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Ich muss gestehen, ich habe die Werke von John Cage immer eher als "Verarschung" der klassischen Musik angesehen und war auch kein großer Freund von ihm und seiner Musik. Heute habe ich allerdings eine Fernsehreportage über ihn gesehen, in der auch zahlreiche Interviewausschnitte mit ihm kamen. Und obwohl ich ihn natürlich nicht kannte, war seine Ausstrahlung so positiv, dass ich geradezu begeistert bin. Ein sehr sympathischer und philosophischer Mensch, wie mir scheint, von dem man mehr und anderes als Musik hätte lernen können. Es war natürlich nur ein Fernsehfilm…. aber sehr beeindruckend. Vielleicht ein Anstoß für nähere Blicke auf ihn und sein Werk….

Hier ein kleiner Überblick über Silvester- und Neujahrskonzerte sowie weitere Klassikangebote im Fernsehen:

  • 31.12. 9.25-11.00 WDR-Fernsehen: Aufzeichnung des Silvesterkonzerts der Berliner Philharmoniker von 2011 mit dem Pianisten Jewgenij Kissin. 
  • 31.12. 17.25-18.50 im Ersten: das diesjährige Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker mit Cecilia Bartoli
  • 31.12. 18.10-20.00 auf ARTE: Silvestergala aus dem Festspielhaus Baden-Baden. Olga Peretyatko, Rolando Villazón sowie der Bariton Thomas Hampson, begleitet  vom Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada geben Verdi.
  • 1.1.13 6.00-7.00 Uhr auf ARTE: Klavierquintett von Cesar Franck mit Jean-Yves Thibaudet und friends beim Verbier Festival 2009
  • 1.1.13 9:05-10.00 Uhr auf 3sat: Carlos Kleiber: Ich bin der Welt abhanden gekommen; ein Film-Porträt von Georg Wübbolt
  • 1.1.13 9.15-10.25 Uhr WDR-Fernsehen: Jukka-Pekka Saraste dirigiert Beethovens 9. Sinfonie (Aufzeichnung aus der Kölner Philharmonie vom März 2011)
  • 1.1.13 11.15-13.55 Uhr im ZDF: Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker (auch als Livestream im Internet)
  • 1.1.13 19.15-20.20 Uhr auf ARTE: Neujahrskonzert aus Venedig, dirigiert von Sir John Eliot Gardiner

Es gibt noch reichlich mehr, Opern, Operetten, Klavierkonzerte… ein Blick ins Programm lohnt sich auf jeden Fall. Verdi und Wagner feiern 2013 200. Geburtstag… und es geht gleich am ersten Tag so richtig los. Pop und Rock gibt es natürlich auch ohne Ende…. (ich empfehle Billy Joel live im Shea Stadium :)). Dann also mit dem angemessenen Glissando ins neue Jahr!

 

Atemlosigkeit

2 Kommentare

Normalerweise bin ich relativ wenig nervös, wenn ich irgendwo spielen muss. Die Nervosität, die da ist, verschwindet dann auch in der Regel beim Spielen. An Heilig Abend war das leider ein bisschen anders. Ich habe mit dem Trio (Flöte – Klarinette und Klavier) zum ersten Mal wirklich ganz öffentlich gespielt. Im 18 Uhr Gottesdienst der evangelischen Kirche in Brauweiler haben wir eine Triosonate von Reinhard Keiser und die Sicilienne von Faure gespielt. Das Trio ist für mich die musikalisch fortgeschrittenste Besetzung in der ich derzeit spiele. Bei uns passt irgendwie alles gut zusammen und so können wir auf Augenhöhe entspannt miteinander musizieren, Dynamik, Agogik, Kommunikation, Intonation…. es klappt einfach. Ich glaube, das war auch der Grund dafür, übermäßig nervös zu sein. Ich wollte alles, wollte die Qualität aus der Probe auch öffentlich reproduzieren können. Das Ergebnis war ein dicker Klumpen an der Stelle, an der normalerweise das Zwerchfell sitzt. Tiefe Atmung ging einfach nicht und leider hat sich das auch während des ganzen Gottesdienstes nicht wirklich geändert.

