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Der Blog zu flutepage.de

Passend zum Urlaub hier eine Menge internationaler Kurse und Konzerte. Dafür also ist Facebook wirklich ganz gut zu gebrauchen:

  • Am 5. Juli 2014um 17.30 Uhr  feiert das Trio d’Argent (3 Querflöten: François Daudin Clavaud, Michel Boizot und Xavier Saint-Bonne) im Le Triton in Les Lilas sein 30-jähriges Bestehen. Der Eintritt kostet zwischen 8 und 20 Euro.
  • In San Gemini (Terni) findet am 14. Juli 2014 ein Meisterkurs mit der Dozentin Monica Finco statt. Das Flötenorchester wird von Katalin Gajdos geleitet. Alle Informationen sind auf www.acart.it zu finden.
  • Ebenfalls in Italien, diesmal in Masera steigt vom 18.-20. Juli zum sechsten Mal der Jazz Flute Summer Workshop. Die Dozenten sind Michele Gori und Stefano Benini. Eine Teilnahme an allen drei Tagen kostet 150 Euro, es sind auch kürzere Dauern buchbar. Alle Infos sowie die Anmeldung unter info@jazzflutemusic.net.
  • Ein spezielles Piccolo Camp kann man in Italien auch besuchen. Vom 22. bis 24. Juli 2014 lehren Nicola Mazzanti & Matjaz Debeljak in Grado. Infos und/oder Buchung unter ottavinopiccolo20@hotmail.com.
  • Vom 25. Juli bis 3. August 2014 findet in in Diekirch (Luxemburg) das 26. Forum für Flöte und Klavier statt. Organisiert wird das Ganze von Carlo Jans, der auch unterrichtet. Weitere Mitwirkende sind die Flötisten Davide Formisano, Gaby Pas-Van Riet, Wally Hase, Alan Weiss, Qiling Chen, Sanqing Chen, Sergej Tikhonov und Piccolist Peter Verhoyen, am Cembalo Ewa Rzetecka, die Klavierbegleiter Cordula Hacke, Katrin Reifenrath, Michael Zieschang und Klavier-Professor Daniel Blumenthal. Als Aussteller werden Adams European Flute Centre, Mancke Flutes, Haynes Flutes und Parmenon Flutes vor Ort sein. Anmeldungen sind noch die nächsten 20 Tage im Internet möglich.

Die ungewöhnliche Besetzung Querflöte, Cello und Gitarre ist heute, am 16. Mai 2014 in der Laurentiuskirche in Usingen zu hören. Um 21 Uhr beginnt das Nachtkonzert des Lenz-Trios. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Das hochkarätige Duo Emmanuel Pahud und Khatia Buniatishvili tritt am 21. Mai 2014 um 20 Uhr im Trifolion Echternach auf. Gespielt werden Schubert, Schumann und Faure (Bearbeitung der Violinsonate).

Das Musikhaus Knopp in Saarbrücken bietet am 24. Mai 2014 einen Workshop für Flöte und Gitarre an. Für 25 Euro kann man nach Voranmeldung mitmachen. Die Dozenten sind Burdette Becks (Flöte) und Bo Gebhardts (Gitarre).

Am 15. Dezember 2014 um 20 Uhr spielt in Luxemburg in der Philharmonie Emmanuel Pahud mit “Les vents francais” ein Quintett-Konzert in der Reihe “Soirées de Luxembourg”.

Dieses Wochenende, 10. und 11. Mai 2014 finden an der Musikhochschule Würzburg die Flute Days 2014 statt. Geboten werden Meisterklassen, Konzerte, Workshops und ein Flötenorchester. Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Flöte e.V. und die Musikhochschule Würzburg.

An der Musikhochschule Rostock gibt es am Montag Abend, 12. Mai 2014, ab 17 Uhr ein Flötenvorspiel. Der Eintritt ist frei.

Im Konzertsaal der Hochschule für Musik in Saarbrücken spielen am 18. Mai 2014 um 18 Uhr Grigory Mordashov (Flöte) und Grigor Asmaryan (Klavier) Werke von C. Ph. E. Bach, Sancan, Taffanel und Prokofiew.

Flutissimo und Hochschule für Musik in Mainz veranstalten am 11. und 12. Oktober 2014 das erste Mainzer Flötenfestival. Auch hier gibt es Meisterkurse, Konzerte und Workshops, dazu aber auch Kinderkurse und eine große Instrumenten- und Notenausstellung.

