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Am 24. Oktober wurde gegen Mittag (12 Uhr) einer Flötistin ihre goldene Brannen-Cooper aus dem Thalys-Zug zwischen Paris und Rotterdam gestohlen. Es handelt sich um das Instrument mit der Nummer 2833.

Sollte jemandem das Instrument zum Kauf angeboten werden, bitte die Polizei benachrichtigen. Die Eigentümerien, Juliette Hurel, wäre sehr dankbar.

Ich bitte also um Aufmerksamkeit!

Eva Kingma ist eine holländische Flötenbauerin, die sich insbesondere auf die tiefen Instrumente der Querflötenfamilie spezialisiert hat. Daneben hat sie das Böhmsystem erweitert und mit ihrem Kingma-System das Spiel von Viertelstönen ermöglicht. Ihre tiefen Flöten sind außerdem auch mit Ringklappen erhältlich. Alles in allem also eine sehr innovative Frau, die kennenzulernen und deren Instrumente zu testen wohl einen Tag Urlaub wert war.

Die zündende Idee dazu kam von Christian, meinem Co-Autor hier im Blog, der bei Brannen in Amerika eine Kingma-System-Flöte gesehen hatte und nun mehr wollte. Wir haben uns also dort verabredet.

Nach ziemlich exakt drei Stunden Fahrt auf einer beinahe leeren Autobahn und durch idyllische Alleen zwischen weidenden Pferden auf dunstig umnebelten Weiden kam ich in Grolloo an. Einem malerischen kleinen Dörfchen irgendwo im Nirgendwo (bin aber auch gar nicht fit in Niederländischer Geographie).

Da mein Kollege leider verkehrstechnisch ausgebremst wurde, hatte ich das Privileg, zuerst zu klingeln und die geräumige helle Werkstatt zu bestaunen, in der die Rohlinge für Subcontrabass-Flöten einen fast an eine Klempnerwerkstatt erinnern konnten. Frau Kingma empfing mich mehr als freundlich, Kaffee und eine Führung eingeschlossen. In solchen Momenten merke ich immer noch, warum ich eigentlich auch mal Ingenieur gelernt habe, die ganzen technischen Details und Werkzeuge können mich auch als Schreibtischtäter noch immer begeistern.

Das umgebaute Häuschen von der vergangenen Jahrhundertwende zeichnet sich nach Kingma’s umfangreichen Umbau durch reichlich Licht, helle Farben und großzügige Räume aus. Im Erdgeschoss die Werkstatt mit insgesamt drei Arbeitsplätzen, unter dem Dach ein großer Präsentationsraum mit Büroecke, Couch und Instrumenten.

Beim Probespielen bereute ich als erstes, dass ich mich nicht ein paar Tage zuvor mehr mit meiner Altflöte befasst hatte und daher zunächst mal „üben“ musste. Altflöte ist ein eigenständiges Instrument. Und auch wenn man die Griffe kann und ein Ton rauskommt, so ist doch der Anblaswinkel und der Ansatz hier meiner Meinung nach übewürdig und anders als bei der „normalen“ Flöte.

Ich habe die letzten Wochen zwar gelegentlich auf meiner Jupiter-Alt gespielt, aber nur kurz und es war auch schon einige Tage her.  Trotz allem war der Unterschied meines Billiginstruments zu diesen handgemachten Altflöten naturgemäß sehr spürbar. Zunächst einmal waren die Kingma-Altflöten ergonomisch sehr viel angenehmer (das gilt naturgemäß für die Ringklappenversion nicht in gleichem Maße wie für die mit geschlossenen Klappen, zumal mit kleinen Händen wie meinen). Die Ansprache ist in allen Lagen weich wie Butter und der Ton hat einen wirklichen Kern, wohingegen meine Altflöte immer klingt, als fehle im Zentrum des Tones irgendwas (wie ein Gespensterton).

Nach ein paar Stunden vergleichen der Instrumente mit offenen und geschlossenen Klappen, mit der weiteren und engeren Bohrung sowie der verschiedenen Altflötenköpfe hatte ich am Ende gar nicht mehr dieses Gefühl, eine übergroße, sperrige Flöte in der Hand zu haben. Es fühlte sich einfach an wie Flötespielen. Das fand ich schon sehr erstaunlich, da ich vom Spielen meines eigenen Instruments leicht Schmerzen in Schulter, Nacken und Rücken bekomme.

