Ein Taschenbuch von 1963, Verfasser ist Dr.  med. D. Kerner. Es gibt dazu übrigens auch einen zweiten Band sowie inzwischen eine Neubearbeitung aus dem Jahr 2007.

Hier geht es aber um dieses blau-schwarze Büchlein mit leicht vergilbten Seiten.  Erschienen ist es im Friedrich-Karl Schattauer Verlag in Stuttgart. Mit nicht einmal 220 Seiten durchaus kein dicker Wälzer.

Behandelt werden hier die Biographien von zehn Komponisten: Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Chopin, Reger, Debussy, Mahler, Berg und Schönberg. Jedem der Kandidaten ist ein Kapitel gewidmet, dass die Biographie kurz abhandelt, wobei der Schwerpunkt auf Informationen zu Erkrankungen liegt (logisch). Schön sind die vielen Wortzitate aus Briefen und anderen Schriftstücken von Zeitzeugen. Teilweise werden auch Arzt-und Obduktionsberichte zitiert. Sinnvollerweise endet dann auch jedes Kapitel mit einer wissenschaftlich korrekten Literaturliste der Quellen.

Eingefasst werden die biographischen Kapitel von einem Vorwort und einem Ausklang, der die gefundenen medizinischen Fakten nochmals zusammenfasst. Jedem Kapitel ist ein Stückchen Poesie vorangestellt. In der Mitte des Büchleins finden sich einige Abbildungen der portraitierten, darunter insbesondere viele Fotografien von Totenmasken.

Je nach Quellenlage wird nach der kompletten Biographie vom Autor in fast kriminalistischer Weise aus den Quellen ein “moderner” Befund hergeleitet. Das gilt insbesondere für die Fälle Mozart und Beethoven. Bei den jüngeren Lebensgeschichten, die größtenteils auch medizinisch besser belegt sind, bleibt eine solche Zusammenfassung teilweise aus bzw. fällt eben sehr kurz aus.

Schön fand ich die Zusammenhänge, die zwischen Gesundheitsstatus und Produktivität hergestellt werden, auch die ausführlichen Zitate von Angehörigen, den Komponisten selbst und ihrem Umfeld fand ich spannend. Leider konnte ich den medizinischen Betrachtungen teils nicht folgen, weil mir die Fachbegriffe einfach nichts sagen. Im Ergebnis kommt der Mediziner auf eine Quecksilbervergiftung als Todesursache bei Mozart, Syphilis (wenn ich es recht verstanden habe) bei Beethoven und Schubert, Schumann erlag einer Hirnsklerose (?), Chopin einer Lungentuberkulose, Debussy hatte eine bösartige Wucherung im Darm, Reger starb an den Folgen von Bluthochdruck, Berg und Mahler wurden jeweils von einer Sepsis dahingerafft und Schönberg wurde das Opfer eines schwachen Herzen.

Interessant ist auch, dass die Fakten teilweise vorsätzlich verschleiert wurden, um das Andenken der verblichenen aufzuhübschen (insbesondere in Sachen Syphilis).

Im “Ausklang” stellt der Autor auch noch die eher dünne Nachkommenschaft der genannten dar. Besonders schön ist in diesem Zusammenhang, dass eine für mehrere Fälle wesentliche Zeitzeugin, Alma Mahler-Werfel, zum Zeitpunkt der Entstehung des Buches noch lebte, ebenso einige der direkten Nachkommen Mahlers und Schönbergs. Ich finde, solche zeitlichen Zusammenhänge zeigen einem erst, wie nahe deren Lebenszeit der unsrigen doch ist, auch wenn das heute fern scheint. Das gleiche gilt für die zeitlichen Zusammenhänge von Biographien und Weltkriegen. Solche Zusammenhänge mache ich mir eigentlich viel zu selten bewusst, wenn ich nicht gerade Biographien lese.

