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Alle Jahre wieder….. der Urlaub naht und die Freude ist groß…… und getrübt..

Geht das nur mir so? Beinahe jedes Jahr ist irgendwo im Hinterkopf die Idee, musikalischen Urlaub zu machen. Eine Vision von viel Zeit für viel Flöten, am besten noch mit anderen und in schönem Ambiente. Und in jedem Jahr folgt schnell der zweite Gedanke, ja, aber was kostet das dann? Und wann und wie klappt es dann mit Urlaub zu zweit? Und meist ist die Erkenntnis einfach die, dass für beides weder das Geld noch die Zahl der Urlaubstage ausreichend sind und am Ende steht wiederum ein “normaler” Urlaub mit Freund (oder Freundin). Und am Ende des Urlaubs die Feststellung zwei oder drei Wochen nicht gespielt zu haben, mehr oder weniger erholt aber total ohne Ansatz und Kondition zu sein und wieder arbeiten zu müssen, ohne das Instrument mehr als ein- oder zweimal in der Hand gehabt zu haben.

Noch schlimmer wird das ganze dieses Jahr durch die heißen Tage der vergangenen Wochen, während derer schon der Griff nach der Flöte zum Schweißausbruch führte und Üben nicht länger als eine halbe Stunde erträglich schien (wenn überhaupt so lange). Und so wird die Urlaubszeit auch zur Musik-Flaute und eine gewisse Unzufriedenheit bevölkert meinen Hinterkopf.

Am Urlaubsort vermisse ich mein Instrument und mitnehmen traue ich mich es nicht, weil es ja geklaut werden könnte. Und außerdem, kann ich denn im Ferienhaus, Hotel oder auf dem Campingplatz spielen ohne jemanden zu stören? Wohl kaum…. Irgendwie gibt es so die wirkliche Erholung nicht und einen Ausweg sehe ich auch noch nicht. Echte Musikerhotels? oder Ferienhaussiedlungen mit Gemeinschafts-Musikhütte…. so was fände ich ideal. Und eine Rezeption, bei der man getrost das Instrument lassen kann.

Liebe Tourismus-Industrie, wäre das nicht eine Marktlücke? Mit Ensemble-Möglichkeiten statt Surfkursen, statt Kinderbetreuung Unterhaltung für die Partner und eine Notenbibliothek statt “all inclusive”… ich finde, da gäbe es viele Gestaltungsmöglichkeiten…….

Erbarme Dich, TUI!

Als Berufstätiger Hobby-Flötist ist es ziemlich schwierig, sich noch neue, schwierige Stücke draufzuschaffen. Manchmal hat man gar den Eindruck, dass das gar nicht mehr geht. Einfach zu wenig Zeit, um wirklich ausführlich zu üben und noch dazu fällt es einem doch deutlich schwerer als noch als Teenager.

Fast noch schlimmer aber wird es, wenn man sich ältere schlechte Angewohnheiten und Fehler wieder wegtrainieren will. Für dieses letztere Problem gibt es aber tatsächlich Hilfen, die es erlauben, auch mit relativ wenig Zeit noch einigermaßen vorwärts zu kommen.

Zum einen ist es gerade beim Umgewöhnen sehr, sehr wichtig, dass man diese Veränderung nicht nur in dem Stück oder an der Stelle, an der der Lehrer oder die eigene Erkenntnis das Problem entdeckt hat, trainiert. Zum Beispiel hatte ich mir angewöhnt, kurze Töne auch mit der Zunge zu beenden (‘tat’). Ursache war vermutlich, dass ich immer das Gefühl hatte, nicht wirklich kurz und schon gar nicht knackig anzustossen. Also habe ich mir so einen Mist angewöhnt. Das abschließende ‘t’ schneidet den Klang ab, ‘kastriert’ den Ton geradezu. Ganz entsetzlich….