Nach dem dann der „verkehrsbehinderte“ Christian angekommen war, erhielten wir neben einem weiteren Kaffee eine Kurzeinweisung in das Kingma-System. Im Grundsatz funktioniert die Vierteltonmechanik, indem im Böhmsystem geschlossene Klappen sozusagen als Ringklappen konstruiert werden, für deren Loch in der Mitte dann eine zweite Klappe auf die Klappe aufgesetzt wird. Dazu kommen ein oder zwei zusätzliche Klappen für Tonlöcher direkt im Flötenrohr. Auch für diese zusätzlichen Klappen ist der Durchmesser der Tonlöcher etwa halb so groß wie der der regulären Tonlöcher, da ja der erzielte Tonhöhenunterschied auch nur ein Viertelton ist.

Neben der Genialität der Idee an sich ist eine Hauptfaszination des Systems für mich die Eleganz, mit der sich die zusätzlichen Klappen in das bekannte Griffsystem einfügen. Man kann eine Kingma-System-Flöte einfach spielen und die zusätzlichen Klappen komplett ignorieren. Ich habe in etwa 10 Minuten benötigt, um eine Vierteltonskala auf dem Instrument zu spielen, da sich die zusätzlichen Klappen immer in der Nähe der passenden regulären Klappen befinden und man so nicht viel nachdenken muss. Zum Beispiel liegen die Klappen zum Erhöhen des C2 direkt beim linken Zeigefinger. Das Kingma-System ist erhältlich auf den tiefen Kingma-Flöten, wird aber auch für normale C-Flöten angeboten, in diesem Fall hat man die Wahl zwischen einer Kingma-Brannen oder einer Kingma-Sankyo (mit den zu erwartenden Preisdifferenzen).

Das dritte Testobjekt war die Bassflöte. Bei Kingma sind Bassflöten wahlweise mit gebogenem Kopf als Querversion oder als T-Version senkrecht vor einem stehend mit einer Art Cello-Dorn erhältlich. Beide Modelle haben die bei der Altflöte bereits festgestellte durchgängig leichte Ansprache und einen satten warmen Klang. Ich war überrascht, wie einfach es war, auf Anhieb mit dem Instrument zurecht zu kommen. Ich fand es viel einfacher, als die ersten Versuche auf meiner eigenen Altflöte.

Auch bei den Bassflöten und den weiteren noch größeren Vertretern (Subcontrabass, Contrabass und Contr’alto) steht Ergonomie im Vordergrund. Aufgrund des Gewichtes wird daher auch Messing statt Silber eingesetzt, wodurch eine Bassflöte auch billiger wird als eine Altflöte (aus silber). Die Anordnung der Klappen wird wo nötig auch an die Bedürfnisse des Bestellers angepasst.

Wie vielleicht die Länge des Reiseberichts schon zeigt, hat mich diese Visite mehr als begeistert. Eva Kingma wird seit Jahrzehnten von einer Klangvorstellung für tiefe Flöten geleitet. Sie arbeitet die letzten Jahre zusammen mit Matthias Ziegler zusammen an der Weiterentwicklung ihrer Flöten. Auch seine Matsumiflöte (mit resonierender Membran) wird bei Kingma weiterentwickelt. Neben den eigenen Entwicklungen hatten wir auch Gelegenheit einen Zugkopf von Robert Dick, mit dem Frau Kingma früher eng zusammengearbeitet hat und den sie weiterhin unterstützt, zu sehen und zu hören. Bei diesem Kopf lässt sich die Mundlochplatte mit einem Teil des Kopfes verschieben, in dem man die Kinnpartie mit einer Art Klammer mit dem Mundstück verbindet und dann die Flöte verschiebt und so die Länge des Kopfes verändert.

Alles in allem ist dieses kleine Häuschen in Holland eine Ideenschmiede, die wohl auf diesem Gebiet ihres gleichen sucht. Die Offenheit zu Experimenten, die Begeisterung mit der Ideen verfolgt werden, sucht Ihres gleichen. Wunderbar, dass es solchen Enthusiasmus gibt und wir alle davon mitprofitieren können.

Die Kingma-Altflöten heißen übrigens ab jetzt Kingma-Brannen-Flöten und werden in einer Cooperation zwischen Frau Kingma und Herrn Brannen weiterentwickelt. Die Firma Brannen-Cooper hat damit nichts zu tun, diese wurde von Herrn Brannen verkauft, der sich nun ganz seiner neuen Cooperation widmet.