An dieser Stelle zum Abschluss vielleicht noch ein Wort-Zitat, das ich aus heutiger Sicht sehr witzig, wenn auch fast prophetisch, finde:

“Die Erfahrung lehrt, daß in der Regel erst einige Dekaden nach dem Tode eines Tonschöpfers dessen künstlerisches Vermächtnis Weltgeltung erlangt. So werden die Werke von Max Reger und Gustav Mahler in unseren Tagen allmählich Allgemeingut der Konzertsäle auf der ganzen Erde.

Aus dem Repertoire der modernen Musik ist der Name Alban Berg nicht mehr wegzudenken; auch Arnold Schönbergs Stunde wird kommen!”

Und recht hat er behalten, der Herr Dr. Kerner!

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Die Hochschule für Musik in Dresden veranstaltet morgen, 21. Mai 2013 um 19.30 Uhr ein Konzert “Podium Flöte” statt. Aus der Klasse Karin Hofmann spielen Franziska Schumann und Sophie Raiber.

An der Hochschule für Kunst in Bremen wird am 23. Mai 2013 um 20.30 Uhr ein Studiokonzert Flöte mit Studierenden der Klasse Susanne Meier gegeben.

Im Rahmen des 5. Kammermusikfestivals GAIA in Thun sind am 24. Mai 2013 um 18.30 Uhr im Rathaus Thun Kaspar Zehnder (Flöte), Jana Bouskova (Harfe), Reto Bieri (Klarinette), Alexander Sitkovetsky, Yura Lee (Violine), Yura Lee, Ilya Hoffman (Bratsche), Alexander Chaushian und Aleksei Kiseliov (Cello) zu hören. Unter dem Titel “Unconventional Marriages” werden Werke von Reger, Debussy, Fauré, Ravel und Connesson zu hören.

Im Johann-Sebastian-Bach-Haus Bad Hersfeld spielt am 26. Mai 2013 um 17 Uhr das Trio cultur’elles (Flöte, Oboe und Harfe) . Der Eintritt kostet 5 Euro, das Konzert ist Teil der Konzertreihe “Mückenstürmer Classics”.

Bettina Arnold (Gitarre) und Elke Höhn (Flöte) spielen am 2. Juni 2013 um 20 Uhr im Blauen Haus in Döllnitz Werke von Piazzolla, Albeniz, Guiliani und Villa-Lobos. Der Eintritt ist frei.

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Müllenborn 2013

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Irgendwie scheint es, als wäre ich in diesem Jahr bis jetzt mehr unterwegs in Sachen Musik gewesen als zuhause. Vergangenes Wochenende war es auch wieder so weit. Kammermusikkurs in der Eifel. Diesmal nicht “Winds only” sondern eher “Mostly strings”.

Letztes Jahr war ich schon mal da (zum ersten Mal) und habe berichtet. Dieses Jahr also wieder. So wild ich bereits direkt nach der Heimfahrt im letzten Jahr darauf gewesen war, so schwer fiel mir dann doch die Entscheidung, als es so weit war, sich anzumelden.

Zunächst hatte meine Begleiterin vom letzten Jahr bereits frühzeitig angekündigt, dass ihr Geburtstag sie dieses Jahr von einer Teilnahme abhalten würde. Dann war ich zudem noch zu eben diesem Geburtstag eingeladen (genau wie zu einem weiteren). Ich beschloss im Stillen, am Kurs teilzunehmen und zur abendlichen Feier mich dann vorübergehend abzusetzen. Als sich dann Anfang dieses Jahres herausstellte, dass die Feier gar nicht am Abend sondern eher am Mittag statt fände, musste ich meine “ich nehme alles mit”-Taktik fallen lassen und guter Rat war teuer.

Da aus meinen zwei Bläser-Quintetten drei andere Kollegen auch schon da gewesen waren und nur eine von diesen definitiv abgesagt hatte, schlugen wir dem Rest des Haufens auch vor, mitzukommen. Somit wäre das letztjährige Fagott-Problem bereits vermieden gewesen und wir hätten ein langes gemeinsames Wochenende mit Musik genießen können, eigentlich eine schöne Idee. Ich hatte damit gerechnet, dass der Vorschlag auf wenig Gegenliebe stoßen würde und hatte mich noch immer selbst nicht angemeldet, da teilte mir unsere Oboistin mit, dass sie schon angemeldet sei. Die zwei anderen Müllenborn-Erfahrenen zogen relativ schnell nach und so meldete auch ich mich auf den letzten Drücker noch an, weil ich ja kein Spielverderber sein wollte.