Hingewiesen wurde ich durch meinen Lehrer auf dieses Problem (erste Stunde beim neuen Lehrer, Mozartkonzert….. und ein Schock). Als ich erst mal darauf aufmerksam war, stellte ich den gleichen Effekt natürlich überall fest. Eine Chance, eine solche üble Angewohnheit wieder wegzubekommen, hat man dann meiner Meinung nach nur, wenn man bei allem was man spielt konsequent darauf achtet und es auch gleich zu ändern versucht. In meinem Fall hieß das zum Beispiel: Trioprobe (Flöte, Klarinette und Fagott, sehr zu empfehlen…), Staccato-Stelle, mit den Tonenden kämpfen…. Auf diese Art hat man viel mehr Gelegenheit zum Trainieren. Das ist etwas anstrengend, weil man unter Umständen an noch mehr Dinge als normalerweise denken muss. Aber zum Bilden von Gewohnheiten und (noch schwieriger) zum “Überschreiben” alter Gewohnheiten ist die Wiederholung absolut essentiell. Das heißt auch, jede Probe, bei der man Umstellungsziele aus dem Auge verliert, verfestigt die alte (falsche) Gewohnheit, und untergräbt damit die Effekte, die man sich mit Üben bei knapper Zeit erarbeitet hat.

Das Prinzip ist natürlich für jeden, der irgendetwas übt, gleich. Für Berufstätige ist allerdings die größere Effektivität und das am Ende (hoffentlich) stehende Erfolgserlebnis vielleicht noch ein wenig wichtiger. Ich habe mir jedenfalls als Schüler oder Student noch nicht so viele Gedanken über so was gemacht, sondern im Zweifelsfall einfach noch einmal mehr oder länger geübt und dann kam der Erfolg auch irgendwann. Heute ist genau die Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Wiederholung ein Hauptproblem um sich schwere Stellen zu erarbeiten oder Ecken auszubügeln.

Der zweite “Trick” zum Schaffen von Gewohnheiten ist das Üben ohne Instrument. Das heißt für mich, dass ich beispielsweise in der Bahn oder abends im Bett oder wann immer ich daran denke oder Langeweile habe, aktuelle Übethemen einfach nochmal im Kopf durchgehe. Angefangen habe ich das bei einer neuen Tonleiterübung vor vielen Jahren, die ich auswendig spielen sollte und bei der ich die Wendungen nicht richtig in den Kopf bekommen wollte. Auf dem Weg zur Arbeit bin ich also im Kopf zum einen das Notenbild “entlanggegangen” und habe mir dann auch die Griffe vorgestellt, sozusagen die Flöte in den Händen “nachgefühlt”. Und ich schwöre, es hat geholfen.

Diese Methode geht einerseits für Technikprobleme, fürs Auswendiglernen von Stücken oder Übungen (Mozartkonzert ging auch auf diese Art irgendwann auswendig) oder auch für Details der Interpretation oder Ausführung. Im letzten Fall denke ich an das Notenbild und an die Stellen, an denen ich zu verbessern habe. Durch das Wiederholen im Geiste ist es beim Üben viel leichter an möglichst viele oder alle Problemstellen zu denken und diese gleich im ersten Durchlauf korrigiert zu spielen. Auch hier gilt ja wieder, dass jede falsche Ausführung die fehlerhafte Fähre wieder tiefer eingräbt. Und so merke ich mir z. B. seit meiner letzten Stunde eine ganze Liste von Korrekturen für Danse de la Chevre: zu Anfang die Viertel besser binden, die Punktierungen rhythmisch exakter ausführen, die Dynamik- und die Artikulationsunterschiede besser ausführen, auch die Pausen korrekt zählen…… eine endlose Liste. Aber eine, die ich im Kopf habe…. und das ist Gold wert.

Ganz nebenbei trainiert das natürlich auch einfach das Hirn und vielleicht sogar ein bisschen die Vorstellungskraft…. Effektives Üben ist also nicht unbedingt ausschließlich eine Frage der Zeit….. Ich finde das immer sehr beruhigend.

Hallo zusammen,

es gibt Neuigkeiten…. nichts weltbewegendes, lediglich ein bisschen Umstrukturierung:

  • der Bereich Goodies heißt jetzt Extras…. ich denke, das kennt man aus vielen Anwendungen so und ist vielleicht verständlicher
  • ein neuer Bereich namens Spieltechnik enthält jetzt alle Hinweise zum Spielen selbst: wie hält man die Flöte richtig, wie greift man oder trillert etc…..
  • es gibt unter Instrument einen Bereich zur Pflege des Instruments

Daneben habe ich versucht, die elend langsamen Besetzungs-Listen der Notenübersicht ein wenig zu beschleunigen.