Zum Abschied wurden wir mit Putztuch, Demonstrations-DVD (Matthias Ziegler auf Kingma-Flöten), einer Preisliste und einer Übersicht der Kingma-Flötenfamilie versorgt. Jetzt habe ich zu grübeln. Ich fürchte, ich habe mich infiziert. Der Unterschied zwischen meiner Altflöte und einer Kingma ist einfach unfassbar. Eventuell werde ich den Service nutzen, meinen Kopf von Kingma umrüsten zu lassen und so zumindestens die Ansprache und den Klang zu verbessern (Austausch von Mundlochplatte und Kamin). Oder aber doch eine ganze Kingma-Alt und meine verkaufen? Oder vielleicht eine Bassflöte und damit eine Menge zusätzliches Repertoire für das Querflötenquartett erschließen? Es gibt so viele Möglichkeiten…..

Ich kann erst mal nur Danke sagen für die Zeit, die Einblicke und einen wirklich tollen Tag!

Mal wieder, immer wieder…. ein spannendes Thema eben.

Meine Kaufwut in Sachen Noten wird häufig von CDs inspiriert. Und häufig sind die zu hörenden Werke leider gar nicht so einfach aufzutreiben. In letzter Zeit waren die Objekte der Begierde Werke von Arnold, Riisager und Kvandal. Von allen dreien bekommt man in den gängigen Notenhandlungen das eine oder andere, aber leider nicht unbedingt das, was man gerne hätte. Was dann?

Zu einigen Komponisten (z. B. Arnold) gibt es umfangreiche und informative Webseiten, auf denen auch die verlegten Werke inklusive Verlagsangabe zu finden sind. Dann lohnt es immer, sich mal direkt an den Verlag zu wenden. Bei anderen kann man aus anderen verlegten Werken den Verlag rausbekommen. Skandinavier sind zum Beispiel sehr häufig bei Hansen verlegt, oder bei Musikkhuuset (oder so ähnlich). In vielen Ländern gibt es auch Informationszentren über einheimische Musik, die gerne nachhelfen. Ich habe auf meiner Suche bisher immer nur freundliche Auskünfte erhalten und kann das jedem nur empfehlen. Bei der Gelegenheit habe ich mich auch schon häufiger gefragt, was einen Händler dazu bewegt, nur eine Partitur anzubieten. Gibt es so viele Musikleser? Eigenartig. Es gibt sogar Kammermusik, von der nur der Partitur verlegt ist. Seltsam, finde ich…..

Das beste ist aber: Bei Bestellung im Ausland ist man häufig auch noch sehr viel billiger dran, als wenn man die Noten hier kauft. Beispiele:

Wind Quintet op. 2 von Malcolm Arnold:

Beim Verlag (QT Publications) in Großbritannien: 27,95 englische Pfund, das entspricht nach aktuellem Kurs ca. 32 Euro. Bei Notenbuch.de zahlt man für die gleiche Ausgabe 65 Euro.

Zweites Beispiel: Serenade von Riisager für Flöte, Violine und Cello. Bei Wilhelm Hansen direkt gibt es die Partitur für 63 DK, das sind nicht ganz 8,50 Euro. Bei Notenbuch.de zahlt man dafür die Hälfte mehr, über 12 Euro.

Das zeigt, man muss die Versandkosten auch bei Auslandsbestellungen gar nicht scheuen. Aber vergleichen, das sollte man (vorausgesetzt man findet mehrere mögliche Quellen). Und in diesem Fall kann sich dann auch kaum einer über die Globalisierung beschweren :)

Heute bin ich durchgekommen. Und meine Begeisterung hat mich durch das ganze Buch begleitet.

Zunächst zum Äußerlichen: Es handelt sich um ein ca. 1 cm starkes Buch in Klebebindung und DIN A 4 Format, vergleichbar mit einem Notenheft. Das ist nicht ganz zufällig, da das Buch vom Bärenreiter-Verlag herausgegeben wird.