Leider gab es aber wieder keine Fagott-Anmeldung, dafür zu dem Zeitpunkt zwei Klarinetten, zwei Oboen und zwei Hörner. Nun ging also die händeringende Fagott-Pirsch von neuem los. Meinerseits leider vollkommen erfolglos. Ich spielte bereits mit dem Gedanken, mich doch wieder abzumelden, weil ich keine Lust auf etwas Elgar-ähnliches wie im Vorjahr hatte und mich durchaus auch mit einem Eine-Party-sonst-frei-Wochenende hätte anfreunden können, da kam von der Organisatorin die freudige Erfolgsnachricht: Fagott an Bord. Um spielbare Besetzungen zu erreichen, wurden allerdings die anderen Bläser (außer den Hörnern) auf einfache Besetzung zurückgestutzt und so blieb von meinem Quintett nur der Hornist noch übrig.

Am gleichen Tag erreichte mich die Information, dass am selben Wochenende Patrick Gallois in der Musikhochschule Düsseldorf zu Gast sein würde, öffentlicher Unterricht und Konzert eingeschlossen. Wenn ich etwas beweglicher wäre, ich hätte mich bestimmt in den Hintern gebissen. So aber wurde es nur der saure Apfel…. die freudige “ein Fagott, ein Fagott-Stimmung” (frei nach Loriot) wollte ich jetzt, wo alle Besetzungen schon eingetütet waren nicht durch eine Absage zerstören.

Somit ging es diesmal am Mittwoch einer hektischen Woche bei miesem Wetter und irrem Verkehr mit deutlicher Verspätung auf die Piste. Unser Quintett-Hornist und ich zusammen mit mehreren Kabeltrommeln und wiederum säckeweise Noten. Wir kamen mit gut einer Stunde Verspätung an, gönnten uns noch einen Happen zu Essen und warfen uns dann in die mir jetzt schon bekannten Vorstellungs-, Einführungs- und Tutti-Spiel-Rituale.

Zu meiner Verwunderung stellte ich fest, dass man in Anwesenheit von “Neuen” als “einjähriger” schon ein richtiger alter Kenner der Materie ist. Irgendwie ulkig, konnte ich mich doch noch gut an meine leichte Nervosität und Unsicherheit im Vorjahr erinnern. “Was wird mich da wohl erwarten?” so dachte ich damals. Diesmal grinste ich leicht in mich hinein, da auch den diesjährigen Neuen die Fragezeichen recht deutlich ins Gesicht geschrieben standen.

Ich erwischte durch Zufall das gleiche Zimmer wie im letzten Jahr (unter dem Dach), allerdings das andere der zwei Betten und eine andere Mitbewohnerin (logisch, die ursprüngliche war ja nicht da :) ).

Die Aufteilung der Besetzungen ergab für die Bläser (abgesehen von den Hörnern) relativ wenig Abwechslung. Mit Austausch des jeweiligen Hornisten spielten wir einmal Sextett (Bläserquintett + Kontrabass) und einmal Nonett (Bläserquintett + Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass).

In den jeweils ersten Sitzungen wurden das Onslow-Nonett Op. 77 und eine Bearbeitung der Schubert-Fantasie in f-moll für 4-händiges Klavier ausgewählt.

Die vier Tage zeigten, dass in beiden Besetzungen die allerbeste Stimmung herrschte, die Probenarbeit entspannt, zielgerichtet und humorvoll verlief. Was kann man mehr wollen? Einmal angekommen habe ich so bis zur Rückreise keinen Gedanken mehr an den Besuch des Herrn Gallois in Düsseldorf verschwendet.

Die “Neuen” so weit sie in meinen beiden Ensembles beschäftigt waren, erwiesen sich als echter Gewinn für Musik und Gemeinschaft. Die Abende verliefen entspannt und gesellig. Alles in allem könnte man sich höchstens darüber beschweren, dass dank des Wetters der obligatorische Grillabend inklusive Bierfässchen dran glauben musste. Dafür waren die Temperaturen übefreundlich: nicht zu heiß und nicht zu kalt.

