in dem zu kleinen Hörsaal. Es zeigte sich die für alle Meisterkurse typische Regelung von einer Stunde Zeit für drei „Schüler“.

Im Fall von Frau Lieberknecht traten drei junge Damen an. Die erste mit der Grand Fantasie d’Mignon von Taffanel, die zweite mit der Martin Ballade und die dritte mit der Reinecke Ballade. Insgesamt arbeitete Frau Lieberknecht mit allen dreien sehr nah am Notentext. Im ersten Drittel war daneben die Atmung das Hauptthema. Für Studentin zwei wurde die Haltung Mittelpunkt der Stunde (Schulterblätter runter, Brustbein hoch, Kopf und Schultern nicht nach vorne). Im letzten Fall wurde praktisch ausschließlich an der Gestaltung des Stücks gearbeitet („More drama“).

Für die Zuhörer war es spannend, zu hören und zu sehen, wie schnell Probleme und Ursachen identifiziert wurden und mit welchen Mitteln man gegen solche Schwierigkeiten angehen kann. Dennoch wäre es ergiebiger für mich  gewesen, wenn ich den Notentext vor mir gehabt hätte, vorher also gewusst hätte, welche Stücke denn gespielt werden sollen.

Nach einer kurzen Pause (sehr wertvoll zum Lüften des mittlerweile fast sauerstofffreien Raums), folgte der nächste Meisterkurs, somit mussten wir nicht erneut um Plätze kämpfen. Die nächste ganze Stunde wurde von Felix Renggli gegeben (da ich die Aufnahmen, die ich von ihm habe sehr schätze, einer, auf den ich mich schon lange gefreut hatte).

Unter den drei Kandidaten befand sich diesmal auch ein Herr. Gespielt wurden die Sonatine von Dutilleux, Faure Fantasie und Prokofiev-Sonate. Letzteres war die einzige nicht mehr Studierende, die ich auf dem Festival als aktive Kursteilnehmerin erlebt habe, ersteres der Herr in der Runde.

Rengglis Gestaltung der Stunde war eine vollkommen andere. Am Beispiel des Stücks und des aktuellen Protagonisten erläuterte er ganz allgemeine und grundsätzliche Sachverhalte. Dabei wurde nicht nur das Wie beschrieben, sondern auch ausführlich das Warum (das hilft mir immer sehr bei der Umsetzung).

Im ganzen konnten die Zuhörer aus dieser Stunde sehr viel mitnehmen. Es gab z. B. den Tipp, Passagen eines Werkes oder Technik mit Flatterzunge zu üben, da dies die Luft beschleunigt und damit dem Ton und der Phrase mehr Richtung gibt. Richtung war überhaupt ein zentrales Thema dieser Stunde. Die Richtung der Bewegung beim Spielen, die Richtung der Musik: Gestaltung, Spannung und Entspannung. Außerdem gab es eine kurze Lektion zum Thema Einstimmen. Warum stimmen wir auf A? Weil das im Orchester die gemeinsame leere Saite aller Streicher ist. Es gibt also keinen Grund, mit Klavier oder anderen Bläsern ausgerechnet auf A zu stimmen. Vielmehr, macht es Sinn, passend zum anstehenden Stück zu stimmen (Faure-Fantasie z. B. auf h oder für Barock-Werke auf der Tonart, in der das Stück steht).

Alles in allem zwei spannende Stunden mit vielen Anregungen und der Bestätigung meiner Ansicht, dass wirklich jeder Unterrichtende einen vollkommen persönlichen Stil pflegt. Im Vergleich dieser beiden ersten besuchten Meisterklassen, lag mir auf jeden Fall die Methode Renggli näher. Von beiden war ich mal wieder bezüglich ihrer analytischen Fähigkeiten begeistert. Es ist ja eine ziemliche Extremsituation, einem völlig fremden Menschen und Musiker gegenüber zu stehen und dann in nur 20 Minuten irgendetwas sinnvolles zu erarbeiten. Hut ab!

Damit war der Tag natürlich noch nicht zu Ende (es war jetzt erst ca. 17 Uhr). Weiter gings im Konzertsaal, aber dazu mehr ein andermal….

Schon über 20 Jahre bin ich Mitglied der DGfF und noch nie habe ich die Kurve zu einem Festival bekommen. Dank der Festival-Erfahrung einer mindestens so Flöten-bekloppten Freundin hat es dieses Jahr geklappt. Da ich Freiburg auch schon kenne, war vielleicht die Hürde auch nicht so hoch.

Gestern früh kurz vor halb acht also mit dem Auto los gen Süden. Glücklicherweise hatten wir freie Fahrt und kamen fast exakt um 12 Uhr bei strahlend blauem Himmel an unserem Hotel an. Kurzes Einchecken und auf in den Kampf….

Nachdem wir mal den Eingang der Musikhochschule Freiburg geortet hatten, kamen wir zusammen mit einer Horde von Grundschulkindern in das Foyer. Schon beim Öffnen der Eingangstür schlug uns endloses Durcheinander-Flötengedudel entgegen. Ein untrügliches Zeichen, dass wir hier richtig waren.

Am Emfpangstisch gabs Namensschilder zum Umhängen (sozusagen die Eintrittskarte) und leider sehr unhandliche DIN A – 4 Programme (sozusagen eine Sonderausgabe der Flöte aktuell).

Das Anfangskonzert um 11 Uhr hatten wir verpasst (eine echt Anreise-unfreundliche Anfangszeit, wie ich ich finde). Also schlenderten wir erst mal kurz über einen Teil der Ausstellung. Die üblichen Verdächtigen im Foyer: Adams Flute Centre, Eva Kingma, Tobias Mancke mit seinen Köpfen. Ein Stückchen weiter ums Eck Yamaha, Hammig, Pearl, Flöten Haber, Viento, Tomasi…. kurz alle waren vorhanden. Die Notenverlage waren in winzige Nebenzimmer verbannt, was mich zunächst noch nicht zum Stöbern einlud.

Wir begrüssten also einige gute alte Bekannte (Eva Kingma und Bernd Wysk von Flutissimo) und versuchten uns dann bezüglich der verschiedenen Räumlichkeiten zu orientieren. Gar nicht so einfach, da im Programm-Übersichtsplan die Räume leider nicht eingetragen waren. Nach ein bisschen Rumsuchen und Befragen der Pinnwand am Eingang  landeten wir dann im gesuchten Workshop.

Gergely Ittzes stellte seine neue Software Flouble vor. Dabei handelt es sich um eine elektronische Grifftabelle für Doppelklänge. Alle verfügbaren Kombinationen, dargestellt in einer Art Periodensystem der Griffe. Die Griffdarstellung umfasst Hinweise zur Schwierigkeit der Erzeugung, Position des Mundstücks den möglichen Dynamikstufen des Klangs und Klangdateien, die den Ton vorspielen. Ergänzt wird das Ganze durch Filterfunktionen, ein umfassendes Handbuch und verschiedene Lehrvideos. Alles zusammen gibt es auf DVD für 25 Euro, lauffährig auf Windows und Mac. Keine schlechte Investition für jeden, der sich ausführlicher mit neuen Spieltechniken befassen oder für die Flöte komponieren möchte.

Zu der Zeit ahnte ich noch nicht, wie lange der Tag werden würde. Weil es heute aber weiter geht und jetzt das Frühstück ruft, folgen Berichte zum weiteren Verlauf (Masterclasses von Andrea Lieberknecht und Felix Renggli sowie zahlreiche Konzerte) irgendwann später.…. natürlich auch von den weiteren Tagen.

Auf in die zweite Runde…..

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