Hans-Peter Schmitz bietet uns die Flötenschulen Fürstenau’s als Einführung in die Vortragsgepflogenheiten der Klassik und Romantik. Dabei werden ganze Absätze von Fürstenau zitiert und dazwischen durch Schmitz erläutert, in den Kontext der musikalischen Praxis zu Fürstenau’s Lebenszeiten gesetzt und für den heutigen Flötisten brauchbar gemacht. Es geht um die Gepflogenheiten in Sachen Verzierungen, Artikulation, Gestaltung. Wo kann ich atmen? Wieviel Freiheit ist zulässig? Wie werden Tempi richtig angesetzt etc.? Der Leser profitiert dabei von den umfassenden Kenntnissen Schmitz‘ ebenso wie von der großen Erfahrung Fürstenau’s.  Besonders wichtig finde ich, dass Schmitz auch Beispiele aus der Literatur (von Bach bis Mozart) anführt, in denen die Empfehlungen Fürstenau’s angewendet werden können, zudem wird darauf hingewiesen, wie spezifische Techniken und Aussagen von damals auf die heutige Flöte übertragen werden können, die sich ja technisch extrem von den Holzflöten zu Lebzeiten von Fürstenau unterscheiden.

Im Anhang sind auch die den Schulen beigefügten Duette, Soli und Stücke für Flöte und Klavier enthalten, die Klavierstimme sinnvollerweise in einem eigenen eingelegten Heft. Leider macht die Stärke des Heftes und die Klebebindung es extrem schwierig, diese Seiten aufzuschlagen, so dass sie auf dem Notenständer stehen bleiben und dennoch der Rücken nicht bricht. Abgesehen von dieser kleinen Trübung habe ich die Lektüre aber sehr spannend gefunden, auch wenn ich noch nicht ganz schlüssig bin, wie ich das gelesene verinnerlichen und in mein Spiel integrieren soll. Es gibt definitiv viele spannende Informationen, die ich jedem Interessierten nur empfehlen kann.

Spitz oder breit?

1 Kommentar

Ich bin total für breit :) Nein, Spaß beiseite. Was ich meine ist Förderung. Man unterscheidet immer so schön zwischen Spitzen- und Breitenförderung. Und ich bin ein großer Verfechter der Breitenförderung. Zumindestens bei Musik. Warum?

Ich glaube, der musikbegeisterte und -interessierte sowie -ausübende Teil der Bevölkerung schrumpft. Die Konzertsäle zeigen viele leere Plätze und viel Publikum im Rentenalter. Die Kinder singen kaum mehr, kennen keine Volks- oder Kinderlieder mehr und schon gar keine klassischen Titel.

Und ich glaube vor allem, dass das Musizieren keine elitäre Angelegenheit, kein Luxus und vor allem nichts Überflüssiges ist. Musik ist Kommunikation und Entspannung, es ist Miteinander und Gefühlsausdruck. Ich glaube, Musik ist etwas, das gerade solchen Kindern, die es schwer im Leben haben, eine Stütze sein kann. Musik selbst machen gibt einem eine Stimme, es liefert einem Erfolgserlebnisse, es bietet die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken oder auch, sich mal auszutoben. Es fördert die Konzentrationsfähigkeit und die Auffassungsgabe, die Fähigkeit assoziativ zu denken. Ich glaube, Musik schafft Chancen, fördert Kinder in allen Lebensbereichen und bietet uns eine Möglichkeit, Kinder zu integrieren, die anders vielleicht alleine blieben, keine Chancen hätten oder irgendwann in Verzweiflung und Gewalt enden.

Darum bin ich für Breitenförderung, weil ich denke, wenn wir Spitzenförderung betreiben, dann werden diese Spitzenmusiker irgendwann vor leeren Sälen spielen, dann wird sich auch im Kulturellen unser Land immer mehr aufspalten in eine kleine spezialisierte Gruppe und einen Haufen uninteressierter. Volksmusik im Sinne eines Volkes, das an der Musik aktiv teil hat, das glaube ich, würde auch dem gesellschaftlichen Autismus entgegenwirken und zu mehr Miteinander führen. Immerhin muss wer Musik macht auch das Hinhören trainieren.

Wie komme ich darauf gerade heute? Heute morgen bin ich in eine Reportage über die Stiftung „Jedem Kind ein Instrument gestolpert“ (JeKi). Und es war so schön zu sehen, wie begeistert diese Kinder waren und wie stolz. Kinder mit Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnissen, mit einem Halt in Form ihres eigenen Instruments. Ich finde, das ist das Größte überhaupt.