Unsere Schlussaufführung verlief in beiden Fällen sehr erfreulich. Auch hier führte die Erfahrung vom Vorjahr zu stark reduzierter Nervosität. Allerdings muss ich sagen, auch wenn der Schubert mich als Ohrwurm auch heute wieder heimgesucht hat (da-da-da-diiiii-da, da-da-da-di-da-da….), den brauch ich glaube ich nicht nochmal. Das Stück ist auch in der Bearbeitung unfassbar lang und voller Wiederholungen, viel zu wenig Pausen und doch relativ schwer zu gestalten (wie? Soll ich das jetzt nochmal spielen…..pfffffff). Der Onslow war ein Vergnügen (vor allem dank unseres Frontman mit absoluten Alleinunterhalter-Qualitäten). Beide Stücke boten wenig flötistisch brenzliges vor dem man ernsthaft hätte zittern müssen und erlaubten so die Konzentration auf Zusammenspiel und musikalische Linie.

Es bleibt der feste Vorsatz: Nächstes Jahr unbedingt wieder. Allerdings habe ich mir vorgenommen, nicht mehr mit Tonnen von Noten anzureisen (wenigstens nicht, wenn ich die einzige Flöte bin), sondern vorzusortieren und eine Handvoll Werke zu wählen, die ich dann auch unbedingt beim Blattspielen mal machen möchte. Übrigens gab es in dieser Disziplin dieses Jahr einmal Flötenquintett (zwei Werke von Romberg) in der Besetzung Flöte – Geige – 2 Bratschen und Cello sowie ein Trio mit Cello und Kontrabass, in dem ich die Geige machte.

Besonders schön war für mich die Beobachtung der vielen richtig guten Geiger. Da konnte ich als Anfangs-Schrubber wirklich allerhand abschauen und staunen….

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Das hier ist die erste Besprechung eines Buches, das ich vor einigen Jahren schon einmal gelesen habe. Aber keine Angst, dem Text liegen ganz aktuelle Eindrücke zugrunde, gestern habe ich das Büchlein nach Lektüre der letzten Seite geschlossen.

Daher nun, wie gewohnt, erst mal zu den Äußerlichkeiten:

Einfach üben - 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten

Autor: Gerhard Mantel

In der Reihe Studienbuch Musik des Schott Verlags

3. Auflage 2004, Bestellnummer ED 8724

ISBN 3-7957-8724-6

Das Format ist gut gewählt. Mit ca. DIN A 5 Format und weniger als einem Zentimeter Stärke (186 Seiten) als  flexibles Taschenbuch und mit einer ordentlichen Klebebindung, die das Blättern gut überlebt, erlaubt die Ausgabe wirklich die Mitnahme, ohne das man sich behindert fühlt. So kann das Buch immer nah beim Notenständer bleiben, wenn man möchte. Gut gedacht!

Die “Rezepte” sind in grauen Kästen zwischen den Fließtext gesetzt und durchnummeriert. Das Buch teilt sich in drei Hauptteile:

  • Was ist Üben?
  • Bewegungen
  • Mentale Organisation

In der Ebene darunter gibt es Kapitel, diese heißen im Was-ist-Üben-Teil:

  • Übestrategien
  • Wisse – Können – Übebiografie
  • Lernbausteine
  • Wiederholungen
  • Pausen
  • Fehler
  • Wie lang ist “Jetzt”?

Das Kapitel Bewegungen ist unterteilt in:

  • Funktionsbewegungen
  • Spannung und Entspannung
  • Üben von Grundbewegungen – Reißverschlussprinzip
  • Sensibilisierungsbewegungen
  • Ausdrucksbewegungen
  • Atem
  • Training
  • Sprache
  • Tastsinn

Die abschließenden Kapitel zum Thema “Mentale Organisation” sind überschrieben mit:

  • Allgemeine Übeorganisation
  • Üben mit guter Laune
  • Rhythmus und Tempo
  • Das Prinzip der Variation
  • Räumliche Orientierung
  • Verknüpfungsstrategien
  • Textänderungen
  • Blattspiel
  • Mentales Üben

Auch unterhalb der Kapitel gibt es noch eine feinere Gliederung. Innerhalb dieser Unterabschnitte gibt es teilweise mehrere Rezepte.