Das heute besprochene Buch hält, was es im Titel verspricht: heute geht es um eine ganz klassische Biographie. Verfasst von Wilhelm Keitel und Dominik Neuer und erschienen 1992 im Verlag Albrecht Knaus wird die angenehm lesbare Biographie ergänzt durch einen Quellennachweis, eine Zeittafel, ein Werkverzeichnis (gleichzeitig Opernführer in Sachen Rossini), ein Verzeichnis mit Kurzinformationen zu allen im Buch vorkommenden Komponisten (hauptsächlich stilistische Einordnung ihres Werkes) und ein Stichwortverzeichnis. Wissenschaftlich fundiert also und ordentlich ausgearbeitet.

Alles in allem umfasst das fest gebundene Buch im DIN A 5 Format so ca. 320 Seiten, wovon die eigentliche Biographie ca. 230 Seiten ausmacht. Die Gliederung unterscheidet folgende Lebensabschnitte:

  • Anfänge und Aufbruch: Pesaro, Bologna 1792-1805
  • Ausbildung und Ausbruch: Bologna 1805-1810
  • Erste Erfolge: Venedig 1810-1815
  • Verpflichtungen: Neapel 1815-1822
  • Zwischen den Stühlen: Rom, Mailand 1817
  • Begegnungen: Wien 1822
  • Ausflüge: Paris – London 1823
  • Impulse, Intrigen, Irritationen: Paris 1824
  • Die Romantik, Rossini und die Deutschen: Paris 1825-1831
  • Mitten im Leben vom Tod umfangen: Bologna, Florenz – Bologna, Florenz 1855-1868

Einige dieser Abschnitte werden nochmals in verschiedene thematische Unterkapitel eingeteilt.

Die Biographie beleuchtet das, was ich je länger ich mich mit Biographien und Hintergründen befasse, immer wichtiger finde: den Einfluss der Politik und gesellschaftlichen Lage auf den Komponisten und sein Werk. Bei der Lektüre von Biographien stelle ich immer wieder fest, dass alleine die ungefähre Kenntnis der Lebensdaten eines Komponisten in meinem Kopf in den seltensten Fällen zu einer Verknüpfung mit Zeitgenossen führt (Ausnahme Bach und Händel). Sehr häufig stelle ich dann in Biographien verwundert fest, mit wem einer so alles Verkehr pflegte (ob nun alleine in Korrespondenz, indirekt durch Presse und Kritiker oder auch real). Teilweise prallen da für mich Welten aufeinander, Musik und Menschen, die ich so überhaupt nicht (zeitlich) miteinander verknüpft hatte. Hier im Buch vielleicht am offensichtlichsten: Rossini und Wagner.

Es bewahrheitet sich, was ich bei meinem kürzlich beschriebenen Workshop bei Camilla Hoitenga auch von ihr gehört habe: die Lebensdaten alleine reichen zur Einordnung nicht. Die Tradition in der ein Komponist schreibt, seine Ideen, Ideale und Vorstellungen sind wesentlich um einem Werk gerecht zu werden.

Rossini lebte in einer Zeit rasanter Entwicklung: politisch, gesellschaftlich und auch musikalisch. Für den Flötisten wird das bei Betrachtung obiger Jahreszahlen ganz klar: in seine Lebensphase fällt auch die Geburtsstunde der Böhmflöte, der schleichende Wechsel von Travers- auf Querflöte. Gleiches gilt aber auch für die Entwicklung der Oper, dem Haupttätigkeitsfeld Rossinis. Italienischer Belcanto und romantische deutsche Oper wie Freischütz und später gar Wagner.

Wesentlich ist hier auch die Entwicklung der Strukturen. Opernhäuser, früher an Würdenträger und Adelige geknüpft, werden nun zu Wirtschaftsbetrieben, mit allen Vor- und Nachteilen, die so eine Veränderung mit sich bringt. Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass vor Rossini einem Komponisten praktisch keine Rechte an seinem Werk blieben. Rossini hat hier quasi als erster bessere Konditionen für sich verhandelt und auch Partituren und Rechte zurückgefordert. Er arbeitet auch in einer Zeit, in der allmählich Musikverlage für das Auskommen eines Komponisten wesentlich werden.

Rossini hat extrem schnell gearbeitet und war ein totaler Popstar seiner Zeit. Gleichzeitig war er ein kränkelnder und unglücklicher Mensch im Alter. Seine letzte Oper Wilhelm Tell wurde bereits 1829 uraufgeführt, da war der Komponist gerade 37 Jahre alt! Danach entstand noch geistliche Musik und Instrumentalmusik (ich empfehle die Gesamtaufnahme seiner Alterssünden durch Stefan Irmer).