Diese Erfahrung passte in einen Themenkomplex, der mich schon eine Weile beschäftigt. Atemlosigkeit, Tiefatmung, Luftführung… ein total wichtiges Thema beim Flöte spielen.

Ich hatte die letzten Jahre immer extrem das Gefühl, viel zu wenig Luft zu haben. Insbesondere auch nachdem ich vor ca. 5 Jahren meine neue Flöte gekauft habe. Ein anderer Schnitt des Mundlochs, ein dickwandigeres Instrument… man braucht mehr Luft für die gleiche Phrase. Ich war lange sehr unzufrieden. Im vergangenen Jahr hat sich das sehr gebessert, mittlerweile bin ich manchmal richtig stolz, wie weit ich mit einem Atem kommen kann und ich habe wieder viel mehr Spielraum für die musikalische Gestaltung. Wie kommt das?

Die Reichweite des Atems wird logischerweise hauptsächlich von zwei Faktoren beeinflusst: der Menge der verfügbaren Luft (Atemvolumen) und dem Verbrauch beim Spielen. Ich denke, bei mir hat sich beides gewandelt. Für den Verbrauch ist es wichtig, jeden Ton exakt anzuspielen, so dass möglichst keine Luft vergeudet wird. Für das Atemvolumen ist wichtig, wie man Luft holt, welche Räume man im Körper nutzen kann und wie man das Ein- und Ausströmen kontrollieren bzw. geschehen lassen kann.

In beiden Punkten habe ich in den letzten zwei Jahren im Unterricht viel gelernt. Gleichzeitig hatte ich aber fast ungewollt Unterstützung von anderer Seite. Ich gehe seit einigen Jahren regelmäßig in eine Übungsstunde für den Rücken. Angefangen habe ich mit Gyrotonics. Nach dem Wechsel meines „Therapeuten“ wird das Programm jetzt auch mit Feltenkrais ergänzt. Ich hatte schon dauernd das subjektive Gefühl, dass diese Übungen, die auch die Rippen lockern, neue Bewegungsmuster, eine bessere Haltung, die Entspannung der Schultern und viele andere Effekte mit sich bringen, meine Atemkapazität verbessern. Aber das war natürlich nur ein Gefühl.

Was ich im Unterricht erklärt bekam, konnte ich meiner Meinung nach teilweise nur umsetzen, weil ich durch die Übungen ein Bewusstsein für Muskeln und Körperpartien gewonnen habe, die ich in meinem Bürojob jahrelang ignoriert oder misshandelt hatte und die auch erst durch die Übungen wieder beweglich geworden sind. Diese Kombination war für mich sehr fruchtbar.

Eine Bestätigung für meine Vermutung habe ich vergangene Woche beim Beginn der Lektüre des Büchlein Atem-Tonus-Ton gefunden. Das „Übungsbuch für Neugierige“ wendet sich speziell an Flötisten. Und siehe da, in diesem Büchlein habe ich viele mir schon aus meinem Rückentraining bekannte Übungen wieder entdeckt, die hier explizit dem Zweck der Unterstützung von Atmung und Flötenspiel gewidmet sind. Mein Gefühl hat also nicht getäuscht.

Ich denke, für jeden Blasmusiker kann es nur von Vorteil sein, seinen Körper besser kennen zu lernen und ihn ergonomischer einzusetzen. Das kann zu einem Füllhorn neuer Möglichkeiten führen. Zu den Details bezüglich des Büchleins werde ich in Kürze noch einen Bericht schreiben, wenn ich durch bin und die Sachen mal alle ausgetestet habe. Die Vertrautheit mit einigen der Übungen zusammen mit der von mir empfundenen Veränderung meines Flötenspiels seit ich in dieser Richtung aktiv bin, machen mich aber auch hinsichtlich des vorgeschlagenen Übungsprogramms sehr optimistisch.