Die wichtigste Frage, die diese Besprechung beantworten sollte, ist die, ob es sich lohnt, dieses Buch zu lesen? Übt man besser, wenn man es gelesen hat? Leider finde ich diese Frage ausgesprochen schwer zu beantworten. Ich habe das Ganze jetzt schon zwei mal gelesen und so ganz viel ist mir nicht im Kopf geblieben.

Der Autor ist Cellist. Dementsprechend sind manche Rezepte eher aus Streichersicht formuliert. Das gilt insbesondere für den Abschnitt “Bewegungen”. Ein wesentliches Thema sind hier immer wieder Sprünge und die Lokalisierung der korrekten Zielposition. Ein sehr spezifisches Problem von Streichern und vielleicht noch von Pianisten und Posaunisten. Für die Flöte direkt zunächst wenig brauchbar. Allerdings muss man zugeben, dass für uns die exakte Ansatzposition bei einem Sprung eine ähnliche Schwierigkeit darstellen kann. Öffnung und Luftgeschwindigkeit müssen für jeden Ton genau passen, das vergisst man gerne, wenn man schon länger spielt. Also doch durchaus übertragbar.

Im Abschnitt Atmung geht es übrigens wenig um die für Bläser und Sänger wesentliche Leistungsatmung, eher um eine Ausdrucksatmung.

Dank meines halben Jahres Selbstversuche auf der Geige, konnte ich die Streicherbezüge beim zweiten Lesen jetzt besser verstehen und werde versuchen, mir manches davon auf der Geige zu Nutze zu machen.

Manches Rezept war mir auch vor der Lektüre schon bekannt: technische Stellen erst mal langsam üben, Wiederholungen, Üben mit guter Laune, vorwärts- und rückwärts üben, Rhythmisieren, Artikulation variieren, immer ein Stückchen vorne und/oder hinten anfügen etc. Einige Korrekturen gab es dann aber doch: man sollte mindestens 5 korrekte Versionen gespielt haben (ich mache meist nur 3).

Viele Rezepte wurden mit neurologischen, physiologischen und psychologischen Fakten erläutert, das fand ich richtig gut. Wichtig fand ich auch nochmal den Hinweis, dass man das Üben planen soll, dass man sich Ziele setzen muss, damit man wirklich was dazulernt. Das Organisieren des Übens ist wichtig. Schön ist die wiederholte Aufforderung zum Experimentieren und Übertreiben, ich denke, das ist wirklich ein guter Weg um maximale Ausdrucksmittel zu erlangen. Aufgefallen sind mir im Bewegungs-Abschnitt viele Beschreibungen, die mich an meine Rückenstunden (Mischung aus Gyrotonics und Feltenkraiss) erinnert haben. Auch hier habe ich dank meines “Trainers” diesmal mehr verstanden.

Viele gute Hinweise also. Und eigentlich auch keiner, bei dem ich sagen würde, das ist totaler Blödsinn. Das Problem ist, dass eben so wenig im Kopf haften bleibt. Nach allem, was ich über das Lernen weiß, liegt das an dem sehr trockenen, wissenschaftlichen Stil und am Fehlen von Beispielen. Ich glaube, mit ein paar Ausschnitten aus Stücken hätte sich manches vielleicht besser eingeprägt als im puren Fließtext. Das merke ich auch an den Abschnitten, die ich mit meinen Rückenübungen verbinden konnte, davon ist mehr kleben geblieben als vom Rest.

Also was? Ich denke, wenn sich die Gelegenheit bietet, ruhig lesen. Üben will gelernt und geübt sein. Ein wesentliches Thema, das bei manchen Lehrern zu kurz kommt. Dann investiert man viel Zeit, ohne Fortschritte damit zu erreichen. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Der innere Schweinehund will getreten sein, da ist Hilfe in Form eines Buchs willkommen. Vielleicht lasse ich das Bändlein mal in der Nähe meines Pultes, statt es ins Regal zurückzustellen.