Ein spannender Lebenslauf also. Was gibt Rossinis Werk für Flötisten her? Zum einen sind da seine wunderbaren Opernmelodien, die es in Bearbeitungen für zwei und mehr Flöten oder auch für Bläserquintett gibt. Außerdem geistern seine frühen Quartette zum einen als Bläserquartett (Quintett ohne Oboe) und zum anderen für Flöte mit Streichtrio durch die Welt. Bekannt natürlich auch Chopins Variationen über ein Thema von Rossini. Für Flöte mit Klavier oder Harfe gibt es zudem ein Andante und Allegro verlegt. Rossinis musikalischen Humor kann man im Katzenduett in einer Bearbeitung für Flöte, Klarinette und Klavier persönlich kennen lernen.

Unabhängig von dieser eher spärlichen Flötenliteratur ist mir allerdings einfach seine Musik sympathisch. Der Barbier von Sevilla war eine meiner schönsten Opernerfahrungen und die Leichtigkeit seiner Musik hat mir schon manche Stunde versüßt.

Zurück zum Buch kann ich nur sagen, dass ich die Lektüre genossen habe, die so kurzweilig war, dass ich das Werk in kürzester Zeit verschlungen hatte (was nicht für jede Biographie gilt). Daher für alle interessierten hier nochmal die bibliographischen Informationen in Zusammenfassung:

Wilhelm Keitel – Dominik Neuner

Gioachino Rossini

1. Auflage 1992, Albrecht Knaus Verlag GmbH, München

ISBN 3-8135-0364-X

  • Sonntag den 27. April 2014 bringt Arte von 16:45 bis 18.05 Uhr in 3 Folgen eine Dokumentation, die ein Jahr verschiedene Studenten der Juilliard School in New York begleitet hat: Tänzer, Musiker und Schauspieler.
  • Ebenfalls auf Arte, direkt im Anschluss 18.05 Uhr bis 19.15 Uhr eine Aufnahme der Berliner Philharmoniker unter Rattle von den zwei letzten Mozart-Symphonien, aufgenommen in Luzern 2013
  • Wiederum auf Arte kommt am Montag den 28. April 2014 um 0.00 Uhr ein fast einstündiges Portrait des Komponisten Isang Yun, gleichzeitig ein Dokument der Spaltung Koreas.
  • Am ersten Mai 2014 überträgt die ARD von 11 bis 13 Uhr das Europakonzert der Berliner Philharmoniker
  • 9.-11. Mai 2014, Forum Artium in Georgsmarienhütte: Flöte und Traversflöte mit Klaus Holsten (220 Euro, Studenten 180 Euro, passive Teilnahme 100 Euro, Unterkunft 130 Euro)
  • 25.-28. September 2014, Forum Artium in Georgsmarienhütte: Traversflöte mit Barthold Kuijken (250 Euro, Studenten 200 Euro, passiv 120 Euro, Unterkunft 200 Euro)

Seit gut einem Jahr gebe ich wieder Unterricht. Zwei relative Anfänger wurden damals sozusagen Flöten technisch obdachlos, da ihre Lehrerin nicht weiter unterrichten konnte oder wollte. Da bin ich eingesprungen (ich finde, jeder sollte die Chance haben, das Instrument seiner Wahl zu lernen). Die Große von beiden (ca. 13 Jahre) spielt inzwischen knapp 4 Jahre und hatte bis Ende letzten Jahres ein relativ altes Instrument von Ihrem Großvater. Yamaha-Flöte mit Silberkopf. Leider schwächelte die Flöte zunächst mit geschrumpftem Kork, der ständig verrutschte, dann mit echten Ausfallerscheinungen, die eine Generalüberholung mit Kosten von gut 500 Euro erforderlich gemacht hätten. Zunächst konnten wir das Problem mit meiner alten Flöte überbrücken, aber eine echte Lösung war gefragt. Daher ging es dann gestern zur österlichen Flötenwahl.

Ich zähle mich seit ca. anderthalb Jahren zu den Fans des Angebots und der Beratung von Flutissimo, daher lag es nah, zunächst dort mal zu sehen, was denn so in Frage kommen könnte. Wir liefen also 4 Mann hoch in Sankt Augustin (der Zentrale) auf: die Eltern, die Flötistin und ich als beratende Lehrerin. Die Hausaufgabe bei Vereinbarung des Termins lautete für die Eltern, ein Limit festzusetzen. Sehr sinnvoll. So vermeidet man eine heiße Liebe zu einem unbezahlbaren Instrument (sowas hat schon manchen in meinem Umfeld Jahre lang verfolgt). Die Grundfrage war: Anfängerflöte oder Instrument mit Silberkopf. Die Wahl fiel auf letztere Kategorie mit einem geschätzten Preisbereich von 900-1600 Euro. Das familiäre Limit wurde in Etwa in der Mitte mit 1300 Euro festgelegt.

