Vielleicht eine der berühmtesten Arien überhaupt. Wir haben diese wunderbare Melodie aus dem Don Giovanni schon in der Grundschule in Musik behandelt (was sich mir bis heute eingeprägt hat). Die Variationen aus Beethovens Feder über diese Arie gibt es in zahlreichen Besetzungen unter Flötenbeteiligung (drei Flöten, Flöte – Klarinette – Fagott, Flöte – Violine – Bratsche und sicher noch in manch anderer Bearbeitung). Und nun habe ich einen Roman gelesen, in dem auch gerade diese Arie eine zentrale Rolle spielt.

Mal wieder ein Buch von dem von mir so gerne gelesenen Hanns-Josef Ortheil: Die Nacht des Don Juan. Es dreht sich, wie man aus dem Titel schon erahnen kann, um die Entstehung der Oper Don Giovanni. Die Geschichte handelt in Prag (logisch, da wurde Don Giovanni uraufgeführt). Neben den zu erwartenden Figuren Mozarts und seiner Frau sowie des Librettisten da Ponte, stehen Casanova und der Haushalt seines Gastgebers, des Grafen Pachta, im Zentrum der Geschichte.

Meines Wissens vermutet man, dass Casanova sich tatsächlich in Prag aufhielt zur Premiere von Don Giovanni, die Geschichte, die ihm eine Mitwirkung am Zustandekommen der Premiere unterstellt, stimmt vermutlich so aber nicht. Das tut dem Lesegenuss aber keinen Abbruch.

Das Buch beschreibt ein sehr sympathisches Paar Wolfgang Amadeus – Constanze, es handelt von Musik, Liebe und Genuss (wie oft und gerne bei Ortheil) und wählt eine Sprache, die einem das Prag des 18. Jahrhunderts und die Figuren sehr nahe kommen lässt. Es ist unverkennbar, dass Ortheil Mozart liebt. Er schafft es, in Worten die Musik so zu beschreiben, dass man den Wunsch hat, eine Don Giovanni-Aufführung zu besuchen (am liebsten sofort).

Kurz, es ist ein Buch, das mir warm ums Herz gemacht hat. Ein Buch für Musikliebhaber und auch für diejenigen, die gerne historische Romane lesen.