Meine Flöte ist mein Freund, seit dreißig Jahren. Wenn es mir schlecht geht, kann ich spielen. Ich habe unzählige liebe menschliche Freunde über das Musizieren kennengelernt, ich habe Zuhören gelernt und ich kann auch mal Trauer oder Freude einfach in die Welt blasen. Ich bin mir ganz sicher, ich wäre heute nicht die, die ich bin, wenn ich nicht diese Möglichkeit gehabt hätte, Musik zu machen. Das ist ein Geschenk und ich finde, dieses Geschenk sollten noch viel mehr Kinder bekommen. Darum hier noch ein paar Adressen zum Thema:

Bertelsmann-Stiftung,

Stiftung Kinder brauchen Musik (Rolf Zuckowski),

Castringius-Stiftung (München),

Baydur-Stiftung,

Haspa-Musikstiftung (Hamburg),

Robert-Bosch-Stiftung

da scheine ich wohl nicht alleine mit diesem Anliegen zu sein.

Glück im Unglück

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Letzten Sonntag kam ich hungrig von einer langen Probe und habe mich auf den Rest eines Brotlaibs gestürzt. Und vor lauter Gier und Müdigkeit habe ich außer dem Brot auch gleich noch einen Zipfel meiner Fingerspitze abgeschnitten, beinahe wenigstens. Linker Stinkefinger. Panikattacke, wächst das wieder an? Reicht die Fingerkuppe noch für Ringklappen abdecken? Wie ist das, wenn da kein Gefühl mehr drin sein sollte anschließend mit dem Spielen? Horrorszenarien vor dem inneren Auge.

Da zog ich also am nächsten Tag los und versuchte in meiner Mittagspause beim nahegelegenen Musikalienhändler Tonger Stöpsel zum Verschließen von Ringklappen zu bekommen. Hab ich auch bekommen, wusste allerdings nicht, in welcher Größe ich die brauche. Also beide verfügbaren Kaliber mitgenommen. 1,5o Euro pro Stück, das sind auch Preise vom Mann im Mond. Aber ich wollte ja üben, also Notkauf…..

Abends dann der Test. Und es ging. Und zwar ohne Stöpsel einfach mit Pflasterfinger auf Klappe. Komisches Gefühl, aber dicht. Keine Schmerzen. Prima also und für meine Verhältnisse recht ausführlich geübt. Einzige wesentliche Veränderung: wenn ich zu doll auf die Klappe drücke, tut’s ein bisschen weh. Also eine gute Kontrolle, locker zu bleiben.

Am nächsten Tag dann voller Vorfreude wieder ran an die Flöte. Und da tut es das tiefe d kaum noch. Verwunderung. Passt das Pflaster heute nicht so gut aufs Loch? Das war es aber nicht. Irgendwo deckte die Flöte gar nicht gut. Hatte die Wochen zuvor schon manchmal den Eindruck, dass nicht alles perfekt war, konnte aber nicht recht sagen, ob es an mir lag oder am Instrument.

Also am nächsten Morgen Termin beim Flötenbauer gemacht. Flöte vorbeigebracht, Schnelldiagnose: in der linken Hand sind zwei Polster runtergespielt. Nach nur einem Jahr. Da habe ich aber mal viel geübt :) Glücklicherweise ist Herr Siewers bereit, die Reparatur spontan einzuschieben.

Und mein Glück daran? Ich muss sowieso auf Dienstreise, sitze im Moment im Hotel und hätte heute nicht üben können. Normalerweise ärgere ich mich da immer und fühle mich durch meinen Job musikalisch ausgebremst. Heute aber ist das anders, weil da ja gar keine Flöte zum Üben wäre. Und durch den noch immer kaputten Finger habe ich jetzt die Gelegenheit, den offensichtlich übermässigen Druck von Ring- und Mittelfinger links durch Schmerzwarnung vielleicht weg zu trainieren. Irgendwie passten jetzt doch noch alle Pannen un Übehindernisse zusammen und liefern so was wie eine neue Erkenntnis (drücke zu doll). Und besser jetzt, als Ausfall des Instruments kurz vor den bald anstehenden Konzerten. Man betrachte die Dinge positiv (nach dem Schreck vom blutenden Finger und der defekten Flöte). Ich freu mich schon auf die Probe kommenden Samstag mit frischer Flöte in alter Zuverlässigkeit. Danke Herr Siewers!

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