Nun konnte also aufgetischt werden. Flutissimo hatte in diesem Preisbereich ca. 12 Flöten (ich habe nicht gezählt, könnten auch etwas mehr oder weniger gewesen sein) unterschiedlicher Hersteller und Modelle anzubieten. Alle mit Ringklappen, E-Mechanik und Offline-Mechanik (so muss es sein). Zwei davon mit H-Fuß und eine (Altus/Azumi) mit einer Silber-Mundlochplatte statt einem Silberkopf (Altus ist immer etwas teurer, hat aber auch einen wirklich vollen, warmen Klang).

Meine arme Flötenschülerin sollte nun ausprobieren und man konnte ihr (ausgeprägt schüchtern) ansehen, wie unwohl ihr war angesichts der vier Zuhörer und der Frage: was soll ich bloß spielen, wie geht so was? Und ab hier profitierten wir alle von der jahrelangen Erfahrungen des Hausherrn. Bernd nahm die Zügel in die Hand und führte ab hier souverän Regie (nachdem er sich selbstverständlich vorher über Vorlieben, Interessen und Fragen informiert hatte, aber hier gab es keine Vorüberlegungen). Die Testerin startete also in der tiefen Lage mit einfachen Tonfolgen (Tonleiter von g1-d2).  Die Unterschiede in Ansprache und Klangqualität waren absolut frappierend. Keiner von uns wusste, was sie gerade für ein Instrument spielte, das war auch nicht wichtig. Wir alle konnten aber trotz vorlaufender diesbezüglicher Skepsis der Eltern, deutlich hören, welche Instrumente spontan spielten und bei welchen Anstrengung erforderlich war. Auch die Klangqualität war sehr verschieden.

Nach der tiefen Lage folgte die mittlere (e2-g2) und dann die hohe (d3-f3). In jeder Runde disqualifizierte sich das eine oder andere Modell. Am Ende blieben vier, die dann noch an der von flutissimo aufgelegten Literatur (ein Gospel) getestet wurden. Die bei den Einzeltönen durch mehr Klangvolumen vorne liegenden Flöten wurden hier von ihren Konkurrenten abgeschlagen. Die Sprünge innerhalb der Melodie waren mit zwei anderen Modellen einfacher zu spielen. Am Ende stand eine Flöte der Marke Anthem (hatte ich noch nie gehört, ist eine Gründung ehemaliger Powell-Mitarbeiter, die sich auf Schülerinstrumente spezialisiert haben). Der Preis: 980 Euro (also weit unter dem Limit). Das war eindeutig, die für meine Schülerin am leichtesten spielbare Flöte.

Ich war (und bin) beeindruckt. Es hatte eine Stunde gedauert und war eine eindeutige Entscheidung, an der keiner im Raum zweifeln konnte. Dank fachkundiger Führung durch den Verkäufer war der Stress für die jugendliche Hauptperson erträglich geblieben. Ich selbst hätte mangels Erfahrung zu diesem Prozess nur wenig beizutragen gehabt. Flöte spielen und Flöte kaufen sind einfach sehr verschiedene Dinge. Den abschließenden Antrag der Eltern, das Ergebnis nun mit einer Silberkopf-Flöte aus dem oberen Preissegment zu vergleichen, wurde von Bernd abgelehnt. Sehr vernünftig. Sicher hätte manch anderer versucht, auf diesem Weg ein teureres Instrument an den Mann zu bringen. Das war hier aber nie Thema (sonst wären wir sicher auch nicht so weit unterhalb des Limits gelandet). Das Risiko, dass die Probandin sich doch noch in ein unerreichbares Instrument verlieben könnte, wurde einfach von Bernd nicht mitgetragen. (Sehr anständig, wie zu erwarten)

Hätte es sich um eine ältere Schülerin mit deutlichen flötistischen Ambitionen gehandelt, die mehr Spiel-Sicherheit mitbringt, so hätte ich eventuell der aktuellen Ansprache und Leichtigkeit beim Spiel ein geringeres Gewicht geben wollen und mehr auf den erzielbaren Klang geachtet (auch wenn dafür dann einige Arbeit zu investieren gewesen wäre). In diesem Fall aber war Motivation ein wichtiges Thema, eine feste Zahnspange oben (die bereits zu viel Flöten-Frust geführt hatte) und die bevorstehende Ergänzung am Unterkiefer, gepaart mit vielen anderen Hobbies und wenig Zeit fürs Flöten, machen diese Wahl auf jeden Fall zur richtigen. Spannend wäre es, in einem anders gelagerten Fall zu sehen, wie der Evaluationsprozess dann aussähe (ich bin sicher, auch hierzu existieren schon Erfahrungen bei Flutissimo).

Ich habe also viel zur Kaufsystematik und dem aktuellen Marktangebot an Schülerflöten gelernt. Sehr spannend.

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