 

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Kurz vor der Premiere zu die Gezeichneten gab es im Kölner Stadtanzeiger ein Interview mit dem Musikdirektor Stenz über das Stück. Er sprach darin von der Farbigkeit der Musik und von Lautmalerei. Das hat mich total neugierig gemacht. Und da ich den Namen “Schreker” zuvor noch nie gehört hatte, wollte ich mir das unbedingt ansehen. Also habe ich eine gute, musikbegeisterte Freundin gefragt, ob sie mitkäme und wir haben uns Karten besorgt.

Aufgrund der Sanierung des Opernhauses wird aktuell an Ausweichspielorten aufgeführt. In diesem Fall war die Inszenierung im Palladium angesetzt. Ohne die Räumlichkeit zu kennen, besorgte ich Karten in der günstigsten Kategorie. Das waren 11 Euro für einen Platz auf der Galerie.

Am Donnerstag sind wir also beide direkt von der Arbeit aus aufgebrochen auf die “Schäl Sick”. Es stellte sich heraus, dass am gleichen Abend im direkt gegenüberliegenden E-Werk ebenfalls eine Veranstaltung war und aufgrund der Menschenmassen für beide Veranstaltungen kein Parkplatz zu bekommen war. Es blieb also nix übrig, als auf einen der Bezahlparkplätze zu fahren. Das machte nochmals 3,50 Euro zusätzlich.

Wir waren gerade dabei, den Wagen am Ende der Reihe bereits geparkter Autos abzustellen, als so ein protziger Mercedes SUV anbrauste und aus dem offenen Fenster ein offensichtlich unter Bluthochdruck leidender alter Knacker (das Wort “Herr” machte er kurz darauf selbst unpassend) anbrauste und schon beim Einbiegen durch das Fenster das Rumpöbeln anfing (“blöd muss man sein” und ähnliches). Wir parkten fertig ein (was ja nicht ging, solange er mit Schwung uns schneidend angefegt kam). Beim Aussteigen proletete er dann fleissig weiter, lautstark und mit rotem Kopf. Auch er scheint dem Irrtum zu unterliegen, dass man Kultur außerhalb des gleichnamigen Beutels in Form von Eintrittskarten für Opern, Konzerte und Ausstellungen erwerben kann. Ein dunkler Anzug und ein fettes Auto ersetzen aber leider weder Benehmen noch soziale Fähigkeiten. Manches kann man einfach nicht kaufen….

Wir machten uns also leicht verwundert bis verstimmt auf dem Weg zum Veranstaltungsort. Dort war ich positiv überrascht, die Atmosphäre in dieser ehemaligen Industriehalle war ausgesprochen schön, der Raum im Foyer großzügig und ausreichend frische Luft vorhanden.

Um die Aufführung nicht durch Magenknurren zu stören, besorgten wir uns erst mal jeder eine Laugenbrezel und ein Glas Wasser. Damit waren wir jeder weitere 5 Euro los. Als letzte Aktion vor der Suche nach den richtigen Plätzen, wollten wir noch jeder ein Programm. Nochmal 3,50 Euro pro Person. Damit waren wir jetzt umgerechnet auf den einzelnen bei Kosten von ca. 21 Euro. Doch nicht mehr ganz so günstig…..

Es stellte sich heraus, dass die Bühne im Palladium in der Mitte des Raums sozusagen den tiefsten Punkt bildet. An der längeren Seite der Halle sitzt auf einer Seite das Orchester. Auf dieser und der gegenüberliegenden längeren Seite war auch die Galerie, sozusagen im oberen Stock. Auf jeder Seite der Halle eine einzelne Reihe Stühle. Auf den Kopfseiten des Saals befinden sich die beiden Tribünen einander gegenüberliegend und ansteigend wie in einem Stadion. Das Orchester sitzt ebenfalls zwei-etagig. Die Holzbläser auf einem Plateau oberhalb der Streicher, Blechbläser und Schlagzeug war neben der einen Tribüne hinter einem Vorhang verborgen.