Naja, ich hoffe, die Änderungen gefallen und passen so…. und vielleicht bekomme ich ja auch ein bisschen Feedback, ob das denn alles verständlich und sinnvoll ist und ob es Euch jetzt besser gefällt als früher….. Gelegenheit dazu gibts entweder hier, indem Ihr einen Kommentar verfasst, oder per Mail oder im Forum, das leider bisher gar niemanden zu interessieren scheint…..

Ich würde mich wirklich sehr freuen (wie immer)…. und das ist ernst gemeint…

Frohes Schwitzen!

Claudia

Und nicht etwa Gustav Gans sondern Gustav Mahler.
Er hat zwar unser Instrument nicht solistisch oder kammermusikalisch bedacht, aber dafür kann man seine Sinfonien spielend oder hörend genießen. Nach Lektüre des Geburtstagsgruß von Markus Schwering im Kölner Stadtanzeiger heute zum Morgenkaffee, fand ich es nur angemessen dem tragischen Herrn der mächtigen Klänge einen kurzen Gruß zu entrichten. Für alle interessierten, hier gibt es ausführlichere Infos:

Und speziell zum Spielen, eine Sammlung der Orchesterstellen aus Mahlers Werken für Flöte

Zu meiner Anfängerzeit (inzwischen gut 30 Jahre her…. o Mann) lernte man Noten lesen, richtig greifen, richtig zählen und dann wurde versucht, möglichst schnell spielen zu können. Der richtige Ton kam durch den richtigen Griff, irgendetwas darüber hinaus wurde nicht diskutiert. Auf diese Art habe ich jahrelang gespielt, ohne mir zuzuhören. Der erste Lehrer, der mir was von Intonation erzählt hat, erklärte mir für jeden Ton einzeln, den musst Du höher spielen, den tiefer usw. Leider war daraus für mich kein systematisches Problem erkennbar. Ich war immer genau für das aktuell geübte Stück informiert, beim nächsten fingen wir wieder von vorne an. Erst bei einem späteren Lehrer habe ich gelernt, dass jeder Ton geprüft sein will, dass Laut und Leise, die Richtung aus der man zu einem Ton kommt (von oben oder unten), der harmonische Zusammenhang etc., dass all diese Parameter Einfluss darauf haben, ob und dass man stimmt. Und, o Wunder, ich habe gelernt, dass man sich zuhören muss, um das zu merken und korrigieren zu können. Na sowas….. Ich habe in der Tat über zehn Jahre gespielt, OHNE mir wirklich zuzuhören. Und als ich anfing, das zu versuchen, wusste ich auch, warum ich das vorher nicht getan habe. Was ich gehört habe war sterbenslangweilig…. Damals war man der Ansicht, dass diese Feinheiten für Anfänger zu schwierig sind, dass es leichter ist, sich zunächst nur mit den anfänglichen technischen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen und den Rest dann später anzugehen.

Glücklicherweise ist das heute anscheinend ganz anders. Meine Nichten und Neffen spielen in einem Musikverein in Süddeutschland, dort gibt es für die Jugendausbildung die sogenannten D-Prüfungen, bei denen Theorie und Praxis trainiert werden. In dem Übungsheft zum ersten Kurs sind bereits Hörübungen enthalten. Welch ein Glück!

Hören ist meiner Meinung nach vor allem Übungssache. Je früher man damit beginnt, um so leichter ist es und um so besser wird man. Kinder sind da sowieso viel offener, sie lernen leichter und haben häufig nicht so große Versagensängste. Richtig spielen lernt man eben nur mit richtig hören…. und darum muss alles gemeinsam trainiert werden.

Ich bin auf diesem Weg, erst gar nicht zu wissen, dass es Intonation überhaupt gibt, dann in Einzelfällen auf relativ rüde Art korrigiert zu werden und am Ende dann wie der Ochs vor dem Berg zu stehen als ich mal die Zusammenhänge allmählich durschaut habe, zu einem Intonationsphobiker geworden. Mich treibt ständig die Panik, wenn irgendwas nicht passt, dass das immer ich bin und dann fange ich an zu suchen…. auch nicht gut.

Darum mein Appell: Zuhören, an alle Lehrer: Zuhören trainieren und an alle Schüler: genießt Euer eigenes Spiel… das ist das Ziel. Und auch das ist ein weiterer Grund, nicht autodidaktisch an die Flöte ranzugehen…..

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