Wer meine letzten paar Posts verfolgt hat, der weiß, dass Sonntag der Tag der Wahrheit war. Können wir spielen? In welcher Besetzung? Hält unsere Invalidin das durch? Was haben die beinahe zwei Wochen seit der letzten Probe aus unserem eifrig geprobten Programm gemacht?

Viele Fragen, eine wiederum etwas schlafarme Nacht meinerseits ob dieser vielen Fragezeichen. Nachts noch ein paar panische SMS und Mails von unserer Genesenden, die Freitag bereits versichert hatte, dass sie selbst spielt, weil die Mail mit Ort und Zeit verschütt gegangen war.

Ab 9 Uhr war ich dann zum Einspielen am Ort des Geschehens. Kantate im Gottesdienst und immer ein banges Auge Richtung Eingang zum Gemeindezentrum, ob und wann die Mitmusiker denn ankommen. Und da war keiner zu sehen…. leichte Unruhe machte sich auf meiner Seite breit.

Dann die Abkündigungen: Matinee im Gemeindesaal um 10.45 Uhr :roll: . 10.45 Uhr? In unserer gesamten Planung hieß es 11 Uhr. Meine Blicke Richtung Eingang wurden häufiger…..

Nach dem Gottesdienst dann die erfreute Feststellung, dass Fagott und Horn bereits eingetroffen waren und  sich im “Einspielraum” befanden. Nur die Klarinette, die fehlt noch…..

Aufbauen also, dann doch in der Kirche statt im Gemeindesaal, wegen der Akustik. Und nochmal kurz anspielen, nur ein paar Takte je Satz, wegen der Tempi. Nur der Klarinettist, der fehlt noch, daher muss das Anspielen noch warten. Und der denkt ja auch, dass es um 11 Uhr losgeht. Als er aufschlägt dann mittlere Hektik. Anspielen, Aufnahmegerät an die bessere Hälfte des Herrn Klarinettisten delegieren. Nur leider hatte ich vergessen zu erwähnen, dass es schon früher als gedacht losgeht. So fehlen also Frau und Gerät zum Beginn der Kantate ebenso wie die Familie unserer Hornistin und natürlich die anderen von mir eingeladenen Gäste. Die Pechsträhne bzw. das Chaos scheint nicht so recht abreissen zu wollen….

Das Konzert beginnt. Die Kantate klappte und gefiel und dann kam das Quartett. Und tatsächlich auch hier, trotz all der Widrigkeiten: Nach anfänglicher Nervosität wurde es Zeile für Zeile immer besser, sicherer, musikalischer. Und irgendwann stellte sich das von mir “Streichquartettgefühl” genannte Feeling ein. Ein Gefühl von echtem Zusammenspiel, gegenseitigem Zuhören und kollektiver Dynamik. Wunderbar!

Die nicht sehr zahlreichen Zuschauer applaudierten ausgiebig und waren auch noch sehr spendabel in Sachen freiwilligem Unkostenbeitrag. Der Tag und die letzten zwei Wochen waren gerettet, die Stimmung auf einem Hoch. Und das beste von allem: endlich konnte ich mal eines der Rossini-Quartette spielen.  :-P

Es geht doch nichts über ein kitschiges Happy-End!

Hier jetzt der YouTube-Film mit der Kantate: