Aktuell habe ich mich bis zum Buchstaben L durchgearbeitet. Da das beinahe die Hälfte ist, denke ich, kann ich schon mal ein paar meiner Eindrücke hier von mir geben.

Das Lexikon erweckt den Eindruck, einen Spagat zwischen Nachschlagewerk und “interessanter Lektüre” versuchen zu wollen. Leider gelingt das nicht so gut, finde ich. Die Artikel sind in Stil und Länge sehr unterschiedlich. Gerade bei den Biographien, von denen ich am meisten gelesen habe, wird häufig sehr viel Information außen herum mit in die Artikel hineingepackt. Leider sind auch viele biographische Daten nicht korrekt (verglichen mit diversen Quellen im Internet). Viele Texte gleiten in eine sehr subjektiv erscheinende Darstellung ab. Auch die Auswahl der aufgenommenen Personen ist für mich in vielen Einzelfällen nicht ganz nachvollziehbar.

Toll ist die große Ansammlung von Informationen zum Repertoire der Flöte. Da gibt es vieles rund um die Werke und auch einfache Listen von Werken mit Flöte am Ende von biographischen Artikeln. Der Versuch, flötistische Inhalte (soll heißen Anleitungen zu Spieltechnik) in ein Lexikon zu packen, war mutig, konnte aber eigentlich nicht wirklich klappen, denke ich. Vieles ist hier ja auch sehr subjektiv und ich erwarte von einem Lexikon eine mehr sachliche, objektive Darstellung. Kurz, man würde sich häufig eher trocknere, sachliche oder gar wissenschaftliche Definitionen wünschen und findet stattdessen eher persönliche Ansichten oder auf andere Art nicht sehr sachlich wirkende Prosa (kann ich schwer in Worte fassen).

Bei den Artikeln zu Personen würde ich mir unterhalb des Namens neben den Lebensdaten noch jeweils ein Stichwort zur Einordnung wünschen (Flötist, Blockflötist, Komponist oder ähnliches). Das ist vermutlich für jemand, der gezielt nach jemandem sucht nicht so wichtig, aber durch die teils sehr ausführlichen Artikel und den Schreibstil ist das Lexikon sowieso nur bedingt als Nachschlagewerk anzusehen.

Kurz, für weitere Auflagen ist auf umfangreichen Feinschliff zu hoffen. Das ganze ist ja auch ein echtes Mammutwerk mit über 900 Seiten.