In Schloß Reinbek ist am 26. Januar ab 20 Uhr die schöne Besetzung Flöte mit Gitarre zu hören. Es spielen Christiane Carstensen (Flöte) und Ulf Mummert (Gitarre). Der Eintritt kostet 20 Euro.

Am 8. April 2013 spielt Emmanuel Pahud  um 20 Uhr im Hörsaal H1 der Universität Münster. Ich weiß leider weder Besetzung noch Programm.

In Chêne-Bourg spielen am 10. März 2013 Natasa Maric und Joanna Brzezinska ein Konzert für Flöte und Klavier im Salle Point favre. Es geht los um 17 Uhr.

Vom 10.-16. August 2013 findet in Springiersbach ein Flötenkurs mit Natalia Gerakis statt. Geübt wird Repertoire für Flöte solo oder für Flöte mit Klavier. Die Teilnahme kostet aktiv 300 Euro, passiv nur 80 Euro. Alle Infos ganz kompakt gibt es auf dem Infoflyer.

Die Landesmusikschule Obernberg in Österreich hat eine Stelle für Querflötenunterricht zu besetzen. Die Bewerbungsfrist endet am 14. Januar 2013. Alle Bewerbungsformalitäten finden sich hier.

Der typische kleine, gelbe Reclam-Band enthält ca. 180 Kurzdarstellungen von Komponisten aller Epochen. Die Darstellungen sind chronologisch sortiert und umfassen jeweils ein Bildnis (je nach Alter gemalt oder fotografiert) des dargestellten und eine tabellarische Biographie.

In der Einleitung jedes Porträts wird Bedeutung, Stilrichtung und Genre des jeweiligen Komponisten zusammengefasst dargestellt. Die folgende stichpunktartige Darstellung in der Form  „Jahreszahl – Text“ (genau wie in den Flutepage-Biographien) listet primär die Hauptwerke auf, häufig mit einer kurzen stilistischen Einordnung oder Nennung von speziellen Charakteristika. Beinahe alle Porträts umfassen exakt eine Seite Text, die wenigen Ausnahmen sind die ganz großen Namen wie Bach oder MozartDie Auswahl der Komponisten schien mir etwas opernlastig.

Da Flötenwerke in der Regel nicht die bedeutendsten Kompositionen der jeweiligen Komponisten darstellen, findet man hierzu nur in wenigen Ausnahmen etwas. Die sonstigen biographischen Angaben beziehen sich hauptsächlich auf die Ausbildung und Anstellungen.

Das Büchlein ist als Nachschlagewerk sehr brauchbar, wenn es einem primär um die Werke geht oder man eine stilistische Entwicklung nachverfolgen möchte. Die bildliche Darstellung der portraitierten Komponisten finde ich sehr hilfreich, da einem das einen zusätzlichen Zugang, eine Vorstellung zur Person ermöglicht. Fürs Nachschlagen findet man neben dem chronologischen Inhaltsverzeichnis am Ende auch ein alphabetisches Namensregister. Wohl durchdacht also, was ich von Reclam auch nicht anders erwartet hätte. Hier die bibliographischen Angaben zu dem Bändlein:

Komponisten-Porträts

Bilder und Daten

von Elisabeth Schmierer

Philipp Reclam jun. Stuttgart, 2003

ISBN 3-15-018268-9

Es gibt aber anscheinend eine neuere Ausgabe aus 2010.

Frohe Weihnachten

1 Kommentar

Allen gelegentlichen und regelmässigen Lesern wünsche ich frohe Weihnachten, eine ruhige Zeit zum Erholen und Besinnen und insbesondere viel Freude am weihnachtlichen Musizieren ob im Familienkreis oder im Gottesdienst. Ich finde immer, das ist der stimmungsvollste Moment, das wahre Weihnachten zwischen all dem Stress, Geschenken, Kochen und Essen. Lasst es Euch gut gehen und danke für Euer Interessse auch in 2012!

Liebe Grüße

Claudia

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