Die Bühne in der Mitte des Raums war eine freie Fläche mit ein paar alten Schrottautos und zwei gläsernen “Hütten”, die erhöht diagonal gegenüber an den Rändern der Bühne aufgestellt waren.

Wir saßen auf der Galerie gegenüber des Orchesters und hatten so auf den für uns vielleicht spannendsten Teil der Aufführung den besten Blick. Leider waren Teile der Bühne durch eines der Häuser verdeckt. Das war nicht viel und daher war es nicht schlimm. Es war allerdings der Ort, an dem gleich zu Beginn eine Leiche versteckt wurde.

Die Oper war auch ein Schulprojekt des Gürzenich. Es waren also massenhaft Teenager anwesend. Besonders passend, da Sex eine nicht unerhebliche Rolle spielte (in einer Szene waren ca. 10 simultan kopulierende Paare auf dem Boden zugange. Tolle Wahl für ein Schulstück….

Jetzt aber zum eigentlichen: zum Werk, der Musik und den Sängern. Das Stück ist relativ kompliziert, so dass ich hier nicht alles aufzählen möchte. Im wesentlichen geht es aber um Hässlichkeit, Sehnsucht und Vorurteile. Ein hässlicher Mann verliebt sich in eine Schöne und sie sich in ihn. Allerdings ist das ihrerseits nur von kurzer Dauer. Er macht der Stadt eine Schenkung und ist plötzlich dafür gefeierter Held. Gleichzeitig schiebt ihm der Adel, der zuvor von ihm profitierte, deren Schandtaten in die Schuhe und er wird geächtet. Zu guter Letzt tötet er den jungen schönen Grafen, der ihm zuvor seine Verlobte ausgespannt hat. So viel zur unvollständigen Kurzversion.

Es waren sehr viele große und kleine Rollen besetzt und alle haben sie gut gesungen. Am besten gefiel mir aber die Hauptrolle des Hässlichen (der gar nicht wirklich hässlich war).  Er wurde gesungen von Stefan Vinke. Ausdruck, Stimmvolumen und Textverständlichkeit (das ganze ist komplett in Deutsch) waren perfekt, die Rolle sehr glaubwürdig verkörpert. Ich war total beeindruckt, wie er gegen das riesige spätromantisch dicke Orchester ankam. Alle anderen waren wie gesagt auch gut, ihn fand ich aber tatsächlich am beeindruckendsten. Insgesamt konnte man auch den Texten gut folgen. Trotzdem gab es zusätzlich noch Monitore, auf denen mitgelesen werden konnte.

Die Inszenierung fand ich nicht so besonders. Eine im Text als Fast-Idylle bezeichnete Insel als Schrottplatz darzustellen, erschließt sich mir nicht ganz. Zumal die düstere Seite dieser Insel (missbraucht zur Schändung armer Jungfrauen) im Text ja überdeutlich erläutert wurde. Es gab also keine Not, irgendwelche versteckten Inhalte zu verdeutlichen. Es wird ziemlich albern, wenn dann x Statisten zwischen den dreckigen Schrottlauben rumlaufen und von paradiesischer Schönheit berichten. Die Mischung von modernen Kostümen (insbesondere Motorradjacke der Geliebten, Blaumann des Hauptdarstellers und Polizei- und Sanitäteruniformen im Finale) und Bekleidung der Oberklasse des 16. Jahrhunderts mit Halskrausen und Reifröcken erschloss sich mir auch nicht wirklich. Wenn man so verfremdend inszeniert, sollte man meiner Meinung nach den Text auch gleich anpassen, dann wäre es nicht ganz so absurd.

Der Text selbst war teilweise etwas eigen, vieles wurde sehr ins Detail auserläutert und die Formulierungen waren etwas befremdlich. Aber das störte nicht wirklich. Ganz im Stil Wagners (als dessen Erbe Schreker einst galt), war das Libretto auch vom Komponisten.

