Gemeint ist diesmal Musik aus der Dose. Wie hier bereits berichtet, höre ich Musik beim Arbeiten. Meine komplette klassische CD-Sammlung habe ich auf eine externe Festplatte gepackt und höre eigentlich den ganzen Tag. Das macht mich entspannter und führt dazu, dass ich all die Musik, die Jahre lang in meinem Regal verstaubte und viel zu selten einen Player von innen erblickte, nun in der Tat hinkommt, wo sie hingehört: in mein Ohr.

Früher hatte ich ein echtes Problem mit dem Hören der Klassiker. In meiner vorletzten Wohnung lief beim Wochenend-Frühstück klassische Musik. Meist sinfonisches und zwar die dicken Dinger (Bruckner, Mahler und ähnliches). Mit dem Wechsel der Wohnung stellte ich das ausgiebige Wochenendfrühstück mangels naheliegendem Bäcker ein und fortan lief Klassik nur noch beim Putzen.

Im Auto zeigten mehrere Versuche, dass mein Auto so laut war, dass die Pianostellen verschwanden, bzw. ich dann das Radio so laut drehte, dass beim nächsten Forte ein Unfall vor Schreck drohte. Meine Motorisierung zu jener Zeit erlaubte also beim Fahren nur das Hören von undynamischen Rock oder Pop.

Seit ca. 1,5 Jahren nun also Klassik im Büro, aber auch im Auto, da mein neues Wägelchen, dank aktuellerer Technik und Hybridantrieb, auch klassische Musik erlaubt.

Alles in allem eine wunderbare Entwicklung, die aber leider auch dazu führt, dass ich diese Woche das erste Mal das dringende Bedürfnis hatte, was frisches auf die Ohren zu bekommen. Also habe ich CDs bestellt.

Normalerweise kaufe ich relativ gezielt. Entweder benötige ich Aufnahmen von Stücken, die ich im Unterricht oder im Ensemble spielen soll und erst mal hören will. In diesen Fällen suche ich mir idealerweise zwei bis drei verschiedene Interpretationen. Einerseits von den mir besonders musikalisch sympathischen Interpreten, andererseits zum Vergleich auch von den mir noch vollkommen unbekannten. Ähnlich funktioniert es, wenn ich durch Konzert, Buch, TV oder Radio auf ein Stück oder einen Komponisten, Interpreten gestoßen bin, den oder das ich gerne haben und hören möchte. Einfache Sache also. Das geht auch für ganze Gattungen, z. B. nach Start eines neuen Ensembles oder Planung einer neuen Kammermusikaktivität (Auftrag: kaufe Bläserquintette oder kaufe Flöte und Gitarre). Diesmal aber wollte ich einfach “Mehr Musik”. Tödlich…..

Ich besuchte also die Website des CD-Händlers meines Vertrauens (bei mir ist das traditionell jpc, warum kann ich gar nicht sagen. Bücher kauf ich bei amazon. Gewohnheiten eben….) und fing zu stöbern an. Zuerst immer in den Angebotssparten. Da sagt man sich gerne mal: “Ach, 3,99 Euro, dafür kann man das doch mal ausprobieren”. Anschließend über die Kategorien und zu guter letzt noch über eine Suche. Da blättert man dann Stunde um Stunde im Katalog herum und packt den Warenkorb voll.

Nach welchen Kriterien? Gute Frage…..

Interessante Besetzung, gerngehörter Flötist, den Komponist kenne ich noch gar nicht, ach… das könnten wir vielleicht im Trio spielen, das ist runtergesetzt, gute Gelegenheit….

Sprich, eigentlich sehr zufällig oder freundlicher formuliert: intuitiv :)

Aber, nach meiner bisherigen Kauferfahrung, habe ich auf diesem Weg schon total schöne Sachen gefunden, Komponisten lieben gelernt und meinen Horizont erweitert.

Der wichtigste Schritt ist dann, am Ende nochmal kritisch durch den Warenkorb zu gehen und mit dem eisernen Besen auszufegen. So…. abgeschickt, jetzt heißt es warten :roll: . Und ich kann sagen: bin ganz schön gespannt.

Folgekosten: Wenn ich das dann höre und in der Besetzung selbst musiziere, dann kaufe ich irgendwann, falls erhältlich, auch noch die Noten dazu. So ist das Leben (und so bin ich).