Vor einigen Wochen habe ich vom Abschied eines guten Freundes aus dem Amt des Kirchenmusikers hier in Köln-Bilderstöckchen berichtet. Inzwischen habe ich mit ihm an seiner neuen Wirkungsstätte in Bergheim schon einmal musiziert und dort eine neue Kirche, neue Orgel, eine Pfarrerin, mit einem mir sympathischen Predigtstil und einige freundliche Gemeindemitglieder kennengelernt.

Als Tüpfelchen auf dem i hatten wir vergangenen Sonntag noch einen letzten Familiengottesdienst in Bilderstöckchen zu bestreiten. Es gab eine Kantate für Kinderchor (Ich darf sicher sein) aus Thomas‘ Feder. Die Kinder waren wirklich fantastisch und ich vollkommen fasziniert von deren entspanntem Umgang mit Taktwechseln und teilweise nicht einfachen Intervallen in dieser „Neuen Musik“. Klar, das Stück ist nicht hochkompliziert und auch nicht extrem schräg, hat eher einen leicht jazzigen Swing und klingt in meinen Ohren einfach nur wunderschön. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Taktwechsel und Einsätze manchen Erwachsenenchor ins Schwitzen brächten. Nicht so die Kinder, die singen es einfach. Sologesang und ein super sauber gespieltes Blockflötensolo rundeten das Ganze ab. Es war mir eine Freude, da mitmachen zu dürfen.

Zu den erfreulichen Pflichten gesellte sich außerdem eine freudige Überraschung, als mich ein früher Gottesdienstbesucher nach der Anspielprobe ansprach. Wir kennen uns, haben einige Wochen im gleichen Orchester gespielt. Das wirklich umwerfende an diesem überraschenden Treffen war aber die Motivation, die ihn aus Wuppertal nach Köln befördert hatte: er hat sich auf die vakante Stelle des Organisten beworben. Natürlich garantiert eine Bewerbung noch nicht, dass er den Job auch bekommt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und ich wäre wirklich erfreut, mit ihm vielleicht auch künftig in dieser Gemeinde zu musizieren. Irgendwie ist es eben schön, in bekanntem Umfeld weiterhin wirken zu können…. warten wir es also ab…. Und da sieht man mal wieder: jedes Ende ist auch ein Anfang. Und wenn alles gut laufen würde, dann hätte ich durch den Weggang von Thomas am Ende vielleicht einfach zwei Gemeinden, in denen ich ab und an Musik machen kann, statt wie bisher nur eine 🙂