Die Ankündigung einer sehr farbigen Musik bewahrheitete sich. Das Orchester in romantischer Riesenbesetzung (3 Flöten und Piccolo, zwei Konzertharfen etc.) erklang in teilweise filmmusikhafter Klangmalerei. Teils etwas schmalzig, aber so gehört sich das. Die Stimmungen, die schon im Text so überdeutlich buchstabiert wurden, wurden in der Musik geradezu gespiegelt. Die eine oder andere Gänsehaut blieb bei mir da nicht aus.

Alles in allem ein Werk, das sich eigentlich selbst erklärt und daher vielleicht für die Inszenierung etwas unergiebig ist. Im Finale rutschte die Kölner Inszenierung dann leider in eine Ecke irgendwo zwischen billigem Horrorfilm (der Mann mit durchgeschnittener Kehle steht auf, Hand am blutenden Hals und wankt mit erhobener Hand noch ein bisschen über die Bühne) und Tatort bzw. CSI (Polizisten in den alten grünen NRW-Uniformen sperren den Tatort mit rotweißem Flatterband, Sanitäter mit Leuchtwesten versorgen die in Scharen in Ohnmacht gefallenen Zuschauer). Auch die plakativen Sexszenen und die uniformierten Vergewaltigungsopfer (Lederstiefel, heller Trenchcoat und Sonnenbrille) fand ich ein wenig übertrieben. Ich hätte mir ein wenig Mut zum Minimalismus gewünscht. Die Musik kann dieses Werk ganz gut tragen und im Text erklären sich die Figuren und ihre Motivation ausführlichst.

Für die Sänger war die “Bespassung” von zwei gegenüberliegenden Publikumsblöcken eine Herausforderung. Während längerer Arien wurde dann von einer Seite zur anderen gewendet und wechselseitig angesungen. Ich denke, wir waren auf unserer Galerie wirklich gut aufgehoben, denn auch die unten konnten Teile der Bühne sicher nicht überblicken. Außerdem hat man aus der Vogelperspektive eigentlich nie das Gefühl, dass einem jemand den Hintern zuwendet.

Ich werde jetzt jedenfall mal die Augen nach anderen Schreker-Werken aufmachen. Mir hat das wirklich gut gefallen. Und vielleicht hat unser verhinderter Fahrlehrer ja doch noch von irgendeinem Mit-Operngänger ein bisschen späte Sozialisierung erfahren… dann hätte er doch tatsächlich noch von dem Abend profitiert.

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Das Rundfunksinfonieorchester Berlin sucht eine zweite Flöte mit Verpflichtung zum Piccolo. Es handelt sich um eine halbe Stelle, die detaillierten Randbedingungen für die Bewerbung finden sich bei Vioworld.

Am 4. Mai 2013 um 17.30 Uhr startet in der Almodo Bar in Zug (Schweiz) ein entspanntes Konzert mit Werken von Fauré, Chopin, Friedrich dem Großen, Saint-Saens, Ibert und anderen. Eintritt ist frei, es spielen Magdalena Zimmerer (Harfe) und Franziska Kannewischer-Fisch (Querflöte).

In der Konzertreihe Verler Vier Jahreszeiten wird der Frühling passenderweise von der Besetzung Flöte und Harfe repräsentiert. Am 5. Mai 2013 um 19.30 Uhr spielen Katharina Engelke (Flöte) und Hanna Rabe (Harfe) das Doppelkonzert von Mozart. Neben einem weiteren Werk von Mozart wird auch neue Musik gegeben. Das Konzert findet in der Pfarrkirche St. Maria Immaculata in Kaunitz statt.

An der HfK Bremen kann man am 29. Juni 2013 um 20.00 Uhr dem Diplomkonzert von Johanna Preuß beiwohnen. Der Eintritt ist frei (um Daumen Drücken wird gebeten).

Zur Abrundung gibt es auch noch eine Kurs-Ankündigung: Gaby Pas-van Riet gibt vom 1.-9. August 2013 einen Meisterkurs in der Grundschule Oberstdorf. Anmelden muss man sich bis zum 4. Juni 2013. Der Kurs ist Teil des Oberstdorfer Musiksommers.

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