Als notorischer Schreibtischtäter mit eckigen Bildschirmaugen hatte ich eine ganze Weile einmal im Jahr den Hexenschuss. Lendenwirbelbereich, Becken stand schief und nix ging mehr. Irgendwann führte mich der Zufall und ein anderes Wehwehchen zu einem mir sympathischen Physiotherapeuten mit Vertrauen erweckender Ausstrahlung. Seitdem mache ich einmal die Woche eine halbe Stunde “betreute” Rückengymnastik im Einzelunterricht. Das heißt korrekt Gyrotonic und ist ausgesprochen unanstrengend. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen, seit bald zwei Jahren kein Hexenschuss mehr, seltenst Rückenschmerzen und nicht dieses gepanzerte Gefühl um die Schultern. So weit schon sehr schön, aber was hat das in einem Flötenblog zu suchen?

Wie wohl alle, die hier vorbeikommen, wissen, lese ich derzeit Bewusste Flötentechnik von Werner Richter zum zweiten Mal. Da steht wirklich viel über Muskelwirkungen und Haltung drin und auch über Körpergefühl und Stütze usw.  Außerdem habe ich ja schon einige Zeit einen neuen Lehrer und in letzter Zeit auch richtige Erfolgserlebnisse und gelegentlich auch ein für mich völlig neues Körpergefühl beim Spielen. Aufgrund der Beschreibungen von Richter denke ich, dass das Stütze ist. Und weil ich gelegentlich nach Trainings-Pausen auch schon mal Muskelkater nach meinen Gyrotonics habe, weiß ich, dass die dann betroffenen Muskeln in der gleichen Gegend liegen. Und nun habe ich eins und eins zusammengezählt und denke mir, dass das neue Körpergefühl und auch der bessere Klang mit der Stütze zusammenhängen und diese außer durchs Üben eben auch durch die “körperliche Ertüchtigung” besser geworden ist. Schließlich zielen die Übungen auf eine Kräftigung der Haltemuskulatur unten hin, um durch mehr Stabilität den Schulterbereich zu entlasten. Ja, und das ist gut fürs Flöte spielen. Sind die Muskeln erst mal aufgeweckt…. Beweisen kann ichs nicht, aber dennoch bin ich mir relativ sicher und total froh, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen……