Ich fürchte, das ist nicht meine Stärke… das Abschiednehmen. Heute war es aber wieder mal soweit. Seit ca. 15 Jahren spiele ich mit und für Thomas Pehlken, mein längster musikalischer Kontakt im Rheinland, eine feste Größe für mich. Auch wenn wir nicht soooooo oft zusammen spielen, ist es doch eine musikalische Freundschaft für mich geworden, zumal ich seine Eigenkompositionen sehr schätze.

Am häufigsten haben wir in der Nathanaelkirche in Köln-Bilderstöckchen gespielt. Das war “seine” Gemeinde, da war er Kirchenmusiker, schon seit Beginn des Studiums (einige Jahre, bevor wir uns kennengelernt haben). Wenn ich sage, dass er Kirchenmusiker dort war, heißt das eine Neun-Stunden-Anstellung als C-Musiker. Die Vergangenheitsform ergibt sich, weil ab Mai dort jemand anders an der Orgel sitzen wird. Thomas wechselt nach Bergheim. Das ist ein wirklich guter Schritt für ihn und ich glaube auch, dass wir weiterhin miteinander musizieren werden. Und trotzdem war der heutige Abschiedsgottesdienst mit anschließendem Matineekonzert für mich sehr emotional.

Das war meine einzige musikalische “Heimat” in Köln, alles andere spielt sich im Umland ab. Es war so was wie meine Heimgemeinde (auch wenn ich aus der Kirche ausgetreten bin). Es waren viele zumindest vom Sehen bekannte Menschen, die mich auch kannten, es war ein lieb gewordenes Stückchen Köln, eine Kirche, die ich für einen Gottesdienst in nur höchstens 10 Minuten erreichen konnte. Die einzige Größe, die fast meine komplette Zeit hier im Rheinland konstant geblieben ist. Alles vorbei…. schon schade. Natürlich freue ich mich für Thomas und auch auf neue Konstellationen in Bergheim. Aber das Abschiedsgefühl ist da, ein Tränchen habe ich heute morgen verdrückt und traurig bin ich, dass nun Köln ein musikalischer weißer Fleck auf meiner privaten Landkarte wird. Ist da vielleicht ein Leser, der hier irgendwo orgelt und gelegentlich eine Flöte brauchen kann? Die Hoffnung stirbt zuletzt  :-D